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Weiblichkeitskonzept und evangelische Armenfürsorge im Kaiserreich. Religiöse Wurzeln des Wohlfahrtstaates

Title: Weiblichkeitskonzept und evangelische Armenfürsorge im Kaiserreich. Religiöse Wurzeln des Wohlfahrtstaates

Term Paper , 2020 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tamari Herding (Author)

World History - Modern History
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die religiösen Wurzeln des Wohlfahrtstaates und die Rolle der Frau in der konfessionellen Armenfürsorge im Kaiserreich. Im Mittelpunkt steht dabei die evangelische Kirche. Zur geschichtlichen Einordnung des Themas werden im zweiten Kapitel die Ausgangslage sowie die Rolle des Sozialismus und Pauperismus bei der Initiierung von neuen Sozialreformen aufgezeigt. Das dritten Kapitel beschäftigt sich mit der protestantischen Kirche im Kaiserreich und legt die Stellung der Kirche und ihren Umgang mit der Frauenfrage und sozialen Frage dar.

Zudem werden die Rolle der Säkularisation für die Protestanten sowie die Säkularisationsthese im Kaiserreich aufgegriffen. Das vierten Kapitel beschäftigt sich mit den Lösungsvorschlägen der Kirche zur sozialen Frage und Frauenfrage. Es werden die Gründungen vom Kaiserswerther Krankenhaus bzw. Mutterhaus und das Programm der „Inneren Mission“ skizziert, die den Anfang der Gründungen zahlreicher weiterer diakonisch-sozialer Einrichtungen bildeten. Am Beispiel vom Diakonissenwesen und der Inneren Mission wird zudem aufgezeigt, dass die Überlegungen im Kaiserreich, durch das Vereinswesen, konkret durch die Frauenvereine, einen Ausweg aus der sozialen und sittlichgeistlichen Nöte zu finden, bereits eine Tradition hatte.

Mit der karitativen Frauenorganisationen setzt sich das fünften Kapitel am Beispiel der evangelischen Frauenaktivitäten vor der Reichsgründung auseinander. Zudem legt es dar, welche wichtige Frauenvereine für die Armenfürsorge im Kaiserreich gebildet wurden. Das sechsten Kapitel skizziert Fliedners Weiblichkeitskonzept und Wicherns Ansichten über den Frauenberuf. Warum die praktische Umsetzung der Armenfürsorge überwiegend von Frauenvereinen umgesetzt wurde und wie sich das Engagement der Frauen auf dem sozialen Gebiet erklärt, soll das Auseinandersetzen mit dem Frauenbild in der protestantischen Kirche klären. Eine Zusammenfassung und ein kurzes Fazit im siebten Kapitel schließen die vorliegende Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Aufbau der Arbeit und die Quellenlage

2. Sozialpolitik im Kaiserreich: die Ausgangslage und Motive

2.1 Ausgangslage

2.2 Motive Bismarckischer Ausrichtung der Sozialpolitik

3. Protestantische Kirche im Kaiserreich

3.1. Die soziale Frage und Frauenfrage im Protestantismus

3.2 Säkularisierung und protestantische Kirche

4. Sozialpolitik der protestantischen Kirche

4.1 Das Diakonissenwesen

4.2 Die Innere Mission

5. Evangelische Frauenvereine

5.1 Evangelische Armenfürsorge im Kaiserreich

6. Weiblichkeitskonzept in der protestantischen Kirche

6.1 Weiblichkeitsbilder bei Fliedner und Wichern

7. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die religiösen Wurzeln des deutschen Sozialstaates im Kaiserreich (1880–1914) mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle der evangelischen Kirche und die Bedeutung weiblicher Akteurinnen in der konfessionellen Armenfürsorge. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie protestantische Kreise auf sozialpolitische Umbrüche reagierten und welche Funktion das spezifische Weiblichkeitskonzept sowie das Frauenbild in der kirchlichen Selbstbehauptung und Sozialarbeit einnahmen.

  • Analyse der konfessionellen Armenfürsorge als Akteur im Sozialstaat
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Säkularisierung, sozialer Frage und Frauenfrage
  • Darstellung der Rolle evangelischer Frauenvereine und Organisationen
  • Hinterfragung des kirchlichen Weiblichkeitskonzepts anhand der Ansätze von Fliedner und Wichern
  • Bedeutung der „Liebestätigkeit“ für die Professionalisierung der kirchlichen Sozialarbeit

Auszug aus dem Buch

6.1 Weiblichkeitsbilder bei Fliedner und Wichern

Wie in der Einleitung angedeutet, untersucht Gause die Konstruktion des Genderkonzepts und seine Realisierung in der Praxis am Beispiel des Pfarrers Theodor Fliedner und seiner Vorstellung von einer wahren Diakonisse. Nach der Autorin versuchte Fliedner das Idealbild einer christlichen Frau bzw. des Diakonissenberufs zu konstruieren, dessen Umsetzung in der Praxis nicht immer eine entsprechende Realisierung erfahren hat.74

In der Fliednerischen Mutterhausdiakonie wurde laut Gause von Anfang an davon ausgegangen, „dass mit dem Beruf der Diakonisse ein neues, durchaus protestantisches Weiblichkeitsmodel geschaffen worden war.“75 Die Frage „was eine Diakonisse als eine christliche Frau idealiter verkörpern sollte“,76 begleitete nicht nur die Innere Mission am Ende des 19. Jahrhunderts, sondern fand in der Diskussion bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Eingang.77 Aber wie sieht das Weiblichkeitskonzept nach Fliedner aus?

Eine Antwort auf dieser Frage gibt Fliedner in seiner Schrift über „Die Diakonissenanstalt“ im Jahr 1844. Im Teil über die Hausordnung und Dienstanweisung für die Diakonissenanstalt wird deutlich, dass nach Fliedners Vorstellung der Beruf der Diakonisse im Dienen der Christengemeinde, was in der Pflege der Kranken, Armen, Gefangenen oder hilfsbedürftigen Kindern sowie bei Unterstützung der Diakonen besteht. Die Krankenpflege soll bei den armen Kranken vor den wohlhabenden Kranken vollzogen werden. Dabei solle die Diakonisse sowohl Dienerin Jesu als auch Dienerin der Kranken sein. Dieses Dienen solle im Namen Christi und in Liebe, Demut und Dankbarkeit vollzogen werden. Die Diakonissenanstalt bilde eine Familie, wo alle wie Schwestern leben. