Welche besonderen Anforderungen stellt die europäische Wasserrahmenrichtlinie an den Leipziger Südraum und die entstehende Seenlandschaft?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie - eine Herausforderung für die Wasserwirtschaft

3. Das Leipziger Seengebiet - Metamorphose einer Landschaft

4. Auswirkungen des Bergbaus und der entstehenden Tagebaurestseen auf den Wasserhaushalt der Region

5. Welche Anforderungen stellt die europäische Wasserrahmenrichtlinie an den Leipziger Südraum und die entstehende Seenlandschaft?

6. Könnte eine alternative Nutzung der Tagebaurestseen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie eher entsprechen?

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.“

(Auszug aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie)

Wie man diesem Zitat entnehmen kann, ist und war Wasser schon immer eines der kostbarsten Güter der Erde: Die Hochkulturen in der Geschichte der Menschheit gründeten ihren Wohlstand in großem Maße auf das Vorhandensein von Wasser und auch heute noch bestimmt die weltweit ungleiche Verteilung der Wasservorräte den Gegensatz zwischen Armut und Reichtum. Wasser und Zivilisation gehören untrennbar zusammen. Es gibt somit viele Gründe, der wichtigsten Lebensgrundlage der Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt besondere Aufmerksamkeit zu schenken und Vorsorge für die Zukunft zu treffen.

Beauftragt von den Mitgliedstaaten hat die Kommission der Europäischen Union in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl wichtiger Regelwerke zum vor- und nachsorgenden Schutz der Gewässer verabschiedet. Eine dieser Bestimmungen ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie (LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG, 2005).

Hauptziele der Wasserrahmenrichtlinie sind der Schutz und die Verbesserung der aquatischen Umwelt europäischer Gewässer sowie die Förderung einer nachhaltigen, ausgeglichenen und gerechten Wassernutzung (WEINZIERL, 2003).

Die vorliegende Ausarbeitung soll in diesem Zusammenhang klären, welche besonderen Anforderungen die europäische Wasserrahmenrichtlinie an den Südraum Leipzig und die entstehende Seenlandschaft stellt und zugleich aufzeigen, wie weit der Mensch in der künstlichen Gestaltung seiner Umgebung gehen kann, ohne die natürlichen Regulationsmechanismen der Natur zu zerstören.

2. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie - eine Herausforderung für die Wasserwirtschaft

Seit den 70 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die europäische Gemeinschaft in verschiedenen Bereichen die Initiative ergriffen, um im gesamten Gemeinschaftsgebiet ein einheitlich hohes Umweltniveau zu erreichen. So wurden auch einige Richtlinien zum Schutz des Wassers bzw. der Gewässer erlassen, wie beispielsweise die „Fischgewässer-„ oder „Grundwasserrichtlinie“ (LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG, 2005).

Im September 2000 wurde nach fast einem Jahrzehnt politischer Vorarbeit der wohl wichtigste Bestandteil der Gewässerschutzpolitik in Europa, die europäische Wasserrahmenrichtlinie (kurz: WRRL), durch das Europäische Parlament und den Rat erlassen. Selbige ist ein langzeit - Umweltprogramm, dass für die Gewässer Europas ökologische Qualitätsziele vorgibt und eine koordinierte Bewirtschaftung sowie eine Verbesserung des Zustandes der Gewässer bewirken soll. Von besonderer Bedeutung sind hierbei einige neue rechtliche Instrumente, wie ein auf der Gewässerökologie beruhender, ganzheitlicher Ansatz zur Beurteilung der Gewässergüte, eine vorsorgende Strategie zur Beendigung der Verschmutzung mit gefährlichen Stoffen und ebenso die öffentliche Information und Beteiligung an der Planung (WEINZIERL, 2003).

Die WRRL zielt auf einen integrierten Gewässerschutz und gilt für das Grundwasser, die Seen, die Fließgewässer von der Quelle bis zur Mündung ins Meer und für die Küstengewässer der ersten Seemeile (WAHLISS, 2003).

