Diese Arbeit dokumentiert die Einzeltherapie einer Person mit Suizidgedanken und wachsender Aggressivität. Auf die Angaben zum Fall sowie die Beschreibung des Anlasses und der Problemsituation folgt die Erläuterung der situationseinschätzenden Maßnahmen. Zudem wird der Bedarf an psychosozialer Unterstützung eingeschätzt. Als Beratungsmodell wurde die systemische Beratung gewählt.
Auch durchgeführte Verfahren und psychosoziale Maßnahmen werden erläutert. Zudem werden die sozialen Systeme und die Bezugspersonen der Zu-Beratenden einbezogen. Auch auf Umfang, Dauer und Ergebnis der unterstützenden Beratung und der psychosozialen Begleitung wird eingegangen. Abschließend erfolgt eine vorläufige Auswertung der durchgeführten psychosozialen Beratung und Begleitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Angaben zum Fall
2. Beschreibung des Anlasses und der Problemsituation
3. Situationseinschätzende Maßnahmen
4. Einschätzung des Bedarfs an psychosozialer Unterstützung
5. Verwendete Beratungsmodelle, durchgeführte Verfahren und psychosoziale Maßnahmen
6. Einbeziehung der sozialen Systeme und der Bezugspersonen der Zu Beratenden
7. Umfang, Dauer und Ergebnis der unterstützenden Beratung und psychosozialer Begleitung
8. Vorläufige Auswertung der durchgeführten psychosozialen Beratung und Begleitung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit dokumentiert einen Beratungsprozess unter Pflichtkontext bei einer Klientin mit psychischer Belastung, wobei das primäre Ziel die Stabilisierung der Klientin für ihren Berufsalltag sowie der Abbau von aggressivem Verhalten durch lösungsorientierte Methoden ist.
- Beratung unter Pflichtkontext und Aufbau einer Arbeitsbeziehung
- Anwendung systemischer Beratungsmodelle und lösungsorientierter Fragetechniken
- Erarbeitung von Strategien zur Emotionsregulation und Stressbewältigung
- Schulung von Selbst- und Fremdwahrnehmung durch kognitive Umdeutung
Auszug aus dem Buch
4. Einschätzung des Bedarfs an psychosozialer Unterstützung
Frau L. wurde in ihrem Beruf stetig kritisiert und nicht wertgeschätzt. Sie hat weder die Fähigkeit zur Emotionsregulation, noch zur Stressbewältigung erlernt. Diese fehlenden Fähigkeiten führen bei ihr in Problemsituationen zu Unruhe, Schlafstörungen, gesundheitlichen Beschwerden. Sie reagiert aufgrund dieser inneren Reaktionen aggressiv und verbal verletzend. Sich selbst fühlt Frau L. in diesen Situationen, als nicht angenommen, gemobbt, unfähig, ängstlich und allein. Durch das aggressive und verletzende Verhalten, kann sie ihren Gefühlen für kurze Zeit Abhilfe schaffen und bekommt kurzfristig das Gefühl, wieder die Kontrolle zu haben.
Auf lange Zeit gesehen, sinkt jedoch hierdurch ihr Selbstwertgefühl massiv, sie ist dadurch nicht in der Lage ihre aktuelle Lebenssituation zu bestreiten. Ihre Arbeitsfähigkeit ist stark dadurch gefährdet, dass sie nicht die Fähigkeit besitzt, mit Konflikten und Stress angemessen umzugehen. Frau L. fühlt sich besonders in Konflikt- und Stresssituationen überfordert und hilflos. In Situationen, in denen sie Anerkennung erfährt, lassen die oben beschriebenen Symptome nach. Frau L. hat im Erstgespräch geäußert, dass sie lernen möchte, in Stresssituationen angemessener zu reagieren und dadurch den Sozialkontakt mit anderen Menschen zu verbessern. Vor allem am Arbeitsplatz ist ihr dies wichtig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Angaben zum Fall: Vorstellung der Klientin Frau L., ihrer Lebenssituation und der Ausgangslage in einem stationären psychiatrischen Kontext.
2. Beschreibung des Anlasses und der Problemsituation: Analyse der Problemlage unter Berücksichtigung des bestehenden Pflichtkontexts und des hohen Leidensdrucks der Klientin.
