In dieser Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, wie Kinder psychisch kranker Eltern gestärkt werden können. Dazu wird zu Beginn der Arbeit der Begriff "psychische Erkrankungen" erklärt. Im Anschluss daran werden die Belastungsfaktoren von Kindern psychisch kranker Eltern erläutert. Dabei wird insbesondere auf die Parentifizierung, die Gefühle der Kinder, die Tabuisierung der Erkrankung und die Auswirkungen auf das Familiensystem eingegangen. Im weiteren Verlauf der Hausarbeit wird die mögliche Bewältigungsstrategie, Resilienz, die ergriffen werden kann, vorgestellt und Ressourcen als Schutzfaktor bei Kindern dargestellt. Infolgedessen werden Interventionen und präventive Angebote für die betroffenen Kinder und Eltern thematisiert. Hierbei wird spezifisch die Intervention Ressourcenaktivierung dargestellt. Das Fazit bildet den Abschluss der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Psychische Erkrankungen
3 Belastungsfaktoren der Kinder psychisch kranker Eltern
3.1 Parentifizierung
3.2 Gefühle der Kinder
3.3 Tabuisierung
3.4 Auswirkungen auf das Familiensystem
4 Resilienz
4.1 Begriffsbestimmung
4.2 Ressourcen als Schutzfaktoren bei Kindern
5 Interventionen
5.1 Ressourcenaktivierung
5.1.1 Aktivierung personaler Ressourcen
5.1.2 Aktivierung sozialer Ressourcen
5.1.3 Förderung und Entwicklung familiärer Ressourcen
5.2 Weitere Hilfeangebote für betroffene Kinder und Familien
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kinder psychisch kranker Eltern in ihrer Entwicklung gestärkt werden können, um die negativen Auswirkungen der elterlichen Erkrankung zu kompensieren und ihre psychische Widerstandsfähigkeit zu fördern.
- Belastungsfaktoren für Kinder psychisch kranker Eltern
- Die Rolle von Resilienz und Schutzfaktoren
- Ressourcenaktivierung als zentrale Interventionsstrategie
- Präventive Ansätze und Hilfeangebote für Familien
Auszug aus dem Buch
3.1 Parentifizierung
Leben beide Elternteile zusammen, so übernimmt der Vater Aufgaben der psychisch erkrankten Mutter oder umgekehrt. Jedoch können auch Kinder und Jugendliche in die Lage geraten, elterliche Aufgaben und Pflichten übernehmen zu müssen, für die früher der erkrankte Elternteil zuständig war. Bei Kindern und Jugendlichen kommt es somit oft zu einer Verantwortungsübernahme für den Haushalt, den erkrankten Elternteil und teilweise auch für jüngere Geschwister. Diese Rollenumkehr nennt man Parentifizierung (vgl. Lenz 2012, 18; Schmutz 2010, 29).
„Unter Parentifizierung wird die subjektive Verzerrung einer Beziehung verstanden – so, als stelle der Ehepartner oder gar eines der Kinder einen Elternteil dar. Parentifizierung beschreibt also nicht nur die Rollenumkehr zwischen Eltern und Kindern, sondern auch in Partnerschaften, in denen ein Partner die Elternrolle für den anderen übernimmt.“ (Plass, Wiegand-Grefe 2012, 29)
Insbesondere, wenn Kinder allein mit einem psychisch kranken Elternteil leben, übernimmt das Kind die spezifischen Funktionen der Eltern- und Partnerrolle. Des Weiteren erhalten die Kinder von dem erkrankten Elternteil kaum noch Betreuung und Aufmerksamkeit. Meist sind die Kinder so sehr mit den elterlichen Pflichten beschäftigt und überfordert, dass sie ihre eigenen kindlichen Bedürfnisse verdrängen (vgl. ebd.). Die betroffenen Kinder fühlen sich oft verantwortlich für die psychische Krankheit der Eltern und die gesamte Familie. Da sich die Kinder Sorgen machen, dass eine Verschlimmerung der Störung eintreten könnte, bemühen sich die Kinder den Eltern so weit wie möglich zu helfen, indem sie die Aufgaben übernehmen, für die eigentlich die Eltern zuständig sind, wie kochen, waschen, putzen, Betreuung kleinerer Geschwister, etc. (vgl. Lenz & Wiegand-Grefe, 2016). Auch das Risiko für Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch ist sehr hoch, besonders, wenn die Eltern mit ihren Aufgaben überfordert sind (vgl. Plass, Wiegand-Grefe 2012, 38 f.). Die psychische Erkrankung eines Elternteils ist somit als ein kritisches Lebensereignis anzusehen (vgl. Schmutz 2010, 27).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Lebenssituation von Kindern psychisch kranker Eltern ein und umreißt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Psychische Erkrankungen: Das Kapitel definiert den Begriff der psychischen Erkrankung und beleuchtet deren Häufigkeit sowie Relevanz im familiären Kontext.
