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Die Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland

Titel: Die Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland

Hausarbeit , 2005 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Nina Heise (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn wir heute über die `68er reden, assoziieren wir eine Vielzahl von Bildern. Man denke an Straßenschlachten zwischen Polizei und rebellischen Studenten, an das legendäre Woodstock - Festival, an Che Guevara oder auch an die terroristische Vereinigung RAF. Jedoch sind diese Bilder nur Momentaufnahmen, die nur einen kleinen Ausschnitt der Studentenbewegung porträtieren und Eindrücke wiedergeben. Aber genau diese Bilder, die sich in den Gedanken der Menschen manifestiert haben, machen die Studentenbewegung zum Mythos. Der Mythos `68 ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Halbwahrheiten von Journalisten, Autoren und Alt - 68er entstanden.
Faktisch entsteht langsam eine Historisierung der Ereignisse, da die Studentenrevolte mittlerweile 37 Jahre zurück liegt. Und gerade weil die Studentenbewegung in die deutsche Geschichte eingeht, ist es von besonderer Bedeutung, die Fakten korrekt darzustellen und die Ziele und Utopien der Bewegung zu analysieren. Es kommt darauf an, die Zusammenhänge zu skizzieren .
Unumstritten ist, dass die Hochschüler die allgemeine gesellschaftspolitsche Lage in Westdeutschland beanstandeten. Diese "Ausgangslage" führt automatisch zu einer intensiveren Betrachtung der Lebensumstände, der Politik und der Gesellschaft, in der die Kritiker aufgewachsen waren und in der sie lebten. Inwiefern beeinflussten Faktoren wie die Politik Adenauers, die Teilung Deutschland oder die veralteten Strukturen an den Universitäten die Protesthaltung der Studenten?
Desweiteren kommt es darauf an, die Fakten, also das real Geschehene, zu betrachten. Der Gegenstand der Proteste lässt schließlich Rückschlüsse auf die Ziele der Studentenbewegung zu.
Weiterhin muss der Frage nachgegangen werden, was letztendlich zu einer Radikalisierung der Studentenbewegung geführt hat. Die Ignoranz der Gesellschaft? Die Berichterstattung der Medien? Oder war die "begrenzte Regelverletzung" nur Mittel zum Zweck?
Neben all den Fakten dieser ereignisreichen Zeit spielen auch die Auslöser oder Ursachen für die Studentenrevolte eine wichtige Rolle. Hierbei soll explizit der Bewältigungskonflikt der NS - Vergangenheit beleuchtet werden. Oftmals wird dieser Zwiespalt auch als Generationskonflikt bezeichnet und deshalb ist es unausweichlich, zu überlegen, inwiefern die Studentenbewegung aufgrund des Verdrängens der nationalsozialistischen Vergangenheit entfachte und ob dies zu einem Generationskonflikt führte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Politik und Gesellschaft in den 1960er Jahren

2.1 Die Adenauer - Ära

2.2 Der SDS als Zentrum der Studentenbewegung

3 Schwerpunkte des Protests

3.1 Reform der Hochschulpolitik

3.2 Vietnam Krieg und Antiamerikanismus

3.3 Die Notstandsgesetze

4 Radikalisierung der Studentenbewegung

4.1 Der Besuch des Schah von Persien und der Tod Benno Ohnesorgs

4.2 Attentat auf Rudi Dutschke und die Kampagne gegen die Springer - Presse

5 Der Bewältigungskonflikt der NS - Vergangenheit als Ursache der Studentenbewegung?!

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Radikalisierung der Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Konflikt der NS-Vergangenheitsbewältigung liegt, um zu klären, inwieweit dieser als treibende Kraft für den Protest gegen die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit fungierte.

  • Die politische Ausgangslage während der Adenauer-Ära
  • Die Rolle des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS)
  • Protestschwerpunkte: Hochschulreform, Vietnamkrieg und Notstandsgesetze
  • Die Radikalisierung durch den Tod Benno Ohnesorgs und das Attentat auf Rudi Dutschke
  • Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit als Generationskonflikt

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Adenauer - Ära

Die Anfänge der Studentenbewegung in Deutschland sind auf den Beginn der 1950er Jahre zurückzuführen. Ein Mann, der diesen Zeitabschnitt politisch sowie gesellschaftlich maßgeblich geprägt hat, war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Konrad Adenauer wurde am 15. September 1949 mit einer knappen Mehrheit der Stimmen der Bundestagsmitglieder zum Bundeskanzler gewählt und am 20. September vor dem Bundestag vereidigt. Adenauer betonte in seiner ersten Regierungserklärung, dass die Bundesrepublik Deutschland nach ihrer Herkunft und Gesinnung Westeuropa zugehörig ist und dass die Teilung Deutschlands schnellstmöglich rückgängig zu machen ist. Die Ziele der anstehenden Legislaturperiode waren damit klar definiert. Der Bundeskanzler legte den Schwerpunkt seiner Regierungstätigkeit auf die Westintegration sowie Wiedervereinigung Deutschlands, um den Status eines souveränen demokratischen Staates für die Bundesrepublik Deutschland wieder zu erlangen.

