Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics

Bedeutung, Wirklichkeit, Kommunikation - Erkenntnistheorie, Konstruktivismus und Sprachkritik - Versuch einer Synthese

Title: Bedeutung, Wirklichkeit, Kommunikation - Erkenntnistheorie, Konstruktivismus und Sprachkritik - Versuch einer Synthese

Seminar Paper , 1996 , 33 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jana Kullick (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit hat das Ziel, die verschiedenen Formen (politischer) Sprachkritik auf Grundlage ihres theoretischen Fundaments zu hinterfragen und anhand von Textmaterial zum ′Semantikkampf′′typische′ Argumentationsmuster herauszuarbeiten. Da sich sprachkritische Argumentationsstrategien mehr oder weniger explizit auf unterschiedliche Zeichentheorien stützen, halte ich es an dieser Stelle für angebracht, auf die wichtigsten von ihnen in Form einer allgemeinen Übersicht einzugehen, ihre Vor- und Nachteile darzulegen sowie jeweils Rückschlüsse auf die von ihnen abgeleitete ′Spielart′ der Sprachkritik zu ziehen. Weiterhin werde ich erkenntnistheoretische Aspekte in meine Arbeit einfließen lassen, da die Beantwortung der Frage nach dem ′Charakter′ von Zeichen, bzw. von Wortbedeutungen, eng mit dem jeweils eingenommen erkenntnistheoretischen Standpunkt verwoben ist, und die entwickelten Zeichentheorien ohne Kenntnis desselben nicht angemessen eingeordnet werden können. Abbildtheoretische Zeichentheorien1 basieren grundsätzlich auf drei Annahmen: (1)Es existiert (unabhängig von menschlicher Wahrnehmung2) eine objektive Wirklichkeit. (2)Diese Wirklichkeit ist durch den Menschen erkennbar, d.h., menschliche Wahrnehmungsdaten liefern unmittelbar Information über die tatsächliche Realität. Und (3) die Erkenntnisse, die der Mensch auf Grundlage dieser Wahrnehmungsdaten erlangt, stehen in einem direkten Abbildverhältnis zur ′Welt-ansich′. Diese eigentlich erkenntnistheoretischen (und anzweifelbaren- vgl. Kapitel 5) Prämissen bilden das Fundament einer Theorie, die erklären soll, durch welche Eigenschaften es Wörter vermögen, für Dinge in der Wirklichkeit zu stehen3, d.h., zu erläutern, wie es gelingt, mit Wörtern über (scheinbar) objektiv gegebene Tatsachen zu kommunizieren. Die Frage, die es zu beantworten gilt, ist: welche Kriterien ein Wort erfüllen muß, damit ein Hörer verstehen kann, was der Sprecher4 aussagen will?

Die Antwortmöglichkeit, die im "Kratylos"-Dialog angeboten wird, hat zum Inhalt, daß die Wörter selbst schon Strukturen der Wirklichkeit enthalten. Worte stehen nach dieser Theorie in einem mimetischen Abbildverhältnis zur Realität und können daher an deren Stelle gebraucht werden. Der Hörer versteht demnach deshalb die Sprecheräußerung, weil die Relation Wort-Realität eindeutig und somit jedem Sprachteilnehmer gleichermaßen zugänglich ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorbetrachtung: Zeichentheorien und Sprachkritik

2 Abbildtheorie

3 Bekleidungstheorie

4 Gebrauchstheorie der Bedeutung

4.1 Kritik der Gebrauchstheorie aus Sicht des Konstruktivismus

5 Erkenntnis und Konstruktivismus

5.1 Das Problem der Erkenntnis

5.2 Konstruktivismus und Transzendentalphilosophie

5.3 Abbildung durch Adaption?

5.4 Zusammenfassung

6 Sprachkritische Relevanz

6.1 Abbildtheoretische Argumentationsstrategie

6.2 Bekleidungstheoretische Argumentationsstrategie

6.3 Der Sprache-Denken-Dualismus

6.4 Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht verschiedene Formen der Sprachkritik auf Grundlage ihrer theoretischen Fundamente und hinterfragt Argumentationsmuster, die häufig in politischen Debatten zum Einsatz kommen. Dabei wird die Rolle der Zeichentheorien sowie erkenntnistheoretischer Ansätze beleuchtet, um deren Einfluss auf das Verständnis von Sprache, Wirklichkeit und Kommunikation kritisch zu analysieren.

  • Analyse und Vergleich verschiedener Zeichentheorien (Abbild-, Bekleidungs- und Gebrauchstheorie).
  • Untersuchung der erkenntnistheoretischen Voraussetzungen von Sprachkritik.
  • Kritische Beleuchtung der Verbindung von Sprache und Denken.
  • Hinterfragung normativer sprachkritischer Ansätze aus konstruktivistischer Perspektive.

