Texte begegnen uns in unserem alltäglichen Leben. Es sind die unterschiedlichsten Sorten von Texten, mit denen wir in Schule, Beruf und in den Medien konfrontiert werden. Doch können wir immer eindeutig sagen, um welche Sorte es sich handelt? Und nach welchen Kriterien entscheidet sich die Zuordnung eines Textes zu einer bestimmten Sorte?
Diese und weitere Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit behandelt und geklärt werden. Dabei werden vor allem die textlinguistischen Ansätze von Linke/ Nussbaumer/ Portmann und Brinker eine Rolle spielen, weshalb auch die Bücher „Studienbuch Linguistik“ von Angelika Linke, Markus Nussbaumer und Paul R. Portmann und „Linguistische Textanalyse“ von Klaus Brinker vorrangig Verwendung finden werden.
Zunächst soll der Begriff ‚Textsorte‘ und seine Definitionen behandelt werden. Hierbei werden nur die Gebrauchstexte im Mittelpunkt stehen. Die literarische Gattungslehre mit den sog. Großgattungen Epik, Lyrik und Dramatik wird sich deshalb nicht im Zentrum nachfolgender Betrachtung befinden, sondern nur zeitweise anklingen. Im Anschluss daran werden verschiedene Kriterien besprochen, die zu einer Zuordnung zu einer bestimmten Textsorte führen können. Nach der genaueren Betrachtung einiger im Alltag verwendeter Textsorten, wird die Vermittlung von Textsortenwissen in der Schule thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Textsorten- eine Begriffsklärung
Definitionen
Welche Textsorte liegt vor?
Klassifikationskriterien nach Linke
Differenzierungskriterien nach Brinker
Die Terminologische Drei-Ordnung
Textsorten im schulischen Unterricht
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die textlinguistischen Grundlagen von Textsorten und beleuchtet, nach welchen Kriterien Texte identifiziert und kategorisiert werden. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese theoretischen Erkenntnisse für ein besseres Textverständnis im schulischen Kontext genutzt werden können.
- Grundlagen der textlinguistischen Textdefinition
- Klassifikationskriterien nach Linke (textinterne vs. textexterne Faktoren)
- Differenzierungsansätze nach Brinker (Textfunktion, Textinhalt, Kommunikationssituation)
- Die terminologische Drei-Ordnung von Texttyp, Textklasse und Textsorte
- Bedeutung der Vermittlung von Textsortenwissen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
Klassifikationskriterien nach Linke
Laut Linke sind die sog. Textsortenmerkmale auf den verschiedensten Analyseebenen von Sprache anzusiedeln. Dabei wird zwischen textintern und textextern unterschieden.
Zunächst sollen die textinternen Kriterien eine Rolle spielen und hier ist eingangs die lautlich-paraverbale (bzw. graphische) Ebene zu nennen. Bereits nach drei mit nur halbem Ohr vernommenen Sätzen können wir entscheiden, ob wir gerade die Nachrichten oder noch die Morgenpredigt im Radio hören. Das liegt zum Einen an der unterschiedlichen Vortragsweise der beiden ‚Texte‘ und zum Anderen auch an der Gestaltung. Im schriftsprachlichen Bereich stellen Handschrift vs. Maschinenschrift vs. Druck eine Parallele diesbezüglich dar.
Ein weiteres Kriterium ist die Wortwahl. Dies ist so zu verstehen, dass man z.B. anhand der verwendeten Adjektive erkennen kann, ob es sich um eine Heirats- oder Stellenanzeige handelt. Auch fachspezifische Termini können einen Hinweis auf die Textsorte liefern. Manchmal reichen auch bestimmte ‚Schlüsselwörter‘ wie z.B. „starke Niederschläge“ oder „Staugefahr“, um eine Zuordnung treffen zu können.
Die Art und Häufigkeit von Satzbaumustern kann ebenfalls eine Zuordnung ermöglichen. Dies ist allerdings ein Kriterium, was einem Leser oder Zuhörer nicht gleich bewusst auffällt. Man liest oder hört einen Text im Ganzen und achtet intuitiv vorrangig auf den Inhalt anstatt auf die Art und Weise, wie der Inhalt zusammengefügt ist. Doch kann es einleuchtend sein, dass bei komplexen Satzgefügen oder Fachtermini kein Märchen oder Liebesbrief vorliegt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Textsorten ein und erläutert die Relevanz der textlinguistischen Auseinandersetzung anhand der Ansätze von Linke und Brinker.
