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"Wie im echten Leben..."

Das Encoding/Decoding-Modell von Stuart Hall und die Rezeption serieller Fernsehtexte am Beispiel ‚Dawson’s Creek‘

Title: "Wie im echten Leben..."

Term Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Undorf (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Die fiktionalen Bilderwelten von Fernsehserien gehören fest zu unserem Alltag und im Fernsehen vergeht kaum eine Minute, in der nicht auf irgendeinem Kanal eine Serie ausgestrahlt wird. Doch wie gehen wir eigentlich mit diesen Inhalten um? Was passiert, wenn wir eine Fernsehserie rezipieren, und sei es nur aus Zeitvertreib? Sind wir Medieninhalten tatsächlich so machtlos ausgeliefert, wie es beispielsweise das Reiz-Reaktions-Modell oder andere medienwissenschaftliche Ansätze implizieren? Oder müssen wir den Fernsehzuschauer vielmehr als aktiv Handelnden betrachten?
Letztere Auffassung hat sich insbesondere in den Cultural Studies durchgesetzt. Diese vertreten die Meinung, dass sich die vollständige Wirkung eines Medientextes erst bei dessen Rezeption zeigt, abhängig von der aktuellen Situation des Rezipienten, dessen Vorwissen sowie beeinflusst durch eigene, persönliche Erfahrungen. Die Vorstellung Stuart Halls, einem herausragenden Vertreter der Cultural Studies, von der Aneignung von Fernsehtexten, in der Lesart und soziale Lage des Zuschauers untrennbar miteinander verknüpft sind, bildet die Grundlage dieser Arbeit. Das von ihm entwickelte Encoding/Decoding-Modell soll dabei nicht nur einen Schwerpunkt im ersten Teil der Ausarbeitung darstellen, sondern anschließend in der Untersuchung der US-amerikanischen Jugend-Dramaserie 'Dawson’s Creek' den theoretischen Bezugsrahmen bilden. Anhand einer beispielhaft ausgewählten Episode wird versucht, die von Hall konstatierten, verschiedenen Möglichkeiten der Deutung und Bewertung von Fernsehtexten zu veranschaulichen.
Die Arbeit soll einen Bogen schlagen vom Medienprodukt zur soziokulturell vermittelten Rezeption nach Stuart Hall sowie den daraus resultierenden möglichen Rezeptionspositionen und Lesarten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Encoding/Decoding-Modell von Stuart Hall – Ausgangspunkt und Bezugsrahmen dieser Arbeit

2.1 Medienaneignung im soziokulturellen Kontext

2.2 Drei hypothetische Lesarten von Medientexten

2.3 Kritische Einwände gegen das Massenkommunikationsmodell

3. Das Beispiel Dawson’s Creek

3.1 Geschichte und Konzept der Serie

3.2 Die Episode „The Longest Day“ als exemplarischer Untersuchungsgegenstand

3.3 Darstellung der möglichen Rezeptionspositionen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption serieller Fernsehtexte unter Anwendung des Encoding/Decoding-Modells von Stuart Hall. Ziel ist es, am Beispiel der US-amerikanischen Jugend-Dramaserie „Dawson’s Creek“ zu analysieren, wie Rezipienten mediale Inhalte aktiv verarbeiten und welche unterschiedlichen Lesarten dabei entstehen können.

  • Grundlagen des Encoding/Decoding-Modells von Stuart Hall
  • Soziokulturelle Kontexte der Medienaneignung
  • Kritische Auseinandersetzung mit Rezeptionstheorien
  • Exemplarische Analyse der Serie Dawson’s Creek
  • Differenzierung zwischen dominanten, ausgehandelten und oppositionellen Lesarten

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Episode „The Longest Day“ als exemplarischer Untersuchungsgegenstand

An dieser Stelle sei noch einmal die Theorie der Cultural Studies aus Kapitel 2 dieser Arbeit in Erinnerung gerufen: Demnach enthält jeder Medientext dominante (hegemoniale) Strukturen, die vom Kommunikator bzw. Produzenten ausgehen und zu einer „favorisierten Lesart“ führen können – aber nicht müssen. Anhand einer exemplarischen Folge von Dawson’s Creek will ich im folgenden Abschnitt versuchen, die auf der Seite des Zuschauers möglichen Rezeptionspositionen nach Halls Encoding/Decoding-Modell zu verdeutlichen. Dazu habe ich die Serie zunächst über einige Wochen verfolgt, um einen geeigneten Erzählstrang auszumachen.

