Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Work, Business, Organisation

Mensch-Computer-Kommunikation? Zur Relevanz natürlich-sprachlicher Handlungsmuster in der Mensch-Computer-Interaktion

Title: Mensch-Computer-Kommunikation? Zur Relevanz natürlich-sprachlicher Handlungsmuster in der Mensch-Computer-Interaktion

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 29 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jana Kullick (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mensch-Computer-Dialoge sind in erster Linie symbolische, das heißt zeichen-vermittelte, Interaktionen. Neben graphischen Zeichen, z.B. Icons oder Layout-Gestaltung, sind es sprachliche Zeichen, die den Verlauf der Mensch-Maschine-Interaktion beeinflussen, so daß es naheliegt, neben den psychologischen Erklärungsansätzen auch linguistische bzw. zeichentheoretische heranzuziehen.

Da es sich auch bei Mensch-Maschine-Interaktionen um Formen von Kommunikation handelt, stellt sich außerdem die Frage, inwieweit die Interpretationsmuster, die natürlicher Kommunikation zugrunde liegen, übertragbar sind auf Mensch-Maschine-Dialoge. Zumindest, so meine erste These, können die Interpretationsschemata, die Rezipienten wie Produzenten (Software-Designern) zur Verfügung stehen, nur das Ergebnis vorangegangener Interaktion sein, d.h. erworben durch natürliche oder technisch vermittelte (z.B. Telephongespräch) Kommunikation. Es sind also in erster Linie sprachliche Handlungsmuster, die den Hintergrund für das Verstehen von Mensch-Computer-Dialogen (zumindest aus Sicht des Nutzers) bilden. Bleibt zu klären, inwieweit funktionale Entsprechungen in natürlicher und Mensch-Maschine-Kommunikation zu finden sind. Des weiteren ist zu fragen, welche Aspekte natürlicher Kommunikation wie übertragen werden. Zu diesem Zweck werde ich in Kapitel 2 Sprachhandlungsmuster natürlicher Kommunikation mit denen der MCI vergleichen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Mensch-Computer-Interaktionen eine neue Kommunikationsform ausmachen. Es kann weder von Mehrwegkommunikation (face-to-face Interaktion) gesprochen werden noch von Einwegkommunikation (Fernsehkommunikation), sondern in diesem Fall wird versucht, Mehrwegkommunikation zu simulieren.

Analog dem Erwerb einer Zweitsprache, wird das Erlernen von Mensch-Maschine-Dialogen erleichtert, wenn sowohl "the degree of consistency between new and native language" als auch "the degree of consistency within the new language itself" relativ hoch ist. Diese Forderung nach Konsistenz, die sich in erster Linie auf strukturelle Ähnlichkeiten der syntaktischen Ebene (= interne Strukturierung) bezieht, läßt sich aber ebenso auf die Struktur des Kommunikationsprozesses (= externe Strukturierung) als solchen übertragen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Interne vs. externe Strukturierung

1.1.1 Externe Strukturierung von Kommunikationseröffnungen

1.1.2 Fazit

2 Sprachhandlungsmuster in der M-C-I

2.1 Textsortenmuster

2.2 Beziehungsmuster

2.3 Organisationsmuster

2.3.1 Regelung des Sprecherwechsels

2.3.1.1 Sprecherwechsel nach Lösungsalgorithmen

2.3.1.2 Kennzeichnung der transition relevance places

2.3.2 Gliederung und Strukturierung

2.3.2.1 Graphische Strukturierung

2.3.2.2 Sprachliche Strukturierung

2.3.2.2.1 Strukturierung von Hypertexten

2.3.3 Themenbehandlung

2.3.3.1 Themenbehandlung mittels graphischer Oberflächen

2.3.3.1.1 BESCHREIBEN indem AUFZÄHLEN / VISUALISIEREN

2.3.3.1.2 Ableitungen

2.3.3.1.3 Bildzeichen vs. Sprachzeichen

2.3.3.2 Themenbehandlung in 'Zwischenmeldungen'

2.3.3.3 Themenbehandlung in Hypertexten

2.3.4 Verständnissicherung

2.3.4.1 Feedback als Form der Verständnissicherung

2.4 Diskussion

2.5 Schlußfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit natürlicher sprachlicher Handlungsmuster auf die Mensch-Computer-Interaktion. Das primäre Ziel ist es, ein linguistisches Instrumentarium zu entwickeln, um graphische Benutzeroberflächen hinsichtlich ihrer kommunikativen Funktionen zu beschreiben, deren Defizite zu identifizieren und Optimierungspotenziale für die Nutzerführung abzuleiten.

  • Analyse der externen Strukturierung von Mensch-Computer-Dialogen.
  • Vergleich von Sprachhandlungsmustern (Textsorten, Beziehungsmuster, Organisationsmuster) zwischen natürlicher Kommunikation und M-C-I.
  • Untersuchung von Gliederungs- und Strukturierungstechniken in graphischen Oberflächen.
  • Evaluierung von Mechanismen zur Themenbehandlung und Verständnissicherung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Interne vs. externe Strukturierung

LANSDALE / ORMEROD ordnen Kommandosprachen wie auch mögliche Handlungssequenzen in graphischen Benutzeroberflächen unter den Begriff 'Grammatik' (1995, 84f.) und beziehen sich dabei auf das gemeinsame Merkmal 'Kombination' einmal von Begriffen (Objekte, z.B. Dateien, und Aktionen, z.B. KOPIEREN) bei Kommandosprachen und zum anderen von Handlungen (sprachlich - Menüauswahl - wie instrumentell - Mausklick -) bei graphischen Oberflächen. Je höher die Konsistenz dieser Struktur innerhalb einer Benutzeroberfläche sei, desto leichter werde auch das Erlernen für Novizen.

