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Krieg, Zerstörung, Leid - und wer schreibt für die Kinder?

Erich Kästners Kinder- und Jugendliteratur der Nachkriegszeit

Title: Krieg, Zerstörung, Leid - und wer schreibt für die Kinder?

Seminar Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Torben Fischer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Ein Vorwort ist für ein Buch so wichtig und so hübsch wie ein Vorgarten für ein Haus.“ Erich Kästner gilt bis heute als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kinderbuchautoren. Kästners nationaler und internationaler Erfolg wird wohl nur von den Gebrüdern Grimm und ihrer Sammlung deutscher Volksmärchen übertroffen. Seine Kinderbücher wurden in über 60 Sprachen übersetzt und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Werke wie „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“, „Das doppelte Lottchen“ oder die Nacherzählungen „Münchhausen“, „Till Eulenspiegel“ und „Der gestiefelte Kater“ haben weder an Aktualität der behandelten thematischen Stoffe noch an Spannung und Unterhaltsamkeit eingebüßt. Dass über seinen Erfolg als Kinderbuchautor, Kästners allgemeinliterarisches Werk oft in Vergessenheit gerät und er gerade im Ausland lediglich als Kinderbuchautor angesehen wird, ist in gewisser Weise bedauerlich, denn seine Zeitungsartikel, Gedichte, Chansons, Kabarettstücke und vor allem sein weltbekanntes Werk „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“, verdeutlichen die Vielfältigkeit und literarische Größe des Asphaltliteraten und Gebrauchslyrikers. Doch im rechten Licht betrachtet, schmälert dies keineswegs die literarischen Leistungen Erich Kästners, der mit Fug und Recht als ein exemplarischer Autor des 20. Jahrhunderts angesehen werden kann. Im Bewusstsein um sein vielseitiges Wirken als sprachgewandter Satiriker, Moralist, Gesellschaftskritiker und Utopist beschäftigt sich die vorliegende Arbeit dennoch primär mit Kästners Schaffen als Kinderbuchautor. Dies erfolgt im Kontext und unter Berücksichtigung der gesellschaftlich-moralischen und pädagogisch-politischen Vorstellungen die Kästner in seinen Kinder- und Jugendbüchern vermitteln wollte. Dass es Kästner dabei um mehr ging als einzig und allein unterhaltende Lektüre für Kinder zu verfassen, zeigt sich vor allem in seinen Kinder- und Jugendbüchern der Nachkriegszeit. So bilden diese Jahre auch den Rahmen für die Analyse der konzeptionellen Idee, die sich hinter den Werken Kästners verbirgt. Gerade in der Nachkriegszeit zeigt sich das Vakuum an anspruchsvoller und zeitgerechter Kinder- und Jugendliteratur, die mit modernen pädagogischen Konzepten und erzähltheoretischen Innovationen den Zeitgeist und Geschmack der Heranwachsenden einzufangen vermochte. Kästner gehört zu den wenigen Literaten der Zeit, die diesen Anforderungen im Großen und Ganzen gerecht werden konnten.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Situation der Kinder- und Jugendliteratur in der Nachkriegszeit

3. Zwischen Wandel und Kontinuität - Erich Kästner als Erzähler und Erzieher nach 1945

3.1. Erich Kästners Welt- und Menschenbild im Kontext seiner Kinder- und Jugendliteratur

3.2. Kästner als Erzähler: „Das doppelte Lottchen“

3.3. Kästner als Erzieher: „Die Konferenz der Tiere“ und die Zeitschrift „Pinguin“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Erich Kästners Kinder- und Jugendliteratur im Kontext der deutschen Nachkriegszeit der 40er und 50er Jahre. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern seine Werke durch ihre gesellschaftlich-moralischen und pädagogisch-literarischen Visionen eine innovative und wegweisende Stellung innerhalb der damaligen Literaturlandschaft einnahmen.

  • Analyse der Situation der Kinder- und Jugendliteratur in der Nachkriegszeit.
  • Untersuchung von Kästners Welt- und Menschenbild.
  • Betrachtung von Kästner als Erzähler am Beispiel von „Das doppelte Lottchen“.
  • Untersuchung von Kästner als Erzieher anhand von „Die Konferenz der Tiere“ und der Zeitschrift „Pinguin“.
  • Bewertung von Kästners Innovationen im Kontext von Wandel und Kontinuität.

Auszug aus dem Buch

3.2. Kästner als Erzähler: „Das doppelte Lottchen“

In vielen Werken der Sekundärliteratur wird der Schreib- und Sprachstil sowie die Themen der Bücher von Erich Kästner lobend hervorgehoben und als Innovation innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur gewürdigt. Im diesem Kapitel soll die Besonderheit des Erzählers Kästner, seine spezifische Schreibweise sowie das Gespür für Themen die Kinder interessieren, anhand des Romans „Das doppelte Lottchen“ näher beleuchtet werden.

