Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf Menschen mit einer diagnostizierten Depression hat. Als Grundlage für die Beantwortung der Fragestellung dienen narrative Interviews. Diese Interviews werden mit Menschen geführt, welche bereits vor der Corona-Pandemie mit Depressionen diagnostiziert wurden und welche die Corona-Pandemie miterlebt haben. Mittels eines eigenständig entwickelten Erzählstimulus werden die Themenbereiche „Depression“ und „Corona-Pandemie“ in den Interviews eine zentrale Rolle spielen. Die Transkripte der Interviews dienen als Grundlage für die Anwendung der Auswertungsmethode. Mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring werden die Ergebnisse für die Beantwortung der Fragestellung erlangt. Dieser Erkenntnisgewinn wird verglichen mit dem recherchierten aktuellen Forschungsstand. Diese Elemente werden die Forschungsfrage schlussendlich beantworten.
Zum Schutz der interviewten Personen werden die vollständigen Transkripte der Interviews nicht veröffentlicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Depression
2.2 Corona-Pandemie
2.2.1 SARS-CoV-2/ COVID-19
2.2.2 Verlauf Corona-Pandemie
3 Aktueller Forschungsstand
3.1 Allgemeinbevölkerung
3.2 Menschen mit psychischen Erkrankungen/ Depression
4 Zielsetzung der Arbeit
5 Empirischer Teil
5.1 Wahl der Forschungsmethode
5.2 Empirische Sozialforschung
5.3 Hintergründe der qualitativen Forschung
5.4 Gütekriterien qualitativer Forschung
5.5 Narrative Interview
5.6 Transkriptionsverfahren
5.7 Auswahl/ Beschreibung Sample
5.8 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
6 Darstellung der Ergebnisse
7 Diskussion der Ergebnisse
8 Reflexion
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit einer bereits vor der Pandemie diagnostizierten Depression zu explorieren und zu verstehen, wie diese die Krise subjektiv erlebt und bewältigt haben.
- Psychische Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Vorerkrankungen
- Einfluss der pandemiebedingten Maßnahmen auf Tagesstrukturen und soziale Beziehungen
- Methodische Anwendung narrativer Interviews zur Erfassung biografischer Erlebnisse
- Analyse der Bewältigungsmechanismen durch qualitative Inhaltsanalyse
Auszug aus dem Buch
5.5 Narrative Interview
Der Soziologe Fritz Schütze entwickelte in den 1970er Jahren das narrative Interview (vgl. Küsters, 2006, S. 18). Diese Interviewtechnik hat sich hauptsächlich in der Biografieforschung etabliert und wird somit auch als biografisch-narratives Interview bezeichnet (vgl. Döring & Bortz, 2016, S. 370).
Das narrative Interview ist eine nicht-strukturierte10 qualitative Interviewtechnik (vgl. Döring & Bortz, 2016, S. 322) und basiert somit nicht auf einem vorher entwickelten Interviewinstrument (vgl. Döring & Bortz, 2016, S. 358). Zu Beginn des Interviews wird ein Erzählanstoß (Eingangsstimulus, Erzählstimulus) gegeben, zu dem die Interviewten sich frei äußern (vgl. Döring & Bortz, 2016, S. 322). Diese Methode ahmt eine alltägliche Kommunikationssituation nach, nämlich das Erzählen einer selbst erlebten Situation (vgl. Küsters, 2006, S. 22).
Diese Interviewform stellt Ereignisverstrickungen und die Erfahrungsgeschichten des*der Interviewten dar. Dargestellt werden der äußerliche Ereignisablauf und die innere Reaktion. Zu der inneren Reaktion zählen die Erfahrungen und Ereignisse sowie die interpretative Verarbeitung in Deutungsmustern (vgl. Schütze, 2016, S. 57). Die Interviewten werden dazu gebracht ein Geschehnis, welches in der Vergangenheit liegt, wiederzubeleben und aufgefordert, diese Erinnerungen in einer möglichst ausführlichen Erzählung wiederzugeben. Dabei wird die Ausgestaltung der Erzählung den Interviewten, soweit es möglich ist, selbst überlassen (vgl. Küsters, 2006, S. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt die Relevanz der Pandemie für die Gesellschaft dar und begründet den Fokus auf Menschen mit Depressionen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Depression und Corona-Pandemie und beschreibt deren medizinische bzw. epidemiologische Merkmale.
3 Aktueller Forschungsstand: Hier werden bestehende Studien zur psychischen Belastung in der Allgemeinbevölkerung und bei psychisch Kranken zusammengefasst.
4 Zielsetzung der Arbeit: Dieses Kapitel formuliert die Forschungsfrage und den methodischen Ansatz basierend auf narrativen Interviews.
5 Empirischer Teil: Die methodischen Grundlagen wie qualitative Forschung und die Inhaltsanalyse nach Mayring werden detailliert erläutert.
6 Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden anhand von zwölf Kategorien strukturiert und durch Zitate belegt.
7 Diskussion der Ergebnisse: Die Resultate werden kritisch reflektiert und in den Kontext der bestehenden Forschung eingeordnet.
8 Reflexion: Die Autorin reflektiert den Forschungsprozess und die eigene Rolle während der Interviewführung.
9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Corona-Pandemie, Depression, Qualitative Inhaltsanalyse, Narratives Interview, Psychische Gesundheit, Soziale Isolation, Tagesstruktur, Bewältigungsmechanismen, Psychische Erkrankungen, Forschungsstand, Lockdown, Stressfaktoren, Sozial-Distancing, Krisenbewältigung, Gesundheitsversorgung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die subjektiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben und den Krankheitsverlauf von Menschen, die bereits vor der Pandemie an einer Depression erkrankt waren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft theoretische Erkenntnisse über Depressionen und Pandemieverläufe mit den persönlichen Erfahrungen Betroffener, insbesondere im Hinblick auf Tagesstruktur, soziale Isolation und Behandlungssituation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die explorative Erforschung der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit diagnostizierter Depression, um neue Einblicke in deren Lebenswelt während der Krisenzeit zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin führte narrative Interviews mit drei betroffenen Personen durch und wertete diese mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den aktuellen Forschungsstand, eine detaillierte methodische Begründung, die Darstellung der interviewbasierten Ergebnisse und deren wissenschaftliche Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Corona-Pandemie, Depression, qualitative Inhaltsanalyse, narratives Interview, psychische Gesundheit sowie soziale Isolation und Bewältigungsstrategien.
Welche Rolle spielt der Föderalismus für die Untersuchung?
Der Föderalismus führte zu unterschiedlichen regionalen Maßnahmen, weshalb die Studie sich auf deutschlandweite Maßnahmen konzentriert, um die allgemeine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Wie wurden die Ergebnisse in der Diskussion bewertet?
Die Ergebnisse wurden mit bestehender Literatur verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass während einige Betroffene eine massive Verschlechterung erlebten, andere die pandemiebedingte Isolation paradoxerweise als entlastend empfanden.
- Arbeit zitieren
- Mira Seuring (Autor:in), 2022, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf eine bereits diagnostizierte Depression, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185246