Die vorliegende Arbeit soll neue Impulse für die Soziale Arbeit geben und zur Beschreitung neuer Wege beitragen. Im Wandel des aktuellen gesellschaftlichen Kontextes ergeben sich neue Handlungsfelder für Peer Counseling in der Sozialen Arbeit. Umgekehrt kann Peer Counseling von der Sozialen Arbeit profitieren, da diese durch ihre vielfältige Methodenkompetenz neue Impulse geben kann. Zudem kann sie strukturieren, was bislang noch im Entstehen begriffen ist: die berufliche Etablierung eines neuen Ausbildungszweiges.
Kapitel 2 dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Sozialen Arbeit, deren einzelner Komponenten Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialarbeitswissenschaft, setzt die Soziale Arbeit in Bezug zum Methodenbegriff und veranschaulicht dies beispielhaft an einigen ausgewählten Methoden der Sozialen Arbeit. Von diesem Punkt ausgehend, beschäftigt sich Kapitel 3 mit dem Peer Counseling, definiert die Begrifflichkeit, zeigt die geschichtliche Entwicklung auf, erläutert die Grundhaltungen und Techniken und beantwortet die Frage, ob Peer Counseling eine Methode ist und begründet die Antwort.
Kapitel 4 zeigt die Arbeit des Peer Counseling in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Um dies nachvollziehbar und konkret zu verdeutlichen, wird hier zunächst die Behindertenarbeit im Sinne der Rehabilitation verdeutlicht und Behinderung an sich definiert und vorgestellt. Dann wird die Entwicklung der Behindertenarbeit nach der reinen Fürsorge bis hin zur Selbstbestimmung skizziert und das Ganze wird abgerundet durch ein Praxisbeispiel.
Kapitel 5 stellt dann Ausbildung und Berufsorganisation des Peer Counseling dar. Hier fließen Ergebnisse einer kleinen Umfrage mit ein, um zu verdeutlichen, dass Interesse besteht und es auch gewollt ist, Peer Counseling professionell zu etablieren.
Kapitel 6 schließlich bietet eine Perspektive für die Zukunft an. Hier wird dargestellt wie sich die Altenarbeit Peer Counseling zu nutze macht. Um jedoch über Altenarbeit im Allgemeinen und das Senior Peer Counseling im Besonderen schreiben zu können, ist es unabdingbar, zunächst der Fragestellung nach zu gehen "Wann ist der Mensch alt" und die verschiedenen Formen der Altenarbeit in der Sozialen Arbeit zu beleuchten.
In Kapitel 7, das überschrieben ist mit "Peer Counseling in der Sozialen Arbeit - Eine Methode mit Zukunft? Zusammenfassung und Ausblick" nähere ich mich der Beantwortung der Fragestellung des Diplomarbeitstitels und stelle mein Ergebnis vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale Arbeit
2.1. Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialarbeitswissenschaft
2.2. Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit
3. Peer Counseling
3.1. Begriffsbestimmung
3.2. Entstehungsgeschichte
3.3. Grundhaltungen und der Einsatz von Techniken
3.4. Peer Counseling - eine Methode?
4. Peer Counseling in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung
4.1. Behindertenarbeit
4.2. Behindertenarbeit als Fürsorge
4.3. Von der klassischen Behindertenarbeit zur Selbstbestimmung
4.4. Peer Counseling anhand eines Praxisbeispiels der Selbstbestimmt Leben Bewegung
5. Ausbildung und Berufsorganisation
5.1. Ausbildung
5.2. Berufsverband
6. Eine Methode zieht Kreise - Darstellung am Beispiel des Senior Peer Counseling
7. Peer Counseling in der Sozialen Arbeit - Eine Methode mit Zukunft? Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, inwiefern Peer Counseling eine zukunftsfähige Methode für die Soziale Arbeit darstellt, indem sie die theoretischen Grundlagen der Methode beleuchtet, deren Anwendung im Bereich der Behindertenarbeit analysiert und die Notwendigkeit einer professionellen Ausbildung sowie einer berufsständischen Organisation kritisch hinterfragt.
- Grundlagen und Definitionen des Peer Counselings
- Anwendung der Methode in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung
- Qualitätsstandards und Notwendigkeit einer staatlichen Berufsausbildung
- Übertragbarkeit der Methode auf die Altenarbeit (Senior Peer Counseling)
- Professionalisierung durch Berufsverbände und Empowerment-Ansätze
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsbestimmung
Der Begriff Peer Counseling entstammt dem Englischen und lässt sich wie folgt übersetzen: Peer = Gleichgestellte, Ebenbürtige, Counseling = Beratung (Langenscheidt, 1990). Peer Counseling bedeutet also, Betroffene beraten Betroffene.
Dies als Definition ist aber bei weitem nicht ausreichend, denn diese Art von Beratung Betroffener durch Betroffene erfolgt in einem bestimmten Kontext. Es muss immer ein ähnlich erlebter Hintergrund, sei es Behinderung, Krankheit, Alter, Studium oder Beruf vorhanden sein.
Peer Counseling entstammt der Behinderten- beziehungsweise Selbstbestimmt-Leben-Bewegung. Dies allein drückt die Besonderheit aus. Peer Counseling verfolgt den Anspruch, Menschen mit Behinderung in ihrer Ganzheitlichkeit wahrzunehmen, sowohl in ihrer Rolle als Frau/ Mann und in ihrer Rolle als Behinderte/r. (Hermes in Hermes, Faber; 2001)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, ob Peer Counseling eine wissenschaftlich fundierte und etablierte Methode für die Soziale Arbeit ist.
2. Soziale Arbeit: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Sozialarbeit und Sozialpädagogik und analysiert das methodische Handeln innerhalb dieses Handlungsfeldes.
3. Peer Counseling: Hier werden die begrifflichen Grundlagen, die Entstehungsgeschichte sowie die spezifischen Grundhaltungen und Techniken des Peer Counselings erarbeitet.
4. Peer Counseling in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung: Dieses Kapitel überträgt das Konzept auf die Behindertenarbeit und veranschaulicht die Entwicklung von klassischer Fürsorge hin zum Empowerment mittels eines Praxisbeispiels.
5. Ausbildung und Berufsorganisation: Es wird die Bedeutung einer systematischen Ausbildung und die Rolle von Berufsverbänden für die Anerkennung des Peer Counselings diskutiert.
6. Eine Methode zieht Kreise - Darstellung am Beispiel des Senior Peer Counseling: Dieses Kapitel zeigt die Übertragbarkeit der Methode auf das Arbeitsfeld der Altenarbeit auf.
7. Peer Counseling in der Sozialen Arbeit - Eine Methode mit Zukunft? Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und formuliert Empfehlungen für die Zukunft der Methode in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Peer Counseling, Soziale Arbeit, Behindertenarbeit, Empowerment, Selbstbestimmung, Empowerment, Independent Living, Peer Support, Rehabilitation, Beratungsmethode, Professionalisierung, Senior Peer Counseling, Altenarbeit, Selbsthilfe, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht den Status und das Potenzial von Peer Counseling als Methode innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung, der Anwendung in der Behindertenarbeit, der Ausbildungsstruktur und der Übertragbarkeit auf andere Zielgruppen wie ältere Menschen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob Peer Counseling eine zukunftsorientierte und anerkannte Methode für die Soziale Arbeit sein kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Analyse sowie eine qualitative Auswertung von Fragebögen, die an Fachkräfte gerichtet waren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Begriffe, Geschichte, Techniken, die Anwendung im Behindertenwesen, Ausbildungswege und die Erweiterung auf die Altenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Empowerment, Selbstbestimmung, Behindertenarbeit, Peer Counseling und die Soziale Arbeit.
Inwiefern spielt die "Selbstbestimmt-Leben-Bewegung" eine Rolle?
Diese Bewegung bildet den historischen und konzeptionellen Ursprung des Peer Counselings und liefert die ethischen Grundhaltungen der Methode.
Was sind die Vorteile von Peer Counseling laut den Befragten?
Die Befragten heben vor allem die niedrigschwellige Vertrauensbasis, das Empowerment durch positive Rollenmodelle und die gegenseitige Akzeptanz hervor.
Warum wird eine staatliche Anerkennung kritisch hinterfragt?
Es besteht die Sorge, dass eine formale Verbeamtung oder staatliche Reglementierung die Einzigartigkeit der Methode und deren Individualität durch bürokratische Vorgaben zerstören könnte.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des "Senior Peer Counseling"?
Das Senior Peer Counseling wird als innovatives Modell betrachtet, das auf die demografische Entwicklung reagiert und Menschen im Alter neue Handlungsmöglichkeiten durch Empowerment bietet.
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- Silke Theresia Haas (Author), 2005, Peer Counseling in der Sozialen Arbeit. Ein Methode mit Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185622