In einem Aufsatz von Michael Sahr wird der Stil von Kästner bezüglich seine Kinderbücher als überaus verständlich und prägnant mit einem Hauch von Ironie und jargonhaftem Unterton charakterisiert. In seinen Kinderbüchern versucht Kästner in einem Kontakt zu den Gefühlen, Ängsten und Handlungen seiner Kinderfiguren zu treten. In der Fiktion versucht er die eigenen verinnerlichten Erlebnisse und Empfindungen seiner Kinderjahre in seine Bücher zu transferieren. Was Kästner von vielen Schriftstellern der Nachkriegsjahre unterscheidet, ist der Fakt, dass in Bezug auf die strukturellen Merkmale und deren Verwendung kaum ein Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur besteht. Am Beispiel des 1949 erschienen Kinderromans „Das doppelte Lottchen“ soll dies verdeutlicht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt Erich Kästner als bedeutenden Kinderbuchautor vor und skizziert das Ziel der Arbeit, sein Schaffen im Kontext der gesellschaftlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit zu analysieren.

2. Die Situation der Kinder- und Jugendliteratur in der Nachkriegszeit: Dieses Kapitel beleuchtet das komplexe Umfeld der Nachkriegsliteratur, das von materieller Not, Re-education und einer Mischung aus Restauration und ersten innovativen Strömungen geprägt war.

3. Zwischen Wandel und Kontinuität - Erich Kästner als Erzähler und Erzieher nach 1945: Dieser Hauptteil analysiert Kästners Wirken als Moralist und Utopist, der sich bewusst von traditionellen, autoritären Erzählmustern distanzierte.

3.1. Erich Kästners Welt- und Menschenbild im Kontext seiner Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird Kästners demokratische Gesinnung und sein aufklärerisches Menschenbild dargestellt, das ihn dazu veranlasste, Kinder als ernstzunehmende Individuen zu betrachten.

3.2. Kästner als Erzähler: „Das doppelte Lottchen“: Dieser Abschnitt zeigt anhand des Romans die erzählerischen Innovationen Kästners, insbesondere die Verwendung einer modernen Sprache und die Thematisierung von Scheidung und familiären Konflikten.

3.3. Kästner als Erzieher: „Die Konferenz der Tiere“ und die Zeitschrift „Pinguin“: Es wird untersucht, wie Kästner seine politisch-pädagogischen Ideale in Fabeln und publizistischen Projekten vermittelte, um die Jugend für eine friedliche und humanistische Welt zu gewinnen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kästner durch die Verbindung von erzählerischer Qualität und gesellschaftlichem Engagement eine Vorreiterrolle für die moderne Kinderliteratur der Nachkriegszeit einnahm.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Kinder- und Jugendliteratur, Nachkriegszeit, Erzähler, Erzieher, Das doppelte Lottchen, Die Konferenz der Tiere, Pinguin, Moralismus, Re-education, Pädagogik, Humanismus, Literaturanalyse, Kindheitsverständnis, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Kinder- und Jugendliteratur von Erich Kästner in den 40er und 50er Jahren und untersucht seine Rolle als innovativer Autor und pädagogischer Vermittler in der deutschen Nachkriegszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen Kästners Welt- und Menschenbild, sein Wirken als Erzähler und Erzieher sowie die literarische Auseinandersetzung mit politischen und sozialen Themen seiner Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, welche Rolle Kästners Bücher in der Nachkriegsliteratur spielten und inwieweit seine Visionen als wegweisend für die moderne Kinder- und Jugendliteratur gelten können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Interpretation von ausgewählten Werken Kästners unter Einbeziehung zeitgenössischer gesellschaftlicher und pädagogischer Diskurse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kästners Weltanschauung, eine erzähltheoretische Analyse von „Das doppelte Lottchen“ und eine Untersuchung seiner pädagogischen Arbeit in „Die Konferenz der Tiere“ und der Zeitschrift „Pinguin“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erich Kästner, Nachkriegsliteratur, pädagogische Erneuerung, Moralismus, humanistisches Menschenbild und moderne Kinderliteratur.

Warum wird die „Konferenz der Tiere“ als politisches Kinderbuch bezeichnet?

Das Buch wird als politisch eingestuft, da Kästner hier explizit Themen wie Pazifismus, Völkerverständigung und die Unvernunft politischer Entscheidungsträger thematisiert, um Kinder für globale Friedensfragen zu sensibilisieren.

Wie unterscheidet sich Kästners Ansatz von anderen Autoren der Nachkriegszeit?

Kästner lehnte die in der damaligen Kinderliteratur verbreitete Tendenz zur „Heilen Welt“ ab und wagte es, reale Probleme wie Scheidung, Krieg und soziale Ungerechtigkeit in einer nüchternen, ironischen Sprache kindgerecht aufzubereiten.

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Details

Title
Krieg, Zerstörung, Leid - und wer schreibt für die Kinder?
Subtitle
Erich Kästners Kinder- und Jugendliteratur der Nachkriegszeit
College
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Course
Deutschsprachige Gegenwartsliteratur seit 1945: Die 40er und 50er Jahre
Grade
1,0
Author
Torben Fischer (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V118677
ISBN (eBook)
9783640220786
ISBN (Book)
9783640222995
Language
German
Tags
Krieg Kinder Gegenwartsliteratur Jahre Erich Kästner Literatur der Nachkriegszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torben Fischer (Author), 2008, Krieg, Zerstörung, Leid - und wer schreibt für die Kinder?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118677
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