Das Thema Tod in den Werken von Anne Sexton und Sylvia Plath


Magisterarbeit, 2001
83 Seiten, Note: 3
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die „Welt“ des Todes

3. Verworrene Leben; Biographisches
3.1 Von der psychischen Krankheit in den Tod: Anne Sexton
3.2 Ehrgeiz und Zusammenbruch: Sylvia Plaht

4. Beschreibungen des Todes in Anne Sextons Gedichten
4.1 Der Tod der Eltern
4.2 Abtreibung
4.3 Der erlösende Tod, nach dem sie sich sehnt
4.4 Der sterbende Jesus
4.5 Sylvia´s Death

5. Leben
5.1 Vergangenheit und Familie
5.2 Wahn, Angst und Verbitterung
5.3 Träume
5.4 Frau sein
5.5 Mutter sein
5.6 Das Leben ertragen
5.7 Live

6. The Bell Jar
6.1 Die Glasglocke
6.2 Tod/ Suizid
6.3 Die Darstellung von Frauen in The Bell Jar

7. Der Tod als häufiges Thema in Sylvia Plaths Lyrik
7.1 Der Tod im Leben
7.2 Kadaver
7.3 Der Suizid
7.4 Des Vaters Tod
7.5 Wiedergeburt

8. Durch den Tod vereint: Sylvia Plaths und Anne Sextons Freundschaft

9. Fazit

10. Literatur

1. Einleitung

Sylvia Plaht und Anne Sexton waren zwei amerikanische Dichterinnen des 20. Jahrhunderts, deren Lebenswege wie auch schriftstellerische Arbeiten Ähnlichkeiten aufweisen. Sie haben in ihrer Lyrik Themen aufgegriffen, die hauptsächlich um die Abgründe des Lebens kreisen und mit der Vielfalt des Todes verbunden werden.

Wenn man in diesem Zusammenhang über den Tod spricht, muß man auch das Leben berücksichtigen, da in den Werken der Lyrikerinnen beides eng verbunden ist, wobei die abgündigen Aspekte des Lebens eine größere Rolle zu spielen scheinen. In der vorliegenden Arbeit sollen die Darstellungen des Todes in den Gedichten von Anne Sexton und Sylvia Plaht, und in Plaths Roman The Bell Jar analysiert werden, um zu verdeutlichen, wie sie den Tod umschrieben, was an ihren Beschreibungen des Todes ähnlich ist, und warum dieses Thema für die Dichterinnen von Bedeutung war.

Sexton und Plaht schrieben über die Unerträglichkeit der Existenz, und über die Faszination des mystischen Unbekannten, zu dem der Tod gehört. In Sextons und Plaths Werken ist der Tod ein häufiges Thema; Sexton legte ihn offen dar, bei Plaht bildet er ein Rätsel. Die Lebensläufe beider Schriftstellerinnen weisen zudem erstaunliche Gemeinsamkeiten auf, was traumatische Erlebnisse in der Kindheit anbelangt, und daraus resultierende Schwierigkeiten im Erwachsenenalter. Wenn man die Biographien von Sexton und Plaht betrachtet, so stellt man fest, daß Todesfälle in den eigenen Familien einen Einfluß auf die Dichterinnen hatten. Diese Tode wurden auch in ihren Gedichten verarbeitet, wie das in Plaths Daddy der Fall ist, oder in Sextons The Truth the Dead Know.

Anne Sextons Darstellungen des Todes verdeutlichen, daß dieser ein Teil des Lebens ist, die Banalität des Alltags wird hier zum Ausdruck gebracht. Das sinnlose Leben steht hier einem Tod gegenüber, der facettenreich ist, und der auf die Sprecherin der Gedichte eine reizvolle Wirkung hat, als daß sie sich eingehend mit ihm beschäftigt. Die verschiedenen „Gesichter“ des Todes sind auch bei Plaht ein wiederkehrendes Thema. Hier spielt der Suizid eine große Rolle. In dem Roman The Bell Jar wird über den Selbstmordversuch der weiblichen Hauptperson Esther Greenwood berichtet, die sich dem Leben gegenüber auflehnend verhält. Esther ist von den Abgründen des Lebens eingenommen, sie reagiert mit Vorliebe auf mystische Zusammenhänge als auf das, was einfach ist am Leben. So erzählt Esther beispielsweise ausführlich darüber, welche Eindrücke sie hatte, als sie Leichname betrachtete. Über Kadaver wird auch in einem ihrer Gedichte, Two Views of a Cadaver Room, gesprochen. Der Suizid taucht in The Bell Jar, ebenso wie in Plaths Gedichten auf. In The Bell Jar basiert die Darstellung des Selbstmordversuchs auf tatsächlichen Begebenheiten aus Plaths Leben. Dieser Roman ist autobiographisch geprägt. Man kann davon ausgehen, daß 7Sextons Gedichte ebenfalls autobiographische Züge haben, wenn es um Umschreibungen von Todessehnsüchten und dem Wahn des Lebens geht. Erläuterungen der Lebensläufe der Lyrikerinnen verdeutlichen, daß ihr schriftstellerisches Tun mit einschneidenden Lebenserfahrungen und selbstzerstörerischen Tendenzen verbunden war.

