Analyse und Interpretation der Erzählung "Die gelehrte Gesellschaft" von Ludwig Tieck


Hausarbeit

10 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Aufgabe 1 der kleinen Hausarbeit - Recherchieren

2. Aufgabe 2 der kleinen Hausarbeit - Analysieren und Interpretieren

3. Literaturverzeichnis

Aufgabe 1.) Recherchieren

- Päsler, Ralf G: Ludwig Ticks „Heldenbuch“ : Texte und Materialien, hrsg. v. Ralf G Päsler, Stuttgart 2018. 231 Seiten (Signatur: By 3916)

- Gregorovius, Ferdinand: Geschichte der Corsen : (1854). hrsg. v. Hans-Joachim, Hannover 2009. 135 Seiten (Signatur: Bj 7575)

- Tieck, Ludwig: Mathias Klostermayr oder Bayersche Hiesel / Ludwig Tieck. hrsg. v. Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz, Frankfurt am Main 2005. 187 Seiten (Siganatur: H 3960)

- Noth, Claudia: Die Tragödie der deutschen Jugend : Essay / Emst Erich Noth. hrsg. v. Claudia Noth, Frankfurt am Main 2002. 285 Seiten (Signatur: Bp 3746)

- Tieck, Ludwig: Schriften 1789 - 1794. hrsg. v. Achim Hölter, Frankfurt am Main 1991. 278 Seiten (Signatur: Am 15566-64)

Aufgabe 2.) Analysieren und Interpretieren

In der Erzählung „Die gelehrte Gesellschaft“ von Ludwig Tieck geht es um eine gelehrte Gesellschaft, die aus vier Personen besteht. Bei jeder Zusammenkunft der gelehrten Gesellschaft rezitieren die Mitglieder etwas, wie zum Beispiel ein Gedicht oder fuhren einen Diskurs.

Die Gesellschaft besteht aus Wildberg; einem Dichter, Wandel; ein ruhiger und ernsthafter Mensch, Bimheim; eine humorvolle Persönlichkeit und Hüftner; eine unglückliche Seele, aufgrund seiner damaligen Liebe.

An jenem Tag trägt Wildberg der gelehrten Gesellschaft sein selbst geschriebenes Gedicht vor. Die unterschiedlichen Reaktionen auf sein Gedicht fuhren ein Blick zurück in die Vergangenheit der Mitglieder. Am Ende trifft Hüftner seine große Jugendliebe wieder und das Ende der Erzählung bleibt offen.

Im Folgenden wird die Erzählung formal analysiert.

Die Erzählung ist ein singulatives Erzählen, welches in der Vergangenheitsform ausgeführt wird. Gleich zu Beginn der Geschichte erhält der Leser einen direkten Einblick in das Geschehen. Wildberg versucht das Ende seines Gedichtes weiter zu schreiben, jedoch gelingt ihm dies nicht, da ihm seine Fantasien ausbleiben. Es findet erstmals eine Prolepse statt, denn Wildberg muss das Gedicht entweder zu Ende schreiben oder es ohne Ende vortragen.1 Der Leser bekommt einen Einblick in ein Ereignis, welches sich in der Erzählung erst hoch ereignen wird. Folglich wird eine explizierte Darstellung, in der Perspektive der ersten Person Singular, dargestellt. Der Erzähler erzählt von seinen eigenen Erfahrungen mit Gedichten.2

Diese explizierte Darstellung in der Ich-Form wird fortgesetzt, als der Erzähler die Figuren charakterisiert. Der Erzähler redet in der ersten Person Plural, was darauf hinweisen könnte, dass es mehrere Erzähler gibt oder der Erzähler den Leser aktiv in die Erzählung einbezieht.3 Durch die Figurencharakterisierung wird das Geschehen in der Erzählung pausiert. Diese findet expliziert statt, weil der Erzähler seine eigenen bewertenden Aussagen macht. Er beschreibt Wildberg als „ein ganz guter Mensch“4, Wandel als „ein sehr gesetzter ernsthafter Mensch“5, Bimheim als „auffallendsten Contrast gegen Wandel“6 und Hüftner als „eine in sich zurückgezogene Persönlichkeit“7. Später erfahrt der Leser, dass Wildberg sein Gedicht doch zu Ende bekommt, da er die letzten Verse bei seiner Ankunft niederschreibt.8 Es findet eine Paralipse statt, da der Erzähler die Situation auslässt, in der Wildberg die Ideen für das Ende seines Gedichts bekommt. Ein Ereignis muss eingetreten sein, weil Wildbergs Charakterisierung deutlich macht, dass jeder lohnende Gedankengang in einem Gedicht verfasst wird.9 Außerdem findet am Ende eine weitere Paralispe statt, denn der Erzähler überspringt die Szene, in der Hüftner seine große Jugendliebe wieder trifft.10 Der Erzähler spricht hier in der ersten Person Singular, welches wiederum eine explizierte Darstellung ist. Auch wenn der Erzähler einige bestimmte Ereignisse durch die Paralipsen auslässt, lenkt er die Aufmerksamkeit des Lesers, indem er sie dennoch erwähnt.

