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Die Situation der Deutsch-Amerikaner vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Title: Die Situation der Deutsch-Amerikaner vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Franziska Hillmer (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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ie durch den europäischen „Traum von der Unabhängigkeit auf eigenem Land“1, politischen Druck, religiöse Intoleranz und vor allem durch massive wirtschaftliche Not aus ihrer Heimat geflohenen Deutschen wurden zwar nicht zu einer bedeutenden politisch einflussreichen Kraft2, besaßen aber dennoch einen entscheidenden „Einfluss auf die amerikanische Vorstellung vom Leben in Deutschland.“3 Die Deutsch-Amerikaner als ethnische Gruppe lebten nicht nur zurückgezogen, sondern waren in zahlreichen Institutionen und Organisationen in der amerikanischen Öffentlichkeit präsent. Darüber hinaus sind zahlreiche bedeutende deutsche Wissenschaftler, Politiker und Militärs bekannt, die zur Entwicklung des amerikanischen Selbstverständnisses beigetragen haben. So baute der preußische General Friedrich von Steuben ein diszipliniertes, schlagkräftiges Heer auf, das den Vereinigten Staaten 1782 zum endgültigen Sieg über die Briten verhalf. In Dwight D. Eisenhower und Herbert Hoover standen gleich zwei Präsidenten deutscher Herkunft an der Spitze der amerikanischen Regierung und der deutsch-amerikanische Ingenieur Johann August Roebling entwarf gemeinsam mit seinem Sohn die Brooklyn Bridge. Die Insel Manhattan, die durch diese Brücke mit Brooklyn verbunden ist, hatte ein weiterer Deutscher namens Peter Minuit 1626 den Indianern abgekauft. Die Lage der Deutsch-Amerikaner, von denen der ein oder andere einen nicht unerheblichen Beitrag zur Entwicklung des American way of life geleistet hatte, änderte sich schlagartig mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Im Rahmen dieses ersten größeren Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Reich sahen sich die deutschen Einwanderer in den USA mit Übergriffen und öffentlichen Verfemungen konfrontiert. Die amerikanische Öffentlichkeit, die die Solidarität der Deutsch-Amerikaner in Frage stellte, zwang die Deutschen immer wieder zu öffentlichen Loyalitätsbekundungen. Auf der anderen Seite gab es natürlich auch deutsche Patrioten, die ihre Treue zur deutschen Heimat öffentlich unter Beweis stellten und die Glaubwürdigkeit derjenigen Deutschen, die sich als amerikanische Staatsbürger empfanden, erschütterten. Welchen verbalen und tätlichen Bedrohungen diese Menschen ausgesetzt waren und wie sich ihr Leben auch in den drei Jahren offizieller Neutralität der Vereinigten Staaten gestaltete, soll diese Arbeit aufzeigen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Deutsche Auswanderer in Amerika

1.1. Motive und Hintergründe der Auswanderung

1.2. Das Bild des deutschen Einwanderers

1.3. Bestimmung des Begriffs „Deutsch-Amerikaner“

2. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges

3. Die Entwicklung zwischen 1914 und 1917

3.1. Die veränderten politischen Beziehungen

3.2. Die Reaktion der Deutsch-Amerikaner

3.3. Die Reaktion der amerikanischen Öffentlichkeit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die tiefgreifenden Veränderungen der Lebenssituation von Deutsch-Amerikanern in den USA vor und während des Ersten Weltkrieges zu untersuchen, wobei insbesondere die Auswirkungen verbaler und tätlicher Bedrohungen sowie der Druck zur öffentlichen Loyalitätsbekundung im Fokus stehen.

  • Historische Hintergründe und Motive der deutschen Auswanderung nach Amerika
  • Das gesellschaftliche Bild des deutschen Einwanderers vor 1914
  • Die Transformation der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach Kriegsbeginn
  • Reaktionen der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft auf die veränderte politische Lage
  • Öffentliche Diskriminierung und der soziale Druck auf Deutsch-Amerikaner