Das Thema Tod in den Arbeiten von Sexton und Plaht weist Parallelen auf, was übertragene Bedeutungen und die Beschreibung der Vielfalt des Todes angeht. Eine Darstellung der Umschreibungen des Todes, wie sie von den beiden Schriftstellerinnen vorgenommen wurde, ist Gegenstand dieser Ausarbeitung. Die Frage, warum der Tod eine herausragende Rolle in den Werken der Lyrikerinnen gespielt hat, läßt sich aufgrund der Erläuterung der Biographien, der kritischen Beiträge zu diesem Thema, und der Analyse von Sextons und Plaths schriftstellerischen Arbeiten, beantworten.

2. Die „Welt“ des Todes

Der Tod als Thema in von Frauen verfaßter Literatur hat Tradition. Schon Virginia Woolf schrieb in ihrem ersten Roman „Die Fahrt hinaus“ (1915) über den mysteriösen Tod einer jungen Frau, die vier Wochen nach der Bekanntmachung ihrer Verlobung starb.[1] Einen weiteren Roman, „Mrs. Dalloway“, nannte Woolf „eine Studie über den Wahnsinn & den Selbstmord, darüber, wie die Welt diese beiden Anschauungen nebeneinander stellt.“[2] Somit stellt der Tod in Woolfs Romanen ein häufiges Thema dar. Auch in ihren Tagebucheintragungen setzte sich Woolf mit ihrem Todeswunsch auseinander. So heißt es in einem Eintrag vom 17. Februar 1922:

I meant to write about death, only life came breaking in as usual. I like, I see, to question people about death. I have taken it into my head that I shan´t live till 70. Suppose,, I said to myself the other day this pain over my heart suddenly wrung me out like a dish cloth & left me dead?-I was feeling sleepy, indifferent, & calm; & so thought it didn´t much matter, except for L. Then, some bird or light I daresay, or waking wider, set me off wishing to live on my own-wishing chiefly to walk along the river & look at things.[3]

Aufgrund der eingehenden Beschäftigung mit dem Tod und dem Suizid wird der Sinn des Lebens in Frage gestellt. Das Wissen um die Endgültigkeit des Todes steht dem Lebensgenuß entgegen. Woolf verlor, ebenfalls wie Plaht und Sexton, schon früh einen Elternteil, die Mutter. Es folgte eine Krankheit, und schließlich der Tod der Halbschwester Stella Duckworth. Woolfs weiteres Leben war gekennzeichnet von psychischen Erkrankungen, Depressionen, einer tiefen Melancholie, und von Selbstmordversuchen.[4] Mit 59 Jahren beging Virginia Woolf den endgültigen Selbstmord.

In einem Tagebucheintrag vom 25. Februar 1957 drückte Sylvia Plaht ihre Anerkennung für Woolfs schriftstellerische Arbeiten aus. Sie schrieb ebenfalls, daß sie sich mit ihr durch das Leiden am Leben verbunden fühlte:

... just now I pick the blesses diary of Virginia Wools which I bought with a battery of her novels Saturday with Ted. And she works off her depression over rejections from Harper´s ...by cleaning out the kitchen. And cooks haddock & sausage. Bless her. I feel my life linked to her, somehow. I love her-from reading Mrs. Dalloway for Mr. Crockett-and I can still hear Elizabeth Drew´s voice sending a shiver down my back in the huge Smith classroom, reading from To the Lighthouse. But her suicide, I felt I was reduplicating in that black summer of 1953. Only I couldn´t drown. I suppose I´ll always be overvulnerable, slightly paranoid. But I´m also so damn healthy & resilient. And apple-pie happy. Only I´ve got to write.

Sylvia Plaht fühlte sich mit Virginia Woolf verbunden, als sie feststellte, daß der Tod in deren Leben ebenfalls eine Rolle spielte und Woolf hochempfindlich war. Auch Wools Suizidität bildete eine Paralelle zu Plaths Leben.

Wenn das Leben von Woolf, Sexton und Plaht vom Tod überschattet war, der die eigenen Familienmitglieder betraf, so hatte der Tod, der im Zweiten Weltkrieg geschah, einen Einfluß auf die deutsche Dichterin Inge Müller. Ihre Bilder des Todes im Kriegskampf werden unter anderem im Gedicht Der schwarze Wagen festgehalten:

Da kommt der schwarze Wagen

Das Pferd, das geht im Schritt

Und wer allein nicht laufen kann

Den nimmt der Wagen mit.[5]

Das Sterben und die Katastrophen wurden von Müller kurz und illusionslos in dem Gedicht Nach dem Bombenangriff eingefangen: „Ein schöner Morgen! Kein Baum vorm Haus mehr/ Und kein Haus steht mehr unter den Bäumen.“[6] Wie in Der schwarze Wagen, in dem bündig das schnelle Sterben im Krieg geschildert wurde, ist auch in Nach dem Bombenangriff der Schock über die Brutalität des Angriffs, der alles zerstört hat, nüchtern zum Ausdruck gebracht.

Müller ließen die Bilder des Todes im Krieg nicht los. Sie litt zeitlebens unter depressiven Verstimmungen, trank Alkohol, und unternahm mehrere Selbstmordversuche.[7] Die Geschichte bedeutete persönliches Unglück. Müller wurde 1925 geboren, und nahm sich 1966 das Leben.

Man findet das Thema Tod ebenfalls in den Gedichten der russischen Lyrikerin Marina Zwetajewa, die 1892 geboren wurde, und 1941 Selbstmord begangen hatte. Sie stellte den Tod beispielsweise als „himmelrot“ dar, und als ein triumphales Ende des Lebens der Poetin:

...Ich weiß, himmelrot ist mein Tod.-Keine Habichtsnacht

Auf meine Schwanenseele wird Gott mir schicken.

Sanft weise ich das Kreuz ungeküßt zurück,

In den Himmel zu stürzen, noch einmal zu grüßen den Spender.

Seinem roten Riß-eines Antwort-Lächelns Schnitt...

-Poet bleibe ich noch im letzten Röcheln vorm Ende![8]

Zwetajewa stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus, ihre Mutter starb früh an Tuberkulose. Als Erwachsene lebte sie für einige Zeit in Berlin und Prag, verbrachte aber die Jahre bis zu ihrem Tod in Rußland. Sie verfaßte Gedichte, Poeme, Versepen, und Theaterstücke.[9] Ihre hohen Ideale und große Erwartungen an die eigene Person waren ausschlaggebend für die Art, wie sie sich darstellte und arbeitete. Es überrascht, daß eine Dichterin wie Zwetajewa, die nach außen hin die selbstbewußte und erfolgreiche Frau verkörperte, sich das Leben nahm.

Anne Sexton und Sylvia Plaht waren demnach nicht die ersten Schriftstellerinnen, die sich in ihren Arbeiten mit dem Tod beschäftigten. Die Zuwendung von weiblichen Autorinnen den Abgründen des Lebens gegenüber scheint aus der Hilflosigkeit dem harten Alltag gegenüber heraus zu entstehen, wie das beispielsweise bei der vom Tod ihrer Mutter und Halbschwester geprägten Virginia Woolf der Fall war. Die traditionelle Darstellung des Todes in der Lyrik ist unter anderem von persönlichen traumatischen Erlebnissen von Poeten beeinflußt.

Der Drang zum Tod ist eines der Themen, die in Anne Sextons Gedichten wiederkehren. Daneben gibt es die kindlichen Phantasien, die in ihren unverarbeiteten frühen Traumatas angesiedelt sind, ebenso wie Liebesgedichte, die vorrangig über das Leiden im Lieben berichten.[10] Liest man Sextons Gedichte, wird deutlich, daß nichts am Leben einfach ist, und daß der Tod als Erlöser des menschlichen Leidens betrachtet werden kann.

Im Gedichtband Transformations findet man eine umgewandelte Bedeutung von Märchen. Sexton verlieh beispielsweise Dornröschen das Dasein eines elenden, von Medikamenten betäubten, menschlichen Wracks. Dieses Geschöpf ist zwar noch am Leben, gleicht aber eher einer Toten.[11] Sexton zog in ihrer Lyrik Parallelen zu ihrem Privatleben, auch dann wenn sie über die Hexe schrieb, der sie den Namen „Anne“ gab. Vermutlich fand das erwachsene Dornröschen keinen Prinz, sondern die Vorstellung des inzestösen Vaters, wenn sie nach dem Glück im Leben suchte. Diese Ahnung des sexuellen Mißbrauchs war ein Auslöser für das betrübte Leben, das schon seit der Kindheit vom Leiden überschattet war.

Sexton kämpfte mit dem Leben, und wollte den Tod ergründen. Das Motiv durchzieht wie ein roter Faden all ihre Gedichtbände. Der Suizid wird in den Gedichten Wanting to Die (1964), Suicide Note (1965), oder in Sylvia´s Death (1966), beschrieben. Sexton bevorzugte in ihren Gedichten zumeist die Schreibweise eines dramatischen Monologs, der Schlußfolgerungen auf das persönliche Leiden einleitet.[12] Tatsächlich ist die Sprecherin der Gedichte sosehr von ihrer eigener, dem Tod zugewandten Lebensperspektive, dem Selbstmitleid und der psychischen Krankheit eingenommen, daß sie vergißt, daß es Menschen gibt, die sie in einem anderen, positiveren Licht betrachten, als sie selbst dies tut. Ihr Ehemann und ihre Kinder glaubten an sie, und waren aus der Sicht der Sprecherin dem Leben bejahend zugetan.[13] In Live or Die, der Gedichtsammlung, in der das mit dem Tod verbundene Leben diskutiert wird, gelang die Sprecherin zu der Erkenntnis, daß sie durch ihre Sicht auf die weltlichen Dinge von Anderen isoliert war, und nicht verstanden wurde. Während andere Menschen sich hauptsächlich damit beschäftigten, das Leben zu leben, ohne es in Frage zu stellen, war die Sprecherin in Sextons Gedichten durch ihre Analyse des Todes und des Sinns des Lebens daran gehindert, ein unbezwungenes Leben zu führen. So heißt es in Man and Wife (Live or Die):

We are not lovers.

We do not even know eachother.

We look alike

but we have nothing to say

...

we can only hang on.[14]

Beziehungen zwischen Menschen, beispielsweise die Ehe, stellen keinesfalls eine Erleichterung dar. Vielmehr werden sie als befremdend empfunden, weil sie nur eine Pflicht bedeuten, das Versprechen, einander zu ertragen, obwohl man sich eigentlich nicht ausstehen kann. Ablehnung gegenüber den Freuden des Lebens in Sextons Gedichten ist kennzeichnend für ihre Beschreibung des Lebens. Alles, was zu einfach ist, und nicht hinterfragt werden kann, scheint an Attraktivität zu verlieren. Dem gegenüber steht der Tod, das mysteriöse Ende des Lebens, dem die Sprecherin zugetan ist. Er ist nicht nur aus ideologischen Gründen anziehend, sondern auch deshalb, weil der Tod als Thema es der Lyrikerin ermöglicht, gut zu leben.[15] Sexton wählte als Epigraph für The Death Notebooks (1974) den von Ernest Hemingway verfaßten Satz: “Look, you con man, make a living out of your death.“ In diesem Zusammenhang war die Sprecherin von Sextons Gedichten die Schwindlerin, die sich selbst und die Leser auszutricksen versuchte. Die Lyrikerin verdiente mit ihren Beschreibungen des Todes Geld. Das Leben war für sie eng mit dem Tod verbunden, als daß er für sie eine attraktive Möglichkeit der philosophischen Auseinandersetzung darstellte, ebenso wie die Hoffnung einer Erlösung aus dem qualvollen Leben, und nicht zuletzt es der Poetin ermöglichte, einträglich zu leben.

