Hobbes´ "Leviathan" in Kurzform


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
15 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung in die Arbeit.

Einleitung zum Werk.

Sinne, Vorstellungskraft, Gedanken, Rede, Vernunft, Leidenschaft, Verstand, Wissenschaft (K1-K9)

Macht, Würde, Sitten, Religion (K10-12)

Naturzustand, Naturrecht, Naturgesetze und Personen (K13 - K17)

Staat, Staatengründung, Institutionelle Staaten, Bürgerpflichten, Staatsarten, Herrschaftsarten (K17-K20)

Das Volk: Bürgerliche Freiheit, Vereinigungen, öffentliche Diener, Fruchtbarkeit,
Ratgeber (K21-K25)

Das Gesetz: Bürgerliche Gesetze, Verbrechen, Strafen (K26-K28)

Das Ende des Staates, Aufgaben des Souveräns und Gott (K29-K31)

Einleitung in die Arbeit.

Diese Arbeit soll den Leviathan von Thomas Hobbes aus dem Jahre 1651 in möglichst kurzer und doch präziser und umfassender Form wiedergeben. Deshalb verzichte ich hier auf weiter großartige Worte und fange gleich an. Ich werde das Buch nach Inhalt und Kapiteln strukturieren, Kritik wird während des Textes als Fußnote angegeben. Es ist nicht Ziel, hier eine umfassende Kritik aufzustellen, lediglich der Inhalt soll leichter verständlich und vor allem viel kürzer und frei von Geschwafel wiedergegeben werden. Die Seitenangaben beziehen sich auf die Reclamausgabe von 1978. Statt vom Oberherrn spreche ich hier vom Souverän und Souveränität. Außerdem wurden der Einfachheit einige der häufigeren Begriffe akronymisiert.

Einleitung zum Werk.

In seiner Einleitung spricht Hobbes davon, dass der Leviathan, der Staat, ein künstlicher Mensch ist. Er vergleicht den Staat mit einem Menschen und eine seine Einzelteile mit den Gliedern eines Menschen und sagt, dass er, um dieses Kunstwerk zu erfassen, zunächst den natürlichen Menschen betrachten will. Denn zuerst muss man sich selbst kennen lernen, um dann andere begreifen zu können.1

Das Werk besteht aus 4 Büchern, von denen heutzutage nur die ersten beiden umfassender bekannt und für uns hier wichtig sind; nämlich die zum Menschen und zum Staat. Das dritte über Religion und das vierte über das „Reich der Finsternis“ habe ich weggelassen, da sie größtenteils auch nur aktuelle Bezüge hatten.

Sinne, Vorstellungskraft, Gedanken, Rede, Vernunft, Leidenschaft, Verstand, Wissenschaft (K1-K9)2

Hobbes geht tatsächlich Schritt für Schritt vor. Mit der Physik beginnend kommt er zur Erkenntnislehre und Anthropologie.

Für Hobbes ist nichts denkbar, was nicht bereits im Sinn existiert. Seine Weltsicht ist streng materialistisch. So beschreibt er denn auch tatsächlich, wie ein Ikon Druck auf den Sinnen ausübt, diese die Nerven reizen und so weiter. Hierdurch entsteht letztlich eine Empfindung. Und alles in der Welt beruht auf Bewegung.3

Sobald ein Körper einmal in Bewegung gebracht wurde, bleibt er auch in Bewegung, so Hobbes. Er hinterlässt ein Abbild in der Seele, welche die Vorstellungskraft später wieder hervor holen kann. Dies nennt man Gedächtnis und Erfahrung. Der Eindruck bleibt für immer bestehen und nicht verschwinden, sondern andere, neue Eindrücke, überlagern den alten bloß. Bei Schlafenden rufen die alten Eindrücke Träume hervor, im Wachen dagegen Gedanken. Hobbes spricht hier übrigens Mensch und Tier Verstand zu, lediglich unterschiedlich entwickelt. Außerdem ruft er hier vehement zur Bestrafung von Zauberern auf, die Hirngespinste in wahre Begebenheiten zu verwandeln vorgeben.

Ein Gedanke ruft einen anderen auf den Plan und von dieser Gedankenfolge kennt Hobbes zwei Arten: a) die ungebundenen, die freien, ohne Zweck, das „Gedanken schweifen lassen“ sowie b) die regelmäßigen, aktiven, das Nachdenken.

