Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen in einem Logistikunternehmen.
Die rasant fortschreitende Digitalisierung fordert über alle Branchen und Bereiche hinweg eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik, um die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung rechtzeitig erkennen und im Sinne der Zukunftssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nutzen zu können.
Zur besseren Einordnung in den Gesamtkontext sei zunächst definiert, was unter einem Prozess zu verstehen ist. Hierfür wird aus einem definierten Input, wie zum Beispiel Maschinen, Rohstoffe und Arbeitsleistung, ein definiertes Output in Form eines Produktes oder einer Dienstleistung erzeugt. Prozesse nehmen in Unternehmen eine tragende Rolle in Bezug auf die direkte Wertschöpfung ein. Es gibt digitale Prozesse, die im Zuge von digitalen Geschäftsmodellen ablaufen. Diese basieren auf der Digitalisierung (Online-Shops).
Unter einem Geschäftsprozess versteht sich ein Prozess, der den obersten Zielen des Unternehmens dient und sich somit nach der Unternehmensstrategie richtet. Anders als bei Prozessen, wie sie in Aufgabe 1 definiert wurden, liegt der Fokus von Geschäftsprozessen auf der Anforderungs-Leistungs-Beziehung und weniger der Input-Output-Beziehung. Die Anforderungen werden dabei sowohl von Kunden, Lieferanten und weiteren Stakeholdern gestellt. Geschäftsprozesse verfolgen das Ziel, die Aktivitäten eines Unternehmens auf die Erfüllung von Kundenanforderungen und die Erreichung der Geschäftsziele auszurichten.
Das Logistikunternehmen IntCompLog, plant die Einführung eines Geschäftsprozessmanagements. Das 300 Mitarbeiter große Unternehmen hat bereits erste Schritte in Richtung Digitalisierung eingeleitet und ist auch in Bezug auf die Prozessoptimierung nicht untätig gewesen. Allerdings fällt auf, dass es an einer Struktur fehlt, die eine ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis
I. Aufgabe 1
II. Aufgabe 2
III. Aufgabe 3
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse und Gestaltung digitaler Geschäftsprozesse, um Unternehmen im Kontext des digitalen Wandels wettbewerbsfähig zu halten. Dabei wird untersucht, wie Prozesse digitalisiert, automatisiert und durch ein strukturiertes Geschäftsprozessmanagement (GPM) sowie den Einsatz geeigneter Rollenkonzepte und Phasenmodelle nachhaltig optimiert werden können.
- Grundlegende Definition und Kategorisierung digitaler Prozessarten.
- Anforderungen an digitale Kompetenzen (Digital Skills) der Mitarbeiter.
- Methoden der Geschäftsprozessanalyse und -gestaltung in fünf Phasen.
- Strategische und operative Implementierung eines ganzheitlichen Prozessmanagements.
- Anwendung des "4i-Phasenmodells" zur nachhaltigen Etablierung von GPM.
Auszug aus dem Buch
1. Digitalisierte Prozesse
Bei digitalisierten Prozessen sind zum einen einzelne oder alle notwendigen Daten über eine Datenbank digital abrufbar und zum anderen werden einzelne oder alle Aktivitäten mithilfe IT-Unterstützung vollzogen. In beiden Fällen spricht man von einem volldigitalisierten Prozess, wenn alle Daten/Aktivitäten in digitaler Form vorliegen bzw. digital durchgeführt werden. Ein teildigitalisierter Prozess meint eine Zwischenform von analogem und volldigitalisiertem Prozess.
2. Digital automatisierte Prozesse
Anders als bei digitalisierten Prozessen, bei denen IT-Systeme lediglich unterstützend eingesetzt werden, werden bei digital automatisierten Prozessen Aktivitäten selbstständig durch IT-Systeme durchgeführt. Das bedeutet ohne den Eingriff von Menschen, was wiederum dazu führt, dass die Kapazitäten der Mitarbeiter an anderer Stelle sinnvoll und wertschöpfend eingesetzt werden können. Analog den digitalisierten Prozessen wird in vollautomatisierte und teilautomatisierte Prozesse unterschieden.