Man kann sogar soweit gehen, zu behaupten, daß für die Sprecherin das Leben den Tod bedeutet. Vom Anbeginn des Tages bis zum Sonnenuntergang behält sie ihn in O ye Tongues (The Death Notebooks) in ihren Gedanken.[16] Die Sprecherin in Sextons Gedichten vermittelt die Ansichten einer Frau über den Wahn des Lebens und über den Tod. Anders als Sylvia Plaht, war Sexton an Assoziationen interessiert. Ihre Lyrik steht im Zusammenhang zu ihrem Leben.[17] Ihr schriftstellerisches Arbeiten war auch Teil ihrer Therapie. Man bedenke, daß Sexton erst mit etwa 28 Jahren auf den Rat eines Psychiaters hin mit dem Verfassen von Lyrik begonnen hatte, nachdem sie ihren ersten Selbstmordversuch unternommen hatte.[18]

Sylvia Plaths Anliegen war nicht, in ihren Werken detailiert auf die Tatsachen ihres Lebens, wie beispielsweise ihr Geburtsdatum, die Scheidung ihrer Eltern, etc., einzugehen. Plaht zog in ihren schriftstellerischen Arbeiten Parallelen zum bewußten Erleben und Wahrnehmen der Realität.[19] Zu diesem realen Leben gehören politische Ereignisse ebenso wie die unlogische Funktionsweise von Emotionen. Das Leben beinhaltet auch den Tod als dessen endgültigen Bestandteil. Während Plaht immer wieder zum Thema Tod zurückkehrte, schien sie sich weniger dem Leben zu widmen.[20] Aus dem Prozeß der „Umwandlung des Selbst“ wurde deshalb die „Vernichtung des Selbst“.[21] In der Tat ist Plaths Lyrik von wiederkehrenden Symbolen und düsteren Landschaften des Todes ebenso wie von der Sinnsuche des Lebens geprägt, die eine Rückführung in die Kindheit beinhaltet. Joyce Carol Oates behauptete:

The experience of reading her (Plath´s) poems deeply is a frightening one: it is like walking to discover one´s adult self, grown to full height, crouched in some long-forgotten childhood hiding place, one´s heart pounding senselessly, all the old rejected transparent beasts and monsters crawling out of the wallpaper...I cannot emphasize strongly enough how valuable the experience of reading Platt can be, for it is a kind of elegant “dreaming-back“, a cathartic experience that not only cleanses us of our pesonal and cultural desires for regression, but explains by way of ist deadly accuracy what was wrong with such desires.[22]

Das Lesen von Plaths Werken löst eine Veränderung im Leser aus. Es kann ihn in seine Kindheit zurückleiten, und verdrängte Ängste aufleben lassen, es kann auch die Furcht vor dem Tod bewußt werden lassen, oder die Faszination über den Tod erwecken. Plaths Lyrik ist von enormer Kraft.

Die Sprecherin in Plaths Gedichten ist eine passive Zeugin des turbulenten Lebens, das auch Ängste in ihr hervorruft.[23] Sie verkörpert die universelle Lebenskämpferin.[24] Neben der Selbst-Genügsamkeit und dem Ausdruck der eigenen Sichtweise der Sprecherin findet man mystische Symbole des Todes in den Landschaften, wie z.B. am See, an dem schwarzen Himmel, etc. Der tote Vater, der wie ein höheres Wesen dargestellt wird, ist der Tote aus dem Jenseits, dem gegenüber die Sprecherin ambivalente Gefühle hat.[25]

In Plaths Werken taucht das Symbol „Glasglocke“ auf. In The Bell Jar zirkuliert diese über der Hauptperson Esther Greenwood. In dem Gedicht Death & Co ist die Glasglocke vom Tod überschattet:

I do not stir.

The frost makes a flower,

The dew makes a star,

The dead bell,

The dead bell.

Somebody´s done for.[26]

Die Glasglocke als Symbol des Lebens wird hier mit dem Tod assoziert. Das „tote“ Leben ist also eine alltägliche Erscheinung. Die Sprecherin akzeptiert die Verknüpfung des Lebens mit dem Tod. Sie nimmt die Haltung der passiven Beobachterin ein. In ihrer Passivität und der Verbundenheit mit dem Tod findet sie sich als einsame Person im Universum wieder. So war die Sprecherin eine Frau, die sich dem Tod verschrieben hatte und durch ihn eine Wandlung erfuhr. Diese Transformation verursachte eine veränderte Sicht auf das Leben. Man verstand nun das Leben als ein vom Tod erfülltes Dasein.

Plaths Arbeiten zum Thema Tod verdeutlichen, daß der Tod und das Leben einander ergänzen. Menschen leben und sterben, und diese Tatsache muß hingenommen werden, weil sie zur Realität gehört.[27] Nichtsdestotrotz bleibt der Tod ein Rätsel. Es wird darüber spekuliert, wie der Tod sein mag. Die Sprecherin sehnt sich nach ihm, und nimmt auch häufig an, daß man nach dem Tod Frieden und Erleichterung erfährt.[28]

In Plaths Gedichten besteht ein Zusammenhang zwischen dem Tod und dem See.[29] Plaht verbrachte ihre Kindheit am Meer. Hier kann der Schlüssel zu den Todesphantasien am Wasser liegen. Im allgemeinen kann man in ihren Beschreibungen des Todes eine gewisse Ambivalenz beobachten; es besteht Angst vor dem Tod ebenso wie eine Faszination ihm gegenüber. Wie in Daddy, in dem die Sprecherin den toten Vater haßt, und ihn gleichzeitig nicht vergessen kann, wird sie immer wieder in den Sog des Todes hineingezogen. Der Todesgedanke läßt sie nicht los.

Plaht verneinte die vermeintlichen „guten“ Seiten des Lebens, um sich dem Tod widmen zu können.[30] Es ist eine Herausforderung, dem Leben zu entfliehen, und sich eine neue Identität zu schaffen. Dieses Ziel scheint die Sprecherin in Plaths Lyrik angestrebt zu haben. Vom realen Leben gelangweilt oder durch das Leben enttäuscht, wendet sie sich von ihm ab, taucht in den Tod ein, und erlebt eine Transformation. Der Tod und das Leben sind letztendlich nicht wirklich miteinander im Einklang, denn wenn man mit dem Leben zufrieden ist, scheint der Tod unwichtig. Beides läßt sich jedoch ergänzen. Der Tod schließt sich dem Leben als dessen Ende an. Platt hinterfragte das Leben, und entschloß sich für den Tod.

In diesem Zusammenhang taucht zwangsläufig die Frage auf, was ein so eingehendes Interesse an der Beschäftigung mit dem Tod verursacht haben kann. Man zieht Vergleiche zu denen von persönlichen Katastrophen überschattenen Leben der Lyrikerinnen und ihren autobiographisch geprägten Werken, um ihre Zuwendung zum Tod zu ergründen.

3. Verworrene Leben; Biographisches

3.1 Von der psychischen Krankheit in den Tod: Anne Sexton

Anne Gray Harvey wurde am 9. November 1928 in Newton, Massachussetts, geboren. Zu ihren Lebzeiten wurden die Gedichtbände To Bedlam and Part Way Back (1960), All My Pretty Ones (1962), Selected Poems (1964), Live Or Die (1966), Love Poems (1969), Transformations (1971) und The Death Notebooks (1974), veröffentlicht. Nach ihrem Selbstmord erschienen The Awful Rowing toward God (1975), 45 Mercy Street (1976), Words for Dr. Y (1978), und The Complete Poems (1981).[31] Sexton glaubte, daß die Verknüpfung ihres Privatlebens mit dem poetischen Schaffen ihre Gedichte interessanter machte.[32] Maxine Kumin, eine Freundin Sextons, die sie im September 1957 bei einem Poesie-Seminar an der Bostoner Universität kennengelernt hatte, schrieb im Vorwort zu The Complete Poems: “no other American poet in our time has cried aloud publicly so many private details...“[33] Kumin, die bis zum Tod von Sexton ihre Freundschaft zu ihr aufrechterhielt, beschreibt Sexton als eine von der Vergangenheit gezeichnete Frau, die es verstand, ihre Gedichte glanzvoll in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sexton genoß die Aufmerksamkeit des Publikums.[34] Ihre äußere Erscheinung mag das Bild einer attraktiven und erfolgreichen Poetin vermittelt zu haben, doch dahinter steckte auch ein enttäuschtes Kind, das von den Eltern mit Gleichgültigkeit und Ablehnung behandelt wurde.[35] Sexton behauptete, ungewollt auf die Welt gekommen zu sein. Desweiteren war sie davon überzeugt, daß ihre Schwester sie mit Neidgefühlen als Konkurrentin empfand. Auch von ihren Schullehrern war sie enttäuscht, da diese ihre Intelligenz nicht erkannt zu haben schienen, und sie ungeduldig als ein schwieriges Kind abtaten.[36] In der Tat legte Sexton schon in der Kindheit ein Verhalten an den Tag, das es nicht einfach machte, mit ihr auszukommen. So sagte eine Bekannte aus den früheren Jahren:

It was hard to be Anne´s friend,...all of her followers were of the slave variety. Even at this early age, she created her own dramatic works and cast herself in the starring roles. Often a source of family irritation, she was forever leaping from room to room with one purpose in mind-to be noticed. Her parents threw their hands at Anne´s pranks...Constantly defying adult authority, she ate cake in her bedroom, threw rotten apples at the ceiling, and rummaged through Blanche´s dresser drawers in secret.[37]

Anne lehnte sich gegen das Feindbild Familie auf, betrachtete sich selbst als ein unerwünschtes Kind, und entwickelte so eine Haltung den Menschen gegenüber, die von Machtgefühlen, Dominanz, und einer eigenen, unerschütterlichen Identität geprägt war, die sie mit allen Mitteln schützte. Das in der Kindheit auferlegte, eigenwillige Verhalten kennzeichnete ihren weiteren Lebensweg. Die einzige Familienangehörige, der Sexton nicht ablehnend gegenüberstand, war die Großtante Anna Dingley, von ihr „Nana“ genannt. Sie starb 1954 im Alter von 86 Jahren, nachdem sie jahrelang an psychischen Störungen gelitten hatte. Nanas Tod war ein Schock für Sexton: “My Nana went crazy when I was thirteen...I blamed myself for her going becuase she lived with our family and was my only friend.“[38] Schuldgefühle und Trauer, die den Tod Nanas begleiteten, lösten in Sexton eine Erschütterung aus, die sie in ihrer Dichtung festhielt, wie beispielsweise im Gedicht Foreign Letters (To Bedlam and Part Way Back): “I knew you forever and you were always old,/ soft white lady of my heart.“[39]

Als Jugendliche besuchte Sexton die öffentliche Schule in Wellesley. Mit 17 Jahren wurde sie an der Mädchenschule Rogers Hall in Lowell, Massachussetts, aufgenommen. 1947 erwarb sie dort einen Abschluß und wurde im selben Jahr an der Garland School in Boston eingeschrieben, einer “finishing school“ für Frauen.[40] Sie genoß keine Universitätsausbildung.

1948, im Alter von 19 Jahren, lernte Anne Alfred Muller Sexton II kennen, einen Studenten an der Colgate Universität. Im selben Jahr fand die Heirat statt. Während ihrer Ehe hatte Sexton ihren zweiten depressiven Schub erlitten. Der erste Nervenzusammenbruch erfolgte im Jahr 1954, in dem Jahr des Todes der geliebten Nana.[41] 1955, nach der Geburt ihrer zweiten Tochter, wurde Sexton aufgrund ernsthafter psychischer Störungen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, ihre Kinder lebten derweil bei den Eltern des Ehemannes. Die Trennung von den Kindern bedeutete für Anne einen schmerzhaften Verlust; an ihrem Geburtstag im Jahr 1956 beging sie ihren ersten Selbstmordversuch.[42] Dr. Martin Orne war der Psychiater, der sie nach dem ersten versuchten Suizid betreute. Er drängte sie, sich intellektuell zu betätigen, und sich dem Schreiben von Gedichten zu widmen.[43] You, Doctor Martin ist das Gedicht in Bedlam, Part Way Back, das aus der Begegnung mit Orne heraus entstanden ist.

Als Dichterin hatte Sexton Erfolg, doch litt sie immer an Depressionen und anderen psychischen Problemen. Maxine Kumin behauptete:

I am convinced that poetry kept Anne alive for the eighteen years of her creative endeavours. When everything else soured; when a succession of therapists deserted her for whatever good, poor, or personal reasons; when intimates lost interest or could not fulfill all the roles they were asked to play; when a series of catastrophes and physical illnesses assaulted her, the making of poems remained her one constant.[44]

Im Schreiben fand Sexton eine Möglichkeit, ihre gebrochene Seele darzulegen, ihre Gedichte sind geprägt vom Leiden und dem Tod. Sie bezeichnete psychiatrische Einrichtungen als “summer hotel“ oder “sealed hotel“. Der Tod der Mutter und des Vaters im Jahr 1959 war ein katastrophaler Einschnitt in Sextons Leben.[45] Sie fühlte sich für den Tod ihrer Eltern schuldig, da ihre Mutter noch vor ihrem Tod äüßerte, wegen Sexton an Krebs erkrankt zu sein.[46] In den nächsten Jahren erlebte sie einen weiteren Todesfall. Ihr Schwiegervater verunglückte 1960 tödlich bei einem Autounfall.[47] In einem Brief drückte sie die Trauer über die vielen Toten in ihrem Verwandtenkreis aus: “So many dead. I am tired. But I continue. I am not well yet. But hope I´ll make it. “[48] Über den Selbstmord Sylvia Plaths (1963), die zu ihrem Freundeskreis gehörte, schrieb sie: “She had the suicide inside her. As I do. As many of us do. But, if we´re lucky, we don´t get away with it and something or someone forces us to live.“[49]

Sexton schien keine Begeisterung für exotische Reisen zu haben. Über die Safari in Afrika, die sie kurz nach ihrem zweiten Selbstmordversuch im Juli 1966 gemeinsam mit ihrem Mann unternahm, und die von einem Stipendium finanziert wurde, das Anne gewährt wurde, sagte sie, daß es nichts weiter war als „Fliegen, Dreck, und Blut“.[50]

Am 38. Geburtstag stürzte Sexton in ihrem Haus eine Treppe herunter, und brach sich die Hüfte. Diese Erfahrung diente als Grundlage für das Gedicht The Break (Love Poems):

So I fell apart. So I came all undone.

Yes. I was like a box of dog bones.

But now they´ve wrapped me in like a nun.

Burst like firecrackers! Held like stones![51]

Sexton erhielt für ihre Lyrik vielfältige Auszeichnungen. Für Live Or Die erhielt sie den Pulitzer Preis, desweiteren lehrte sie am Radcliffe College, an der Harvard Universität[52], und an weiteren amerikanischen Universitäten. Der berufliche Erfolg war groß, doch Sextons psychischer Zustand verschlimmerte sich zunehmends. Ihre Tochter bemerkte, daß Sexton in den Jahren 1967-1970 besonders suizid-gefährdet war.[53]

Maxine Kumin schrieb über die Poetin Sexton, daß sie stets darauf bedacht war, ihre Gedichte den eigenen Maßstäben entsprechend an die Öffentlichkeit zu bringen. So kämpfte sie, ein Bild, oder ein Wort im Gedicht zu behalten, obwohl Andere, die an der Korrektur beteiligt waren, eine Veränderung befürworteten.[54] So sehr sie glaubte, sich in ihrer Arbeit durchsetzen zu müssen, bereute sie, keinen Universitätsabschluß erworben zu haben.[55] Kumin erinnerte sich, daß Sexton viel las, insbesondere psychiatrische Texte von Freud, Theodore Reik, Philip Rieff, Helena Deutsch, Erik Erikson, und Bruno Bettelheim. Desweiteren las sie Werke von Dostojewski, Kafka und Thomas Mann.[56] Ihre absolute Lieblingslektüre waren jedoch die Märchen der Gebrüder Grimm und von Andersen, die ihre Nana ihr in der Kindheit vorlas.[57] Die Märchen verleiteten sie dazu, nach psychologischen Entsprechungen zu suchen.[58] Im Gedichtband Transformations (1971) findet man bekannte Märchenfiguren, die eine umgewandelte Identität aufweisen. Weibliche Figuren sind beispielsweise die Hexe, die Stiefmutter, die Prinzessin, Dornröschen, und die Schneekönigin. Desweiteren tauchen in Transformations der Froschkönig und Rumpelstilzchen auf.[59] Der Unterschied in Sextons Umschreibungen von Märchenfiguren besteht in ihrer Analyse der psychologischen Bedeutung dieser Figuren, und in der Assoziation zu eigenen Kindheitserfahrungen. So durchleuchtete sie in Snow White and the Seven Dwarfs die Beziehung zwischen Schneewittchen und der Schwiegermutter. In Rumpelstiltskin wird das Bild des asexuellen, furchterregenden Rumpelstilzchen dargestellt. In The Frog Prince wird der Ekel vor Fröschen ausgedrückt, der die Sprecherin dazu verführt, Frösche zu töten: “I´ll take a knife/ and chop up frog.“[60] Der Frosch symbolisiert männliche Genitalien, und den sexuellen Mißbrauch:

Frog is my father´s genitals.

...

Frog has boil disease

and a bellyful of parasites.

He says: Kiss me. Kiss me.[61]

In der Therapie bei Dr. Orne legte Sexton Verhaltensweisen an den Tag, die einen sexuellen Mißbrauch durch den Vater andeuteten. Diane Wood Middlebrook schrieb: „Aus welchem Grund auch immer nahm ihr eigener Fall insofern eine dramatische Entwicklung, als sie sich gern in die Rolle der übertrieben unartigen Elizabeth hineinzuversetzen begann, und in Trance, sei es Phantasie oder Erinnerung, von einem inzestösen Erlebnis mit dem Vater erzählte.“[62] Orne stand dieser Aussage Sextons skeptisch gegenüber, denn sie war sich des Wahrheitsgehaltes der von Elizabeth geäußerter Dinge unsicher. Ein klarer sexueller Mißbrauch stand nicht fest. Er beruhte nur auf Vermutungen, doch war er nicht ganz auszuschließen, denn Sexton zeigte einige Verhaltensauffälligkeiten, die auf einen Mißbrauch deuteten. So war sie der Meinung, eine gute Prostituierte werden zu können, da sie davon überzeugt war, auf Männer besonders verführerisch zu wirken. Sie war auch an Literatur zum Thema Inzest interessiert. Orne stellte nach der Befragung von Sextons Familienmitgliedern die Vermutung auf, daß es unwahrscheinlich ist, daß ein Mißbrauch durch den Vater geschehen war. Er schloß aber die Möglichkeit nicht aus, daß es Nana gewesen ist, die Anne sexuell mißhandelt hat.[63] Da die Erinnerung Sextons nicht so weit in ihre Kindheit zurückreichte, und ihre Äußerungen zu diesem Thema widersprüchlich waren, blieb die Frage des Inzest weitgehend ungeklärt.

Der Tod taucht in Transformations nur im Gedicht Godfather Death auf. Ansonsten vermittelt das Gedichtband Sextons Auffassungen von Märchen. Ihre “umgewandelten“ Märchen sind gekennzeichnet von psychologischen Assoziationen, die mit den Märchenfiguren verbunden werden.

Sextons Verarbeitung von durchlebten Traumata kennzeichnet ihre schriftstellerischen Arbeiten. So entwickelte sie eine eigenständige Art der Poesieverfassung, die ihren Gedichten eine selbständige Note verlieh. Desweiteren beschäftigte die sich mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Kumin schrieb, daß Sexton sich ironischerweise “Ms. Dog“ nannte. Die Umwandlung des Wortes “dog“ in “God“ drückte aus, daß Sexton durch die eigene Arbeit Erfolg erlangte, und eine eigenständige Frau war.[64] Sie war das Vorbild der nach Emanzipation strebenden Frauen.

Letztendlich wurde Sexton von den psychischen Störungen eingeholt. Im Jahr 1973 ließ sie sich gegen den Rat ihrer Therapeuten scheiden; das Alleinsein wirkte sich negativ auf ihr Befinden aus.[65] Im Frühjahr 1974 unternahm sie den dritten Selbstmordversuch, den sie überlebte.[66] Das letzte Jahr ihres Lebens verbrachte sie größtenteils im McLean Krankenhaus. Am 4. Oktober 1974 beendete Anne Sexton endgültig ihr Leben.

