Wenn wir heute über die `68er reden, assoziieren wir eine Vielzahl von Bildern. Man denke an Straßenschlachten zwischen Polizei und rebellischen Studenten, an das legendäre Woodstock - Festival, an Che Guevara oder auch an die terroristische Vereinigung RAF. Jedoch sind diese Bilder nur Momentaufnahmen, die nur einen kleinen Ausschnitt der Studentenbewegung porträtieren und Eindrücke wiedergeben. Aber genau diese Bilder, die sich in den Gedanken der Menschen manifestiert haben, machen die Studentenbewegung zum Mythos. Der Mythos `68 ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Halbwahrheiten von Journalisten, Autoren und Alt - 68er entstanden.
Faktisch entsteht langsam eine Historisierung der Ereignisse, da die Studentenrevolte mittlerweile 37 Jahre zurück liegt. Und gerade weil die Studentenbewegung in die deutsche Geschichte eingeht, ist es von besonderer Bedeutung, die Fakten korrekt darzustellen und die Ziele und Utopien der Bewegung zu analysieren. Es kommt darauf an, die Zusammenhänge zu skizzieren .
Unumstritten ist, dass die Hochschüler die allgemeine gesellschaftspolitsche Lage in Westdeutschland beanstandeten. Diese "Ausgangslage" führt automatisch zu einer intensiveren Betrachtung der Lebensumstände, der Politik und der Gesellschaft, in der die Kritiker aufgewachsen waren und in der sie lebten. Inwiefern beeinflussten Faktoren wie die Politik Adenauers, die Teilung Deutschland oder die veralteten Strukturen an den Universitäten die Protesthaltung der Studenten?
Desweiteren kommt es darauf an, die Fakten, also das real Geschehene, zu betrachten. Der Gegenstand der Proteste lässt schließlich Rückschlüsse auf die Ziele der Studentenbewegung zu.
Weiterhin muss der Frage nachgegangen werden, was letztendlich zu einer Radikalisierung der Studentenbewegung geführt hat. Die Ignoranz der Gesellschaft? Die Berichterstattung der Medien? Oder war die "begrenzte Regelverletzung" nur Mittel zum Zweck?
Neben all den Fakten dieser ereignisreichen Zeit spielen auch die Auslöser oder Ursachen für die Studentenrevolte eine wichtige Rolle. Hierbei soll explizit der Bewältigungskonflikt der NS - Vergangenheit beleuchtet werden. Oftmals wird dieser Zwiespalt auch als Generationskonflikt bezeichnet und deshalb ist es unausweichlich, zu überlegen, inwiefern die Studentenbewegung aufgrund des Verdrängens der nationalsozialistischen Vergangenheit entfachte und ob dies zu einem Generationskonflikt führte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Politik und Gesellschaft in den 1960er Jahren.
- Die Adenauer - Ära
- Schwerpunkte des Protests
- Reform der Hochschulpolitik.
- Vietnam Krieg und Antiamerikanismus.
- Die Notstandsgesetze
- Radikalisierung der Studentenbewegung...
- Der Besuch des Schah von Persien und der Tod Benno Ohnesorgs..
- Attentat auf Rudi Dutschke und die Kampagne gegen die Springer - Presse........
- Der Bewältigungskonflikt der NS - Vergangenheit als Ursache der Studentenbewegung?!
- Zusammenfassung.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland und analysiert die Ursachen, Ziele und Folgen dieser Bewegung. Ziel ist es, die historischen Hintergründe und die gesellschaftspolitischen Entwicklungen zu beleuchten, die zur Studentenrevolte führten.
- Die politische und gesellschaftliche Situation in Westdeutschland in den 1960er Jahren
- Die Rolle der Studentenbewegung im Protest gegen die Adenauer-Ära
- Die Schwerpunkte des Studentenprotests, wie die Reform der Hochschulpolitik, der Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze
- Die Radikalisierung der Studentenbewegung und die Ereignisse, die dazu führten
- Die Bedeutung des Bewältigungskonflikts der NS-Vergangenheit als Auslöser der Studentenbewegung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Studentenbewegung der 1960er Jahre ein und beleuchtet die vielschichtigen Aspekte dieses komplexen historischen Ereignisses.
Kapitel 2 analysiert die politische und gesellschaftliche Situation in Westdeutschland in den 1960er Jahren, mit besonderem Fokus auf die Adenauer-Ära.
Kapitel 3 untersucht die Schwerpunkte des Studentenprotests, darunter die Reform der Hochschulpolitik, der Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze.
Kapitel 4 befasst sich mit der Radikalisierung der Studentenbewegung und analysiert die Ereignisse, die zu einer Eskalation der Proteste führten.
Kapitel 5 beleuchtet den Bewältigungskonflikt der NS-Vergangenheit als möglichen Auslöser der Studentenbewegung.
Schlüsselwörter
Die Studentenbewegung der 1960er Jahre, Adenauer-Ära, Hochschulpolitik, Vietnamkrieg, Notstandsgesetze, Radikalisierung, NS-Vergangenheit, Generationskonflikt.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die Hauptgründe für die Studentenbewegung der 1960er Jahre?
Gründe waren die Kritik an der Adenauer-Ära, veraltete Hochschulstrukturen, der Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze und die unzureichende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.
Welche Rolle spielte der „Bewältigungskonflikt der NS-Vergangenheit“?
Die junge Generation warf ihren Eltern das Verschweigen und Verdrängen der nationalsozialistischen Verbrechen vor, was zu einem heftigen Generationskonflikt führte.
Was löste die Radikalisierung der Bewegung aus?
Entscheidende Ereignisse waren der Tod von Benno Ohnesorg 1967 und das Attentat auf Rudi Dutschke 1968, die zu einer Eskalation der Proteste führten.
Gegen wen richtete sich der Protest besonders?
Besonders gegen die „Springer-Presse“, die als manipulativ wahrgenommen wurde, sowie gegen das politische Establishment der Bundesrepublik.
Was versteht man unter dem Mythos '68?
Die Verklärung der Ereignisse durch Medien und Zeitzeugen, die oft nur Momentaufnahmen wie Straßenschlachten oder Woodstock als das gesamte Bild der Bewegung darstellen.
- Quote paper
- Nina Heise (Author), 2005, Die Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118640