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Zivilrechtliche Fallstricke einer vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaft zur Erbfolge von Privatvermögen

Titel: Zivilrechtliche Fallstricke einer vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaft zur Erbfolge von Privatvermögen

Bachelorarbeit , 2016 , 63 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Franz-Joseph Reisner (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Familienrecht / Erbrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit zivilrechtlichen Fallstricken bei der Konstruktion einer vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaft zur vorweggenommenen Erbfolge von Privatvermögen.

Die Arbeit untersucht sowohl Herausforderungen als auch Intentionen, die sich bei der Gründung einer vermögensverwaltenden Gesellschaft zur Vorwegnahme der Erbfolge ergeben können. Ausgangsposition ist ein aus dem Jahr 2014 stammende Gesellschafts- und Einbringungsvertrag.

Die Gründe für eine Vermögensübertragung zu Lebzeiten sind zahlreich. Hauptintention des vorliegenden Vertrags war es jedoch, das zu Lebzeiten durch die Erblasser geschaffene Vermögen zu bündeln und für die Nachfolgegenerationen dauerhaft zu bewahren. Um die Liquidität, die wirtschaftliche Prosperität und das langfristige Bestehen der Gesellschaft für die kommenden Generationen zu behüten, werden diejenigen Klauseln untersucht, die aufgrund des enormen Gestaltungsspielraums zahlreiche potenzielle Fallstricke aufweisen.

Ein „Stolpern“ könnte den Verlust großer Teile des Vermögens bedeuten, schlimmstenfalls wohl das Auseinanderbrechen der Gesellschaft mit sich bringen und so das über Generationen erwirtschaftete Vermögen in die Hände (fremder) Dritter fallen lassen.

Die Nachfolgegeneration der Wirtschaftswunderkinder in Deutschland wird oft als Erbengeneration bezeichnet. Nie zuvor konnte eine Generation für einen derart langen Zeitraum, verschont von Krieg, Inflation und anderen Katastrophen am Vermögensaufbau arbeiten und dieses Vermögen an die Nachkömmlinge weitergeben.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und in den ersten eineinhalb Dekaden des neuen Jahrtausends wurden erstaunliche Vermögenswerte geschaffen. So hat sich das Geldvermögen der Deutschen in letzten 30 Jahren um den Faktor Fünf vermehrt. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat kürzlich ermittelt, dass in den kommenden zehn Jahren in Deutschland ein Nachlass in Höhe von rund 3.100 Mrd. Euro vererbt werden wird.

Viele Erblasser hegen den Wunsch, Teile ihres Vermögens mit „warmen Händen“, also zu Lebzeiten, an die nachfolgende Generation zu übergeben. Diesem Ansinnen trägt das Rechtsinstitut der vorweggenommenen Erbfolge Rechnung. Sie ermöglicht die lebzeitige Ordnung der Verhältnisse und gibt den Erben beizeiten eine reizvolle Perspektive. Zugleich können die Übergeber zusehen, wie die Erben in ihre Verantwortung hineinwachsen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Leseprobe


1. Einleitung

2. Problemstellung, Zielsetzung und Abgrenzung

3. Gesellschaftsrechtliche Lösungen der vorweggenommenen Erbfolge

4. Rechtsformwahl - steuerliche und rechtliche Betrachtungspunkte

5. Der Gesellschaftsvertrag

5.1. Stimmrechte

5.2. Ergebnisverwendung der Gesellschaft

5.3. Ehepartner der Gesellschafter – Güterstände und Güterstandsklauseln

5.4. Ausscheiden eines Gesellschafters

5.5. Nachfolgeregelungen bei Tod eines Gesellschafters

5.6. Abfindungsklauseln

6. Einbringung von Grundbesitz in die Gesellschaft

6.1. Rückforderungsrecht und Rückübertragungsverpflichtung

6.1.1. Ausgestaltung, Ausübung und Form des Rückforderungsrechts

6.1.2. Gesetzliche Rückforderungsrechte

6.1.3. Vertragliche Rückforderungsrechte

6.2. Anordnung zur Anrechnung auf den Pflichtteil

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die zivilrechtlichen Herausforderungen und Gestaltungsspielräume bei der Konstruktion einer vermögensverwaltenden Familiengesellschaft (Kommanditgesellschaft) zur vorweggenommenen Erbfolge von Privatvermögen. Ziel ist es, unter Berücksichtigung juristischer Risiken praxistaugliche Lösungen zur langfristigen Sicherung des Familienvermögens sowie zur rechtlichen Absicherung des Erblassers zu identifizieren.

  • Zivilrechtliche Risiken bei Familiengesellschaften
  • Gestaltungsmöglichkeiten im Gesellschaftsvertrag
  • Rückforderungsrechte bei Immobilienübertragungen
  • Vermeidung von Pflichtteilsrisiken
  • Stimmrechts- und Abfindungsstrategien

Auszug aus dem Buch

6.1.3. Vertragliche Rückforderungsrechte

Da die Hauptintention des Veräußerers oftmals darin besteht, das familieneigene Vermögen langfristig zu erhalten, soll verhindert werden, dass das übertragene Vermögen zu seinen Lebzeiten, möglicherweise auch zu denen des überlebenden Ehegatten, untergeht oder in die Hände fremder Dritter gelangt. Für diese „Katastrophenfälle“, wie sie v. Hoyenberg zutreffend nennt, ist es ratsam, dass sich der Veräußerer über die Vertragsgestaltung (mehr oder weniger umfangreiche) Rückforderungsrechte zurückbehält, welche über die gesetzlich eingeräumten Rückforderungsmechanismen hinausgehen.

