Ein Großkonzern treibt die weltweite Prozessstandardisierung voran. Die dafür notwendige, projektbasierte Organisationsentwicklung stellt das Untersuchungsobjekt dieser Thesis dar. Das Problem beläuft sich darauf, dass in der Unternehmenspraxis beim Versuch den Erfolg von Veränderungsprojekten zu messen, oftmals auf Instrumente zurückgegriffen wird, welche nicht der Komplexität entsprechen und somit das Risiko bergen, Mehrwert nicht realitätsgetreu abzubilden.
Aus diesem Grund soll der Mangel an 'Awareness' für den Konflikt zwischen konventionellen Bewertungsmethoden und einer sich ständig wandelnden Materie wie CM untersucht werden. Die anvisierte Lösung stellt entsprechend einen komplexitätsadäquaten Bewertungsansatz dar.
Die Generation von qualitative und quantitative Primärdaten findet mit Hilfe einer induktiven Untersuchung des Sachverhalts statt. Hierbei wurden drei Bewertungsmethoden verglichen: Eine Umfrage bzw. Survey, welche die gesamte Projektlaufzeit abdeckt, semistrukturierten Interviews mit Hilfe eines Indikatorsystems für Teamperformance und eine Mehrwertkalkulation zur monetären Erfolgsmessung auf statistischer Basis.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Unternehmerische Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Vorgehensweise
2 Konzeptionelle Grundlage
2.1 Übersicht
2.2 Komplexität und Agilität
2.3 Change Management Konzepte
2.4 Kunden- und nutzerzentrierte Ansätze
2.5 Zusammenfassung
3 Methodik
3.1 Übersicht und Differenzierung
3.2 Forschungsansatz
3.3 Forschungsdesign
3.4 Forschungsstrategie
3.5 Methoden
3.5.1 Datensammlung
3.5.2 Umfrage (Methode 1.1)
3.5.3 Mehrwertkalkulation auf statistischer Basis (Methode 1.3)
3.5.4 Experteninterviews (Methode 1.2 & 2)
3.5.5 Risiken, Limitation und Ethik
3.6 Zusammenfassung
4 Analyse
4.1 Übersicht
4.2 Diskussion der Umfrageresultate
4.3 Diskussion der Experteninterviewerkenntnisse
4.4 Diskussion des kalkulierten Mehrwerts
4.5 Kritischer Vergleich der Ergebnisse
4.6 Zusammenfassung
5 Lösungsvorschlag
5.1 Handlungsempfehlung für das Unternehmen
5.2 Implementierung und Testanwendung
5.3 Beantwortung der Forschungsfrage
6 Fazit
6.1 Wertbeitrag
6.2 Zielerreichung
6.3 Rückblick und kritische Würdigung
6.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, ein komplexitätsadäquates Bewertungsverfahren für Change-Management-Projekte zu entwickeln und in einem multinationalen Unternehmen zu erproben, um die bisher unzureichende Messbarkeit solcher Veränderungsvorhaben zu verbessern und fundierte wirtschaftliche Entscheidungen zu ermöglichen.
- Analyse der VUCA-Welt und ihre Auswirkungen auf das Change Management
- Vergleich verschiedener Bewertungsmethoden (Umfrage, Experteninterviews, Mehrwertkalkulation)
- Identifikation nutzerzentrierter Kriterien mittels Personas
- Entwicklung eines Prototyps für ein komplexitätsadäquates Bewertungsinstrument
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangslage
„[Eine] Messung kann sich nur auf Triviales beziehen. Im Kontext hoher Dynamik ist aber viel Wichtiges nicht trivial. Es kann nicht gemessen, sondern muss mit dem Risiko des Irrtums bewertet werden. Bewertung ist nie trivial, sondern immer eine intelligente Auswahl aus verschiedenen möglichen Deutungen. Daher benötigt Bewertung Können und erzeugt Verantwortung. Manager, die die Last der Verantwortung […] nicht tragen möchten, tun oft so, als ob auch Komplexes messbar wäre. Das nutzt dem Manager, isoliert ihn aber zugleich von der Realität. […] Die illusionäre Trivialisierung komplexer Sachverhalte behindert die Entfaltung von Talent und Können und damit die Entstehung von Höchstleistung.“
Das hier umrissene Dilemma ist ein Abbild der Kollision von Entwicklungen, welche von außen zunehmend die Entscheidungen innerhalb einer Organisation beeinflussen, sowie den dort gegenwärtig noch vorgefundenen Strukturen und Managementphilosophien, welche jedoch entsprechend als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet werden müssen. Speziell geht es hierbei um die Frage der Messbarkeit einer Materie mit hochdynamischem Charakter, dem Planen, Organisieren, (Durch-)Führen und Kontrollieren von Wandel, kurz Change Management, in einem Umfeld, welches durch einen Paradigmenwechsel geprägt ist, da die historisch stark tayloristisch und mechanistisch geprägte Umwelt nun durch die komplexe VUCA Welt abgelöst wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der Messbarkeit von Change Management in einer VUCA-Welt und definiert das Problem sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Konzeptionelle Grundlage: Erläutert die theoretischen Hintergründe zu Komplexität, Agilität, Change-Management-Konzepten und kunden- bzw. nutzerzentrierten Ansätzen.
