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Analyse des Mythos in Platons "Politikos"

Zweck des Mythos innerhalb des Dialoges sowie zur Definition der Staatskunst

Title: Analyse des Mythos in Platons "Politikos"

Term Paper , 2020 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Judith Ophey (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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In der folgenden Arbeit soll der im Politikos verwendete Mythos im Zentrum stehen. Vor allem die Frage, welchem Zweck dieser dient, soll nachgegangen werden. Gibt es besondere Gründe für den Einschub? Wie lässt der Mythos sich innerhalb des Politikos kontextualisieren? Ist ein weiter Zweck zu finden, als der im Text genannte Zweck der Fehlerfindung? Warum wird innerhalb der stringenten Dialektik eine andere Methode eingeführt? Muss es unbedingt ein Mythos sein, der diese Zwecke erfüllt? Wieso wird der Mythos so ausschweifend und raumeinnehmend erzählt?

Um diese Fragen zu klären, soll der Politkos zunächst kurz formal sowie inhaltlich beschrieben und erläutert werden. Anschließend daran wird der Mythos im Werk kontextualisiert. Es folgen eine Auseinandersetzung mit dem Aufbau und der Herkunft der einzelnen Erzählungen innerhalb des Mythos sowie eine inhaltliche Erläuterung. Um den Zweck des Mythos zu erforschen, soll verschieden Literatur hinzugezogen werden. Grundlage hierfür bilden die unter anderem die Übersetzung und der Kommentar von Friedo Ricken sowie die Aufsatzsammlung von Markus Janka und Christian Schäfer.
Abschließend sollen die Leitfragen im Fazit anhand der in der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse beantwortet werden.

In Platons Politikos setzen sich die beiden Dialogpartner, der Fremde aus Elea und Sokrates der Jüngere, mit dem wahren Wesen der Staatskunst auseinander. Sie verfolgen das Ziel, den wahren Staatsmann durch Dihairese ermitteln und definieren zu können. Durch das dihairetische Verfahren, der komplexen Sprache, der fehlenden Stringenz innerhalbs des Dialogs und der Beispiele, die aus heutiger Perspektive nicht mehr leicht zu fassen sind, entsteht eine hohe Komplexität, die den Zugang zum Gedankengang Platons erschwert. Der Politikos wird daher unter anderem als ,,langweilig, scholastisch, kompliziert und konfus'' charakterisiert. Wenn man die Hürden und Schwierigkeiten der Sprache sowie der Methoden jedoch auf sich nimmt, bietet der Politikos zahlreiche interessante Diskussionsaspekte. Gerade weil er ,,zu den weniger bekannten und oft wenig geschätzten Dialogen Platons'' zählt, ist es umso interessanter, diesen neu zu bearbeiten, zu interpretieren und das Potenzial des Dialogs herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Politikos und seine Charakteristika

3. Der Mythos im Politikos

3.1. Kontextualisierung des Mythos im Politikos

3.2. Aufbau des Mythos

3.3. Einleitendes Gespräch zum Mythos 268d – 269c

3.4. Inhalt des Mythos

3.4.1. Natürliche Beschaffenheit und Drehrichtungen des Kosmos

3.4.2. Zeitalter des Kronos

3.4.3. Zeitalter des Zeus

3.5. Der Zweck des Mythos im Politikos

3.5.1. Nach Horn

3.5.2. Nach Schäfer

3.5.3. Nach Ricken

3.5.4. Nach Rowe

3.5.5. Nach Fleischer

3.5.6. Nach Seeck

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zweck des Mythos im platonischen Dialog Politikos und analysiert, wie dieser in das Gesamtgefüge des Werkes sowie in die Definition der Staatskunst eingebettet ist. Dabei werden verschiedene Forschungsmeinungen gegenübergestellt, um die Funktion der narrativen Einschübe innerhalb des dialektischen Verfahrens zu ergründen.

  • Kontextualisierung des Mythos innerhalb der platonischen Philosophie
  • Analyse des inhaltlichen Aufbaus der verschiedenen Mythos-Phasen (Kronos- und Zeus-Zeitalter)
  • Gegenüberstellung und Bewertung unterschiedlicher wissenschaftlicher Interpretationsansätze
  • Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen dialektischer Methode und mythologischer Erzählform

Auszug aus dem Buch

3.1. Kontextualisierung des Mythos im Politikos

Durch den bisherigen Dialog sind die Diskussionspartner zu dem Zwischenergebnis gelangt, dass der Staatsmann als ein Künstler zu definieren sei. Er habe eine Kunst inne, die als eine Oberste und Souveräne beschrieben werden kann. Es folgt eine weitere dihairetische Unterscheidung. Die gesuchte souveräne Kunst wird nun weiter als jene definiert, welche sich um Herden von Lebewesen sorge. Der Staatsmann sei also ein Hirte einer menschlichen Herde.

