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Bedarfslagen von unbegleiteten, ausländischen Minderjährigen in Deutschland

Titel: Bedarfslagen von unbegleiteten, ausländischen Minderjährigen in Deutschland

Bachelorarbeit , 2016 , 49 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Theresa Hauff (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Bedarfslagen von ausländischen Minderjährigen, die unbegleitet nach Deutschland geflüchtet sind.

Es soll kritisch hinterfragt werden, in welchen Aspekten ausländische Minderjährige ungefördert, ausgegrenzt und machtlos sind und wie ihr Bedarf aussieht. Wie können sie gefördert, eingegrenzt und machtvoll werden?

Als allgemeine Bedarfslage wurde Anerkennung gewählt, mit weiteren Unterteilungen wie Interkulturalität und Zugehörigkeit, rechtliche Gleichbehandlung und Wertschätzung. Diese haben für ausländische Minderjährige große Bedeutung. Die Anerkennungstheorie nach Hegel mit ihrem weiten Einflussbereich, die im Zusammenhang mit Geflüchteten und auch Jugendlichen immer wieder erwähnt wird, erschien dafür besonders attraktiv.

So schließt sich zunächst als Einstieg in den ersten Hauptteil an die Hinführung zum Thema eine genauere Begriffsklärung an. Drei spezifische Charakteristika dieser Zielgruppe werden daraufhin in Abgrenzung zur konstruierten Normalität von in Deutschland sozialisierten Gleichaltrigen kritisch beleuchtet. Im Anschluss werden die Problemlagen beschrieben, welche sich auf die Komplexität der Folgen von Trennung von der Herkunftsfamilie, Migration und Flucht sowie die Minderjährigkeit der Zielgruppe begründen.

Als Abschluss wird der sich daraus ergebende besondere Hilfebedarf durch die Jugendhilfe in den Fokus genommen sowie das damit verbundene Spannungsfeld zwischen Kindeswohl, Kindeswillen und Abwehr von Immigration aufgemacht. Dabei spielen im ersten Teil vor allem Fragen nach den Auswirkungen von Migration und Flucht eine Rolle. Welche psychologischen oder physiologischen Risiken bergen die Erfahrungen der Minderjährigen, verbunden mit der Art der Aufnahme im Zufluchtsland?

Daraufhin wird im zweiten Hauptteil die daraus entstehende spezifische Bedarfslage der Jugendlichen nach Anerkennung in enger Verbindung mit den vorab dargestellten Lebenslagen ermittelt. Dabei soll deutlich werden, an welchen Stellen Handlungsbedarf unabdingbar ist, um jungen Menschen, aber auch der gesamten Gesellschaft eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Abschließend werden die Ergebnisse verdichtet und aus Erkenntnissen und Forderungen ein Ausblick auf eine weiterführende Auseinandersetzung mit diesem Themengebiet gegeben. Hierbei sollen besonders auch Schlussfolgerungen für die Praxis Sozialer Arbeit gezogen werden. Denn letztendlich soll Jugendhilfe in ihrem Ziel unterstützt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unbegleitete ausländische Minderjährige

2.1 Ressourcen

2.2 Problemlagen

2.3 Hilfebedarf

3 Bedarfsermittlung - Anerkennung

3.1 Liebe – Interkulturalität und Zugehörigkeit

3.2 Recht – rechtliche Gleichbehandlung

3.3 Wertschätzung – Eigenschaften, Kompetenzen und Leistungen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Bedarfs- und Lebenslagen von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen (uaM) in Deutschland, um aufzuzeigen, wie eine bedarfsgerechte Unterstützung und pädagogische Förderung durch die Jugendhilfe gelingen kann. Dabei steht die theoretische Auseinandersetzung mit Anerkennungskonzepten im Zentrum, um die Jugendlichen nicht lediglich als defizitäre Gruppe, sondern als handelnde Subjekte mit eigenen Potenzialen und Ressourcen zu begreifen.

  • Analyse der spezifischen Herausforderungen von uaM (Fluchterfahrung, Identitätsentwicklung, Verlust von Bezugspersonen)
  • Untersuchung der Rolle der Jugendhilfe bei der Inklusion und Bedarfsdeckung
  • Anwendung der Anerkennungstheorie nach Hegel und Mead als normativer Rahmen
  • Bedeutung von rechtlicher Gleichbehandlung und kultureller Zugehörigkeit für den Integrationsprozess
  • Diskussion über die Balance zwischen Kindeswohl, Schutzauftrag und der Autonomie der Jugendlichen

Auszug aus dem Buch

2.1 RESSOURCEN

Um dem defizitären Blick auf Klient_innen der Sozialen Arbeit zu entgehen und ein ganzheitliches Bild von uaM zu zeichnen, sollen im Folgenden zunächst die besonderen Ressourcen dieser in den Fokus gerückt werden.

Zweifellos sind uaM massiven Belastungen ausgesetzt, aufgrund derer sie in gewisser Weise auf Hilfe angewiesen sind, doch können sie keinesfalls als hilflos bezeichnet werden. Denn diese Kinder und Jugendlichen sind „nicht nur Opfer, sondern kompetente, aktiv handelnde Menschen, die sich an schwierigste Situationen angepasst und diese überlebt und bewältigt haben, indem sie ihre vielfältigen Ressourcen und Kompetenzen einsetzten“ (Hargasser 2016, S. 100). Sie besitzen individuelle Schutzmechanismen, Bewältigungsstrategien und eine hohe Überlebenskompetenz, was keinesfalls in der pädagogischen Arbeit unterschätzt werden darf.

