Kaum eine Gemütsbewegung übt so viel Faszination auf die Menschheit aus, wie die Melancholie. Seit ihrer erstmaligen Erwähnung vor über zweieinhalb Jahrtausenden bietet sie aufgrund ihrer vielseitigen Erscheinung in den Bereichen der Psychiatrie, Medizin und Philosophie Anlass zur Diskussion und wurde nahezu in jeder literarischen Epoche verarbeitet. Auch in der Bildenden Kunst stellt die Melancholie, nicht nur bei Albrecht Dürer, ein beliebtes Motiv dar.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich zunächst mit den Ursprüngen der Melancholie in den medizinischen Theorien der Antike. Nach einer Einführung in die antike Verarbeitung des Melancholiebegriffes, soll im Anschluss näher auf den physischen Auslöser, die schwarze Galle, als Bestandteil der Humoralpathologie eingegangen werden. Anhand des pseudo-aristotelischen Textfragments ‚das Problem XXX, I‘, aus dem Corpus Hippocraticum, soll der Einfluss der Melancholie auf die menschliche Natur erarbeitet werden. Es wird geprüft, inwiefern die Melancholie mit einer besonderen Begabung zusammenhängt, die dem Menschen eine gesteigerte Veranlagung zu diesem psychischen Leiden verschafft. Die These des genialen Melancholikers soll schließlich in dem Volksbuch ‚Historia von D. Johann Fausten‘ untersucht werden. Anhand einer kritischen Auseinandersetzung wird erörtert, inwiefern Melancholie als Leiden betrachtet werden sollte, oder ob sie den Betroffenen durchweg in ein positives Licht rückt. Weiterhin gilt es, die Ursachen der Melancholie in der ‚Historia von D. Johann Fausten‘ zu konkretisieren und mit den verantwortlichen Faktoren aus dem ‚Problem XXX,1‘ zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- 1. DIE ENTSTEHUNG DES MELANCHOLIEBEGRIFFES
- 1.1 Die Viersäftelehre
- 1.2 Das Problem XXX,1
- 2. DOKTOR JOHANN FAUSTEN- EIN GENIALER MELANCHOLIKER?
- 2.1 die melancholische Veranlagung
- 2.2 Krankheitsbild und Krankheitsverlauf des Doktor Johann Fausten
- 3. FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Entstehung des Melancholiebegriffes in der Antike und seiner Verarbeitung im Volksbuch ,Historia von D. Johann Fausten'.
- Die Ursprünge des Melancholiebegriffes in den medizinischen Theorien der Antike
- Die Rolle der schwarzen Galle in der Humoralpathologie
- Der Einfluss der Melancholie auf die menschliche Natur, insbesondere im Hinblick auf besondere Begabung
- Die These des genialen Melancholikers im Volksbuch ,Historia von D. Johann Fausten'
- Eine kritische Auseinandersetzung mit der Melancholie als Leiden und ihrer möglichen positiven Aspekte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Melancholie ein und beleuchtet ihre vielseitige Erscheinung in den Bereichen der Psychiatrie, Medizin und Philosophie. Die Arbeit konzentriert sich auf die Ursprünge des Melancholiebegriffes in den medizinischen Theorien der Antike, insbesondere auf die Viersäftelehre und das pseudo-aristotelische Textfragment, das Problem XXX, I'.
Kapitel 1 beleuchtet die Entstehung des Melancholiebegriffes, beginnend mit der Viersäftelehre und der Rolle der schwarzen Galle in der Humoralpathologie. Es wird untersucht, wie die Melancholie als körperliches Leiden angesehen wurde und welche somatischen Ursachen ihr zugeschrieben wurden. Das Kapitel analysiert zudem das pseudo-aristotelische Textfragment, das Problem XXX, 1', und untersucht den Einfluss der Melancholie auf die menschliche Natur und ihre mögliche Verbindung mit besonderer Begabung.
Kapitel 2 widmet sich der Figur des Doktor Johann Fausten und der Frage, ob er als genialer Melancholiker betrachtet werden kann. Es werden die Ursachen der Melancholie in der ,Historia von D. Johann Fausten' untersucht und mit den verantwortlichen Faktoren aus dem ,Problem XXX, 1' verglichen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Melancholie, Humoralpathologie, Viersäftelehre, schwarze Galle, ,Problem XXX, 1', ,Historia von D. Johann Fausten', Doktor Johann Fausten, Genialität, Leiden, psychische Krankheit, Antike, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit.
- Quote paper
- Susanne Ackermann (Author), 2008, Eine antike Melancholietheorie und ihre Verarbeitung in der "Historia von Doktor Johann Fausten"., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118597