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Zu "Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller. Geschichtliche Hintergründe und Interpretationsansätze

Title: Zu "Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller. Geschichtliche Hintergründe und Interpretationsansätze

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 37 Pages , Grade: 1

Autor:in: Diplom-Religionspädagogin (FH) Andrea Braun-Henle (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll es zunächst darum gehen, die Hintergründe dieses historischen Stoffes darzustellen und zu beleuchten. Schiller hat sich in seiner Funktion als Geschichtsprofessor in Jena auch bei der Planung dieses Werkes, wie beispielsweise auch beim Wallenstein, sehr intensiv damit befasst. Interessant wird dabei sein, Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen der Historie und dem Stück herauszuarbeiten und dabei Erklärungen für Abweichung zu finden. Für diese Arbeit habe ich drei mir relevant und plausibel erscheinende ausgewählt, die Schillers Biographie und theoretische, das literarische Schaffen reflektierende Aufsätze zugrunde legen. Schillers Biographie und die politische Situation in Deutschland, wie auch die Entstehungsgeschichte des Werkes, sollen darauf aufbauend, ebenfalls einen Beitrag zum besseren Verstehen des Werkes „Die Jungfrau von Orleans“ beitragen. Außerdem werde ich zwei Interpretationsansätze, marxistische und einen die Rolle Johannas als Frau reflektierenden, darstellen. Einen weiteren Teil der Arbeit bilden außerdem noch Bezüge zu den beiden außerdem im Modul besuchten Veranstaltungen, wie es die Studienordnung ja vorsieht. Abschließend soll in der Zusammenschau der Ergebnisse belegt werden, inwieweit „Die Jungfrau von Orleans“ ein typisches Werk der Weimar Klassik ist. Dem soll ein persönliches Fazit angeschlossen werden.
Ausdrücklich verweise ich auch auf die Arbeit von Michaela Wohnhas, der ich für die kreative, kritisch reflektierende und verlässliche Zusammenarbeit ganz herzlich danke.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Geschichtliche Hintergründe

1. Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

2. Die historische Johanna von Orleans

III. Schillers Abweichen vom historischen Stoff

IV. Gründe für Schillers Abweichen vom historischen Stoff

1. Veredelung der Theaterkunst in Weimar

2. Die Auseinandersetzung mit Voltaires Pucelle – „Die Jungfrau von Orleans“ als sentimentalisch-elegische Dichtung

3. Das Pathetisch-Erhabene in der Jungfrau von Orleans

V. Zur Entstehungsgeschichte des Werkes 1800 - 1801

1. Biographisches

2. Entstehungsgeschichte

3. Die politische Situation in Deutschland

VI. Interpretationsansätze

1. Marxistische Interpretationen

2. Clasen: Zur Darstellung der Frau in Schillers Frauendramen

VII. Bezüge zu den anderen im Modul besuchten Veranstaltungen

1. Szenische Verfahren im Deutschunterricht

2. Diagnose und Förderung des Textverstehens in der Sekundarstufe I

VIII. Abschluss

1. „Die Jungfrau von Orleans“ – ein typisches Werk der Weimarer Klassik?

2. Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans“ unter Berücksichtigung der geschichtlichen Hintergründe und analysiert, warum Schiller in seinem Werk bewusst von historischen Fakten abweicht. Dabei wird das Ziel verfolgt, Schillers Vorgehensweise anhand von biografischen Kontexten, seiner Theaterarbeit in Weimar sowie seinen ästhetischen Schriften zu beleuchten und verschiedene Interpretationsansätze kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Einordnung der Ära von Johanna von Orleans und die Rolle der französischen Monarchie.
  • Analyse der Abweichungen von historischen Tatsachen durch Friedrich Schiller.
  • Untersuchung von Schillers ästhetischer Theorie („Über naive und sentimentalische Dichtung“ und „Das Erhabene“).
  • Diskussion marxistischer Interpretationen und des zeitgenössischen Frauenbildes.
  • Verknüpfung mit fachdidaktischen Ansätzen zur szenischen Interpretation und Leseförderung.

Auszug aus dem Buch

3. Das Pathetisch-Erhabene in der Jungfrau von Orleans

In seiner Schrift „Vom Erhabenen - Zur weitern Ausführung einiger Kantischen Ideen“ aus dem Jahr 1793 entwickelt Schiller die „beiden Fundamentalgesetze aller tragischen Kunst“. Diese eignen sich ebenfalls zur Erklärung von Schiller Vorgehen bei der Gestaltung der Hauptfigur des Dramas.