Meine Wahl fiel schon bald auf Episode 20 der dritten Staffel mit dem Titel „The Longest Day“ (deutscher Titel: „Gebrochene Herzen“). Zwar stellt diese Folge aus erzähltechnischer Sicht eine Ausnahmeerscheinung in der Seriengeschichte dar: Statt dreier parallel verlaufender Handlungsstränge, die dem Rezipierenden in meist rascher Schnittfolge präsentiert werden, gibt es hier nur eine „Story“, die in Anlehnung an Spielfilme wie „Die üblichen Verdächtigen“ sowie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mehrmals hintereinander aus verschiedener Figurenperspektive sowie in Rückblenden erzählt wird. Erst zum Ende der Episode fügen sich dann alle Teile wie bei einem Puzzle zusammen. Trotzdem habe ich genau diese Folge ausgewählt, da sie einen Höhepunkt der für die Serie zentralen Narration der im Abschnitt zuvor angedeuteten Dreiecksbeziehung (Dawson – Joey – Pacey) darstellt. Darüber hinaus werden hier vor allem Themen wie Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Verrat aufgegriffen, die sicherlich eng mit dem eigenen, lebensweltlichen Wissen der rezipierenden Jugendlichen verknüpft sind und deshalb hinreichend Potential für die Deutung und Interpretation liefern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Fernsehserienrezeption ein, stellt das Encoding/Decoding-Modell von Stuart Hall als theoretischen Rahmen vor und benennt Dawson’s Creek als beispielhaften Untersuchungsgegenstand.

2. Das Encoding/Decoding-Modell von Stuart Hall – Ausgangspunkt und Bezugsrahmen dieser Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Medienaneignung, die drei Lesarten nach Hall sowie die wissenschaftliche Kritik an diesem Massenkommunikationsmodell.

3. Das Beispiel Dawson’s Creek: Hier werden das Konzept und die Geschichte der Serie analysiert, die Episode „The Longest Day“ als Fallbeispiel eingeführt und die drei Rezeptionspositionen auf die Serie angewendet.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt, dass das Hallsche Modell trotz seiner Wurzeln im Bereich der Nachrichten auch erfolgreich auf fiktionale Fernsehtexte angewendet werden kann.

Schlüsselwörter

Encoding/Decoding-Modell, Stuart Hall, Medienaneignung, Rezeptionsforschung, Cultural Studies, Dawson’s Creek, Fernsehserie, Soap Opera, Lesarten, dominante Lesart, ausgehandelte Lesart, oppositionelle Lesart, Jugendkultur, Medientext.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Fernsehzuschauer mediale Inhalte wahrnehmen und interpretieren, basierend auf dem Modell von Stuart Hall.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Medienaneignung, das Wechselspiel zwischen Produktion und Rezeption sowie die kritische Analyse von Fernsehtexten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Encoding/Decoding-Modell von Stuart Hall auf eine fiktionale Jugendserie anzuwenden und die verschiedenen Rezeptionsmöglichkeiten zu veranschaulichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienwissenschaftliche Analyse unter Anwendung theoretischer Konzepte der Cultural Studies und der Rezeptionsforschung durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung des Modells und der detaillierten Anwendung auf die Serie Dawson’s Creek sowie deren Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Encoding/Decoding-Modell, Rezeptionspositionen, Medienaneignung, kulturelle Kontexte und die Analyse von Fernseherzählungen.

Warum wurde ausgerechnet Dawson’s Creek als Beispiel gewählt?

Die Serie eignet sich aufgrund ihrer narrativen Struktur, der Mischung aus Soap-Opera-Elementen und ihrer hohen Relevanz für eine jugendliche Zielgruppe besonders gut zur Veranschaulichung der Lesarten.

Welche Rolle spielt die Episode „The Longest Day“ in der Analyse?

Diese Episode dient als exemplarischer Untersuchungsgegenstand, um die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten durch ihre spezifische Erzählstruktur (Perspektivwechsel) detailliert aufzuzeigen.

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Details

Title
"Wie im echten Leben..."
Subtitle
Das Encoding/Decoding-Modell von Stuart Hall und die Rezeption serieller Fernsehtexte am Beispiel ‚Dawson’s Creek‘
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Medien- und Kulturwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Christian Undorf (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V118414
ISBN (eBook)
9783640216529
ISBN (Book)
9783640216574
Language
German
Tags
Leben Encoding Decoding Kommunikationsmodell Massenkommunikation Stuart Hall Rezeption Fernsehen Fernsehserie TV-Serie Serie Dawson's Creek Medien Rezeptionsforschung Cultural Studies Medienwirkung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Undorf (Author), 2007, "Wie im echten Leben...", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118414
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