3 Belastungsfaktoren der Kinder psychisch kranker Eltern: Hier werden die spezifischen Belastungen wie Parentifizierung, emotionale Auswirkungen, Tabuisierung und Veränderungen im Familiensystem analysiert.
4 Resilienz: Das Kapitel erläutert das Konzept der Resilienz als psychische Widerstandsfähigkeit und beschreibt Ressourcen als entscheidende Schutzfaktoren bei Kindern.
5 Interventionen: Es werden verschiedene Interventionsmöglichkeiten vorgestellt, wobei der Fokus auf der Ressourcenaktivierung sowie weiteren spezifischen Hilfeangeboten liegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung von Prävention und Aufklärung zur Stärkung der betroffenen Kinder.
Schlüsselwörter
Kinder psychisch kranker Eltern, Psychische Erkrankung, Parentifizierung, Resilienz, Schutzfaktoren, Ressourcenaktivierung, Soziale Arbeit, Familiensystem, Kindeswohl, Prävention, Intervention, Psychische Störung, Belastungsfaktoren, Erziehungskompetenz, Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die schwierige Lebenssituation von Kindern, die mit psychisch kranken Eltern aufwachsen, und erforscht Möglichkeiten, wie diese gestärkt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Identifizierung von Belastungsfaktoren, das Konzept der Resilienz, die Bedeutung von Ressourcenaktivierung sowie verschiedene Interventions- und Hilfsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie betroffene Kinder durch spezifische Strategien, Aufklärung und Ressourcenstärkung besser bewältigen können, trotz der Belastungen gesund aufzuwachsen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung theoretischer Grundlagen der Resilienz- und Belastungsforschung im Kontext der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Belastungsfaktoren (wie Parentifizierung) und das Schutzfaktorkonzept erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse von Interventionsmöglichkeiten, insbesondere der Ressourcenaktivierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind unter anderem Parentifizierung, Resilienz, psychische Erkrankung, Ressourcenaktivierung, Kinderschutz und präventive Hilfeangebote.
Was genau ist unter dem Begriff Parentifizierung zu verstehen?
Parentifizierung beschreibt eine Rollenumkehr, bei der Kinder elterliche Aufgaben und Pflichten übernehmen, für die eigentlich die Eltern zuständig wären, was eine erhebliche psychische Belastung darstellt.
Wie kann eine Ressourcenaktivierung in der Praxis aussehen?
Sie umfasst Ansätze wie die Entdeckung eigener Stärken, die Förderung personaler und sozialer Ressourcen sowie den Ressourcendialog, um Schuldgefühle zu entlasten und das Selbstwertgefühl zu steigern.
Warum ist die Tabuisierung der Erkrankung so problematisch für Kinder?
Die Tabuisierung führt dazu, dass Kinder keine Informationen erhalten, sich isoliert fühlen, Schuldgefühle entwickeln und keine Unterstützung suchen können, was die emotionale Belastung massiv erhöht.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Nubukpo (Autor:in), 2021, Kinder psychisch kranker Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184653