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Kampf der Fürsten und Städte gegen niederadlige Gewalt und Fehde

Das Beispiel Sachsen im Spätmittelalter

Title: Kampf der Fürsten und Städte gegen niederadlige Gewalt und Fehde

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: cand. phil. Martin J. Gräßler (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die Fehde war während des hohen und späten Mittelalters und bis hinein in die Frühe Neuzeit
eine wichtige Legitimation, um mit Gewalt für die eigenen Interessen zu streiten. Dabei
bedienten sich Landesfürsten, Städte, selbst Bürger dieser als Rechtsmittel verstanden
Maßnahme der Austragung von Konflikten. Aber nicht diese Gruppen sollen im Zentrum der
vorliegenden Arbeit stehen, vielmehr soll eine Betrachtung der Fehde als Rechtsmittel des
Niederadels und die Bekämpfung derselben durch Landesherr und Stadt erfolgen. Dabei soll
der umstrittene Begriff des „Raubritters“ vermieden werden, welcher, obwohl ein Konstrukt
der neueren Geschichtsschreibung, zunehmend wieder in der Diskussion steht. An dieser
Stelle wird ebenjene Debatte bewusst ausgeblendet, da diese für die Betrachtung des
Kampfes, sowohl der Städte als auch der Fürsten, gegen die Gewalt des Niederadels kaum
eine Bedeutung hat. Es ist letztlich gleich, ob die Gewalt von einer rechten Fehde oder von
einem Überfall durch einen „Raubritter“ ausging. Bekämpft wurde niederadlige Gewalt
per se, sofern sie den Interessen der Städte oder des Landesherrn zuwiderlief.
Zu Beginn werden die zeitgenössischen Beweggründe benannt, die im späten Mittelalter als
Grund für eine Fehde herhalten konnten. Aber auch bei einem gewichtigen Anlass und
entsprechend gegebenen Streitfall durfte nicht sofort eine offene Feindschaft erklärt werden.
Vielmehr musste zuerst eine friedliche Beilegung des Streitfalles über Gerichte oder
Schiedsleute versucht werden. Erst mit dem Scheitern einer gütlichen Einigung konnte eine
Fehde in adligen Kreisen als rechtens angesehen werden. Mit dem Scheitern der friedlichen
Konfliktbeilegung sollte eine förmliche Ankündigung der Feindschaft erfolgen, welche
bestimmte Ansprüche in Form, Inhalt und Übergabe erfüllen musste. Der Fehdebrief schied
die Fehde vom gesetzlosen Überfall und war für die juristische Bewertung der Tat von
entscheidender Bedeutung. Aber auch in der Durchführung der Auseinandersetzung gab es,
wenngleich wenige und häufig missachtete, Regeln, die die schlimmsten Schäden gegenüber
Land und Leuten begrenzen sollten. Die Charakteristik der Fehde als Problem für Sicherheit
und Wohlstand der Städte im späten Mittelalter schließt den ersten Teil der Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Fehdeführung des Niederadels

2.1 Beweggründe für Fehdeführung

2.2 Alternative Rechtsmittel

2.3 Fehdebrief

2.4 Fehdeführung

2.5 Missbrauch der Fehde

3 Kampf gegen die Fehde

3.1 Landesherren und Städte

3.2 Einschränkung des Fehderechts

4 Einige Beispiele aus Sachsen

5 Schlussbetrachtungen

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

6.1 Quellen

6.2 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Fehde als Instrument des Niederadels im spätmittelalterlichen Sachsen sowie das koordinierte Vorgehen von Landesherren und Städten zu deren Unterbindung, um das staatliche Gewaltmonopol zu festigen.

  • Die Funktion der Fehde als vermeintliches Rechtsmittel zur Interessenwahrung.
  • Die juristischen und praktischen Kriterien einer "rechten" Fehde versus deren Missbrauch.
  • Die Interessenkonvergenz zwischen aufstrebenden Städten und Landesherren bei der Landfriedenssicherung.
  • Konkrete historische Fallbeispiele für den Kampf gegen "Raubritter" und adlige Gewaltausübung.

Auszug aus dem Buch

2.5 Missbrauch der Fehde

Das Mittel der Fehde war neben der Funktion als Rechtsmittel zur Durchsetzung von Interessen, aber auch häufig eine Legitimation für Raub und Gewalt aus Gründen der reinen Gier. Der geringste Anlass gleich ob real oder nicht, konnte für eine Fehdeeröffnung mit weitreichenden Folgen für Handel und Sicherheit genügen. Bis in die Frühe Neuzeit lassen sich organsierte und berechnete Raubzüge nachweisen, die als Fehde deklariert und aus nichtigen Gründen angesagt wurden. Das Wort „Raubritter“, auch wenn es sich bei dem Begriff durchaus um eine Konstruktion späterer Historiker und Schriftsteller handelt ist durchaus zutreffend, um die Adligen zu charakterisieren, welche unter dem Deckmantel der Fehde – häufig auch ohne – gleichsam gewerbsmäßigen Raub betrieben. Die massive Ausbreitung der Fehde und die damit verbundene Gefährdung von Sicherheit und Wohlstand war das größte Problem der Friedenssicherung im Reich.