Auszug aus dem Buch

1 Vorbetrachtung: Zeichentheorien und Sprachkritik

Diese Arbeit hat das Ziel, die verschiedenen Formen (politischer) Sprachkritik auf Grundlage ihres theoretischen Fundaments zu hinterfragen und anhand von Textmaterial zum 'Semantikkampf' 'typische' Argumentationsmuster herauszuarbeiten. Da sich sprachkritische Argumentationsstrategien mehr oder weniger explizit auf unterschiedliche Zeichentheorien stützen, halte ich es an dieser Stelle für angebracht, auf die wichtigsten von ihnen in Form einer allgemeinen Übersicht einzugehen, ihre Vor- und Nachteile darzulegen sowie jeweils Rückschlüsse auf die von ihnen abgeleitete 'Spielart' der Sprachkritik zu ziehen.

Weiterhin werde ich erkenntnistheoretische Aspekte in meine Arbeit einfließen lassen, da die Beantwortung der Frage nach dem 'Charakter' von Zeichen, bzw. von Wortbedeutungen, eng mit dem jeweils eingenommen erkenntnistheoretischen Standpunkt verwoben ist, und die entwickelten Zeichentheorien ohne Kenntnis desselben nicht angemessen eingeordnet werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorbetrachtung: Zeichentheorien und Sprachkritik: Einführung in die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, sprachkritische Argumentationsstrategien theoretisch zu fundieren und zu hinterfragen.

2 Abbildtheorie: Darstellung der Abbildtheorie als Grundlage für das Verständnis von Sprache als direkter Repräsentant einer objektiven Realität.

3 Bekleidungstheorie: Analyse der Bekleidungstheorie, die eine psychologische Ebene zwischen Wort und Ding einführt und ebenfalls von einer objektiv erkennbaren Realität ausgeht.

4 Gebrauchstheorie der Bedeutung: Untersuchung der Sprachphilosophie Wittgensteins, die Bedeutung als Gebrauch in der Sprache definiert und von der Kommunikation ausgeht.

5 Erkenntnis und Konstruktivismus: Auseinandersetzung mit konstruktivistischen Erkenntnistheorien, die Wissen als subjektive Konstruktion und nicht als Abbild der Außenwelt verstehen.

6 Sprachkritische Relevanz: Zusammenführung der theoretischen Konzepte, um deren Auswirkungen auf konkrete sprachkritische Argumentationsstrategien in politischen Kontexten zu prüfen.

Schlüsselwörter

Sprachkritik, Zeichentheorie, Abbildtheorie, Konstruktivismus, Kommunikation, Erkenntnistheorie, Semantikkampf, Sprachgebrauch, Viabilität, Weltanschauung, Sprachnormen, Bedeutungstheorie, Wirklichkeit, Sprachspiel, Sprache-Denken-Dualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen politischer Sprachkritik und hinterfragt, wie unterschiedliche Auffassungen von Sprache und Erkenntnis die Argumentationsstrukturen in politischen Debatten prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören Zeichentheorien (Abbild-, Bekleidungs- und Gebrauchstheorie), erkenntnistheoretische Positionen sowie konstruktivistische Ansätze zur Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, sprachkritische Argumentationsmuster zu dekonstruieren und aufzuzeigen, dass viele dieser Ansätze auf fragwürdigen Prämissen über ein direktes Abbildverhältnis zwischen Sprache und Realität basieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen philosophiegeschichtlichen und sprachtheoretischen Ansatz, um Texte zum sogenannten 'Semantikkampf' anhand von Zitaten zu analysieren und erkenntnistheoretisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung verschiedener Bedeutungstheorien und deren erkenntnistheoretische Hintergründe, gefolgt von einer kritischen Anwendung dieser Modelle auf sprachkritische Argumentationsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sprachkritik, Konstruktivismus, Zeichentheorie und Kommunikation.

Wie bewertet die Autorin den Sprache-Denken-Determinismus?

Die Autorin steht diesem kritisch gegenüber und argumentiert, dass eine Beeinflussung des Denkens durch die Sprache nicht eindeutig nachweisbar ist, da Verständigung immer sprachvermittelt stattfindet.

Warum hält die Autorin sprachliche Normen für schwer begründbar?

Aus konstruktivistischer Sicht sind solche Normen redundant, da das Postulat der Verständlichkeit in der Kommunikation bereits eine interne Selbstregulierung des Sprachsystems ermöglicht.

Excerpt out of 33 pages  - scroll top

Details

Title
Bedeutung, Wirklichkeit, Kommunikation - Erkenntnistheorie, Konstruktivismus und Sprachkritik - Versuch einer Synthese
College
Technical University of Chemnitz  (Germanistische Sprachwissenschaft)
Grade
1
Author
Jana Kullick (Author)
Publication Year
1996
Pages
33
Catalog Number
V11858
ISBN (eBook)
9783638179058
Language
German
Tags
Bedeutung Wirklichkeit Kommunikation Erkenntnistheorie Konstruktivismus Sprachkritik Versuch Synthese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Kullick (Author), 1996, Bedeutung, Wirklichkeit, Kommunikation - Erkenntnistheorie, Konstruktivismus und Sprachkritik - Versuch einer Synthese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11858
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint