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Zur Unterscheidung von Verantwortungs- und Gesinnungsethik - dargestellt an Max Webers „Politik als Beruf“ und Dietrich Bonhoeffers „Ethik“

Title: Zur Unterscheidung von Verantwortungs- und Gesinnungsethik - dargestellt an Max Webers „Politik als Beruf“ und Dietrich Bonhoeffers „Ethik“

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Gunnar Schulze (Author)

Theology - Miscellaneous
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Im täglichen Leben denken wir beispielsweise an Ethik, wenn wir an den Appell von PolitikerInnen denken, unser ethisches Handeln an ethischen Grundsätzen zu orientieren, dass es die eine Ethik gibt. Zumindest aber, dass diese etwas konkretes, direkt Handlungsleitendes sei. In diesem Sinne wird Ethik gleichbedeutend mit Moral verwendet.
Die Ethik versteht sich als ein Teilgebiet der praktischen Philosophie, das die Frage nach dem guten und nach dem richtigen Leben als Grundlage hat.

In der vorliegenden Proseminararbeit werde ich nun auf die Definition der Begriffe Gesinnungs- und Verantwortungsethik nach Weber und deren Unterscheidung, sowie auf das verantwortungsethische Denken bei Bonhoeffer eingehen.
Als Ziel der Arbeit soll ein Vergleich zwischen der Position Max Webers und der Position Bonhoeffers gezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Definition von Ethik und Hinführung zum Thema der Hausarbeit

2. Kurzbiographie Max Weber

3. Verantwortungs- und Gesinnungsethik

3.1 Herkunft und Gebrauch der Begriffe

3.2 Begriffserklärungen

3.2.1 Gesinnungsethik

3.2.2 Verantwortungsethik

3.2 Gegenüberstellung von Gesinnungs- und Verantwortungsethik

4. Bonhoeffers „Ethik“

4.1 Allgemeines

4.2 „Die Struktur des Verantwortlichen Lebens“

4.2.1 Einleitung und Gliederung

4.2.2 Stellvertretung

4.2.3 Wirklichkeitsgemäßheit

4.2.4 Sachgemäßheit

4.2.5 Schuldübernahme

4.2.6 Das Gewissen

5. Auswertung/Beurteilung „Die Struktur des Verantwortlichen Lebens“

6. Vergleich der Ethik Webers mit der Ethik Bonhoeffers

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Konzepte von Max Weber und Dietrich Bonhoeffer, um den Unterschied zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik theoretisch zu erfassen und auf Bonhoeffers Verständnis des verantwortungsbewussten Lebens anzuwenden.

  • Grundlegende Definition von Ethik und moralischen Prinzipien
  • Max Webers Unterscheidung zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik
  • Bonhoeffers Struktur des verantwortlichen Lebens (Stellvertretung, Wirklichkeitsgemäßheit, Sachgemäßheit, Schuldübernahme)
  • Vergleichende Analyse beider Ethik-Ansätze unter Berücksichtigung theologischer Perspektiven

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Stellvertretung

I) Verantwortung beruht für Bonhoeffer im weltlichen und im christlichen Sinne auf Stellvertretung: D. h. ein Mensch übernimmt die Verantwortung für einen anderen Menschen, „also etwa als Vater, als Staatsmann, als Lehrmeister“. So handelt der Vater für seine Kinder, wenn er arbeitet, plant und spart. Der Staatsmann handelt für den Bürger seines Landes bzw. sein Volk und der Lehrmeister übernimmt Verantwortung für die ihm anvertrauten Personen.

Für Bonhoeffer gibt es niemanden, der sich der Verantwortung und damit der Stellvertretung entziehen kann. Es wäre eine Verleugnung der Verantwortung, wenn der Mensch so leben würde, als wäre er allein.

Er bezieht folgende Position: “Selbstverantwortung ist in Wahrheit Verantwortung gegenüber dem Menschen und das heißt der Menschheit.“

II) Man könnte nun meinen, dass Jesus keine Verantwortung übernehmen wollte, da er ohne Familie lebte.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Er wollte nicht nur für bestimmte Personen stellvertretend handeln, sondern hat als die fleischgewordene Liebe Gottes stellvertretend für alle Menschen gelebt, darum ist alles menschliche Leben durch ihn zur Stellvertretung, zum Dienst bestimmt (vgl. Math. 20, 26 ff.). Jesus lebte nicht aus seiner Gottessohnschaft, sondern sein ganzes Leben und Handeln und auch sogar sein Kreuzestod war Stellvertretung für die Menschheit (vgl. Phil. 2). In dieser totalen Stellvertretung ist Jesus der Verantwortliche schlechthin. Jesus Christus hat sein eigenes Leben vollkommen in Verantwortung für andere Menschen gestellt. Stellvertretung ist somit für ihn zum besonderen Ausdruck der Verantwortung geworden.

