Das Ziel der Arbeit ist es, Chorleiterinnen und Chorleitern neue Ideen zu geben, neue Wege aufzuzeigen und Anreize für das gemeinsame Musizieren in pandemischen Zeiten und darüber hinaus zu schaffen. Das Handbuch soll als Leitfaden dienen, um den Einstieg in die digitale Chorarbeit zu erleichtern und soll Chöre, Chorleiterinnen und Chorleiter auf ihrem Weg begleiten.
Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich vordergründig mit den Chören der ELKB zum Zeitpunkt Februar 2021, welche die Grundlage der Analysen und Folgerungen bilden. Neben den Statistiken zur digitalen Chorarbeit steht die kritische Betrachtung der Thematik im Vordergrund. Wo liegen die Vor- und Nachteile der digitalen Chorarbeit? Was kann auch über die pandemischen Zeiten hinaus gewinnbringend sein? Des weiteren werden die gängigen Videokonferenzprogramme hinsichtlich ihrer Eignung für die digitale Chorarbeit verglichen.
Es wird ein Einblick in die medienpsychologischen Hintergründe sowie in das Themengebiet der Therapie und Seelsorge innerhalb der Chorarbeit gegeben. Weshalb strengt die Chorarbeit im digitalen Raum an? Warum ist eine digitale Chorprobe aus seelsorgerlicher Sicht unbedingt notwendig? Abschließend wird die Rolle der Chorleitung vorgestellt und einen Einblick in die Probenmethodik im digitalen Raum gegeben. Wie verhalte ich mich als Chorleitung? Was sollte ich meinem Chor bieten? Wie gehe ich in einer digitalen Chorprobe methodisch vor?
Inhaltsverzeichnis
Vorwort „Wir können nicht nicht singen“
1. Definition
2. Digitale Chorarbeit in der ELKB, Februar 2021
3. Kritische Betrachtung
3.1. Nachteile und Probleme
3.2. Vorteile und Chancen
4. Videokonferenz-Programme im Vergleich
4.1. Jamulus
4.2. Jitsi
4.3. Skype
4.4. Whatsapp Video
4.5. Zoom
4.6. Resümee und Zukunftsblick
5. Medienpsychologische Betrachtung
6. Therapie und Seelsorge
7. Die Rolle der Chorleitung
7.1. Persönlichkeit
7.2. Körpersprache und Dirigat
8. Digitale Chorprobenmethodik
8.1. Probenmethodische Unterschiede im Analogen und Digitalen
8.2. Digitale Probenmethodik im Erwachsenenchor
8.3. Digitale Probenmethodik im Kinderchor
9. Fallbeispiele
9.1. Projektchor Klangfarben
9.2. Kinderchor Die Ohrwurm-Kids
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Potenziale und Herausforderungen der digitalen Chorarbeit während und nach der COVID-19-Pandemie mit besonderem Fokus auf die Chöre der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), um Chorleitern praxisnahe Lösungsansätze für die Aufrechterhaltung des Chorlebens im virtuellen Raum zu bieten.
- Analyse der Akzeptanz und Durchführung digitaler Chorproben bei Laienchören.
- Vergleichende Evaluierung gängiger Videokonferenz-Tools für die musikalische Arbeit.
- Medienpsychologische Einordnung der Belastungen durch digitale Probenformate.
- Methodische Konzepte zur Gestaltung effektiver digitaler Proben für Kinder- und Erwachsenenchöre.
Auszug aus dem Buch
3.1. NACHTEILE UND PROBLEME
Die digitale Chorarbeit bringt Nachteile und Probleme mit sich, die nicht unbeachtet bleiben dürfen. Die Skepsis von Sängerinnen, Sängern, Chorleiterinnen und Chorleitern ist in jeder Hinsicht berechtigt. Die folgenden Argumente, die die Nachteile und Grenzen einer digitalen Chorarbeit aufzeigen, sind persönlichen Gesprächen mit aktiven Sängerinnen und Sängern, Ausführungen aktiv digital probender Chorleiterinnen und Chorleiter sowie Meinungen von nicht aktiv probenden Chorleitungen der ELKB, im Rahmen der in Teil I, 2. Digitale Chorarbeit in der ELKB, Februar 2021 vorgestellten Umfrage, entnommen.
