Diese Arbeit beschäftigt sich mit kindlichen Gottesvorstellungen. Es wird besonders auf zwei Fragen eingegangen: Wie stellen sich Kinder Gott vor? Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede weisen die gemalten Gottesbilder der Kinder einer vierten Klasse auf? Kinder nehmen am Religionsunterricht der Schule teil und das meistens mit großer Selbstverständlichkeit, sie besuchen den Kindergottesdienst und manche Eltern erzählen ihren Kinder biblische Geschichten, beten mit ihnen und feiern die christlichen Feste wie Weihnachten oder Ostern gemeinsam.
Auf der anderen Seite wachsen die Kinder mehr denn je mit Medien auf, wie Kinderbücher, DVDs und Fernsehsendungen. Jedes Medium vermittelt den Kindern Bilder, auch von Gott. All das nimmt Einfluss auf den kindlichen Glauben. Egal, ob Kinder eine religiöse Erziehung genießen oder ihnen dies nicht von Zuhause aus vorgelebt wird, jedes Kind macht sich ein Bild von dem Aussehen Gottes und stellt sich vor, wie Gott sein könnte. So entsteht ein mehr oder weniger konkretes Bild von Gott bei den Kindern und trotzdem gibt es keine deckungsgleiche Vorstellung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Einbettung
2.1. Definition Gottesbild
2.2. Entwicklungspsychologie
2.3. Untersuchungen zum Gottesbild nach...
2.3.1. ... Helmut Hanisch
2.3.2. ... Anton Bucher
3. Das Studienprojekt
3.1. Die Fragestellung
3.2. Allgemeine Voraussetzungen
3.3. Das Forschungsdesign
3.4. Die Erhebungsmethode
3.5. Die Auswertungsmethode
4. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht kindliche Gottesvorstellungen anhand von Zeichnungen einer vierten Klasse, um zu analysieren, wie Kinder Gott darstellen und ob geschlechtsspezifische Unterschiede in diesen Darstellungen existieren. Dabei werden die theoretischen Ansätze von Anton A. Bucher und Helmut Hanisch auf die empirischen Daten angewendet.
- Kindliche Gottesbilder und deren Ausdrucksformen
- Religionspädagogische Untersuchung von Kinderzeichnungen
- Einfluss von Sozialisation und Religionsunterricht auf den kindlichen Glauben
- Vergleich geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Gottesdarstellungen
- Methodische Reflexion zur Erhebung von Gotteskonzepten bei Kindern
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition Gottesbild
Im Folgenden wird geklärt, was unter dem Begriff Gottesbild verstanden wird. Unter dem Begriff Gottesbild versteht man zum einen das Aussehen oder das Handeln Gottes in bestimmten Situationen. Hierrunter fallen nicht nur die körperliche Darstellung, sondern auch der Charakter und das Wesen Gottes. Zum anderen versteht man unter dem Begriff Gottesbild ein inneres Bild, welches der Mensch mit dem Begriff Gott verbindet. Dies beinhaltet auch die Beziehung von Gott zum Menschen. So stehen die Begriffe Gottesbeziehung und Gottesvorstellung eng miteinander in Verbindung. Stellt sich ein Mensch Gott als liebevollen Vater vor, so spiegelt dass die Beziehung von dem Menschen zu Gott wieder. Durch die Vorstellung eines Menschen von Gott wird die Beziehung zu ihm verdeutlicht. Über die Jahre kann sich das Gottesbild durch angesammelte Erfahrungen bewusst oder auch unbewusst herausbilden und verändern. Das Produkt einer Zeichnung Gottes wird ebenfalls als Gottes-Bild bezeichnet. Allerdings handelt es sich trotz des Gleichklangs um grundlegend verschiedenes. Zeichnet man ein Bild von Gott, so muss das gemalte Bild kein „Abbild oder Kopie“ der inneren Vorstellung von Gott sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der kindlichen Gottesvorstellungen und Formulierung der leitenden Forschungsfragen des Studienprojekts.
2. Theoretische Einbettung: Theoretische Fundierung durch Definition des Gottesbildes, entwicklungspsychologische Grundlagen und einen Überblick über relevante Studien von Bucher und Hanisch.
3. Das Studienprojekt: Beschreibung der Forschungsfragen, der Rahmenbedingungen der untersuchten Klasse, des Forschungsdesigns sowie der angewendeten Erhebungs- und Auswertungsmethoden.
4. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten aus den Kinderzeichnungen und deren Diskussion im Vergleich zu den theoretischen Ansätzen.
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, Reflexion der Methodik und pädagogische Empfehlungen für den Umgang mit kindlichen Gottesvorstellungen im Unterricht.
6. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Schlüsselwörter
Gottesbild, Kindertheologie, Religionspädagogik, Anthropomorphismus, Kinderzeichnungen, Religionsunterricht, Entwicklungspsychologie, Glaubensentwicklung, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Gottesvorstellung, Grundschule, Symbolik, Empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich Kinder einer vierten Klasse Gott vorstellen und welche bildlichen sowie inhaltlichen Ausdrücke sie für ihre Gotteskonzepte wählen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung bewegt sich im Bereich der empirischen Religionspädagogik mit einem Fokus auf Kinderzeichnungen, religiöse Entwicklungspsychologie und kindliche Theologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob Kinder ein anthropomorphes (menschenähnliches) Gottesbild besitzen und ob es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der zeichnerischen Gestaltung gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, bei der 24 Kinder einer vierten Klasse aufgefordert wurden, ein Bild von Gott zu malen, gefolgt von einer qualitativen und quantitativen Analyse der Zeichnungen basierend auf den Modellen von Hanisch und Bucher.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung, die Beschreibung des methodischen Vorgehens bei der Datenerhebung sowie die detaillierte Darstellung und kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Gottesbild, Kindertheologie, Anthropomorphismus, Kinderzeichnungen und geschlechtsspezifische Unterschiede.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen anthropomorph und symbolisch eine so wichtige Rolle?
Diese Unterscheidung ist zentral, um zu verstehen, ob Kinder Gott eher als personalen Gegenüber oder als abstraktes, symbolhaftes Prinzip wahrnehmen, was Aufschluss über ihr religiöses Entwicklungsstadium gibt.
Welche Rolle spielt der Religionsunterricht laut dieser Studie?
Der Religionsunterricht bietet Kindern einen Rahmen, um sich mit biblischen Geschichten auseinanderzusetzen, was das Gottesbild maßgeblich beeinflussen oder überhaupt erst anregen kann.
Wie bewertet die Autorin die Kritik an der Malmethode?
Die Autorin erkennt die Kritik an, dass die explizite Aufforderung "Male ein Bild von Gott" personale Darstellungen provozieren könnte, hält die Methode jedoch dennoch für legitim, um einen Einblick in die kindlichen Vorstellungen zu erhalten.
Welchen Einfluss haben soziale Medien oder Serien auf das Gottesbild?
Die Arbeit zeigt, dass Jungen beispielsweise Superhelden-Motive aus Serien in ihre Gottesdarstellungen integrieren (z.B. Umhänge, Superkräfte, technisches Zubehör), um Gottes Macht und Stärke zu visualisieren.
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- Anonym (Author), 2015, Gottesbild von Kindern in einer vierten Klasse. Geschlechtsspezifische Unterschiede, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184253