Ziel der tragischen Kunst ist es, dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben „identifikatorisch oder kontraidentifikatorisch auf eine ästhetische Erfahrung zu reagieren“ und ihn so im Widerstand gegen seine Triebe und Empfindungen zu bestärken, um vernunftgeleitet den Idealen zustreben zu können. Um dies erreichen zu können, müssen die beiden Fundamentalgesetze befolgt werden, welche sind „erstlich: Darstellung der leidenden Natur; zweitens: Darstellung der moralischen Selbständigkeit im Leiden.“

Das erste Fundamentalgesetz bedeutet, dass „die Figuren auch so leidend oder die Situationen auch so leidverhaftet sind, dass Mitleid möglich wird.“ Mitleid wird hier nicht als rein oberflächliches Gefühl verstanden. „Nicht bloß die teilnehmende Betrübnis, das Gerührtsein über fremdes Unglück, heißt Mitleiden, sondern jeder traurige Affekt ohne Unterschied, den wir einem andern nachempfinden; also gibt es so viele Arten des Mitleidens, als es verschiedene Arten des ursprünglichen Leidens gibt: mitleidende Furcht, mitleidenden Schrecken, mitleidende Angst, mitleidende Entrüstung, mitleidende Verzweiflung.“ Trotzdem muss dem Zuschauer immer noch eine Unterscheidung zwischen ihm und der dargestellten Figur möglich sein. Regt ein Stück dazu an, ist es affektanregend oder pathetisch.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Schillers anhaltende Faszination und die persönliche Motivation der Autorin, die sich mit dem historischen Stoff der Johanna von Orleans und seiner literarischen Umsetzung befasst.

II. Geschichtliche Hintergründe: Dieses Kapitel arbeitet die politischen Rahmenbedingungen des Hundertjährigen Krieges sowie die reale Biografie Johannas von Orleans auf, um das historische Vorbild zu verdeutlichen.

III. Schillers Abweichen vom historischen Stoff: Es wird analysiert, an welchen Stellen Schiller zugunsten der dramatischen Gestaltung von historischen Tatsachen abweicht und welche Charaktere er teils frei erfindet.

IV. Gründe für Schillers Abweichen vom historischen Stoff: Dieses Kapitel erläutert Schillers Absichten, darunter die Veredelung des Theaters, seine Abgrenzung zu Voltaires satirischer Sicht und seine ästhetischen Theorien.

V. Zur Entstehungsgeschichte des Werkes 1800 - 1801: Hier werden Schillers Lebensumstände zur Entstehungszeit des Dramas sowie der politische Kontext in Deutschland während der Napoleonischen Ära behandelt.

VI. Interpretationsansätze: Die Autorin stellt marxistische Lesarten und geschlechtsspezifische Analysen von Clasen vor, die unterschiedliche Aspekte der Frauenrolle im Stück beleuchten.

VII. Bezüge zu den anderen im Modul besuchten Veranstaltungen: Dieser Teil reflektiert fachdidaktische Ansätze wie szenische Verfahren im Deutschunterricht sowie Diagnosemöglichkeiten der Lesekompetenz bei Schülern.

VIII. Abschluss: Der Abschluss fasst zusammen, inwieweit das Werk der Weimarer Klassik zuzuordnen ist, und bietet ein persönliches Fazit der Autorin über ihre Auseinandersetzung mit dem Thema.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, Weimarer Klassik, Johanna von Orleans, Historische Hintergründe, Pathetisch-Erhabene, Literaturtheorie, Politische Situation, Emanzipation, Szenische Interpretation, Lesekompetenz, Dramenanalyse, Idealismus, Französischer Krieg, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans“ und analysiert das Spannungsfeld zwischen dem historischen Vorbild und Schillers künstlerischer Freiheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Recherche, die dramaturgischen Gründe für Stoffabweichungen, die ästhetische Theorie des Erhabenen und fachdidaktische Überlegungen zum Textverständnis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess und die Bedeutung des Werkes vor dem Hintergrund von Schillers Biografie und seiner philosophischen Ansätze zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse sowie die Einbindung zeitgenössischer Sekundärliteratur und setzt diese in Bezug zu aktuellen didaktischen Methoden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Untersuchung von Abweichungen, theoretische Interpretationsansätze und die didaktische Anwendbarkeit im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Schiller, Idealismus, die Weimarer Klassik, das Pathetisch-Erhabene und die Bedeutung des szenischen Spiels im Deutschunterricht.

Warum weicht Schiller laut der Arbeit von der historischen Wahrheit ab?

Die Arbeit zeigt, dass Schiller das Ziel verfolgte, den Zuschauer zu bilden und ihm durch das „Pathetisch-Erhabene“ einen Reflexionsraum zwischen Ideal und Wirklichkeit zu bieten.

Wie bewertet die Autorin die Frauenrolle in Schillers Werk?

Die Autorin schließt sich der Sichtweise an, dass Schiller kein Vorkämpfer für Frauenemanzipation war, Johanna aber als Verkörperung eines Zeitideals darstellte.

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Details

Title
Zu "Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller. Geschichtliche Hintergründe und Interpretationsansätze
College
University of Education Weingarten  (PH Weingarten)
Course
Schiller: Leben und Werk
Grade
1
Author
Diplom-Religionspädagogin (FH) Andrea Braun-Henle (Author)
Publication Year
2008
Pages
37
Catalog Number
V118420
ISBN (eBook)
9783640211470
ISBN (Book)
9783640211623
Language
German
Tags
Friedrich Schiller Jungfrau Orleans Geschichtliche Hintergründe Interpretationsansätze Schiller Leben Werk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Religionspädagogin (FH) Andrea Braun-Henle (Author), 2008, Zu "Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller. Geschichtliche Hintergründe und Interpretationsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118420
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