Auszug aus dem Buch

3.2.Die Reaktion der Deutsch-Amerikaner

Als die Nachrichten vom Ausbruch des Krieges die amerikanische Öffentlichkeit erreichte, versetzte das die eingewanderten Deutschen in eine fieberhafte Erregung, die sich in einer Belebung des Bewusstseins der eigenen Herkunft Bann brach. Die New Yorker Staatszeitung berichtete im Sommer 1914 immer wieder von Menschenaufläufen vor den deutschen und österreichischen Konsulaten, weil zahlreiche Reservisten und Freiwillige darauf drängten, für das Vaterland zu den Waffen zu greifen. Die Bereitschaft der Deutsch-Amerikaner, sich für ihr Heimatland in den Krieg zu stürzen, beschreibt der Leitartikel der Staatszeitung vom 04. August 1914, der den Titel „Lieb Vaterland magst ruhig sein“ trägt, wie folgt:

Je bräuender das Gewitter, das sich in Europa zusammenzieht, umso höher schlagen auch hier in der neuen Welt die Herzen aller Deutschen und Österreicher im heiligen Opferdrang, mit ihrem Blut den Sieg ihrer Länder erkämpfen zu helfen.“

Von der wiederentdeckten Liebe zum Vaterland berichtet auch ein Brief des Deutsch-Amerikaners Ernst Roter, der seine Mutter darüber informiert, dass „gegenwärtig [...] 56000 deutsche Reservisten in New York welche in ihre Heimat zurückkehren möchten“, auf ihre Einschiffung warten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Deutsche Auswanderer in Amerika: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Etappen und sozialen Hintergründe der deutschen Auswanderung sowie die Herausbildung des Klischeebildes vom deutschen Einwanderer und die Definition des Begriffs „Deutsch-Amerikaner“.

2. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Hier werden die politischen Verhältnisse zwischen dem Deutschen Reich und den USA beleuchtet, die durch zunehmende wirtschaftliche und machtpolitische Rivalitäten geprägt waren.

3. Die Entwicklung zwischen 1914 und 1917: Dieses Hauptkapitel analysiert die veränderte politische Lage, die unmittelbaren Reaktionen der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft auf den Kriegsausbruch sowie den zunehmenden gesellschaftlichen Druck durch die amerikanische Öffentlichkeit.

Schlüsselwörter

Deutsch-Amerikaner, Erster Weltkrieg, Auswanderung, Assimilation, Loyalität, Deutschfeindlichkeit, National German-American Alliance, politische Beziehungen, Einwanderer, USA, Deutsches Reich, Identität, Sozialstrukturen, Patriotismus, Diskriminierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Schicksal und der gesellschaftlichen Situation von Deutsch-Amerikanern in den USA, speziell im Zeitraum vor und während des Ersten Weltkrieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Einwanderung, das Bild der Deutschen in der US-Öffentlichkeit, die politischen Beziehungen beider Staaten und die daraus resultierenden sozialen Spannungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das Leben der deutschstämmigen Bevölkerung durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges veränderte und welchem Druck zur loyalen Anpassung sie ausgesetzt waren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Sekundärliteratur sowie die Auswertung von Artikeln und Berichten aus deutschsprachigen Zeitungen der damaligen Zeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der politischen Entwicklung zwischen 1914 und 1917 sowie den konkreten Reaktionen sowohl der Deutsch-Amerikaner als auch der amerikanischen Öffentlichkeit aufeinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Assimilation, Identität, Deutschfeindlichkeit, politische Neutralität und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Einwanderer charakterisiert.

Welche Rolle spielte die "National German-American Alliance" laut Text?

Sie versuchte, durch offene Briefe und öffentliche Stellungnahmen den wachsenden Anfeindungen entgegenzuwirken und die Loyalität der Deutsch-Amerikaner gegenüber den USA zu unterstreichen.

Wie unterschieden sich "soul Germans" von "stomach Germans"?

Luebke definiert "soul Germans" als traditionsbewusste Gruppe, die ihre Kultur pflegte, während "stomach Germans" sich schnell an den amerikanischen "way of life" anpassten und kaum Interesse an deutschen Traditionen zeigten.

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Details

Title
Die Situation der Deutsch-Amerikaner vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Historisches Seminar)
Grade
Gut
Author
Franziska Hillmer (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V11852
ISBN (eBook)
9783638179010
Language
German
Tags
Deutsch-Amerikaner Erster Weltkrieg Deutsche Auswanderer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Hillmer (Author), 2003, Die Situation der Deutsch-Amerikaner vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11852
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