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Das Exemplarische Lehren im Spiegel der Kritik

Der Vergleich von Wagenschein's Theorie mit empirischen Untersuchungen

Title: Das Exemplarische Lehren im Spiegel der Kritik

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Bodenstein (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Das Ringen um die beste Didaktik beschäftigt Theoretiker und Praktiker, solange es Schule
gibt. Im Laufe der Zeit wurden viele didaktische Theorien und Modelle entworfen, weiterentwickelt
und mitunter auch wieder verworfen. Ein Problem, das die Didaktiker besonders
seit den letzten Jahrhunderten beschäftigt, ist die Vermittlung der Stofffülle, die über die Zeit
stetig angewachsen ist. So ist die Menge des jeweiligen Lernstoffs im Zuge der immer stärkeren
Verwissenschaftlichung so angewachsen, dass eine Anpassung des jeweiligen Curriculums
mit dem Ziel, Schüler effektiv auf das Leben vorzubereiten, immer schwieriger wurde.
Im 19. Jahrhundert nahm die durch das Spezialistentum bedingte Fülle an wissenschaftlichen
Erkenntnissen in hohem Maße zu, was zu einer enormen Ausweitung der Lehrpläne führte.
Dabei wurde besonders kritisiert, dass die Lernziele nicht mehr die wirkliche Welt der jungen
Lernenden darstellten. Nach einer „tiefgreifende[n,CB] Bildungskrise“ (Oehlerking-Bähre
1992, S. 156f.) Mitte des 20. Jahrhunderts sah man die Notwendigkeit, die zunehmende Stofffülle
in den Lehrplänen einzudämmen, um die Schüler nicht zu überlasten. Die Verfasser der
Tübinger Resolution von 1951 forderten, die Stofffülle zu beschränken und hofften, durch das
exemplarische Lehren die Effizienz des Bildungssystems zu erhöhen. Der Physiker und Mathematiker
WAGENSCHEIN bemühte sich dabei mit seinen Beiträgen zum exemplarischen
Lehren um eine Neugestaltung des physikalischen und mathematischen Unterrichts an höheren
Schulen, um dem „Dilemma zwischen Wissen und Verstehen durch Zunahme der wissenschaftlichen
Inhalte an Komplexität und Menge“ (TWARDY 1983, S. 360) entgegenzuwirken. Seither haben viele Pädagogen und Nicht-Pädagogen das exemplarische Lehren analysiert
und dabei das Für und Wider diskutiert. Die Befürworter stellten fest, dass die von WAGENSCHEIN
propagierte didaktische Methode ein effizienteres Lernen ermöglichte, weswegen
sie sowohl von den Theoretikern als auch von den Praktikern übernommen wurde. Kritiker
bemängeln, dass WAGENSCHEIN lediglich ein Ziel angibt, aber kaum einen Weg, dieses
Ziel zu erreichen; ebenso, dass die von ihm verwendeten Begriffe nicht erläutert werden, was
das Verständnis und die Umsetzung des Konzepts erschweren. Ein Hauptvertreter dieser kritischen
Betrachtungsweise ist ENGELBRECHT, der WAGENSCHEINS Ansatz in einer empirischen
Studie untersucht hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HAUPTTEIL

2.1 Historischer Hintergrund

2.2 Das Exemplarische Lehren nach dem Verständnis Wagenscheins

2.3 Die empirische Untersuchung Alexander Engelbrechts

2.3.1 Einführung

2.3.2 Der Untersuchungsaufbau

2.3.3 Die Kritik an WAGENSCHEIN von ENGELBRECHT

2.4 Kritische Betrachtung der Unterrichtsdurchführung und Analyse ENGEL- BRECHTS

3. Abschlussteil

3.1 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Berechtigung der Kritik von Alexander Engelbrecht am exemplarischen Lehrkonzept von Martin Wagenschein zu evaluieren und zu prüfen, ob die empirische Widerlegung dieses Ansatzes durch Engelbrecht methodisch stichhaltig ist.

  • Grundlagen und historischer Kontext des exemplarischen Lernens
  • Analyse von Wagenscheins Modell des exemplarischen Lehrens
  • Kritische Würdigung des empirischen Untersuchungsaufbaus von Engelbrecht
  • Untersuchung der pädagogischen Interaktion und Rollenverteilung zwischen Lehrendem und Lernenden

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Exemplarische Lehren nach dem Verständnis Wagenscheins