3. Digital integrierte Prozesse
Die digitale Integration meint die Art der unterstützenden IT-Systeme, bei der eine teilweise Digitalisierung der Prozessschritte vorausgesetzt wird. Wenn alle Prozessaktivitäten mittels einem einheitlichen IT-System mit zentraler Datenbank automatisiert durchgeführt oder unterstützt, bezeichnet man dies als voll integrierten digitalen Prozess. Anders ist es bei einem teilintegrierten digitalen Prozess. Hier werden die Prozessaktivitäten nur teilweise durch IT unterstützt oder die verschiedenen IT Systeme besitzen keine Schnittstellen zur entsprechenden Datenübertragung. In diesem Fall muss der Mensch die Daten manuell von einem System in das andere übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Aufgabe 1: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Prozesses und erläutert verschiedene Stufen der Prozessdigitalisierung, von der einfachen IT-Unterstützung bis hin zum selbststeuernden Prozess, und analysiert die für diesen Wandel benötigten digitalen Kompetenzen.
II. Aufgabe 2: Hier wird der Geschäftsprozess im Detail betrachtet, insbesondere dessen Gestaltung in fünf Phasen (IST-Analyse, Modellierung, Implementierung, Controlling) sowie die Bedeutung von Workflows als technisches Umsetzungsinstrument.
III. Aufgabe 3: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf ein konkretes Fallbeispiel (Logistikunternehmen) und leitet Empfehlungen für ein ganzheitliches Geschäftsprozessmanagement basierend auf dem St. Galler-Management-Modell und dem 4i-Phasenmodell ab.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Geschäftsprozessmanagement, GPM, Prozessoptimierung, Digital Skills, Digitale Transformation, Workflow, Prozessanalyse, 4i-Phasenmodell, RACI-Matrix, Automatisierung, Prozesscontrolling, St. Galler Management-Modell, Digitale Kompetenzen, IT-Systeme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für Geschäftsprozesse in Unternehmen und zeigt auf, wie diese strukturiert und zukunftssicher gestaltet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, die Entwicklung digitaler Kompetenzen (Digital Skills) bei Mitarbeitern sowie die methodische Einführung eines professionellen Geschäftsprozessmanagements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein theoretisches Verständnis für digitale Prozesse zu schaffen und einen praktischen Leitfaden für deren erfolgreiche Analyse, Gestaltung und Implementierung in Unternehmen zu bieten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Anwendung von Management-Modellen wie das St. Galler Management-Modell (SGMM) sowie Prozessanalyse-Methoden wie Benchmarking und die RACI-Matrix zur Rollendefinition.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Prozessarten, die Analyse von Prozessgestaltungsphasen, die Untersuchung von Workflows und die praktische Anwendung eines Phasenmodells am Fallbeispiel eines Logistikunternehmens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Digitalisierung, Geschäftsprozessmanagement, Prozessoptimierung, Digital Skills und Automatisierung charakterisieren.
Was ist der Unterschied zwischen einem digitalisierten und einem digital automatisierten Prozess?
Bei einem digitalisierten Prozess unterstützen IT-Systeme den Menschen, während bei einem digital automatisierten Prozess die Aktivitäten selbstständig durch IT-Systeme ohne menschliches Eingreifen durchgeführt werden.
Wie unterstützt die RACI-Matrix die Einführung eines Geschäftsprozessmanagements?
Die RACI-Matrix klärt Verantwortlichkeiten innerhalb der Prozesse, indem sie für jede Aufgabe Rollen (z.B. Responsible, Accountable) zuweist und so Fehlplanungen sowie Unklarheiten bei der Prozessumsetzung vermeidet.
Welche Rolle spielt das 4i-Phasenmodell bei der Prozessetablierung?
Es dient als Rahmenkonzept, um die Einführung eines GPM durch die Phasen Inkorporation, Initiation, Inklusion und Integration methodisch strukturiert und nachhaltig in der Unternehmenskultur zu verankern.
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- Saskia Burow (Author), 2022, Digitale Geschäftsprozesse in einem Logistikunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187682