Zu Beginn muss die Komponente des Alters der uaM beachtet werden. Junge Menschen emigrieren oft mit mehr Gelöstheit als ältere und sind flexibler gegenüber Veränderungen aufgrund der Flucht. Ihnen gelingt es meist schneller, die Sprache zu lernen, sich in der neuen Kultur und im neuen Umfeld einzuleben und Kontakte zu knüpfen (vgl. Möller 2009, S. 94). Dabei spielt auch eine Rolle, dass sie ihr Fortgehen oft nicht als endgültig annehmen (vgl. Grinberg und Grinberg 1990, S. 145ff.). Damit sind vergleichsweise gute Chancen geschaffen, mit einer positiveren Ausgangssituation ein neues Leben zu beginnen.

Des Weiteren fällt auf, dass die meisten uaM selbst ein stark ressourcenorientiertes Denken vorweisen. Scheinbar setzen sie den Fokus nicht auf das, was ihnen fehlt, sondern auf das was sie haben und glauben erreichen zu können (vgl. Detemple 2015, S. 76). An dieser Stelle liegt die Vermutung nahe, dass dies als Bewältigungsstrategie aus Erfahrungen resultiert, bei denen sie trotz widriger Umstände Selbstwirksamkeit erleben und dies ihre Zuversicht stärken könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der unbegleiteten ausländischen Minderjährigen ein, benennt die Problemstellung und begründet die Relevanz der Untersuchung für die Soziale Arbeit.

2 Unbegleitete ausländische Minderjährige: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Zielgruppe, wobei sowohl die Ressourcen und Problemlagen als auch der spezifische Hilfebedarf unter Berücksichtigung der Fluchtbiografie beleuchtet werden.

2.1 Ressourcen: Dieser Abschnitt stellt die Bewältigungsstrategien und Kompetenzen der Jugendlichen in den Vordergrund, um einen rein defizitorientierten Blick zu vermeiden.

2.2 Problemlagen: Es wird analysiert, welche psychosozialen Belastungen und Hürden – wie Trauma, Trennung von der Familie und Identitätskrisen – die Jugendlichen bewältigen müssen.

2.3 Hilfebedarf: Dieses Kapitel befasst sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Betreuung innerhalb der Jugendhilfe.

3 Bedarfsermittlung - Anerkennung: Hier wird die Anerkennungstheorie als soziologischer Rahmen eingeführt, um die Rechte und Bedürfnisse der Zielgruppe wissenschaftlich zu fundieren.

3.1 Liebe – Interkulturalität und Zugehörigkeit: Es wird diskutiert, wie soziale Anerkennung durch zwischenmenschliche Beziehungen und interkulturelle Inklusion zur Identitätsbildung beiträgt.

3.2 Recht – rechtliche Gleichbehandlung: Dieser Teil beleuchtet die rechtliche Situation der uaM und kritisiert Diskriminierung sowie Diskrepanzen zwischen Menschenrechten und der Asylpraxis.

3.3 Wertschätzung – Eigenschaften, Kompetenzen und Leistungen: Hier wird dargelegt, warum die Anerkennung der individuellen Fähigkeiten und Leistungen für ein stabiles Selbstbild der Jugendlichen unerlässlich ist.

4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet Forderungen für die Praxis der Sozialen Arbeit ab, um eine gelungene Integration zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

unbegleitete ausländische Minderjährige, uaM, Jugendhilfe, Anerkennungstheorie, Flucht, Identitätsentwicklung, Soziale Arbeit, Integration, Kindeswohl, Traumatisierung, Ressourcenorientierung, Teilhabe, interkulturelle Pädagogik, Migration, Selbstwirksamkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation und den spezifischen Bedarfen von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen in Deutschland und wie diese durch pädagogische Interventionen der Jugendhilfe unterstützt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Fluchterfahrung, die rechtliche Stellung von uaM, die psychologische Identitätsentwicklung im Jugendalter sowie die theoretische Fundierung durch das Konzept der Anerkennung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, wie die Lebenslagen von uaM beschrieben werden und welche Unterstützungsformen notwendig sind, damit die Jugendlichen eine Perspektive entwickeln können, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte – insbesondere der Anerkennungstheorie nach Hegel und Mead –, um die empirisch beobachtbaren Problemlagen pädagogisch und fachlich einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Zielgruppe (Ressourcen, Probleme, Hilfebedarf) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Anerkennungsformen (Liebe, Recht und Wertschätzung) im Kontext der Jugendhilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind uaM, Anerkennung, Jugendhilfe, Flucht, Inklusion, Identität, Ressourcenorientierung und soziale Teilhabe.

Inwiefern beeinflusst das Alter der Jugendlichen ihre Integration?

Das jugendliche Alter fungiert als Ambivalenz: Einerseits ermöglicht es eine höhere Flexibilität und Lernbereitschaft, andererseits trifft der Einschnitt der Flucht genau in eine Phase, in der die Persönlichkeit besonders verletzlich ist.

Warum betont die Autorin, dass uaM keine homogene Gruppe sind?

Sie betont dies, weil eine pauschale Behandlung als „defizitäre Gruppe“ der individuellen Lebensbiografie und den persönlichen Ressourcen der Jugendlichen nicht gerecht wird und zu bürokratischen Fehlentscheidungen führen kann.

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Details

Titel
Bedarfslagen von unbegleiteten, ausländischen Minderjährigen in Deutschland
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,0
Autor
Theresa Hauff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
49
Katalognummer
V1187689
ISBN (PDF)
9783346621443
ISBN (Buch)
9783346621450
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedarfslagen minderjährigen deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theresa Hauff (Autor:in), 2016, Bedarfslagen von unbegleiteten, ausländischen Minderjährigen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187689
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  49  Seiten
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