WAGENSCHEIN als Verfasser der „Tübinger Resolution“ von 1951 ist der Auffassung, dass „das deutsche Bildungswesen (…) in Gefahr ist, das geistige Leben durch die Fülle des Stoffes zu ersticken“ und [dass] „die Durchdringung des Wesentlichen der Unterrichtsgegenstände (…) den unbedingten Vorrang vor jeder Ausweitung des stofflichen Bereichs [hat]“(Klafki 1964, S. 2). So schlägt die „Tübinger Resolution“ vor, „der Stofffülle durch exemplarisches Lernen zu begegnen“ (WAGENSCHEIN 1982, S. 7). In diesem Zusammenhang bezeichnet WAGENSCHEIN die Schule als „Erledigungsmaschinerie“ (WAGENSCHEIN 1982, S. 8; zitiert nach PICARD 1956, S. 79), indem er das stufenförmige Lernen nach dem Prinzip “Vom-Einfachen-zum-Komplizierteren“ folgendermaßen kritisiert: „Der Grundsatz ‚Erst das Einfache, dann das Kompliziertere’ hat natürlich sein Recht. Er darf aber nicht allein herrschen. Sein Fehler liegt auf der Hand: Sehr oft ist das ‚Einfache’ entweder gar nicht einfach, oder es ist trivial“ (WAGENSCHEIN 1982, S. 9). Dabei ist WAGENSCHEIN der Meinung, dass ein systematischer Lehrgang keinen nachhaltigen Antrieb für den Lernenden hat, da er zur „Vollständigkeit (…) und damit zur Hast und zur Ungründlichkeit [verführt]“ (WAGENSCHEIN 1982, S. 9) und durch das Festhalten an der Systematik den Durchblick des Lernenden verhindert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Problematik der Stofffülle in Lehrplänen und führt in das Konzept des exemplarischen Lehrens nach Wagenschein sowie die kritische Gegenposition von Engelbrecht ein.

2. HAUPTTEIL: Der Hauptteil erläutert die theoretischen Fundamente des exemplarischen Lernens, stellt Engelbrechts empirische Untersuchung detailliert dar und unterzieht diese anschließend einer methodenkritischen Prüfung.

3. Abschlussteil: Das Fazit resümiert, dass Engelbrechts Kritik an Wagenschein aufgrund von methodischen Mängeln und pädagogischen Fehlern in der eigenen Unterrichtsführung als nicht gerechtfertigt eingestuft wird.

Schlüsselwörter

Exemplarisches Lehren, Martin Wagenschein, Didaktik, Stoffbeschränkung, Pädagogik, Alexander Engelbrecht, empirische Untersuchung, Unterrichtsplanung, Lernprozess, Verständnis, Bildungsideal, Paideia, physikalischer Unterricht, Lehrermethodik, Unterrichtsgespräch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des exemplarischen Lehrens nach Martin Wagenschein und analysiert die Kritik, die Alexander Engelbrecht in einer empirischen Studie an diesem Konzept geübt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des exemplarischen Prinzips, die didaktische Reduktion, die Rolle des Lehrers und die wissenschaftliche Fundierung von Unterrichtsversuchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es festzustellen, ob die von Engelbrecht formulierte Kritik an Wagenscheins didaktischem Ansatz durch seine empirische Studie wissenschaftlich legitimiert ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine hermeneutische Analyse durch, in der er das Werk und die empirischen Befunde von Engelbrecht gegen die theoretischen Schriften Wagenscheins abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der historische Hintergrund und das Modell Wagenscheins definiert, bevor Engelbrechts Studie und dessen Kritikpunkte einer kritischen Würdigung unterzogen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Exemplarisches Lehren, Didaktik, Stoffbeschränkung, empirische Untersuchung, Pädagogik und das Modell von Wagenschein.

Warum hält der Autor die empirische Studie von Engelbrecht für problematisch?

Der Autor bemängelt, dass Engelbrecht methodische Fehler beging, da er den Unterricht nicht wie von Wagenschein vorgeschlagen durchführte und seine negativen Ergebnisse bereits vorab in seiner Analyse festlegte.

Welche Rolle spielt die „Saftmaschine“ in der Analyse?

Das Beispiel der Saftmaschine dient als primäres Experiment in Engelbrechts Studie; der Autor hinterfragt jedoch die Eignung dieses speziellen Beispiels zur validen Überprüfung des Wagenscheinschen Konzepts.

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Details

Title
Das Exemplarische Lehren im Spiegel der Kritik
Subtitle
Der Vergleich von Wagenschein's Theorie mit empirischen Untersuchungen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Wirtschaftspädagogik)
Course
Vorbereitung des Schulpraktikums in Hauptstudium SS 2008
Grade
1,0
Author
Christian Bodenstein (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V118428
ISBN (eBook)
9783640213207
ISBN (Book)
9783640213290
Language
German
Tags
Exemplarische Lehren Wagenschein Exemplarisches Lernen Exemplarisches Lehren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Bodenstein (Author), 2008, Das Exemplarische Lehren im Spiegel der Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118428
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