Textsorten- eine Begriffsklärung: Dieses Kapitel thematisiert die Definition des Begriffs Text und nähert sich der theoretischen Fassung des Begriffs Textsorte als komplexes Muster sprachlicher Kommunikation an.
Definitionen: Es werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Textsorten gegenübergestellt, wobei die Rolle der kommunikativen Funktion und der Textmuster hervorgehoben wird.
Welche Textsorte liegt vor?: Hier wird die intuitive Fähigkeit zur Textkategorisierung diskutiert und die Notwendigkeit expliziter Kriterien für die Einordnung hinterfragt.
Klassifikationskriterien nach Linke: Dieses Kapitel systematisiert Textsortenmerkmale in textinterne (z.B. Wortwahl, Satzbau, Makrostruktur) und textexterne (z.B. Textfunktion, Medium, Kommunikationskonstellation) Kriterien.
Differenzierungskriterien nach Brinker: Brinker ordnet Textsortenbegriffe in die Kategorien Textfunktion, Textinhalt und Kommunikationssituation ein und definiert fünf spezifische Textklassen.
Die Terminologische Drei-Ordnung: Dieses Kapitel führt die hierarchische Unterscheidung von Texttyp, Textklasse und Textsorte ein, um die begriffliche Unschärfe in der Literatur zu klären.
Textsorten im schulischen Unterricht: Hier wird der Transfer der theoretischen Erkenntnisse in die Bildungspraxis thematisiert, insbesondere die Förderung der Textsorten-Kompetenz bei Schülern.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Textsorten unseren Alltag strukturieren und eine bewusste Vermittlung von Textmusterwissen für das Textverständnis essentiell ist.
Schlüsselwörter
Textsorten, Textlinguistik, Textualität, Textfunktion, Textmuster, Kommunikation, Textklasse, Texttyp, Sprachgebrauch, Textverständnis, Klassifikationskriterien, Kommunikationssituation, Textanalyse, Sprachwissenschaft, Textkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der textlinguistischen Bestimmung und Kategorisierung von Textsorten sowie deren Bedeutung für das alltägliche Textverständnis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Fokus stehen Textdefinitionen, Kriterien zur Klassifikation von Texten nach Linke und Brinker, die terminologische Hierarchie von Texttypen sowie die Bedeutung dieser Konzepte für den Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die textlinguistischen Ansätze zur Textsortenbestimmung zu geben und aufzuzeigen, wie diese theoretischen Muster unser tägliches Sprachhandeln prägen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse textlinguistischer Standardwerke, insbesondere von Angelika Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann und Klaus Brinker.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die systematische Darstellung von Klassifikationskriterien und die Erläuterung der terminologischen Drei-Ordnung sowie deren Anwendung im Bildungskontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Textsorten, Textmuster, Textfunktion, Kommunikationssituation und Textkompetenz.
Worin unterscheidet Linke bei den Klassifikationskriterien?
Linke unterscheidet zwischen textinternen Kriterien, wie Wortwahl und Satzbau, und textexternen Kriterien, wie dem Medium und der Kommunikationssituation.
Was versteht Brinker unter "Textklassen"?
Brinker unterscheidet fünf Textklassen (Informationstexte, Appelltexte, Obligationstexte, Kontakttexte und Deklarationstexte), die primär durch ihre Funktion in der Kommunikation bestimmt sind.
Warum ist das "Textmusterwissen" für Schüler so wichtig?
Es trägt entscheidend zu einem kohärenten Textverständnis bei; ein Mangel daran wurde beispielsweise in der PISA-Studie als Defizit identifiziert.
Gibt es eine einheitliche Lehrmeinung zu Textsorten?
Nein, das Fazit stellt fest, dass es in der textlinguistischen Forschung bisher keinen Konsens über eine einheitliche und "gültige" Klassifikationsmethode gibt.
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- Maria Hesse (Autor), 2008, Textsorten. Klassifikations und Differenzierungskriterien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118538