Das Leitbild der WRRL ist die Wiederherstellung eines möglichst natürlichen Zustands des jeweiligen Gewässertyps. Dies beinhaltet die Vielfalt und Fülle des Gewässerlebens, die Gestalt und Wasserführung der Flüsse und Bäche und die Qualität des Wassers. Zentrales Handlungsziel ist es, die Gewässer bis in spätestens 15 Jahren in einen ökologisch und chemisch guten Zustand zu versetzen. Jener wird auch als Soll - Zustand bezeichnet und bedeutet, dass Gewässer in einem gewissen Maß belastet oder verändert sein dürfen - allerdings nur soweit, dass ihre ökologische Funktion nicht oder allenfalls geringfügig beeinträchtigt sind (WAHLISS, 2003).

Dieser gute Zustand ist zukünftig der Qualitätsstandard des europäischen Gewässerschutzes. Sämtliche Mitgliedstaaten haben die Wasserkörper deshalb zu schützen, zu verbessern und zu säubern. Für alle Oberflächengewässer- auch die künstlichen und ebenfalls alle Grundwässer sind ausserdem notwendige Maßnahmen zu treffen, um, wie in Abb. 1 dargestellt, in jedem Fall eine Verschlechterung des derzeitigen Gewässerzustands zu verhindern (WAHLISS, 2003).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Umweltziele; Quelle: Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege

Für die Erfüllung der in der WRRL festgesetzten Vorgaben trägt jeder Mitgliedstaat allein die Verantwortung. Um einen guten Wasserzustand zu erzielen, sind vorausgehend die Maßnahmen notwendig, die in Abb. 2 aufgezeigt werden:

1. Bestandsaufnahme (Ist - Zustand)

Bevor auf das Erreichen des genannten Umweltzieles hingearbeitet werden kann, ist es unabdingbar, die Gewässer zunächst zu beschreiben. Dazu gehören u.a. die Festlegung der Typen der Oberflächengewässer, die Bestimmung der Einzugsgebiete sowie die Ermittlung der Schadstoffbelastung. Im Rahmen der Bestandsaufnahme ist auch ein Verzeichnis der Schutzgebiete zu erstellen. Darin sind beispielsweise die Trinkwasserschutzgebiete sowie die Gebiete nach FFH - Richtlinie aufzunehmen (LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG, 2005).

2. Überwachungsprogramme

Damit regelmäßig Informationen über den Zustand der Gewässer vorliegen, müssen Überwachungsnetze eingerichtet werden. In einer solchen Überwachung soll vor allem die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen kontrolliert werden. Die wichtigsten Parameter, die in den Wasserkörpern überwacht werden müssen, sind die Gewässergüte und die Gewässerstruktur. Anhand dieser Parameter wird der Gewässerzustand in Gewässergüte- bzw. -strukturkarten farblich dargestellt (LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG, 2005).

In allen Bundesländern existieren bereits umfangreiche Monitoringsysteme für Oberflächengewässer und Grundwasser. Derzeit wird geprüft, in welchem Maße die bestehenden Messnetzte genutzt werden können und ob Ergänzungen erforderlich sind (LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG, 2005).

3. Festlegung und Umsetzung von Maßnahmen

Aus der Gewässerbeschreibung geht der notwendige Handlungsbedarf hervor, der in den Maßnahmenprogrammen festgelegt ist. Maßnahmen können legislativer, administrativer, technischer oder wirtschaftlicher Art sein. Die WRRL gibt einen Katalog grundlegender Bestimmungen als verbindliche Mindestanforderungen vor, freiwillige Maßnahmen sind derweil ebenfalls möglich. Das Landesumweltamt Brandenburg nennt beispiehaft die Renaturierung der Gewässer oder die Verschärfung der Grenzwerte für Abwassereinleitungen (vgl. LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG, 2005).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Welche besonderen Anforderungen stellt die europäische Wasserrahmenrichtlinie an den Leipziger Südraum und die entstehende Seenlandschaft?
Hochschule
Universität Leipzig  (Professur für Grund- und Wasserbau)
Veranstaltung
Wasserwirtschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V118749
ISBN (eBook)
9783640221073
ISBN (Buch)
9783640226993
Dateigröße
1181 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Welche, Anforderungen, Wasserrahmenrichtlinie, Leipziger, Südraum, Seenlandschaft, Wasserwirtschaft
Arbeit zitieren
Enikö Schröter (Autor), 2008, Welche besonderen Anforderungen stellt die europäische Wasserrahmenrichtlinie an den Leipziger Südraum und die entstehende Seenlandschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118749

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