Was ist überhaupt unter immateriellem Kulturerbe zu verstehen? Was ist eigentlich die Beziehung zwischen den zwei Formen dieses Erbe? Wie können diese vererbten Ausdrucksweisen inwertgesetzt werden? Was hat die UNESCO zur Erhaltung des jeweiligen Kulturerbes getan? Was sind die wichtigsten immateriellen Hinterlassenschaften Marokkos und welche sind als Erbe der Menschheit anerkannt?
Diese vorliegende Arbeit besteht aus vier Teilen und gliedert sich wie folgt: Im ersten Kapitel wird ein theoretischer Überblick über die jüngere Geschichte des immateriellen Kulturerbes und seiner Kategorien gegeben und wird überdies die Beziehung zwischen immateriellen und materiellen Kulturelementen untersucht. Im zweiten Teil desselben Kapitels wird mit dem Inwertsetzungsprozess und seine Schritte beschäftigt. Im Fokus des zweiten Kapitels stehen die UNESCO-Organisation, ihre Ziele und ihr Übereinkommen zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes sowie ihre internationalen Listen.
Darüber hinaus wird mit den Maßnahmen und Kriterien zur Fixierung dieses Erbes befassen und auf die in den UNESCO Listen eingetragenen marokkanischen Kulturgüter eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffserklärungen
1.1. Immaterielles Kulturerbe
1.1.1. Differenzierung des immateriellen zum materiellen Kulturerbe
1.2. Inwertsetzung vom immateriellen Kulturerbe
1.2.1.Schritte des Inwertsetzungsprozesses
2. Die UNESCO- Organisation
2.1. Gründung und Ziele der UNESCO
2.1.1. Die UNESCO Konvention zum Schutz des immateriellen Erbes
2.1.2. Internationale Listen der UNESCO
2.1.3. Maßnahmen und Kriterien zur Erhaltung des Kulturerbes
2.1.4. Marokkos immaterielle Kulturelemente in UNESCO-Listen
3. Praktisches Beispiel für marokkanisches immaterielles Kulturerbe
3.1. HENNA-Art Bedeutung und die Symbolik
4. Wege zum Schutz der immateriellen Kulturgüter Marokkos
4.1. Nationale und internationale Bemühungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das immaterielle Kulturerbe Marokkos unter Berücksichtigung der UNESCO-Schutzbemühungen, um dessen Bedeutung für die kulturelle Identität hervorzuheben und Strategien zur nachhaltigen Erhaltung und Inwertsetzung zu analysieren.
- Grundlagen und Differenzierung des immateriellen Kulturerbes
- Die Rolle und Mechanismen der UNESCO beim Schutz kultureller Ausdrucksformen
- Analyse marokkanischer Kulturgüter und deren UNESCO-Listen-Status
- Praxisbeispiel Henna-Kunst: Bedeutung, Symbolik und kulturelle Relevanz
- Nationale und internationale Schutzansätze und Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1. HENNA - Kunst als immaterielles Kulturerbe: Bedeutung und Symbolik
Henna-Tätowierung ist eine uralte vererbte Tradition und eine unerlässliche Komponente der marokkanischen lebendigen Kulturgüter. Diese Tradition findet nicht nur in Marokko statt, sondern ist sie überall in den meisten arabischen und einige asiatische Länder verbreitet. „Henna ist ein in den Mittelmeerregionen heimischer Strauch, dessen Blätter seit dem 7. Jahrtausend v. Chr. als Haarspülung, Haarfärbemittel und Körperverzierung verwendet werden.“ Was die Ursprünge von dieser Art immateriellen Kulturerbes angeht, wird behauptet, dass diese Tradition sich zum ersten Mal in Persien entwickelt und sich später von dort nach Indien, der Arabischen Halbinsel und Nordafrika verbreitet. Ihre Verwendung in Marokko wurde auf die Berber zurückgeführt.