Seine erste Regierung bildete eine kleine Koalition von CDU/CSU, FDP und der DP ( Deutsche Partei ) sowie der SPD als Opposition, die sich jedoch im Laufe der ersten Amtszeit Adenauers als Widersacher des Bundeskanzlers heraus kristallisierte. Erstmals äußerte sich diese "Mißgunst" der Opposition bei Abschluss des Petersberger Abkommens am 22. November 1949. Der Vertrag verpflichtete die Alliierten, die Demontage von Industriebetrieben im Ruhrgebiet zu stoppen. Adenauer erzielte damit den Abbau der hohen Arbeitslosenzahlen und legte den Grundstein zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands. Der Bundeskanzler verfolgte die Strategie, die Position Deutschlands im Ausland schrittweise zu verbessern, während die SPD den Standpunkt vertrat, dass die Bundesrepublik Deutschland von Anfang an ihre nationalen Interessen gegenüber dem Ausland geltend machen müsse. Die Opposition titulierte Adenauer als "Bundeskanzler der Alliierten" und verdeutlichte damit, dass sie den eingeschlagenen Regierungskurs nicht unterstützen werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Mythos der 68er-Bewegung und stellt die Notwendigkeit einer historisch korrekten Analyse der Ziele, Utopien und Ursachen der Studentenrevolte heraus.

2 Politik und Gesellschaft in den 1960er Jahren: Dieses Kapitel analysiert die politische Ära Adenauers und die Rolle des SDS als zentrales Organ der Studentenbewegung, welche die restaurativen Strukturen der jungen Bundesrepublik kritisierte.

3 Schwerpunkte des Protests: Hier werden die zentralen Protestfelder wie der Kampf gegen autoritäre Hochschulstrukturen, die Ablehnung des Vietnamkrieges und der Widerstand gegen die Notstandsgesetze untersucht.

4 Radikalisierung der Studentenbewegung: Das Kapitel beschreibt den Eskalationsprozess, ausgelöst durch den Schah-Besuch und den Tod Benno Ohnesorgs sowie das Attentat auf Rudi Dutschke, das die Bewegung nachhaltig prägte.

5 Der Bewältigungskonflikt der NS - Vergangenheit als Ursache der Studentenbewegung?!: Der Autor untersucht, inwiefern die unzureichende Aufarbeitung der NS-Zeit und die Kontinuitäten in Justiz und öffentlichem Dienst als Motivationsquelle für die studentische Rebellion fungierten.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die Studentenbewegung ein einzigartiges Phänomen der deutschen Nachkriegsgeschichte darstellt, das primär durch den Wunsch nach gesellschaftlicher Erneuerung und der Abkehr vom autoritären Obrigkeitsstaat getrieben war.

Schlüsselwörter

Studentenbewegung, 68er, SDS, Rudi Dutschke, Adenauer-Ära, Notstandsgesetze, Vietnamkrieg, NS-Vergangenheitsbewältigung, Generationskonflikt, Entnazifizierung, Westintegration, autoritärer Staat, Hochschulreform, Benno Ohnesorg, Springer-Presse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit behandelt die Ursachen, den Verlauf und die Auswirkungen der Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland, wobei der Fokus auf den politischen und gesellschaftlichen Kontext sowie der Rolle der Studenten als Akteure liegt.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentral sind die Regierungszeit Adenauers, die Rolle des SDS, die Proteste gegen die Hochschulpolitik, den Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze sowie die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Zusammenhänge der Studentenbewegung zu skizzieren und zu analysieren, warum es zu einer Radikalisierung der Proteste kam und welche Rolle dabei der Konflikt um die NS-Vergangenheit spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur zu den 1960er Jahren basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Analyse der Adenauer-Jahre, die inhaltliche Ausrichtung des SDS, die konkreten Protestbewegungen und deren Radikalisierung durch mediale und polizeiliche Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Wesentliche Begriffe sind Studentenbewegung, 68er, SDS, Rudi Dutschke, NS-Vergangenheitsbewältigung, Notstandsgesetze und der Generationskonflikt.

Wie wurde der SDS als "Zentrum der Studentenbewegung" definiert?

Der SDS entwickelte sich nach der Abspaltung von der SPD zu einer eigenständigen Organisation, die durch Theorien der Frankfurter Schule und ein starkes kritisches Potenzial gegen das parlamentarische System zum Motor der Revolte wurde.

Welche Rolle spielte die "Springer-Presse" bei der Radikalisierung?

Die Springer-Presse wurde von den Studenten als Feindbild wahrgenommen, da sie durch ihre einseitige Berichterstattung die Stimmung gegen die Protestierenden anheizte, was zu Kampagnen wie "Enteignet Springer" führte.

Was unterscheidet laut Autor die Studenten der 60er Jahre von der heutigen jungen Generation?

Der Autor konstatiert, dass während die 68er bereit waren, radikale Konsequenzen für ihre Ideale zu ziehen, die heutige Generation zwar oft unzufrieden ist, jedoch weniger Bereitschaft zeigt, aktiv und ausdauernd für strukturelle Veränderungen einzutreten.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Allgemeine Pädagogik)
Note
1,7
Autor
Nina Heise (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V118640
ISBN (eBook)
9783640220632
ISBN (Buch)
9783640466672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Studentenbewegung Jahre Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Heise (Autor:in), 2005, Die Studentenbewegung der 1960er Jahre in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118640
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Leseprobe aus  20  Seiten
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