Ein Forschungsprozess umfasst die Phasen der theoretischen Vorbereitung, der Konzipierung des Studiendesigns, der Durchführung der Verfahren, der Auswertung der Daten und der abschließenden Schlussfolgerung. Für die Prüfung der Wirksamkeit der Informationsveranstaltung zu den Gefahren von Computer- bzw. Internetsucht für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 auf deren Gesundheitsverhalten werden die aufgeführten Kriterien selektiert.
In Bezug auf das wissenschaftstheoretische Paradigma fällt die Wahl auf ein quantitatives Design, da es das Ziel der Untersuchung ist, die Wirksamkeit der Intervention zu prüfen. Dabei sind die komplexen Informationen der Lernenden mittels mathematischstatistischer Verfahren auf wesentliche Merkmale zu reduzieren. Hierbei handelt es sich sowohl um die Gesundheit als auch um das Gesundheitsverhalten. Im Speziellen ist die Informationsveranstaltung die unabhängige Variable, das Gesundheitsverhalten der Moderator und die Gesundheit die abhängige Variable.
Demgegenüber beabsichtigt ein qualitativer Entwurf die Beschaffenheit eines sozialen Felds bestmöglich mit
dessen verschiedenen Eigenschaften zu erfassen. Es erfolgt keine Messung oder Erklärung, sondern ein Verstehen. Unter Verwendung eines Mixed-Methods-Designs werden quantitative und qualitative Methoden miteinander kombiniert. Zu Evaluationszwecken findet die Technik keine Anwendung, da die Effektivität einer Maßnahme zu bewerten ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Studiendesign
1.1 Kriterien
1.2 Stichprobenziehung und Befragungsinstrumente
1.3 Vor- und Nachteile sowie Alternativen
2 Befragung von Kindern und Jugendlichen
2.1 Besonderheiten
2.2 Schriftlicher Fragebogen
2.3 Telefoninterview
3 Mehrebenenanalyse
3.1 Grundlagen
3.2 Modelle
3.3 Übertragung auf Studie- „Soziale Kompetenzen von Lernenden“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den methodischen Anforderungen und Herausforderungen bei der Durchführung gesundheitspsychologischer Studien mit Kindern und Jugendlichen der Sekundarstufe 1 auseinander. Das primäre Ziel besteht darin, ein geeignetes Studiendesign für eine Evaluation zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen gegen Computer- und Internetsucht zu entwickeln und dabei die Besonderheiten dieser spezifischen Zielgruppe sowie statistische Mehrebenenmodelle zu berücksichtigen.
- Kriterien für die Konzeption von Studiendesigns in der empirischen Forschung
- Herausforderungen und ethische Aspekte bei der Befragung von Minderjährigen
- Anwendung des schriftlichen Fragebogens und Telefoninterviews bei Schülern
- Einsatzmöglichkeiten und Modelle der Mehrebenenanalyse
- Übertragung statistischer Methoden auf Studien zur sozialen Kompetenz von Lernenden
Auszug aus dem Buch
1.1 Kriterien
Ein Forschungsprozess umfasst die Phasen der theoretischen Vorbereitung, der Konzipierung des Studiendesigns, der Durchführung der Verfahren, der Auswertung der Daten und der abschließenden Schlussfolgerung.1
Von den erläuterten Elementen steht das Studiendesign mit seinen methodischen Entscheidungen im Fokus. Abbildung 1 führt diese auf: 1. Wissenschaftstheoretisches Paradigma quantitatives, qualitatives oder Mixed-Methods-Design. 2. Erkenntnisziel Grundlagen- oder Anwendungsforschung. 3. Gegenstand empirische, methodische oder theoretische Studie. 4. Datenbasis Primär-, Sekundär- oder Metaanalyse. 5. Erkenntnisinteresse beschreibend, erklärend oder explorativ. 6. Tauglichkeit zur Prüfung von Kausalhypothesen experimentell, quasi-experimentell oder nicht-experimentell. 7. Untersuchungsort Labor- oder Feldstudie. 8. Anzahl der Untersuchungszeitpunkte mit oder ohne Messwiederholung. 9. Menge der analysierten Fälle Einzellfall- oder Gruppenstudie.
Für die Prüfung der Wirksamkeit der Informationsveranstaltung zu den Gefahren von Computer- bzw. Internetsucht für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 auf deren Gesundheitsverhalten werden die aufgeführten Kriterien selektiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Studiendesign: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Kriterien für wissenschaftliche Studien, erläutert die Auswahl eines quantitativen Designs für die vorliegende Evaluationsfragestellung und diskutiert die methodischen Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen zum Studiendesign.
2 Befragung von Kindern und Jugendlichen: Hier werden die entwicklungspsychologischen, ethischen und methodischen Besonderheiten bei der Datenerhebung von Heranwachsenden dargelegt, wobei der Fokus auf dem schriftlichen Fragebogen und dem Telefoninterview liegt.
3 Mehrebenenanalyse: Dieses Kapitel führt in die statistische Mehrebenenanalyse ein, erläutert verschiedene Modelle zur Berücksichtigung hierarchischer Datenstrukturen und überträgt diese Verfahren auf eine existierende Studie zur sozialen Kompetenz von Lernenden.
Schlüsselwörter
Studiendesign, Gesundheitspsychologie, Sekundarstufe 1, Prävention, Internetsucht, empirische Forschung, Befragung, Kinder und Jugendliche, Mehrebenenanalyse, soziale Kompetenz, statistische Modelle, Fixed-Effect-Modell, Random-Slope-Modell, Datenerhebung, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Konzeption einer Evaluationsstudie zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen gegen Computer- und Internetsucht bei Schülern der Sekundarstufe 1.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gestaltung von Studiendesigns, die Besonderheiten bei der Befragung von Minderjährigen sowie die statistische Anwendung von Mehrebenenanalysen in der Bildungs- und Gesundheitsforschung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines methodisch fundierten Untersuchungsplans, der trotz der Rahmenbedingungen eine Evaluation der Wirksamkeit der Informationsveranstaltung ermöglicht.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird ein quantitatives Design mit einer One-Shot-Case-Study angewandt, ergänzt durch Überlegungen zur Mehrebenenanalyse zur Erfassung von Gruppenstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Studiendesign-Kriterien, die Spezifika der Befragung von Kindern und Jugendlichen und die theoretische sowie praktische Anwendung der Mehrebenenanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Studiendesign, Gesundheitspsychologie, Sekundarstufe 1, Prävention, Internetsucht, Mehrebenenanalyse und soziale Kompetenz sind zentrale Begriffe.
Warum wird für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen ein spezielles Vorgehen bei der Befragung gewählt?
Da Minderjährige spezifische kognitive und soziale Entwicklungsstände aufweisen, müssen Erhebungsinstrumente kindgerecht, sprachlich einfach und ethisch sensibel gestaltet sein.
Was ist der Vorteil einer Mehrebenenanalyse in diesem Forschungskontext?
Sie ermöglicht es, Daten, die in natürlichen Gruppen (wie Schulklassen oder Schulen) entstanden sind, statistisch präziser auszuwerten, da sie die hierarchische Struktur der Daten berücksichtigt.
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- Lea Schlindwein (Author), 2022, Lernende der Sekundarstufe 1 im Fokus der gesundheitspsychologischen Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184818