Die von Henna hergestellte Farbe wird aus den getrockneten und zu Pulver verarbeiteten Blättern des Hennastrauchs gewonnen. Mit lauwarmem Wasser manchmal mit Tee oder Zitronensaft wird das Pulver zu einer weichen Paste vermischt. Dann wird auf die Haut aufgetragen, je grüner das Pulver ist, desto wirksamer wird die Paste sein, um die Haut rot zu färben. Dank des von Generation zu Generation Übertragungsprozesses der Henna- Kunst existiert sie jahrzehntelang in der marokkanischen Kultur als wichtigen Aspekt der immateriellen Erbform. Bis jetzt wird sie immer noch lebendig praktiziert.
Von vielen Kulturerbträgern wird die Henna nur als traditionelle Schönheitsprodukt, Färbemittel, als einen Art traditionellen Hautschmuck und Alternative für Tattoo, manchmal auch als Arzneipflanze gesehen, von andern wird sie hingegen als Freude und Glücksbringer bzw. „El-Baraka“ –wie man es auf Arabisch nennt –und die am Körper getragenen Henna als Körperhautpflege, Schutzschild vor Krankheiten sowie vor bösem Blick gesehen, es wird auch angenommen, dass sie die positive Kraft verstärkt und die bösen Geister vertreibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des immateriellen Kulturerbes und grenzt diesen von materiellen Kulturgütern ab, wobei die Bedeutung des Inwertsetzungsprozesses für lebendige Traditionen hervorgehoben wird.
2. Die UNESCO- Organisation: Hier werden die Entstehungsgeschichte, Ziele und Konventionen der UNESCO dargestellt, sowie die internationalen Listen und Kriterien erläutert, die den Schutz marokkanischer Kulturelemente regeln.
3. Praktisches Beispiel für marokkanisches immaterielles Kulturerbe: Dieses Kapitel widmet sich der Henna-Kunst als zentralem Bestandteil marokkanischer Identität, ihrer Bedeutung im gesellschaftlichen Alltag und ihrer Symbolkraft.
4. Wege zum Schutz der immateriellen Kulturgüter Marokkos: Der abschließende Hauptteil analysiert nationale und internationale Bemühungen sowie Programme zur Dokumentation und Erhaltung des immateriellen Erbes in Marokko.
Schlüsselwörter
Immaterielles Kulturerbe, UNESCO, Marokko, Inwertsetzung, Traditionen, Kulturvielfalt, Henna-Kunst, Weltkulturerbe, Schutzmaßnahmen, Identität, Globalisierung, Handwerkstechniken, lebendige Alltagskultur, Kulturgüter, Nachhaltige Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem immateriellen Kulturerbe Marokkos, seiner Definition, seinem Schutz durch die UNESCO und der Bedeutung dieses Erbes für die nationale Identität.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des immateriellen Erbes, der Inwertsetzungsprozess, die Arbeit der UNESCO und spezifische Beispiele marokkanischer Traditionen wie der Henna-Kunst.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, das immaterielle Erbe Marokkos ins Licht zu rücken, seine Bedeutung für die kulturelle Identität aufzuzeigen und die Schutz- sowie Inwertsetzungsmechanismen kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur zum immateriellen Kulturerbe sowie auf die Analyse von UNESCO-Konventionen und Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Rolle der UNESCO, ein praktisches Beispiel anhand der Henna-Tradition und die Analyse nationaler sowie internationaler Schutzmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem immaterielles Kulturerbe, UNESCO-Konvention, Marokko, Inwertsetzung, kulturelle Identität und gelebte Alltagskultur.
Warum wird die Henna-Kunst als besonderes Beispiel hervorgehoben?
Die Henna-Kunst dient als anschauliches Beispiel, da sie eine uralte, in Marokko tief verwurzelte Tradition darstellt, die soziale Funktionen, Symbolik und ästhetische Aspekte vereint und somit die Vielfalt des immateriellen Erbes verdeutlicht.
Welchen Stellenwert nimmt die Inwertsetzung im Kontext der Globalisierung ein?
Die Inwertsetzung ist entscheidend, um traditionelle Ausdrucksformen in einer globalisierten Welt vor dem Vergessen zu bewahren und gleichzeitig ihr Potenzial für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung sowie die kulturelle Selbstbehauptung zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Bouchra Moussaddiq (Autor:in), 2018, Immaterielles Kulturerbe Marokkos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187983