Aus kommunikationstheoretischer Sicht ergeben sich weitere Implikationen: Kombinationsregeln innerhalb eines Satzes wie auch Kombinationsregeln möglicher Handlungsabfolgen beschreiben lediglich die interne Struktur von Sprachhandlungen der Mensch-Computer Interaktion. Diese können relativ kontextfrei und damit als abstrakte Regeln beschrieben werden (z.B. in einer Valenzgrammatik), die angeben, wie aus einem Wortbestand und einem Bestand an Regeln, bzw. aus einem Bestand an Objekten und Aktionen, mögliche Aussagen gebildet werden können. Sprachhandlungen sind aber sowohl intern als auch extern strukturiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung etabliert die These, dass Mensch-Computer-Interaktionen als simulierte Kommunikation auf bekannten Interpretationsschemata natürlicher Sprachmuster basieren.

2 Sprachhandlungsmuster in der M-C-I: Dieses Hauptkapitel klassifiziert verschiedene Handlungsfelder der menschlichen Kommunikation und untersucht deren Relevanz und Umsetzung in graphischen Benutzeroberflächen.

2.1 Textsortenmuster: Es wird erläutert, wie bekannte Textsortenmuster den Nutzer bei der intuitiven Orientierung in einer digitalen Umgebung unterstützen.

2.2 Beziehungsmuster: Dieses Kapitel betrachtet die Simulation von Kontakt- und Beziehungsmustern zur Orientierung des Nutzers über den Arbeitszustand des Systems.

2.3 Organisationsmuster: Es wird analysiert, wie Regeln zum Sprecherwechsel, zur Gliederung, zur Themenbehandlung und zur Verständnissicherung die Mensch-Computer-Interaktion organisieren.

2.4 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die heuristische Natur der Klassifizierung und die Kopplung verschiedener Mustertypen in der Anwendung.

2.5 Schlußfolgerungen: Das Fazit stellt das linguistische Modell als Instrumentarium zur Beschreibung und Optimierung von Oberflächen vor und verknüpft es mit kooperativen Kommunikationsmaximen.

Schlüsselwörter

Mensch-Computer-Interaktion, Sprachhandlungsmuster, externe Strukturierung, Benutzeroberflächen, Textsortenmuster, Beziehungsmuster, Organisationsmuster, Themenbehandlung, Verständnissicherung, Diskursanalyse, Interaktionsdesign, Pragmatik, Kognition, Wissenserwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Mensch-Computer-Interaktionen aus einer kommunikationstheoretischen Perspektive und untersucht, inwieweit natürliche sprachliche Handlungsmuster auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine übertragbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Themen wie Textsortenmuster, Kontakt- und Beziehungsmuster sowie Organisationsmuster der Kommunikation, angewandt auf die Gestaltung und Nutzung graphischer Benutzeroberflächen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist die Entwicklung eines linguistischen Instrumentariums zur Beschreibung graphischer Oberflächen, um deren kommunikative Funktionsweise zu verstehen und Anforderungen für eine nutzerfreundlichere Gestaltung abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische bzw. pragmalinguistische Analyse angewandt, die globale Sprachhandlungsmuster aus der natürlichen Kommunikation als Analogie auf die Mensch-Computer-Interaktion überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Organisations-, Textsorten- und Beziehungsmuster, ergänzt durch spezifische Analysen zur graphischen Strukturierung und Verständnissicherung im Systemdialog.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Mensch-Computer-Interaktion, Sprachhandlungsmuster, Benutzeroberflächen, Themenbehandlung, Verständnissicherung und Interaktionsdesign.

Warum ist die Unterscheidung zwischen interner und externer Strukturierung wichtig?

Die interne Strukturierung betrifft die syntaktische Kombination von Befehlen, während die externe Strukturierung den globalen Kommunikationszusammenhang beschreibt, der dem Nutzer Orientierung bietet und den Handlungsrahmen vorgibt.

Welche Rolle spielt Feedback bei der Verständnissicherung?

Feedback dient in der Mensch-Computer-Interaktion als ein zentrales Mittel zur Verständnissicherung, um den Nutzer über den Status eines Prozesses zu informieren und ihn in seinem kooperativen Handeln zu unterstützen, analog zu Rückmeldeverhalten in der natürlichen Kommunikation.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Mensch-Computer-Kommunikation? Zur Relevanz natürlich-sprachlicher Handlungsmuster in der Mensch-Computer-Interaktion
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Psychologie)
Course
Hauptseminar: Mensch-Maschine-Interaktion
Grade
1
Author
Jana Kullick (Author)
Publication Year
1997
Pages
29
Catalog Number
V11849
ISBN (eBook)
9783638178983
Language
German
Tags
Mensch-Computer-Kommunikation Relevanz Handlungsmuster Mensch-Computer-Interaktion Hauptseminar Mensch-Maschine-Interaktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Kullick (Author), 1997, Mensch-Computer-Kommunikation? Zur Relevanz natürlich-sprachlicher Handlungsmuster in der Mensch-Computer-Interaktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11849
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint