Die vorliegende Arbeit beleuchtet Lernaufgaben in der beruflichen Bildung und soll aufzeigen, welche kognitiven Prozesse in der wirtschaftsberuflichen Bildung abgerufen werden. Der Antrieb der wissenschaftlichen Arbeit liegt in der bestehenden Kritik im Hinblick auf die Qualität von Lernaufgaben.
Es werden verschiedene Aspekte erläutert, die die Rolle von Lernaufgaben darstellen. Dies stellt den Einstieg in das Thema dar und bietet einen Überblick über Lernaufgaben und die kognitive Aktivierung. Zur Bestimmung des Ausmaßes des kognitiven Prozesses wird eine Aufgabenanalyse mithilfe des Allgemeindidaktischen Kriterienkatalogs nach Maier, Kleinknecht und Metz (2010) und der Schulbuchanalyse nach Kiper, Schmit, Peters und Schlump (2010) herangezogen, die schrittweise erläutert werden.
Auf dieser Grundlage erfolgt ein eigener Forschungsprozess, der ausgewählte Lernaufgaben, in Hinblick auf ihren kognitiven Prozess, analysiert. Im Forschungsprozess liegt der Schwerpunkt der Forschung auf der Aufdeckung, des in Lernaufgaben verlangten nahen Transfers von Wissen.
Abschließend erfolgt ein Gesamtfazit in Hinblick auf die Ausgangsfrage der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Die Rolle von Lernaufgaben
2. Bedeutung der Aufgabenanalyse in der wirtschaftsberuflichen Bildung
2.1 Kriterienkataloge
2.2 Allgemeindidaktischer Kriterienkatalog nach Maier, Kleinknecht & Metz
2.2.1 Kognitive Prozesse
3. Die Schulbuch- und Inhaltsanalyse
4. Forschungsprozess
4.1 Thematischer Schwerpunkt
4.2 Methodischen Vorgehen
4.3 Ergebnisse
4.4 Resultat der Ergebnisse
4.5 Kritische Würdigung des Forschungsprozesses
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das kognitive Potenzial von Lernaufgaben in Schulbüchern der wirtschaftsberuflichen Bildung, um zu eruieren, welche kognitiven Prozesse durch diese Aufgaben bei den Lernenden abgerufen werden. Im Zentrum steht die Analyse des in Schulbüchern enthaltenen Aufgabenmaterials im Hinblick auf deren kognitive Anforderungen und deren Beitrag zur Förderung von Transferleistungen.
- Analyse der Rolle von Lernaufgaben im Lehr- und Lernprozess
- Kritische Reflexion des Anforderungsniveaus schulischer Aufgaben
- Anwendung des allgemein-didaktischen Kriterienkatalogs nach Maier et al.
- Untersuchung von Transferleistungen (Reproduktion, naher vs. weiter Transfer)
- Ableitung von Empfehlungen für die Gestaltung von Lehr-Lernmaterialien
Auszug aus dem Buch
1.2 Die Rolle von Lernaufgaben
Lehrkräfte müssen zu jeder Unterrichtseinheit Lernziele festlegen und dahingehend ihren Unterricht planen. Mit Lernzielen sind in der beruflichen Bildung insbesondere angestrebte Kompetenzen gemeint (vgl. Euler & Hahn, 2014, S. 130 - 133). Bei der Formulierung von Lernzielen müssen sich Lehrende an Lehrpläne und Ordnungsrichtlinien orientieren, die jedoch allgemein gehalten sind und somit viel Spielraum für konkrete Lernziele ermöglicht. Die Verallgemeinerung von Lernzielen ermöglicht den Lehrenden, individuell auf ihre Schülerschaft einzugehen. Dabei werden Lernvoraussetzungen, die Lernumgebung und die Wünsche der Lernenden berücksichtigt. Für Lehrkräfte stellt dies eine Herausforderung dar, da sie selbstständig Lernziele formulieren und dahingehend entsprechende Aufgaben gestalten müssen (vgl. Euler et al., 2014, S. 130 -133). Die Lernziele werden mithilfe von Lehrmaterialien im Unterricht erarbeitet. Die Qualität der Lehrmaterialien haben einen Einfluss auf einen guten Unterricht. Lehrmaterialien können beispielsweise Schulbücher und deren Lernaufgaben sein, aber auch selbst konstruierte Lernaufgaben von Lehrerinnen und Lehrern. Insbesondere in der beruflichen Bildung wird anhand von Schulbüchern der Unterricht geplant. Somit nehmen Schulbücher und Lernaufgaben eine wichtige Rolle bei der Planung und Durchführung ein (vgl. Bloemen, 2011, S. 1 – 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Lernaufgaben ein und erläutert den Aufbau sowie das Ziel der Arbeit, das kognitive Potenzial von Aufgaben zu untersuchen.
