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Dekonstruktion der Seele? Hat die Seele in der Gegenwart noch einen Platz?

Titel: Dekonstruktion der Seele? Hat die Seele in der Gegenwart noch einen Platz?

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: B.A. Raphael Müller (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Seit Jahrtausenden beschäftigen sich Menschen mit der Frage, was die Seele ist und was sie ausmacht. Die Vorstellung einer Essenz des menschlichen Ichs, welche unabhängig vom Körper (weiter)existiert, findet sich in vielen Kulturen schon seit Jahrtausenden. Begräbnis- und Totenriten, Bilder und Texte aus allen Zeiten, verweisen auf die Bedeutsamkeit jenes menschlichen Wesens, das wir Seele nennen. Doch welche Vorstellungen von der Seele gab es und gibt es noch heute? Wie hat der Einfluss der neuzeitlichen Wissenschaft, insbesondere der Hirnforschung/Neurowissenschaften, den Blick auf das, was wir die Seele nennen, verändert? Wie wirken die zweifelsohne weitreichenden jüngeren Erkenntnisse der Hirnforschung auf die widerstreitenden Positionen der Seelenvorstellung und welche methodischen oder ethischen Probleme ergeben sich? Ist es überhaupt noch zeitgemäß, von der Seele zu sprechen? Hat sie in der Gegenwart noch einen Platz – und, wenn ja, wo ist er?
Diese Fragen werde ich versuchen in meiner folgenden Arbeit ansatzweise zu beantworten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Seele

2.1. Vom Mythos zum Logos

2.2. Die kognitive Wende

3. Die Neurowissenschaften und die Seele

3.1. Die Seele neu definiert

4. Das Leib-Seele-Problem

4.1. Dualistische Theorien

4.2. Monistische Theorien

4.3. Alternative Theorien

4.4. Ethische Konsequenzen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Begriff der Seele in einer durch moderne Hirnforschung und Naturwissenschaften geprägten Gegenwart noch Relevanz besitzt und welchen Stellenwert er in diesem Kontext einnimmt.

  • Historische Entwicklung der Seelenvorstellungen von der Antike bis zur Moderne.
  • Einfluss der Neurowissenschaften auf das Verständnis menschlicher Funktionen und Identität.
  • Analyse des Leib-Seele-Problems anhand dualistischer und monistischer Paradigmen.
  • Ethische Implikationen und die Frage nach dem freien Willen in einer naturalisierten Weltsicht.
  • Diskussion über die Notwendigkeit des Seelenbegriffs zur Beschreibung der Ganzheit des menschlichen Ichs.

Auszug aus dem Buch

2. Die Geschichte der Seele

Obwohl – oder gerade weil – der Begriff der Seele auf eine mindestens viertausendjährige Geschichte zurückblickt, „sind die Vorstellungen der Seele heute widersprüchlicher denn je, sie reichen von den Begriffen der Lebenskraft hin zur Summe der kognitiven Prozesse und zur metaphysisch gedachten anima immortalis.[...] Der Begriff der Seele ist – so er noch gebraucht wird – heute somit von einer verwirrenden Vielfalt, er fasst alle Regungen des Menschen zusammen, sein Bewusstsein, sein planendes Denken, seinen Antrieb, seine Gemütslage und seine Gestimmtheit. Die Seele kennzeichnet somit das Wesen eines Menschen [...]“ (Hinterhuber 2009, S. 28).

In diesem kurzen Zitat Hinterhubers werden die zentralen Vorstellungen der Seele deutlich. Dies sind einerseits die Seele als Lebenskraft, welche dem Körper Leben „einhaucht“. In vielen Sprachen hat der Begriff für Seele zudem auch eine etymologische Beziehung zum Atem (z. B. psȳchḗ (ψυχή) „Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele“; von griech. psȳ́chein (ψύχειν) „hauchen, atmen, aushauchen“). Diese Vorstellung war auch zu Beginn der bekannten Geschichte der Seele sehr verbreitet und fand auch im Vitalismus des 19. und 20. Jahrhunderts ihre Konkretisierung im Postulat einer „vis vitalis“ genannten Lebenskraft (vgl. Lohff 2005).

Andererseits verkörpert der Begriff der Seele auch die Gesamtheit der Sphäre des Denkens, Fühlens und Wollens – heutzutage meist unter dem Begriff der Psyche gefasst – sowie die metaphysisch gedachte, unsterbliche Seele.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Seele und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob das Konzept in der heutigen, naturwissenschaftlich dominierten Zeit noch Bestand hat.

2. Die Geschichte der Seele: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des Seelenbegriffs nach, von antiken mythologischen Ursprüngen über philosophische Debatten bis hin zur kognitiven Wende.

3. Die Neurowissenschaften und die Seele: Es wird analysiert, wie moderne Hirnforschung Funktionen, die früher der Seele zugeschrieben wurden, zunehmend biologisch erklärt und neu definiert.

4. Das Leib-Seele-Problem: Dieser Hauptteil strukturiert die philosophische Debatte zwischen monistischen und dualistischen Ansätzen sowie alternativen Konzepten wie der beseelten Leiblichkeit.

5. Fazit: Das Fazit bilanziert, dass die Seele zwar ihre transzendenten Anteile verloren hat, aber als Begriff für das ganzheitliche subjektive Erleben des Menschen weiterhin unersetzlich bleibt.

Schlüsselwörter

Seele, Leib-Seele-Problem, Neurowissenschaften, Hirnforschung, Bewusstsein, Dualismus, Monismus, Emergenz, Psychologie, freier Wille, Ethik, Subjektivität, Metaphysik, Philosophie, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welchen Stellenwert das Konzept der Seele in unserer modernen, wissenschaftlich geprägten Welt noch hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Seelenvorstellungen, das Leib-Seele-Problem, aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse und die ethischen Fragen zur menschlichen Identität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob der Begriff der Seele in der Gegenwart trotz naturwissenschaftlicher Naturalisierung des Psychischen noch einen legitimen Platz hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Untersuchung, die philosophische Theorien mit aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung und Neurophilosophie in einen interdisziplinären Dialog bringt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden historische Konzepte, die Debatte zwischen Dualismus und Monismus, alternative Sichtweisen wie die "beseelte Leiblichkeit" und ethische Konsequenzen für die moderne Medizin diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Seele, Leib-Seele-Problem, Hirnforschung, Bewusstsein und Subjektivität charakterisiert.

Welche Rolle spielt das limbische System in der Argumentation?

Das limbische System wird als biologischer Sitz der Seele im Gehirn identifiziert, wobei Neurotransmitter als die "Sprache der Seele" fungieren.

Warum wird die Simulation des Gehirns als ernüchternd bewertet?

Trotz hoher Rechenleistung ist es bisher nur gelungen, winzige Teile des Gehirngewebes zu simulieren, was die Grenzen einer rein mechanistischen Beschreibung des Geistes verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dekonstruktion der Seele? Hat die Seele in der Gegenwart noch einen Platz?
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Autor
B.A. Raphael Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1185567
ISBN (PDF)
9783346615671
ISBN (Buch)
9783346615688
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Seele Dekonstruktion Dualismus Monismus Leib-Seele Leib-Seele-Problem Körper Geist Hirnforschung Neurowissenschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Raphael Müller (Autor:in), 2021, Dekonstruktion der Seele? Hat die Seele in der Gegenwart noch einen Platz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185567
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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