Eine Rede ruft Gedanken aus dem Gedächtnis zurück und die Sprache überträgt Gedanken. Er unterscheidet zwischen Buchstaben in der Schrift und Wörtern in der Rede. Bei Namen beschreibt er die zwei Arten von Abstrakta (die von Menschen erdachten, wie Staat und Recht) und Nominalia (die wirklich existierenden, die Namen für Individuen). Auch erkennt er bereits die Assoziation ähnlicher Objekte zu einem Wort. Um zu Wahrheit zu gelangen müsse man die Worte gut strukturieren und ordnen und in den Wissenschaften ständig auf ihre Wahrheit überprüfen. Hier vergleicht er den Verstand mit dem Rechnen, ratio.4

Die Vernunft ist also eine Art von Rechnen, das Gedanken ordnen. Hierbei bereits sollte man bei Konflikten (mit sich oder anderen) sich auf das Urteil eines Schiedsrichters verlassen, wenn man sich zu sehr verworren hat und die rechte Ordnung nicht findet. Gleichzeitig führt er nachdrücklich an, dass man stets selber nachdenken muss und sich nicht allein auf das Urteil anderer verlassen darf.5 Man kann sich Lehrsätze bilden, die aber eventuell trotzdem Unsinn sind, wenn man z.B. Wahrheiten oder Wörter falsch verbindet. Die Wissenschaft nennt er also auch die Verbindung von Tatsachen. Letztlich bemerkt er noch nebenbei, dass viele Menschen zwar Vernunft haben, sie aber nicht anwenden.

Bei den Leidenschaften beschreibt er viele kurz und sieht als Grundleidenschaften Liebe und Hass an. Andere sind gut und böse, schön und hässlich, Geiz, Güte, Ehrgeiz, Tapferkeit, Neugier, Religion und Aberglaube, Bewunderung, Ehre, Eitelkeit, Scham und Schamlosigkeit, Mitleid und Grausamkeit, Neid und weiter. Weiterhin unterscheidet er die Ausdrücke nach Wort- und Morphologieklassen wie Subjekt, Imperfekt, Interrogationen etc.

Ist eine Gedankenfolge beendet, kommt man zu einer Meinung, einer Entscheidung, einem Zweifel oder einem Glauben.

Die Geschwindigkeit des Begreifens des Verstandes ist für Hobbes je nach Art der beteiligten Leidenschaften unterschiedlich. Nötig sind hierzu aber eine gute Vorstellungs- und Urteilskraft. Zu viel Vorstellung aber wirkt vernichtend, falsche Klugheit führt zu Verschlagenheit, Stolz zu Zorn, Niedergeschlagenheit zu Furcht.

In der Wissenschaft schließlich kennt er zwei Arten. Die ersten sind die, zu denen Zeugen nötig sind, wie Geschichte von Natur oder Staat. Die zweite Art ist die Kenntnis der Folgen, die Philosophie.

Macht, Würde, Sitten, Religion (K10-12)

Kommen wir nun zu den Punkten, welche für den Naturzustand des Menschen wichtig und damit zu dem Grundstein vom dem, was am Leviathan überhaupt interessant ist: der Gesellschaftstheorie.6

Macht beschreibt Hobbes als all die Mittel, die man sich zunutze machen kann, um an etwas anderes zu gelangen, sowie als Eigenschaft, die Furcht oder Liebe erzeugt oder der Schein einer solchen Eigenschaft, so zum Beispiel der Ruf der Klugheit. Als größtmögliche menschliche Macht sieht er die Verbindung vieler Menschen zu einer Person an.

Würde ist der Wert eines Menschen, wenn man ihre Machtanwendung schätzt, was vom Urteil eines anderen abhängt. Dieser Wert kann auch vom Staat beurteilt und durch Titel, Ämter, Besitztümer etc. honoriert werden.


[...]

1 S. 5ff.

2 S. 11ff.

3 Weshalb er an anderer Stelle sogar einst vermutete, dass irgendwann einmal irgendwas alles als erstes in Bewegung gesetzt hat. Damit nahm er die Urknalltheorie voraus.

4 Hobbes war ein begabter Mathematiker und Anhänger von Francis Bacon, dem Begründer der modernen empirischen Wissenschaften.

5 Dies widerspricht mit seiner späteren Forderung nach Zensur und ähnlichem.

6 S. 79ff.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Hobbes´ "Leviathan" in Kurzform
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V118505
ISBN (eBook)
9783640211760
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hobbes´, Leviathan, Kurzform, Zusammenfassung, Hobbes, philosophie, politik, staat, geschichte, england
Arbeit zitieren
Andre Schuchardt (Autor), 2008, Hobbes´ "Leviathan" in Kurzform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118505

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