In dieser Hausarbeit werden die Techniken der personenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers und der motivierenden Gesprächsführung nach Miller/Rollnick beschrieben. Des Weiteren werden die Vor- und Nachteile beleuchtet und aufzeigt, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen.
Unsere Gesellschaft befindet sich in ständigem Wandel. Die Folgen daraus, fließen in die verschiedensten Lebensbereiche ein. Der Wandel hebt mitunter Werte und Normen auf und ermöglicht, damit verbunden, zahlreiche Entwicklungs- und Auswahlmöglichkeiten. Hiermit steigt auch der Beratungsbedarf der Menschen.
Sozialprofessionelle Beratung und die Fähigkeit, Gespräche gezielt und kompetent zu führen, sind in allen sozialwissenschaftlichen Berufen von großer Bedeutung.
In der Beratung sind Methoden der Gesprächsführung ein zentrales Werkzeug.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beratungsbegriff
3. Personenzentrierte bzw. klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers
4. Motivierende Gesprächsführung nach Miller/Rollnick
5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5.1. Gemeinsamkeiten
5.2. Unterschiede
6. Vor- und Nachteile der Personenzentrierte Gesprächsführung
6.1. Vorteile
6.2. Nachteile
7. Vor- und Nachteile der Motivierende Gesprächsführung
7.1. Vorteile
7.2. Nachteile
8. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Methoden der personenzentrierten Gesprächsführung nach Carl R. Rogers und der motivierenden Gesprächsführung nach Miller und Rollnick gegenüberzustellen, um deren jeweilige Einsatzbereiche, Gemeinsamkeiten sowie Vor- und Nachteile in der sozialpädagogischen Praxis zu beleuchten.
- Grundlagen und Abgrenzung des Beratungsbegriffs
- Methodik der personenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers
- Ansatz und Prinzipien der motivierenden Gesprächsführung
- Vergleichende Analyse der beiden Beratungskonzepte
- Diskussion von Vor- und Nachteilen für die praktische Anwendung
Auszug aus dem Buch
3. Personenzentrierte bzw. klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers
Das Konzept der personenzentrierten Gesprächsführung wurde von dem amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers ab 1942 entwickelt (vgl. Weinberger, 2013, S. 19).
Mit seinem Konzept zählt Rogers zu den Mitbegründern der Humanistischen Psychologie. Diese Richtung betont, dass jeder Mensch das Bedürfnis, nach konstruktiver Veränderung innehat (vgl. Weinberger, 2013, S. 24). Das Axiom des personenzentrierten Konzeptes nach Rogers ist die Aktualisierungstendenz. Diese besagt, dass jeder Organismus eine Tendenz zur Entwicklung all seiner Möglichkeiten besitzt, die der Erhaltung und der Förderung des Organismus dienen (vgl. Rogers, 1991, S. 21).
Rogers beschäftige vor allem die Frage, welche Bedingungen dazu führen, dass Klient*innen intrinsisch motiviert über ihr Erlebtes sprechen, sich selbst besser verstehen lernen und dadurch ihre Einstellung und/oder ihr Verhalten ändern. Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten leitete er eine umfassende, empirische Untersuchung ein, mit Hilfe derer, Variablen für die beratenden Beziehung operationalisiert und generalisiert werden konnten. So fand er heraus, dass der gewünschte Veränderungsprozess, bei den Klient*innen, in Gang gesetzt wird, wenn eine definierte Beziehung zwischen Beratenden und Klient*innen erfolgreich hergestellt wird (vgl. Weinberger, 2013, S. 19, ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den steigenden Beratungsbedarf durch gesellschaftlichen Wandel und stellt die Zielsetzung der Arbeit vor, die beiden Gesprächsmethoden zu vergleichen.
2. Beratungsbegriff: Dieses Kapitel differenziert zwischen informeller Alltagsberatung und formeller, professioneller Beratung sowie deren Abgrenzung zur Therapie.
3. Personenzentrierte bzw. klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers: Hier werden der Ursprung des personenzentrierten Konzepts sowie die zentralen Bedingungen und Variablen für einen konstruktiven Beziehungsaufbau dargestellt.
4. Motivierende Gesprächsführung nach Miller/Rollnick: Das Kapitel erläutert das Konzept des Motivational Interviewing, seine Entstehung für Suchtproblematiken und die vier charakteristischen Prinzipien.
5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Es werden die methodischen Schnittmengen in der klientenzentrierten Haltung sowie die Unterschiede in der Direktivität und Anwendung der Ansätze herausgearbeitet.
6. Vor- und Nachteile der Personenzentrierte Gesprächsführung: Dieses Kapitel beleuchtet das Potenzial zur Förderung der Selbstorganisation sowie die Herausforderungen hinsichtlich zeitlicher und monetärer Vorgaben.
7. Vor- und Nachteile der Motivierende Gesprächsführung: Hier wird die Effizienz des Ansatzes hervorgehoben, während gleichzeitig auf die ethischen Aspekte bei der Erzeugung von Spannungsgefühlen hingewiesen wird.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wahl des Beratungsmodells von den jeweiligen Praxisanforderungen abhängt und die kontinuierliche Weiterbildung der Beratenden essenziell ist.
Schlüsselwörter
Beratung, Gesprächsführung, Personenzentrierte Beratung, Carl R. Rogers, Motivierende Gesprächsführung, Miller, Rollnick, Klientenzentrierung, Empathie, Kongruenz, Selbstwirksamkeit, Change Talk, Sozialpädagogik, Beratungsmethodik, Beziehungsaufbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht zwei zentrale Beratungsansätze – die personenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers und die motivierende Gesprächsführung nach Miller/Rollnick – und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Anwendung in sozialen Berufen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der professionelle Beratungsbegriff, die humanistische Ausrichtung der personenzentrierten Beratung, die Techniken der motivierenden Gesprächsführung sowie die ethische und praktische Reflexion dieser Methoden.
Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Ansätze aufzuzeigen, um auf dieser Basis Entscheidungshilfen für die Auswahl geeigneter Gesprächsmethoden unter Berücksichtigung von Praxisanforderungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem theoretischen Vergleich bestehender Konzepte und Studien, wie etwa dem MATCH-Projekt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen beider Konzepte, ihre spezifischen Techniken (z.B. Paraphrasieren, Change Talk) sowie eine systematische Gegenüberstellung ihrer Vor- und Nachteile erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Personenzentrierung, intrinsische Motivation, Verhaltensänderung, professionelle Distanz und Beratungsqualität charakterisiert.
Inwiefern unterscheiden sich die Ansätze in ihrer Anwendbarkeit bei Widerstand?
Während der personenzentrierte Ansatz Widerstand als respektierenswerten Selbstschutz betrachtet, zielt die motivierende Gesprächsführung darauf ab, Widerstand durch eine bestimmte Gesprächsführung aktiv zu vermeiden oder umzulenken.
Warum ist das Fazit der Arbeit für Praktiker relevant?
Das Fazit gibt wertvolle Hinweise darauf, dass die Wahl der Methode stark von der konkreten Zielsetzung (z.B. allgemeine psychosoziale Beratung vs. gezielte Verhaltensänderung bei Suchtproblematiken) und den institutionellen Rahmenbedingungen abhängt.
- Arbeit zitieren
- Daniela Klöpping (Autor:in), 2022, Gesprächsführung in der Beratung. Personenzentrierte und Motivierende Gesprächsführung im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184988