Präventionskonzepte zur Verhütung von Gefahren durch Alkohol im Straßenverkehr im Vergleich Deutschland-Österreich-Schweiz


Hausarbeit (Hauptseminar), 2021

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1. Was ist Alkohol?
2.2. Was ist Straßenverkehr?
2.3. Was ist Prävention?

3. Warum ist Alkohol ein Problem?

4. Wen sollen die Präventionskonzepte erreichen?

5. Rechtliche Grundlagen in Deutschland
5.1. Ordnungswidrigkeiten laut Straßenverkehrsgesetz
5.2. Straftaten laut Strafgesetzbuch
5.3. Atemalkoholtest und Blutprobe
5.4. Präventionskonzepte in Deutschland

6. Verkehrsüberwachung Österreich
6.1. 0,5 Promille Höchstgrenze
6.2. 0,1 Promille-Grenze für Probeführerscheinbesitzer/innen
6.3. Ab 0,8 Promille
6.4. Präventionskonzepte Österreich

7. Verkehrsüberwachung Schweiz
7.1. Widerhandlungen
7.2. Nulltoleranz
7.3. Atemkontrollen
7.4. Präventionsmaßnahmen in der Schweiz oder ‚Via Sicura‘

8. Fazit

9. Verbesserungsvorschläge
9.1. Präventionsmaßnahmen für (junge) Erwachsene
9.2. Absenkung der Promillegrenze
9.3. Verstärkung der Verkehrsüberwachung und härtere Strafen
9.4. Alkohol-Wegfahrsperren in Kfz
9.5. Verfügbarkeit reduzieren und Steuern erhöhen

10. Literaturverzeichnis

11. Anhang

1. Einleitung

In Deutschland gibt es circa 3.000 Verkehrsunfalltote jedes Jahr. Die meisten Verkehrsunfälle und Konfliktsituationen im Straßenverkehr geschehen auf Grund menschlichen Fehlverhaltens. Sie sind somit häufig vorhersehbar und vermeidbar. Eine der Hauptunfallursachen ist seit Jahrzehnten Alkohol im Straßenverkehr. Darum muss die Verkehrsunfallprävention als Teil einer Gesamtstrategie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gesehen werden. Vorrangiges Ziel polizeilicher Verkehrsunfallprävention ist von daher die Reduzierung von Straßenverkehrsunfällen und die Minimierung von Unfallfolgen (vgl. Vossen 2008: 3).

Nicht nur die Aufarbeitung und die Schadensregulierung spielen beim polizeilichen Einschreiten eine Rolle. Auch die Prävention und Aufklärung ist eine polizeiliche Aufgabe.

Alkohol ist im deutschsprachigen Raum ein weit verbreitetes Genussmittel und wird als Suchtmittel und Droge oft verharmlost. Dadurch ist es normal, Alkohol zu trinken, und auch sich nach dem Genuss von alkoholischen Getränken ans Steuer zu setzen.

In dieser Arbeit sollen die gängigen Begriffe für dieses Thema definiert werden. Des Weiteren ist die Autorin Polizeivollzugsbeamtin und hat bereits auf einem Autobahnrevier in Schleswig-Holstein und der Verkehrspolizeiinspektion München Dienst verrichtet. Deshalb wird die Autorin unter ‚Rechtliche Grundlagen in Deutschland‘ ihre eigenen Erfahrungen mit einfließen lassen. Für die Kapitel ‚Verkehrsüberwachung Österreich‘ und ‚Verkehrsüberwachung Schweiz‘ wurden der Österreichische Automobilclub und Sucht Schweiz hauptsächlich als Quellen benutzt. Für die Verbesserungsvorschläge wurden Ausarbeitungen der WHO und Infoset, dem Schweizer Infoportal zum Thema Alkohol und Prävention, benutzt.

In dieser Hausarbeit sollen die unterschiedlichen Präventionskonzepte im deutschsprachigen Raum, also Deutschland, Österreich und Schweiz verglichen werden. Gemeint ist damit die mediale Aufarbeitung des Themas Alkohol im Straßenverkehr, die schulische und außerschulische Verkehrserziehung und die Sanktionierung von Fehlverhalten.