Die Kautelarpraxis ermöglicht eine absichernde Gestaltung, die verhindert, dass ohne Einvernehmen des Erblassers zu dessen Lebzeiten das übertragene Vermögen nicht weitervererbt, belastet oder veräußert werden kann. Sie verhindert auch, dass etwaige Gläubiger, sowie für den Fall der Ehescheidung der Gatte des Erbwerbers, darauf zugreifen können. Die vertraglich festgehaltene Definition des Rückforderungsrechts erlaubt die exakte Festlegung der Rückabwicklungskomponenten und ermöglicht dadurch, im Gegensatz zu den eben dargestellten gesetzlichen Regelungen, einen zügigen und für alle Vertragsparteien unmissverständlichen Vollzug. Langenfeld hält die gesetzlichen Regelungen für „unvollständig, nicht ausreichend“ und „unpraktisch“ und hält fest, dass sie für die „Grundstückszuwendung ungeeignet“ sind. Er empfiehlt, „die gesetzlichen Rückforderungsrechte […] durch dem jeweiligen Vertragstyp gerecht werdende, eigenständige Rückforderungsklauseln zu ersetzen.“ Die Aufnahme von eindeutig definierten Rückforderungsklauseln in den Einbringungs-/ Übergabevertrag erleichtert dem Veräußerer den Übergabeentschluss und in aller Regel nimmt der Erwerber diese Klausel(n) auch bereitwillig in Kauf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problematik der vorweggenommenen Erbfolge bei Privatvermögen und Begründung der Relevanz einer vermögensverwaltenden Familiengesellschaft.

2. Problemstellung, Zielsetzung und Abgrenzung: Definition des Untersuchungsgegenstandes und Eingrenzung auf die Übertragung von Privatvermögen in Form von Grundbesitz.

3. Gesellschaftsrechtliche Lösungen der vorweggenommenen Erbfolge: Erörterung der Vorteile von Familiengesellschaften zur zentralen Vermögensverwaltung und zum Schutz vor Zersplitterung.

4. Rechtsformwahl - steuerliche und rechtliche Betrachtungspunkte: Analyse der Eignung verschiedener Gesellschaftsformen, mit Fokus auf die Vorteile einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft.

5. Der Gesellschaftsvertrag: Detaillierte Untersuchung kritischer Klauseln wie Stimmrechte, Gewinnverteilung, Güterstandsklauseln und Nachfolgeregelungen.

6. Einbringung von Grundbesitz in die Gesellschaft: Erläuterung der Sicherungsinstrumente für den Erblasser, insbesondere Rückforderungsrechte und Pflichtteilsanrechnungen.

7. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Gestaltungsmöglichkeiten für eine langfristige Vermögenssicherung und Risikominimierung.

Schlüsselwörter

Vorweggenommene Erbfolge, Familiengesellschaft, Kommanditgesellschaft, Gesellschaftsvertrag, Rückforderungsrecht, Vermögensverwaltung, Pflichtteilsanrechnung, Güterstandsklausel, Schenkung, Immobilien, Haftungsbeschränkung, Unternehmensnachfolge, Privatautonomie, ErbStG, Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht zivilrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten bei der Gründung einer vermögensverwaltenden Familiengesellschaft zur Übertragung von privatem Grundbesitz im Wege der vorweggenommenen Erbfolge.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gestaltung von Gesellschaftsverträgen, der Schutz des übertragenen Vermögens durch Rückforderungsrechte und die Optimierung der Erbfolgeregelungen unter Vermeidung rechtlicher Stolperfallen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Schwachstellen in bestehenden Gesellschaftsverträgen zu identifizieren und rechtssichere Klauseln zu formulieren, um das Familienvermögen langfristig in der Blutlinie zu erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen und Vertragsmustern zur Absicherung von Vermögensübergaben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Klauseln zu Stimmrechten, Gewinnverwendung, Güterstandsschutz, Ausschluss von Gesellschaftern sowie die Ausgestaltung von Rückforderungsrechten bei Grundbesitz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Vorweggenommene Erbfolge, Familiengesellschaft, Kommanditgesellschaft, Rückforderungsrecht, Vermögensverwaltung und Pflichtteilsanrechnung.

Warum wird die Kommanditgesellschaft (KG) als Rechtsform empfohlen?

Die KG bietet klare Haftungs- und Vertretungsstrukturen und ist besonders geeignet, wenn Minderjährige beteiligt werden sollen, da sie eine flexiblere Verwaltung des Familienvermögens erlaubt.

Welche Funktion haben Rückforderungsrechte im Einbringungsvertrag?

Sie dienen dem Erblasser als Sicherungsmechanismus für „Katastrophenfälle“, wie etwa Insolvenz des Erwerbers, unerwünschte Einheirat oder vorzeitige Veräußerung des Vermögens, um den Verbleib in der Familie zu garantieren.

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Details

Titel
Zivilrechtliche Fallstricke einer vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaft zur Erbfolge von Privatvermögen
Hochschule
Hochschule München
Note
1.3
Autor
Franz-Joseph Reisner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
63
Katalognummer
V1187683
ISBN (eBook)
9783346623553
ISBN (Buch)
9783346623560
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zivilrecht vorweggenommene Erbfolge Steuerrecht Vermögensverwaltende KG Vermögensverwaltung FamilienKG Familienstiftung vermögensverwaltende Kommanditgesellschaft HNWI Estate planning Familienvermögen Privatvermögen Vermietungsgesellschaft Erbengeneration Erbschaftsplanung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franz-Joseph Reisner (Autor:in), 2016, Zivilrechtliche Fallstricke einer vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaft zur Erbfolge von Privatvermögen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187683
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Leseprobe aus  63  Seiten
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