Mit dieser Definition ist der Fremde aber nicht zufrieden. Die Gesprächspartner stellen fest, dass sich der Viehhirte fundamental von einem Menschenhirten, also dem hier so definierten Staatsmann unterscheidet. Ein Viehhirte sei für das Wohl seiner Herde verantwortlich und niemand anderes würde ihm dessen Anspruch absprechen. Bei Menschen sei aber keinesfalls nur der Staatsmann für das Wohlergehen seiner Herde verantwortlich. Nicht nur der Staatsmann und andere Politiker, sondern auch Kaufmänner, Bäcker, Sportlehrer und Ärzte trügen Verantwortung in der Betreuung der Herde.

Um den Fehler im Argumentationsgang zu finden, kündigt der Fremde nun ein „Spiel“ an. Dieses habe „eine Funktion für das Ganze“ und sei „ein notwendiger Schritt in der Untersuchung, was aber nicht besagt, dass alles ernst zu nehmen ist“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung legt die Zielsetzung dar, den Zweck und die Funktion des Mythos im Dialog Politikos kritisch zu untersuchen und in den philosophischen Kontext einzuordnen.

2. Der Politikos und seine Charakteristika: Hier erfolgt eine Einordnung des Dialogs in das platonische Gesamtwerk sowie eine Vorstellung der beteiligten Diskussionspartner und der methodischen Herangehensweise.

3. Der Mythos im Politikos: Dieses zentrale Kapitel analysiert den Aufbau des Mythos, seine verschiedenen zeitlichen Phasen und beleuchtet detailliert die Deutungen namhafter Gelehrter wie Horn, Schäfer und Ricken.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Korrektivfunktion des Mythos gegenüber der strengen Dialektik hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Platon, Politikos, Mythos, Staatskunst, Dialektik, Dihairese, Staatsmann, Kosmos, Zeitalter des Kronos, Zeitalter des Zeus, hermeneutische Analyse, Philosophiegeschichte, Politische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und dem Zweck des Mythos-Einschubs innerhalb des platonischen Dialogs Politikos.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition des wahren Staatsmannes, die Methode der dihairetischen Analyse und das Verhältnis von mythologischer Erzählung zur rationalen Argumentation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, warum Platon den Mythos in den Dialog einführt, welchen Zweck er erfüllt und ob er lediglich eine literarische Ausschmückung oder ein notwendiges philosophisches Werkzeug darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der verschiedene Fachkommentare und Interpretationen von Forschern gegenübergestellt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Beschreibung des Mythos (inklusive der kosmologischen Phasen) und eine detaillierte Diskussion der Interpretationen durch verschiedene Autoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Platon, Politikos, Mythos, Staatskunst, Dialektik, Dihairese und die verschiedenen Zeitalter der Kosmologie.

Welche Rolle spielt das „Spiel“ (paidia) im Dialog?

Das „Spiel“ wird vom Fremden als notwendiger methodischer Schritt eingeführt, um den bisherigen, fehlerhaften Argumentationsgang zu unterbrechen und neu anzusetzen.

Wie bewerten die verschiedenen Forscher den Mythos?

Die Einschätzungen variieren: Einige sehen darin eine Korrektivfunktion zur trockenen Dialektik, andere deuten ihn allegorisch oder als ein Instrument zur Wissensvermittlung für einen nicht-philosophischen Rezipientenkreis.

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Details

Title
Analyse des Mythos in Platons "Politikos"
Subtitle
Zweck des Mythos innerhalb des Dialoges sowie zur Definition der Staatskunst
College
University of Bonn
Grade
2,0
Author
Judith Ophey (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V1184675
ISBN (PDF)
9783346609663
ISBN (Book)
9783346609670
Language
German
Tags
Platon Politikos Mythos Staatskunst Kronos Zeus Horn Ricken Schäfer Rowe Fleischer Seeck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Ophey (Author), 2020, Analyse des Mythos in Platons "Politikos", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184675
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