Die Autorin hat die nachfolgende Arbeit in geschlechtergerechter Sprache geschrieben. Es wurden immer die männliche und weibliche Form benutzt und diese durch Spiegelstriche getrennt; es sei denn, es soll nur ein Geschlecht angesprochen werden.

2. Definitionen

Im Folgenden definiert die Autorin Begriffe anhand gängiger Auslegungen, die für diese Hausarbeit relevant sind und dementsprechend häufig vorkommen.

2.1. Was ist Alkohol?

Wenn von Alkohol in diesem Kontext gesprochen wird, ist Ethanol (auch „Äthylalkohol“ genannt) gemeint. Die chemische Formel von Ethanol lautet C2H5OH.
Alkohol entsteht durch das Gären von Fruchtzucker oder anderen zuckerhaltigen Rohstoffen, wie Kartoffeln, Getreide oder Mais (vgl. BZgA).

Alkohol verändert das Bewusstsein und beeinträchtigt die Orientierungs- und Reaktionsfähigkeit. Bereits ab 0,3 Promille – bei einem 80 kg schweren Mann also etwa nach einem halben Liter Bier – werden Entfernungen falsch eingeschätzt, die Reaktionszeit verlangsamt sich und das Bewusstsein für Gefahren nimmt ab. Das Risiko, einen Unfall zu haben, steigt damit deutlich – insbesondere auch im Straßenverkehr (vgl. BZgA).

2.2. Was ist Straßenverkehr?

„Zum Straßenverkehr gehören alle Wege und Plätze, die jedermann oder allgemein bestimmten Gruppen von Verkehrsteilnehmern zur Benutzung offenstehen“ (Becker 2021).

Dabei wird noch in öffentlichen und nicht-öffentlichen Straßenverkehr unterschieden. Die Abgrenzung zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Straßenverkehr ist nicht immer ganz eindeutig. Nicht-öffentlicher Verkehrsraum liegt vor, wenn ein Grundstück oder eine Straße als Privatgelände gekennzeichnet ist. Durch Zugangsbeschränkungen und Hinweisschilder macht der Berechtige deutlich, dass nur ein begrenzter Personenkreis auf dem Gelände zugelassen ist. Der öffentliche Verkehrsraum dagegen kann von jedermann ohne Einschränkung genutzt werden. Hier gilt die Straßenverkehrsordnung. Auf Privatgelände beziehungsweise nicht-öffentlichen Verkehrsraum gilt die StVO nicht oder nur eingeschränkt (vgl. Giese).

2.3. Was ist Prävention?

Gerade im Gesundheitsbereich wird häufig von Prävention gesprochen. In diesem Kontext ist „Prävention […] der allgemeine Oberbegriff für alle Interventionen, die zur Vermeidung oder Verringerung des Auftretens, der Ausbreitung und der negativen Auswirkungen von Krankheiten oder Gesundheitsstörungen beitragen. Diese Definition lässt sich ebenfalls auf den Straßenverkehr übertragen. In Präventionskonzepten für den Straßenverkehr geht es um die Vermeidung oder Verhütung von Verkehrsbehinderungen, -gefährdungen oder -unfällen. „Maßnahmen der Prävention umfassen […] psychologische und erzieherische Interventionen, Lebensweltbeeinflussung und […] Kontrolle, gesetzgeberische Eingriffe, Lobbyarbeit und massenmediale Kampagnen. Prävention verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der über mehrere Kanäle funktioniert. Das Problem von Prävention ist, dass diese kaum messbar ist, da es schwer festzustellen ist, wie viele Unfälle durch ein bestimmtes Konzept verhindert wurden (vgl. Franzkowiak 2020: 4).

3. Warum ist Alkohol ein Problem?

„Alkohol ist [gerade im deutschsprachigen Raum] Teil des täglichen Lebens. Trinken wird aus vielen Gründen geschätzt: als Mittel der Geselligkeit, als Teil der Ernährung und als eine symbolische Pause, die Entspannung von den täglichen Pflichten bringt. Alkohol ist für die [meisten] Menschen“ vertraut und unproblematisch. „Alkohol werden neben psychotropen Eigenschaften auch die eines Bedarfsartikels zugeschrieben“ (Danzon 2006: 18).