Ein grundlegendes Problem stellt die generelle Ablehnung der digitalen Chorarbeit dar. Viele Sängerinnen und Sänger stehen dem neuen Konzept der Chorprobe skeptisch gegenüber. Diese Art der Chorprobe ist eine neue Methode, die befremdlich klingt und die für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer unvorstellbar erscheint. Die Skepsis und Ablehnung des Chores ist ein großes Hindernis, welches sich für Chorleiterinnen und Chorleiter als unüberwindbar darstellt, selbst wenn deren Willen zur digitalen Arbeit vorhanden ist. Doch nicht nur die Sängerinnen und Sänger können durch deren Abneigung der Digitalisierung die Chorarbeit in Zeiten einer Pandemie zum Stillstand bringen. Auch einige musikalischen Leitungen stellen sich gegen die digitalen Chorproben. Persönliche Skepsis, negative Erfahrungsberichte von Kolleginnen und Kollegen oder der fehlende Wille zur Durchführung sind Aspekte, die die Chorarbeit im digitalen Raum verhindern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition: Erläutert den Begriff der digitalen Chorarbeit als zeitgleiches Zusammentreffen im virtuellen Raum zur Abgrenzung von reinem Materialversand.
2. Digitale Chorarbeit in der ELKB, Februar 2021: Analysiert den Status quo der Chorarbeit in der Landeskirche anhand einer Umfrage und verdeutlicht den massiven Einbruch durch die Pandemie.
3. Kritische Betrachtung: Untersucht die zentralen Hemmnisse wie technische Unsicherheiten und Altersstruktur, stellt diese jedoch den methodischen Chancen für eine neue Probenqualität gegenüber.
4. Videokonferenz-Programme im Vergleich: Bewertet fünf gängige Software-Lösungen hinsichtlich Kosten, Handhabung, Latenz und Eignung für Chorgruppen.
5. Medienpsychologische Betrachtung: Beleuchtet das Phänomen „Zoom Fatigue“ und dessen Auswirkungen auf Konzentration und Motivation der Chormitglieder.
6. Therapie und Seelsorge: Ordnet das Chorsingen als heilendes Element für das psychische Wohlbefinden ein, das besonders in Krisenzeiten essenziell ist.
7. Die Rolle der Chorleitung: Beschreibt die neuen, komplexen Anforderungen an die Leitungspersönlichkeit, insbesondere in Bezug auf Kommunikation und Techniksteuerung.
8. Digitale Chorprobenmethodik: Leitet spezifische methodische Ansätze für Erwachsenen- und Kinderchöre ab, um die Proben trotz fehlendem direktem Kontakt effizient zu gestalten.
9. Fallbeispiele: Dokumentiert die praktische Umsetzung durch den Projektchor Klangfarben und den Kinderchor Die Ohrwurm-Kids.
Schlüsselwörter
Digitale Chorarbeit, Videokonferenz, Chorleitung, ELKB, Probenmethodik, Zoom, Jamulus, Stimmbildung, Medienpsychologie, Seelsorge, Laienchor, Musiktherapie, Probenstruktur, Musikpädagogik, Pandemie
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Chöre in der evangelischen Kirche trotz pandemiebedingter Kontaktbeschränkungen durch digitale Formate weiterhin Gemeinschaft und musikalische Aktivität aufrechterhalten können.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Gestaltung digitaler Proben, der technischen Evaluierung von Software sowie der medienpsychologischen und seelsorgerlichen Dimension der digitalen Chorarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Chorleitern Mut zur Digitalität zu machen und ihnen praktische Strategien an die Hand zu geben, um trotz der Einschränkungen konstruktive und stärkende Probenarbeit zu leisten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen und qualitativen Umfrage unter Chorleiterinnen und Chorleitern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) im Februar 2021.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse der Vor- und Nachteile, einen Vergleich gängiger Konferenzsoftware, psychologische Aspekte sowie detaillierte methodische Konzepte für verschiedene Altersgruppen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind digitale Chorproben, Probenmethodik, virtuelle Gemeinschaft, Zoom, Stimmbildung und musikalisches Miteinander.
Warum wird besonders auf Zoom eingegangen?
Zoom erweist sich in der Umfrage als das meistgenutzte Programm für Chöre, da es eine gute Balance zwischen Bedienbarkeit, technischer Stabilität und nützlichen Funktionen bietet.
Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Kindern im digitalen Raum?
Die Arbeit mit Kindern erfordert eine deutlich höhere Taktung durch abwechslungsreiche, spielerische Elemente, da die Konzentrationsspanne kürzer ist und die Ablenkung durch das häusliche Umfeld größer ist.
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- Magdalena Simon (Author), 2021, Digitale Chorarbeit in pandemischen Zeiten. Grenzen und Chancen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184256