3 Methodik: Detailliert den Forschungsansatz, das Forschungsdesign sowie die gewählten Methoden zur Datensammlung und Bewertung.
4 Analyse: Diskutiert die Ergebnisse der Umfragen, Experteninterviews und Mehrwertkalkulationen und vergleicht diese kritisch.
5 Lösungsvorschlag: Präsentiert Handlungsempfehlungen, die Implementierung eines Prototyps und beantwortet die zentrale Forschungsfrage.
6 Fazit: Bewertet den Wertbeitrag der Arbeit, reflektiert die Zielerreichung und gibt einen Ausblick auf weiterführende Forschungsaspekte.
Schlüsselwörter
Change Management, Komplexität, VUCA, Erfolgsmessung, Agilität, Usability, Personas, Return on Change, Projektmanagement, Organisationsentwicklung, Nutzerzentrierung, Prozessstandardisierung, Wirtschaftlichkeit, Datensammlung, Mehrwert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Erfolgsmessung von Change-Management-Projekten in einem komplexen, dynamischen (VUCA) Umfeld und entwickelt einen Ansatz, um diesen Mehrwert komplexitätsadäquat abzubilden.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Komplexitätsbewältigung in Unternehmen, die Anwendung agiler Methoden, nutzerzentrierte Design-Ansätze (Usability) sowie die wirtschaftliche Bewertung von Veränderungsvorhaben.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Herausforderungen prägen die Komplexität bei der Bewertung von Change-Maßnahmen maßgeblich und wie könnte ein Umgang mit diesen Herausforderungen aussehen?
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Der Autor nutzt einen induktiven, theoriebildenden Ansatz im Rahmen einer Fallstudie, kombiniert mit Umfragen (Surveys), semistrukturierten Experteninterviews (Confidence Sensor) und statistischen Mehrwertkalkulationen (Return on Change).
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Komplexität und des Change Managements, beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung und diskutiert die Ergebnisse aus den verschiedenen Messverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Change Management, Komplexität, VUCA, Erfolgsmessung, Agilität und nutzerzentrierte Gestaltung charakterisieren.
Warum sind klassische Change-Management-Modelle für dieses Projekt unzureichend?
Klassische Modelle sind oft zu statisch und linear; sie erfassen die menschlichen Aspekte und die hohe Dynamik in komplexen Umfeldern nicht ausreichend, was zu einer "illusionären Trivialisierung" führt.
Was ist das zentrale "Deliverable" dieser Untersuchung?
Das zentrale Ergebnis ist ein Prototyp eines Fragebogens, der es Entscheidungsträgern ermöglichen soll, basierend auf ihrer individuellen Projektsituation und den zugrundeliegenden Parametern, die am besten geeignete Bewertungsmethode zu identifizieren.
Lässt sich der Erfolg von Change Management monetär belegen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Change Management primär emotionale und zwischenmenschliche Aspekte betrifft und eine rein monetäre Erfolgsmessung (wie der ROI) oft zu kurz greift; dennoch liefert die Arbeit methodische Ansätze für eine fundierte, wenn auch nicht rein faktische Bewertung.
- Arbeit zitieren
- Lukas Ebert (Autor:in), 2019, Untersuchung des Mehrwerts von Changemanagement mit Fokus auf eine komplexitätsadäquate Erfolgsmessung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185588