Bis vor einigen Jahren galt Bier in Deutschland noch als Grundnahrungsmittel und wurde dementsprechend besteuert. In der Mittagspause war es normal, ein Bier oder Wein zu trinken. Alkohol hat dementsprechend eine lange Tradition im deutschsprachigen Raum, die bis in das Mittelalter zurück geht. Dennoch ist Alkohol eine Droge beziehungsweise ein berauschendes Mittel, dessen Auswirkungen stark unterschätzt werden. Übermäßiger Alkoholkonsum führt zu Unfällen, Gewalttätigkeit und negativen körperlichen Folgen (vgl. Danzon 2006: 3).

„Der Alkoholkonsum in Nordeuropa ist auf historisch hohem Niveau und nimmt weiterhin zu“ (Danzon 2006: 13). Auch während der Corona-Pandemie ist der Alkoholkonsum alarmierend angestiegen.

„Im Weltgesundheitsbericht 2002 wird veranschlagt, dass 4% der globalen Krankheitslast Alkohol zuzuschreiben sind.“ Damit rangiert Alkohol weltweit an fünfter Stelle unter den 26 häufigsten Todesursachen (vgl. Danzon 2006: 16).

Auch im Straßenverkehr stellt Alkohol eine erhebliche Gefahr dar. „Alkohol beeinträchtigt die psychomotorische Leistung und die Urteilskraft. Es gibt keine sichere Untergrenze [für Alkoholkonsum]. Die Fahrtüchtigkeit wird schon bei sehr geringem Konsum beeinträchtigt“ (Danzon 2006: 25). Bereits bei 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration können die ersten Ausfallerscheinungen einsetzen. Dies entspricht ungefähr dem Konsum von zwei bis drei Bier.

Gerade für Kinder und Jugendliche hat der Alkoholkonsum negative Auswirkungen auf die Entwicklung. „Je früher junge Menschen mit dem Trinken anfangen, desto schlimmere Konsequenzen müssen sie erwarten. Jugendliche, die im Alter von 14 Jahren oder darunter anfangen Alkohol zu trinken, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit alkoholabhängig, werden eher in Autounfälle durch Alkoholeinfluss verwickelt und erleiden häufiger nach Alkoholkonsum Unfallverletzungen. Starker Alkoholkonsum im Jugendalter kann die Entwicklung des Gehirns schädigen, zu Gedächtnisverlust oder Verlust anderer Fähigkeiten führen“ (Danzon 2006: 25).

Gerade an junge Menschen gerichtete Vermarktungskampagnen der Alkoholindustrie stellen ein Problem dar: Alkohol trinken gilt als ‚cool‘ und soll ein gewisses Lebensgefühl darstellen (vgl. Danzon 2006: 18).

Gerade sogenannte Alkopops sind bei jungen Erwachsenen sehr beliebt, weil diese gesüßt sind und der Alkohol kaum geschmeckt wird. Durch den Zucker geht der Alkohol direkt ins Blut, war aber nicht unmittelbar wahrgenommen wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Präventionskonzepte zur Verhütung von Gefahren durch Alkohol im Straßenverkehr im Vergleich Deutschland-Österreich-Schweiz
Hochschule
Hochschule Fresenius München  (Fachbereich: Wirtschaft & Medien)
Veranstaltung
Studiengang: Sicherheits- und Katastrophenmanagement - Sicherheits- und Präventionskonzepte in den internationalen Konzepten
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1184513
ISBN (Buch)
9783346609441
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit, Prävention, Alkohol, Straßenverkehr, international, Österreich, Schweiz, Konzept, Sicherheit, Katastrophe, Management
Arbeit zitieren
Inga Faust (Autor:in), 2021, Präventionskonzepte zur Verhütung von Gefahren durch Alkohol im Straßenverkehr im Vergleich Deutschland-Österreich-Schweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184513

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