Die Erzählung folgt chronologisch mit vielen Analepsen. Diese Analepsen werden durch die Rezitation von Wildbergs Gedicht ausgelöst. Der Inhalt des Gedichts bezieht sich auf Gott und die Natur. Hier wird eine Art Pantheismus dargestellt, da Gott und die Natur gleichgesetzt werden. Wildberg beschreibt in seinem Gedicht die wunderschöne Natur mit all seiner Pracht, die wir Gott zu danken haben. Bevor Wildberg sein Gedicht vorträgt, macht Wandel deutlich, dass er hohe Erwartungen hat. Erstmalig wird hier eine Prolepse angedeutet, denn es könne sein, dass Wandel bei seinem Gedicht keine Emotionen aufweisen tut.11 Am Ende seines Vortrages passiert das dann auch. Denn statt auf den Inhalt einzugehen, beschwert sich Wandel über die nicht angemessene Sprache.12 Die Reaktion von Bimheim lässt Wildberg zu schaffen, da er eine völlig andere Reaktion erwartet. Bimheim fängt an zu lachen und gibt dem Erzähler ein Einblick in seine Vergangenheit.13 Hier fangt die erste Binnenerzählung an. Es wird ein homodiegetisch-intradiegetisches Erzählen eingeführt, welches Zeitraffend ist. Im Laufe seiner Erzählung fangt Bimheim an, von seinem damaligen Marionettenspiel zu erzählen. Diese Erzählung findet jedoch im Präsens statt und ist ein metadiegetisches Erzählen, da das Marionettenspiel seine eigene Geschichte hat.14 Die Geschichte in der Binnenerzählung ist jedoch heterodiegetisch, da Bimheim kein Teil der Geschichte, des Marionettenspiels, ist. Die nächste Analepse folgt der Erzählung von Hüfitner und seinem traurigen Schicksal.15 Dies ist ebenfalls ein homodiegetisch-intradiegetische Erzählung und wird zeitraffend erzählt. Der Erzähler baut durch die Analepsen Spannung auf, zumal der Leser neue Informationen bekommt. Die Distanz vom Leser zur Figur wird verringert, da man nun elaborierter nachvollziehen kann. Die Rahmenerzählung ist im Gegensatz zu den Binnenerzählungen zeitdeckend und hier liegt ein heterodiegtisch-extradiegetischer Erzähler vor. Die Figurenrede ist überwiegend eine zitierte Rede, und zwar eine direkte mit inquit-Formel.16 Die Dialoge in der Erzählung hingegen sind autonome direkte Reden, welche lediglich mit dem Namen der Figuren gekennzeichnet sind.17 Am Anfang und am Ende der Erzählung folgt ein narrativer Modus, da der Erzähler seine Erzählung kommentiert. Im Gegensatz dazu ist der Hauptteil der Geschichte, also die Reaktionen auf das Gedicht und die Analepsen, im dramatischen Modus, da der Erzähler dies nicht kommentiert, sondern überwiegend in der zitierten Rede dargestellt wird. Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich hierbei um eine variable Fokalisierung handelt, denn die Erzählung wechselt für bestimmte Erzählsequenzen zwischen den Fokalisierungen. Besonders zu Beginn dominiert die Interne Fokalisierung, in Hinsicht Wildbergs, da der Leser nur das erzählt, was Wildberg weiß und fühlt. Er wünscht sich nichts mehr, als das das Gedicht zu Enden mag oder genießt die Bewunderung, als er das Gedicht vorlesen wollte.18 Die interne Fokalisierung wird in den Binnenerzählungen weitergeführt. Der Leser bekommt nur das zu lesen, was Bimheim oder Hüftner wahmimmt. Man bekommt ausschließlich das Innenleben der erzählenden Figur mit. Wie der Onkel von Bimheim oder die Geliebte von Hüftner denkt und fühlt, wird nicht erwähnt. Lediglich auf der metadiegetischen Ebene wechselt die Fokalisierung auf eine Null Fokalisierung. Der Leser bekommt das Innenleben, von den Figuren des Marionettenspiels, mit.19 Der Rest der Rahmenerzählung ist eine externe Fokalisierung, da der Erzähler nicht mehr weiß, als die Figuren. Der Leser bekommt weder einen Einblick in das Innenleben von Wildberg, noch in das, der anderen Mitglieder.

[...]


1 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 91; Z. 26

2 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 91; Z. 16

3 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S.91; Z. 29

4 Tieck Ludwig: Die gelehrte Gesellschaft, in: Ludwig Tieck. Nach der Ausgabe Straussfedern letzter Hand, hrsg. v. Jürgen Joachimsthaler, Berlin 2016, S. 91; Z. 32

5 Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 92; Z. 21

6 Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 92; Z. 26

7 Tieck, Die gelehrte Gesellschaft S. 93; Z. 14

8 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 93; Z. 24ff.

9 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 92; Z. 2ff.

10 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 105; Z. 28

11 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft S. 94; Z. 7ff

12 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft S. 96; Z. 22ff.

13 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 97; Z. 18

14 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S 98; Z. 20

15 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 103; Z. 11

16 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 93; Z. 33

17 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 94; Z 4ff.

18 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S 91; Z. 11 und S. 92; Z. 27

19 Vgl. Tieck, Die gelehrte Gesellschaft, S. 99; Z. 31 und S. 100; Z. 5f.

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Details

Titel
Analyse und Interpretation der Erzählung "Die gelehrte Gesellschaft" von Ludwig Tieck
Seiten
10
Katalognummer
V1185874
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, interpretation, erzählung, gesellschaft, ludwig, tieck
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Anonym, Analyse und Interpretation der Erzählung "Die gelehrte Gesellschaft" von Ludwig Tieck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185874

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