3. Situationseinschätzende Maßnahmen: Zusammenfassung des Erstgesprächs und der biographischen Hintergründe, die zur aktuellen psychischen Situation führten.
4. Einschätzung des Bedarfs an psychosozialer Unterstützung: Ermittlung notwendiger Interventionsziele wie Emotionsregulation, Stressbewältigung und Stärkung des Selbstbildes.
5. Verwendete Beratungsmodelle, durchgeführte Verfahren und psychosoziale Maßnahmen: Darstellung der systemischen Beratung, der eingesetzten Fragetechniken, des ABC-Schemas und von Rollenspielen.
6. Einbeziehung der sozialen Systeme und der Bezugspersonen der Zu Beratenden: Beschreibung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Psychiatrie, dem Psychologen und der Beraterin.
7. Umfang, Dauer und Ergebnis der unterstützenden Beratung und psychosozialer Begleitung: Resümee des vierwöchigen Beratungsprozesses und der erreichten Kooperationsbereitschaft.
8. Vorläufige Auswertung der durchgeführten psychosozialen Beratung und Begleitung: Reflektion über die Verbesserung der psychischen Stabilität, die Konfliktfähigkeit der Klientin und die Lerneffekte für die Beraterin.
Schlüsselwörter
Psychosoziale Beratung, Pflichtkontext, Systemische Beratung, Stressbewältigung, Emotionsregulation, Konfliktmanagement, Arbeitsbündnis, Kognitive Umdeutung, Selbstfürsorge, Traumata, stationäre Behandlung, Verhaltensänderung, Problemlösung, Selbstbild, Fremdwahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Falldokumentation eines Beratungsprozesses, bei dem eine psychisch belastete Klientin im Rahmen eines stationären Aufenthalts und eines Pflichtkontexts psychosozial unterstützt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der systemischen Beratung, dem Umgang mit Pflichtkontexten, der Emotionsregulation sowie der Entwicklung von Stressbewältigungsstrategien für den Berufsalltag.
Was ist das primäre Ziel der Beratung?
Ziel ist es, die Klientin durch methodische Unterstützung zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, ihre Konfliktfähigkeit zu steigern und ihr ein höheres Maß an Sicherheit und Stabilität für die Entlassung und den Alltag zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es kommen vorwiegend systemische Beratungsmodelle zum Einsatz, ergänzt durch lösungsorientierte und hypothetische Fragen, das ABC-Schema zur kognitiven Umdeutung sowie Rollenspiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problembeschreibung, die Einschätzung des Unterstützungsbedarfs, die detaillierte Darstellung der drei Beratungssitzungen sowie die Einbindung relevanter Hilfesysteme.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Psychosoziale Beratung, Pflichtkontext, Systemische Beratung, Emotionsregulation und Konfliktmanagement beschreiben.
Wie wurde mit der geringen intrinsischen Motivation der Klientin umgegangen?
Durch Transparenz, den Abschluss eines Beratungsvertrages und die Einräumung von Mitbestimmungsrechten wurde ein Arbeitsbündnis geschaffen, das die Kooperationsbereitschaft der Klientin förderte.
Welche Bedeutung hatte das Rollenspiel in der dritten Sitzung?
Das Rollenspiel diente der kognitiven Umdeutung, indem die Klientin Arbeitskonflikte aus einer neuen Perspektive betrachten lernte, um so ihr aggressives Verhalten durch selbstsicheres Auftreten zu ersetzen.
Wie wurde der Stressverlauf über die Sitzungen hinweg dokumentiert?
Die Klientin erstellte nach jeder Sitzung eine grafische Darstellung ihres Stresslevels, um die Wirksamkeit der Entspannungs- und Atemübungen unmittelbar zu visualisieren.
Welche Rolle spielten andere Institutionen für den Erfolg des Prozesses?
Die Kooperation zwischen dem Zentrum für Psychiatrie, dem behandelnden Psychologen und der Beraterin war essenziell, um eine ganzheitliche Stabilisierung der Klientin zu gewährleisten.
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- Beatrix Albrecht (Author), 2021, Falldokumentation einer Einzeltherapie. Beratungspraxis in Pflichtkontexten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188116