Das Phänomen der Suburbanisierung am Beispiel Detroits


Hausarbeit, 2007

10 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Suburbanisierung?

3. Faktoren der Suburbanisierung
3.1 Natürliche Faktoren
3.2 Geschichte
3.3 Verwaltung
3.4 Wirtschaft
3.5 Soziale Einflüsse

4. Fazit

5. Quellen

1. Einleitung

Detroit hat in den Jahren zwischen 1950 und heute mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung verloren. Von über 2 Millionen Einwohnern im Zentrum Detroits ging es auf 900 000 zurück. Im Zuge dieser Entwicklung verfiel die Innenstadt zusehends. Das Gegenteil ist in der Peripherie zu beobachten: Hier finden sich noch immer die größten Automobilhersteller der Vereinigten Staaten. Bezeichnend ist, dass die ärmste Innenstadt der USA, Detroit, nur durch eine Straße, die 8 Mile Road, von einem der reichsten Vororte der Staaten, Oakland, getrennt ist. Dieses Phänomen wird als „Suburbanisierung“ bezeichnet.

In dieser Arbeit wird in Punkt 2. der Begriff Suburbanisierung näher definiert, um dann im Hauptteil der Frage nachzugehen: „War die Suburbanisierung in Detroit unausweichlich?“, d.h. ob sie zwangsweise von Faktoren jenseits der menschlichen Steuerungsfähigkeit geschaffen wurde oder ob Entscheidungen von verschiedenen Seiten die Suburbanisierung erst auslösten. Dabei wird sich am Schema, das Walter Zsilincsar auf Graz angewendet hat, orientiert. Ein Fazit schließt diese Arbeit ab.

Kommen wir aber zuerst zu der Frage...

2. Was ist Suburbanisierung?

Der Begriff „Suburbanisierung“ leitet sich aus dem englischen Wort für Vorstadt, „suburb“ ab, welcher ursprünglich aus dem Lateinischen (sub = unter; urbis = Stadtmauer; also: „unter der Stadtmauer“) stammt. Er beschreibt das Phänomen der Ausdehnung der urbanen Siedlung und Bevölkerung in das Umland einer Großstadt, kann also als Dezentralisierung verstanden werden. Das Umland gewinnt im Zuge dieses Prozesses an Bedeutung gegenüber der Kernstadt, da Bevölkerung, Industrie, Dienstleistungen und Handel immer mehr in die Vororte streben. Das Wachstum einer Stadt findet somit in der Peripherie der Städte und nicht mehr in der Innenstadt statt, welche einer De-Industrialisierung zum Opfer fällt. Auf diese Weise werden die Vororte zu Satelliten- oder auch Trabantenstädten, welche mit den Kernstädten funktional verbunden sind. Fishman beschreibt diesen Prozess wie folgt: „Die Vorteile des Stadtzentrums gegenüber der Peripherie nahmen ab; Menschen und Industrie wurden von dem billigeren Land und den weiten Freiräumen am Stadtrand angezogen; und so entstanden schrumpfende Städte im Kern der Region“ (Fishman: 65). Wichtig ist hierbei, dass, wie Fishman sagt, die Stadt in ihrem Kern zwar schrumpft, die gesamte Großregion um die Stadt herum jedoch gleich groß bleibt oder möglicherweise sogar, gewissermaßen auf Kosten der ursprünglichen Kernstadt, wächst: „Und während die Vorstädte von Detroit wuchsen und gediehen, indem sie dem älterem Zentrum das Leben aus den Adern saugten, ist Detroit selbst verdorrt und geschrumpft“ (Gallgher: 24).

3. Faktoren der Suburbanisierung

Nachdem geklärt ist, was Suburbanisierung bedeutet wird nun untersucht, welche Faktoren im Fallbeispiel Detroit zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Zu diesem Zweck werden fünf Dimensionen näher beleuchtet, welche als „Faktoren der Suburbanisierung“ bezeichnet werden sollen. Diese Vorgehensweise orientiert sich an Walter Zsilincsars Untersuchung der Suburbanisierung der österreichischen Stadt Graz und umfasst folgende fünf Dimensionen:

- Natürliche Faktoren
- Geschichte
- Verwaltung
- Wirtschaft
- Soziale Einflüsse

Mit Hilfe dieser Methode soll die in der Einleitung gestellte Frage geklärt werden, ob die Entwicklung in Detroit aufgrund von Dispositionen unausweichlich oder von verschiedenen Seiten willentlich herbeigeführt worden ist.

3.1 Natürliche Faktoren

Detroit liegt im Wayne County des US-Bundesstaates Michigan im Nordwesten der Vereinigten Staaten in der Region der großen Seen. Detroits Aufstieg zur führenden Industriestadt der USA ist essentiell mit seiner geografischen Lage verknüpft. Hierbei spielt vor allem der Zugang zu Transportwegen und Rohstoffen eine wichtige Rolle; sowohl in politischer, sozialer und ökonomischer Sicht, worauf in den weiteren Punkten eingegangen werden wird.

Detroit wurde 1701 aufgrund seiner militär-strategisch günstigen Lage von den Franzosen als Militärstützpunkt gegründet. Es war einfach zu verteidigen, da es 40 Fuß über dem Wasserspiegel liegt und der Detroit River eng, jedoch ohne wesentliche Hindernisse ist. Seine wirtschaftliche Bedeutung erlangte Detroit besonders durch seine Nähe zu Erzlagerstätten in der Lake Superior Region und den Kohlerevieren in den Appalachen. Über den Fluss und die großen Seen konnten Produkte über den Wasserweg verschifft werden. Sugrue unterstreicht die Relevanz der geografischen Bedingungen für den Prozess der Zentralisierung: „Throughout the nineteenth and early twentieth centuries, American industry followed a pattern of centralization. Considerations of topography, access to transportation routes (either water or railroads), and the availability of raw materials determined plant location“ (Sugrue: 127).

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Das Phänomen der Suburbanisierung am Beispiel Detroits
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Probleme der Stadt- und Bevölkerungspolitik
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V118471
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phänomen, Suburbanisierung, Beispiel, Detroits, Probleme, Stadt-, Bevölkerungspolitik
Arbeit zitieren
Hendrik Steven (Autor), 2007, Das Phänomen der Suburbanisierung am Beispiel Detroits, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118471

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