Die Häufigkeit des Überfalls auf die langsam bewegenden Kaufmannszüge, welche wertvolle Waren geladen hatten und entsprechend reiche Beute versprachen, bedeutet zwar nicht automatisch reine Raublust und könnte durchaus im Rahmen einer rechten Fehde erfolgt sein. Dennoch sind die Brutalität und der Raub verwertbarer Güter im Zusammenhang mit der starken Ausbreitung des Fehdeführens im niederen Adel und gegen die wohlhabenden Städte zumindest ein Indiz dafür, dass die Fehde hier nicht als Rechtsmittel diente, sondern die Erwerbsgrundlage legitimieren musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung definiert das Verständnis der Fehde als Instrument des Niederadels und skizziert das Forschungsinteresse an deren Bekämpfung durch Fürsten und Städte.

2 Fehdeführung des Niederadels: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe, Rechtsgrundlagen und den oft missbräuchlichen Charakter der adligen Fehdepraxis.

3 Kampf gegen die Fehde: Es wird analysiert, wie sich Städte und Landesherren im Zuge des Aufbaus staatlicher Strukturen und der Absicherung von Handelswegen gegen das Fehdewesen verbündeten.

4 Einige Beispiele aus Sachsen: Anhand von Fallbeispielen, wie dem Oberlausitzer Sechsstädtebund oder der Burg Kriebstein, wird die praktische Umsetzung der Gewaltmonopolisierung illustriert.

5 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Fehde als Instrument in einer sich wandelnden Rechtsordnung veraltet war und durch den Ausbau staatlicher Verwaltung endgültig verdrängt wurde.

6 Quellen- und Literaturverzeichnis: Dokumentation der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Fehde, Niederadel, Raubritter, Landesherr, Städte, Landfrieden, Gewaltmonopol, Sachsen, Oberlausitz, Sechsstädtebund, Konfliktlösung, Rechtsmittel, Spätmittelalter, Territorialstaat, Fehdebrief.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Fehde als Mittel niederadliger Interessenwahrung und die Bemühungen der Territorialherren sowie Städte, diese Form der Gewalt zur Sicherung des Landfriedens zu unterbinden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die juristische Abgrenzung der Fehde von der Kriminalität, die wirtschaftlichen Motive des Adels und der Prozess der Entstehung eines staatlichen Gewaltmonopols.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich durch das gemeinsame Interesse von Stadt und Landesherr an Sicherheit und Rechtssicherheit die Bedingungen für das Ende adliger Fehdepraxis entwickelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Auswertung zeitgenössischer Quellen und aktueller geschichtswissenschaftlicher Sekundärliteratur zum Spätmittelalter.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des niederen Adels als Akteur, die Reaktionen der staatlichen Machtträger sowie spezifische Fallbeispiele aus der sächsischen Landesgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Landfrieden, Raubritter, Fehdeführung, Territorialstaat, Gewaltmonopol und die sächsische Region als Untersuchungsraum.

Welche Rolle spielte der Oberlausitzer Sechsstädtebund?

Der Bund agierte als mächtiger Zusammenschluss, der in Abwesenheit der böhmischen Landesherrschaft aktiv für Sicherheit auf den Handelsstraßen sorgte und militärisch gegen Raubnester vorging.

Warum war der "Prinzenraub von 1455" ein Wendepunkt?

Der Vorfall demonstrierte eindrücklich den Versuch des Landesherrn, die Fehde als Hochverrat zu deklarieren und durch die harte Bestrafung des Adligen den Machtanspruch des Territorialstaats über das alte Fehderecht zu stellen.

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Details

Title
Kampf der Fürsten und Städte gegen niederadlige Gewalt und Fehde
Subtitle
Das Beispiel Sachsen im Spätmittelalter
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Auf der Straße. Die Geschichte der Via regia im mitteldeutschen Raum im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
Grade
2,0
Author
cand. phil. Martin J. Gräßler (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V118632
ISBN (eBook)
9783640220595
ISBN (Book)
9783640222919
Language
German
Tags
Kampf Fürsten Städte Gewalt Fehde Straße Geschichte Raum Mittelalter Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
cand. phil. Martin J. Gräßler (Author), 2008, Kampf der Fürsten und Städte gegen niederadlige Gewalt und Fehde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118632
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