[...] In dieser Arbeit soll am Anfang versucht werden den allgemeinen Kontext darzustellen, in
dem sich diese Strategieempfehlung einbettet. Dabei soll insbesondere auf die Gefahren eines
solchen Weges für die soziale Kohäsion großer Städte eingegangen werden. Die Kern-
überlegung dabei ist die, daß ein solcher Entwicklungspfad an sich, die seit einiger Zeit zu
beobachtenden sozialen Spaltungsprozesse noch verstärken würde.
Diesen Aspekt im Blick, soll dann gefragt werden, inwieweit die Strategien der Stadt Berlin
darauf eingehen, im Sinne eines proaktiven Konzeptes zur Sicherung der sozialen Nachhaltigkeit oder ob die Erfahrungen mit sozialen Spaltungsprozessen im Zusammenhang der
Bildung einer stärker wissensbasierten Ökonomie der Städte, die diesen Weg schon ein -
geschlagen haben, vernachlässigt werden. Wenn man den Autoren glaubt, die auf diesem
Gebiet arbeiten, scheint von der sich herausbildenden neuen Formation des Kapitalismus eine
erhebliche Bedrohung auszugehen für die Realisierung der Ansprüche, die sich demokratische
Gesellschaften gegeben haben. Daher scheint es auch jetzt schon, obwohl diese Formation
sich erst bildet, von großem Interesse zu sein, wie ein neuer Klassenkompromiß aussehen
könnte bzw. was Städte tun können, um von Anfang an Aspekte einer gewissen Gleichheit der
Lebensverhältnisse für die verschiedenen Gruppen ihrer Bevölkerungen zu erhalten und zu
entwickeln. Kerngedanke dabei ist, daß eine Reparaturstrategie einem proaktiven Konzept
wahrscheinlich unterlegen sein wird. Die Suche nach derartigen Elementen einer
Entwicklungsstrategie für Krisenregionen wie Berlin bildet daher in dieser Arbeit eine
wesentliche Dimension der Fragestellung. Dies soll anhand einer Fallanalyse, bzw. einem Fallbeispiel konkretisiert werden. Als
Untersuchungsobjekt soll die Stadt Berlin dienen. Denn hier scheint die Situation noch relativ
offen zu sein, was zukünftige Entwicklungspfade angeht und daher eine vorausschauende
Steuerung eines Restrukurierungsprozesses noch möglich zu sein. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Wirkung der Wissensbasierung
- 1.1 Der Global – City - Ansatz
- 1.2 Der Mode 2 - Ansatz
- 1.3 Folgen der neuen Formation
- 1.4 Konzepte der neuen Fragmentierungen
- 2. Fallanalytischer Teil
- 2.1 Die Situation in Berlin
- 2.2 Was empfiehlt die Literatur?
- 2.3 Die BerlinStudie
- 2.4 Kritische Anmerkungen
- 3. Ergebnis
- 5. Literatur
- 6. Abbildungen und Tabellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der zunehmenden Wissensbasierung auf die sozioökonomische Struktur von Städten und speziell auf Berlin. Sie hinterfragt, ob der Weg zur Wissensstadt, wie von der BerlinStudie empfohlen, soziale Spaltungsprozesse verstärkt und welche Strategien Berlin zur Sicherung der sozialen Nachhaltigkeit implementieren kann.
- Analyse des Wandels vom Fordismus zur extensiven Akkumulation und die Folgen für die sozioökonomische Struktur von Städten.
- Bewertung der Risiken und Chancen der Wissensbasierung für die soziale Kohäsion von Städten.
- Untersuchung der Situation in Berlin im Kontext des Global City - Ansatzes und des Mode 2 - Ansatzes.
- Kritik an der BerlinStudie und deren Empfehlungen zur Entwicklung Berlins als Wissensstadt.
- Suche nach proaktiven Konzepten zur Sicherung der sozialen Nachhaltigkeit in Städten im Kontext der Wissensbasierung.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert den Kontext der BerlinStudie. Kapitel 1 analysiert den Wandel vom Fordismus zur Wissensgesellschaft und die Folgen für die sozioökonomische Struktur von Städten. Es werden der Global City - Ansatz und der Mode 2 - Ansatz vorgestellt. Kapitel 2 untersucht die Situation in Berlin im Kontext der Wissensbasierung und analysiert die Empfehlungen der BerlinStudie. Es werden kritische Anmerkungen zur Studie formuliert.
Schlüsselwörter
Wissensbasierung, Wissensgesellschaft, soziale Spaltung, Global City, Mode 2, BerlinStudie, Stadtentwicklung, soziale Nachhaltigkeit, Fordismus, Akkumulationsregime, soziale Kohäsion, Klassenkompromiss.
- Quote paper
- Diplom Sozialwissenschaftler Marco Müller (Author), 2002, Stadt des Wissens - Stadt der sozialen Spaltung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118539