3.2 Ehrgeiz und Zusammenbruch: Sylvia Plaht

Sylvia Platt wurde am 27. Oktober 1932 in Boston geboren. Zu Lebzeiten wurde eine ihrer Gedichtsammlungen The Colossus and Other Poems (1960) veröffentlicht. Plaths einziger Roman, The Bell Jar, ist unter einem Pseudonym im Januar 1963 herausgegeben worden, unter Plaths Namen ist das Buch nach ihrem Tod im Jahr 1966 erschienen. Desweiteren sind nach ihrem Suizid weitere Gedichtbände veröffentlicht worden: Ariel (1965), Crossing the Water, und Winter Trees (1971). Die Tagebücher Plaths wurden unter Letters Home 1975 herausgebracht.

Sylvia Plaths Leben ist von erheblichem Interesse, da es durch einen plötzlichen und selbsterwählten Tod gekennzeichnet ist. Plaths Gedichte und die Hauptfigur des Romans The Bell Jar, Esther Greenwood, verleiten zur Assoziation zu Plaths Leben. Die Beschäftigung mit ihrem Lebenslauf trägt zum besseren Verständnis ihrer schriftstellerischen Arbeiten bei.

Plaht war zeit ihres Lebens vom Wasser fasziniert. Sie verbrachte ihre Kindheit am Meer der Atlatikküste im Norden von Boston; diese Orte der frühen Jahre prägten sie nachhaltig. So schrieb sie im Tagebuch: “my ocean-childhood... is probably the foundation of my consciousness.“[67]

[...]


[1] E. Bronfen, „Virginia Woolf-„Ich wollte über den Tod schreiben, doch das Leben fiel über mich herein“, in: „Nun breche ich in Stücke...“ ;Leben, Schreiben, Suizid, 32.

[2] ibid., 35.

[3] ibid., 31.

[4] ibid., 30.

[5] H. Müller, „Die Nacht sie hat Pantoffel an“, Der Todesfleck in den Gedichten von Inge Müller“, in: „Nun breche ich in Stücke...“, Leben, Schreiben, Suizid, 174.

[6] ibid., 175.

[7] ibid., 180.

[8] I. Rakusa, „Marina Zwetajewas grundsätzliches Nein“,in: „Nun breche ich in Stücke..., 67f.

[9] ibid., 54.

[10] E. Bronfen, „Die schillernden Transformationen der Anne Sexton“, in: Nun breche ich in Stücke..., 119.

[11] ibid., 127ff.

[12] C.King Barnard Hall, Anne Sexton, 63.

[13] ibid., 70f.

[14] Anne Sexton, The Complete Poems, 116f.

[15] C. King Barnard Hall, Anne Sexton, 131.

[16] ibid., 146.

[17] J. Rosenblatt, Sylvia Plath, The Poetry of Initiation, 160f.

[18] E. Bronfen, Die schillernden Transformationen der Anne Sexton, in: Nun breche ich in Stücke..., 120.

[19] J.Rosenblatt, Sylvia Plath, The Poetry of Initiation, 161f.

[20] ibid., 161.

[21] ibid., 161.

[22] J.C.Oates, “The Death Throes of Romanticism“, in: P.Owen, The Poetry of Sylvia Plath, 214.

[23] ibid., 216.

[24] J.Rosenblatt, Sylvia Plath, The Poetry of Initiation, 107.

[25] ibid., 119ff.

[26] ibid., 134.

[27] I. Melander, The Poetry of Sylvia Plath, A Study of Themes, 83.

[28] ibid., 86.

[29] ibid., 89.

[30] C.Scheerer, “The deathly Paradise of Sylvia Plath“, in: P.Owen, Sylvia Plath, The Woman and the Work, 167.

[31] C.King Barnard Hall, Anne Sexton,

[32] ibid., 1.

[33] M.Kumin, “Introduction“, in: A.Sexton, The Complete Poems,

[34] ibid,

[35] ibid.,

[36] ibid.,

[37] C.King Barnard Hall, Anne Sexton, 3.

[38] ibid, 3.

[39] A.Sexton, The Complete Poems, 9ff.

[40] C.King Barnard Hall, Anne Sexton, 3.

[41] A.Sexton, The Complete Poems,

[42] ibid.,

[43] ibid.,

[44] ibid.,

[45] C.King Barnard Hall, Anne Sexton, 6.

[46] ibid., 6.

[47] ibid., 7.

[48] ibid., 7.

[49] ibid., 7.

[50] ibid., 8.

[51] A.Sexton, The Complete Poems, 190f.

[52] C.King Barnard Hall, Anne Sexton, 8f.

[53] ibid., 8.

[54] A.Sexton, The Complete Poems,

[55] ibid.,

[56] ibid.,

[57] ibid.,

[58] ibid.,

[59] ibid.,

[60] A.Sexton , The Complete Poems, 282.

[61] ibid., 281ff.

[62] D. Wood Middlebrook, Zwischen Therapie und Tod, Das Leben der Dichterin Anne Sexton, 91.

[63] ibid., 96f.

[64] A. Sexton, The Complete Poems,

[65] ibid.,

[66] ibid.,

[67] C. K. Barnard, Sylvia Plath, 13.

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Das Thema Tod in den Werken von Anne Sexton und Sylvia Plath
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
3
Jahr
2001
Seiten
83
Katalognummer
V118671
ISBN (eBook)
9783640219308
ISBN (Buch)
9783640219452
Dateigröße
760 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thema, Werken, Anne, Sexton, Sylvia, Plath
Arbeit zitieren
Anonym, 2001, Das Thema Tod in den Werken von Anne Sexton und Sylvia Plath, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118671

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