Die vorliegende Arbeit stellt eine Verbindung zwischen der sozialen Lebenslage, dem Familiensystem und den Entwicklungsprozessen in der Jugendphase her, die aufgrund der besonderen Herausforderungen der körperlichen Entwicklung sowie der Ablösungs- und Autonomiebestrebungen als besonders vulnerable Lebensphase gilt. Dabei wird am Beispiel von Essstörungen dargestellt, wie das Familiensystem im Zusammenhang mit der sozialen Lage die Entstehung der Erkrankung begünstigen kann.
Soziale Ungleichheit umfasst nicht nur die ungleiche Verteilung von wertvollen Gütern. Vielmehr drückt sie die daraus entstehenden Beeinträchtigungen in diversen Lebensbereichen aus. Soziale Ungleichheit geht immer mit höheren Belastungen und geringeren verfügbaren Ressourcen einher, was die Gesundheitschancen sozial benachteiligter Menschen maßgeblich verschlechtert.
Ein Kind wird regelrecht in eine soziale Lage hineingeboren. Seine Entwicklung ist abhängig von dem Rahmen, den sein Familiensystem und die familiäre soziale Lage ihm bereitstellt. Das Familiensystem kann eine unterstützende Wirkung auf den Entwicklungsprozess nehmen und Belastungen ausgleichen. Jedoch kann die Familie durch destruktive Interaktionsmuster auch zu einer zusätzlichen Belastung werden und den Entwicklungsprozess des Kindes einschränken. Das Wohlbefinden des Kindes beziehungsweise Jugendlichen wird somit nicht nur von der sozialen Lage beeinflusst, sondern auch von der Funktionalität seines Familiensystems.
Inhaltsverzeichnis
- Abstract
- Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Gesundheit und Krankheit
- 2.1 Die Bedeutung von Gesundheit
- 2.2 Die Bedeutung von Krankheit
- 2.3 Die Entstehung von Gesundheit und Krankheit
- 3 Erscheinungsbilder von Essstörungen
- 3.1 Anorexia nervosa
- 3.2 Bulimia nervosa
- 3.3 Binge- Eating Disorder
- 3.4 Adipositas
- 4 Soziale Lebenslagen und Gesundheit
- 4.1 Soziale Problematiken
- 4.2.1 Soziale Lage und gesundheitliche Ungleichheit
- 4.2.2 Gesundheitliche Belastungen
- 4.2.3 Gesundheitsrelevante Bewältigungsressourcen
- 4.2.4 Gesundheitliche Versorgung
- 4.2.5 Gesundheitliche Ungleichheit
- 4.3 Soziale Lage und Ernährung
- 4.4 Soziale Lage im Jugendalter
- 5 Das soziale System Familie
- 5.1 Familienformen und familiäre Beziehungen
- 5.2 Das Familiensystem in der Jugendphase
- 5.3 Funktionalität und Dysfunktionalität familiärer Strukturen
- 5.4 Familiäre Beziehungen unter dem Einfluss sozialer Lebenslagen
- 6 Die Entstehung von Essstörungen im sozialen Kontext
- 6.1 Die körperliche Entwicklung im sozialen Kontext
- 6.2 Familiendynamisches Erklärungsmodell
- 6.3 Direkte familiäre Faktoren
- 6.3.1 Esskultur und Essen als Medium
- 6.3.2 Umgang mit Gewicht und Aussehen
- 6.4 Indirekte familiäre Faktoren
- 6.4.1 Normen und Werte
- 6.4.2 Streitkultur
- 6.4.3 Ablösungsprozess und Autonomie
- 6.4.4 Trennung und Verlust eines Elternteils
- 6.5 Essstörungen als Folge der sozialen und familiären Lage
- 7 Essstörungen im Kontext der sozialen Arbeit
- 7.1 Berührungspunkte & Aufgaben der sozialen Arbeit
- 7.2 Sozialpädagogische Präventionsmöglichkeiten
- 7.3 Sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten
- 8 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialen Lebenslagen und der Entstehung von Essstörungen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Familiensystem, eingebettet in die soziale Lage, die Entwicklung von Essstörungen im Jugendalter begünstigen kann. Dabei wird die besondere Vulnerabilität der Jugendphase in Bezug auf körperliche Entwicklung, Ablösungsprozesse und Autonomiebestrebungen hervorgehoben.
- Soziale Ungleichheit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit
- Das Familiensystem als Determinante der gesundheitlichen Entwicklung
- Die Entstehung von Essstörungen im Kontext sozialer und familiärer Faktoren
- Die Rolle der sozialen Arbeit in der Prävention und Intervention von Essstörungen
- Der Einfluss von familiären Strukturen und Interaktionsmustern auf die Entstehung von Essstörungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit, wobei der Einfluss der sozialen Lage auf die Entwicklungsprozesse von Jugendlichen hervorgehoben wird. Im zweiten Kapitel werden die Begriffe Gesundheit und Krankheit terminologisch geklärt und die Entstehung von Gesundheit und Krankheit unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren erläutert.
Kapitel 3 beleuchtet verschiedene Erscheinungsbilder von Essstörungen, darunter Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge- Eating Disorder und Adipositas. Die Kapitel 4 und 5 widmen sich den sozialen Lebenslagen, ihrer Bedeutung für die Gesundheit und dem Einfluss des familiären Systems auf die Entwicklung von Jugendlichen.
In Kapitel 6 wird die Entstehung von Essstörungen im sozialen Kontext betrachtet, wobei die körperliche Entwicklung im Jugendalter, familiendynamische Erklärungsmodelle und direkte sowie indirekte familiäre Faktoren beleuchtet werden.
Schließlich geht Kapitel 7 auf die Berührungspunkte der sozialen Arbeit mit Essstörungen ein und skizziert sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Gesundheit, Krankheit, Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge- Eating Disorder, Adipositas, Familiensystem, Familienstrukturen, Jugendalter, soziale Arbeit, Prävention, Intervention.
- Quote paper
- Laura Minz (Author), 2017, Soziale Lebenslagen als Determinante der Gesundheit. Die Bedeutung von familiären Strukturen am Beispiel von Essstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185884