2. Bedeutung der Aufgabenanalyse in der wirtschaftsberuflichen Bildung: Dieses Kapitel behandelt theoretische Kriterien zur Analyse von Aufgaben und stellt den allgemein-didaktischen Kriterienkatalog nach Maier, Kleinknecht & Metz vor.
3. Die Schulbuch- und Inhaltsanalyse: Hier werden Grundlagen der Inhaltsanalyse erläutert und die spezifische methodische Vorgehensweise zur prozessbezogenen Aufgabenanalyse hergeleitet.
4. Forschungsprozess: Das Kapitel dokumentiert den praktischen Ablauf der Untersuchung, von der Auswahl des Themas bis hin zur detaillierten Präsentation der Ergebnisse der durchgeführten Mikrowertanalyse.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und diskutiert den Mangel an tiefgreifenden Transferaufgaben in den analysierten Lehrmaterialien.
Schlüsselwörter
Lernaufgaben, kognitive Prozesse, wirtschaftsberufliche Bildung, Aufgabenanalyse, kognitive Aktivierung, Lehr-Lernprozess, Schulbuchanalyse, Transferleistung, Reproduktion, naher Transfer, weiter Transfer, Kompetenzentwicklung, Unterrichtsplanung, kognitives Potenzial, Fachdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Lernaufgaben in Schulbüchern für die berufliche Bildung, um zu prüfen, inwieweit diese Aufgaben kognitive Aktivierung bei den Lernenden fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Didaktik der beruflichen Bildung, die Qualität von Lehrmaterialien, Methoden der Aufgabenanalyse und die Klassifizierung kognitiver Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche kognitiven Prozesse durch die Aufgaben in einem spezifischen Lehrbuch abgerufen werden und ob diese über einfache Reproduktion hinausgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Schulbuch- und Inhaltsanalyse nach dem Modell der prozessbezogenen Aufgabenanalyse von Kiper et al. (2010) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Kriterien für Aufgaben erläutert, die Methodik der Analyse definiert und der Forschungsprozess anhand konkreter Aufgaben aus dem Lehrbuch praktisch angewendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie kognitive Aktivierung, Aufgabenanalyse, Transfer, Lernaufgaben und wirtschaftsberufliche Bildung charakterisiert.
Was ist das Ergebnis in Bezug auf den "weiten Transfer"?
Die Untersuchung zeigt, dass der weiter Transfer in den untersuchten Aufgaben nur einen geringen Anteil (21 %) einnimmt, während der nahe Transfer dominiert.
Warum wird die eigenständige Konstruktion von Aufgaben durch Lehrkräfte empfohlen?
Da viele Schulbuchaufgaben lediglich auf Reproduktion oder nahen Transfer ausgelegt sind, empfiehlt der Autor die eigenständige Konstruktion durch Lehrkräfte, um das kognitive Aktivierungspotenzial des Unterrichts zu steigern.
- Quote paper
- Nicole Janowitz (Author), 2020, Welche kognitiven Prozesse werden in Lernaufgaben der wirtschaftsberuflichen Bildung abgerufen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187644