Jesus hat mit seinem Gang ans Kreuz die Schuld für alle Menschen auf sich genommen. Er hat Verantwortung, die auf Stellvertretung gegründet ist übernommen. Somit lässt sich der Begriff der Verantwortung, so meine ich, auf eine einfache Formel bringen: Verantwortung, d. h. Stellvertretung ist die Bereitschaft zur Schuldübernahme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Ethikbegriff und führt in die moralphilosophischen Grundlagen ein.

2. Kurzbiographie Max Weber: Umreißt das Leben und die wissenschaftliche Bedeutung von Max Weber für die Soziologie.

3. Verantwortungs- und Gesinnungsethik: Erklärt die zentralen Begriffe und die Gegenüberstellung von Webers zwei ethischen Maximen.

4. Bonhoeffers „Ethik“: Analysiert die Struktur des verantwortlichen Lebens bei Bonhoeffer anhand zentraler Begriffe wie Stellvertretung und Wirklichkeitsgemäßheit.

5. Auswertung/Beurteilung „Die Struktur des Verantwortlichen Lebens“: Reflektiert Bonhoeffers ethische Konzeption in Bezug auf dessen Widerstand gegen das NS-Regime.

6. Vergleich der Ethik Webers mit der Ethik Bonhoeffers: Stellt die unterschiedlichen Perspektiven – rationale Wissenschaft versus Theologie – gegenüber.

Schlüsselwörter

Ethik, Verantwortungsethik, Gesinnungsethik, Max Weber, Dietrich Bonhoeffer, Stellvertretung, Wirklichkeitsgemäßheit, Schuldübernahme, Gewissen, Moral, moralisches Handeln, christliche Ethik, Widerstand, praktische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik nach Max Weber und vergleicht diese mit dem theologischen Ethikansatz von Dietrich Bonhoeffer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die ethische Bewertung von Handlungen, das Verständnis von Verantwortung in der Politik sowie die theologisch begründete Verantwortungsübernahme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist der Vergleich zwischen Webers rational-soziologischer Position und Bonhoeffers christlich-theologischem Modell der Verantwortung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärtexten und eine systematische Gegenüberstellung, um Konzepte zu definieren und Unterschiede in der Wirklichkeitsdeutung herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung bei Weber und eine tiefgehende Exegese der "Struktur des verantwortlichen Lebens" bei Bonhoeffer, unterteilt in Teilaspekte wie Stellvertretung und Sachgemäßheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Verantwortungsethik, Gesinnungsethik, Stellvertretung, christliche Ethik und Wirklichkeitsgemäßheit.

Wie unterscheidet Bonhoeffer sein Verständnis von dem Webers?

Während Weber eine wertfreie, rationale Perspektive einnimmt, begründet Bonhoeffer sein Konzept der Verantwortung theologisch und christozentrisch.

Welche Rolle spielt der Begriff der "Schuldübernahme" bei Bonhoeffer?

Für Bonhoeffer ist die Bereitschaft zur Schuldübernahme untrennbar mit wahrer Verantwortung verbunden, da der verantwortliche Mensch nicht ohne persönliche Verstrickung in der Welt handeln kann.

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Details

Title
Zur Unterscheidung von Verantwortungs- und Gesinnungsethik - dargestellt an Max Webers „Politik als Beruf“ und Dietrich Bonhoeffers „Ethik“
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Theologische Fakultät)
Course
Systematische Theologie - Bonhoeffers Ethik
Grade
2,5
Author
Gunnar Schulze (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V118737
ISBN (eBook)
9783640219582
Language
German
Tags
Unterscheidung Verantwortungs- Gesinnungsethik Webers Beruf“ Dietrich Bonhoeffers Systematische Theologie Bonhoeffers Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gunnar Schulze (Author), 2003, Zur Unterscheidung von Verantwortungs- und Gesinnungsethik - dargestellt an Max Webers „Politik als Beruf“ und Dietrich Bonhoeffers „Ethik“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118737
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