Clement Greenberg hat den Kitsch-Begriff geprägt. In dieser Arbeit werden zwei Bilder der amerikanischen Moderne von Maxfield Parrish und Willem de Kooning miteinander verglichen und sie mit Greenbergs Verständnis von Kitsch und Avantgarde erklärt.
Ziel der Arbeit ist eine Antwort auf die Fragestellung zu finden, wie Avantgarde und Kitsch von Greenberg als modernistische Malerei in Amerika aufgefasst werden. Des Weiteren soll die Arbeit die Frage beantworten, inwieweit die Kunst von Parrish für Greenberg von künstlerischer Wichtigkeit ist. Womöglich mag die Einbeziehung sogenannter Kitsch-Kunst dem Zweck dienen, bestimmte Argumente zu stützen. Ausgegangen wird von der These, dass de Koonings Bild eindeutig das „modernistischere“ Bild ist als das von Parrish. Ob und inwieweit diese These zutrifft, wird sich am Ende der Untersuchung zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Forschungsüberblick
3. Rezeptionsgeschichte in der Forschungsliteratur
4. Die Theorie des Theoretikers
4.1. Avantgarde und Kitsch
4.2 Modernistische Malerei
5. Werkbeispiel
5.1. Maxfield Parrishs Stern als Beispiel von Kitsch
5.2. Willem de Koonings Frau I. als Beispiel von Avantgarde
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Positionen von Clement Greenberg bezüglich der Dichotomie von Kitsch und Avantgarde. Ziel der Analyse ist es, durch eine methodische Untersuchung seiner zentralen Aufsätze sowie den Vergleich zweier spezifischer künstlerischer Positionen (Maxfield Parrish und Willem de Kooning) zu ergründen, wie diese Begriffe innerhalb der US-amerikanischen Moderne verhandelt wurden und ob sich die Einordnung Greenbergs in der zeitgenössischen Kunstbetrachtung stützen lässt.
- Analyse der kunsttheoretischen Schriften Clement Greenbergs
- Gegenüberstellung der Begriffe Kitsch und Avantgarde
- Vergleichende Kunstbetrachtung von Maxfield Parrish und Willem de Kooning
- Diskussion des Einflusses von Harold Rosenberg als Gegenposition
- Untersuchung der Rezeption und wissenschaftlichen Einordnung Greenbergs
Auszug aus dem Buch
4.1. Avantgarde und Kitsch
Greenberg schrieb Avantgarde und Kitsch im Jahr 1939. Zu Beginn des Aufsatzes geht er von homogenen Kulturen und entsprechend von einheitlichen Kulturgütern aus. Deshalb bedauert er, dass die gesellschaftliche Notwendigkeit, neue Formen zu entwickeln, verloren gegangen sei.
Er nennt es Stillstand, ein Verharren im Akademismus, und bezeichnet es genauer als Alexandrismus. Dieser Begriff beinhaltet die Erneuerung der Lehre des Aristoteles während der Renaissance in ursprünglicher Reinheit und erklärt den Menschengeist für sterblich. Die Folge der Erstarrung seien schablonenhafte Spielarten von bereits Geschehenem. Im Geleit der stumpfen Wiederholung erkennt Greenberg die Zeichen der Dekadenz, nämlich den eigenen Niedergang nicht zu erkennen oder ihn gar zu verleugnen. Seine Gegenwart war, seiner Meinung nach, eine Zeit des gebildeten Verfalls. Demgegenüber sah Greenberg neue Wegbereiter, eine Avantgarde-Kultur, die etwas nie Dagewesenes vorbereite.
Greenberg fasst vier Charakteristika von Avantgarde und Kitsch in mehreren Abschnitten zusammen:
„Wenn eine Gesellschaft im Laufe ihrer Entwicklung allmählich immer weniger in der Lage ist, die Notwendigkeit ihrer besonderen Formen zu begründen, dann bricht sie mit den herkömmlichen Vorstellungen, auf die Künstler und Schriftsteller weitgehend angewiesen sind, um mit ihrem Publikum zu kommunizieren.“
Das erste Kennzeichen ist der aus einer Wenn-Dann-Formel hervorgebrachte Abbruch der Begründungen, also die fehlende Verständigung zwischen Gesellschaft, Kunst und Künstlern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz von Clement Greenberg für die US-amerikanische Moderne und Formulierung der Fragestellung.
2. Forschungsüberblick: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Literatur und Einordnung der zentralen Kritiker, insbesondere der Kontroverse zwischen Greenberg und Rosenberg.
3. Rezeptionsgeschichte in der Forschungsliteratur: Analyse der wissenschaftlichen Rezeption und der Entwicklung der Begriffe Avantgarde und Kitsch in der kunsthistorischen Debatte.
4. Die Theorie des Theoretikers: Detaillierte Untersuchung der kunsttheoretischen Aufsätze Greenbergs zu Avantgarde, Kitsch und moderner Malerei.
5. Werkbeispiel: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse durch den direkten Vergleich der künstlerischen Arbeiten von Maxfield Parrish und Willem de Kooning.
6. Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und abschließende Bewertung der Thesen Greenbergs im Kontext der Kunstgeschichte.
Schlüsselwörter
Clement Greenberg, Avantgarde, Kitsch, Abstrakter Expressionismus, Modernistische Malerei, Harold Rosenberg, Maxfield Parrish, Willem de Kooning, Kunstkritik, Moderne, Ästhetik, Kunsttheorie, US-amerikanische Kunst, Kulturkritik, Akademismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kunsttheoretischen Positionen von Clement Greenberg, insbesondere seine Unterscheidung zwischen Kitsch und Avantgarde, und prüft diese anhand von konkreten Werkbeispielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle des Kunstkritikers, die Definition der Avantgarde, der Begriff des Kitschs im 20. Jahrhundert und die Entwicklung der modernen US-amerikanischen Malerei.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu hinterfragen, wie die Begriffe Avantgarde und Kitsch bei Greenberg definiert sind und ob seine Einordnung zweier konkreter Künstler (Parrish und de Kooning) in dieses Schema heute noch trägt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und kunsthistorische Analyse, die auf der kritischen Auswertung von Primärquellen (Greenbergs Essays) und vergleichender Kunstbetrachtung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Schriften Greenbergs und eine praktische Anwendung durch den Vergleich von Maxfield Parrish als Vertreter des Kitschs und Willem de Kooning als Avantgarde-Vertreter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Clement Greenberg, Avantgarde, Kitsch, Kunsttheorie und Abstrakter Expressionismus beschreiben.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Harold Rosenberg?
Harold Rosenberg wird als zentraler Gegenpart zu Greenberg eingeführt, um eine einseitige Sichtweise zu vermeiden und die Komplexität der damaligen kunstkritischen Debatten abzubilden.
Warum wurde Maxfield Parrish als Vergleichsobjekt gewählt?
Parrish dient als konkretes Beispiel für einen Künstler, den Greenberg negativ als Kitsch kategorisierte, was einen spannenden Vergleich zu den von Greenberg präferierten Avantgarde-Künstlern ermöglicht.
- Citation du texte
- Margarita Riffel (Auteur), 2020, Clement Greenberg zwischen Kitsch und Abstraktem Expressionismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184947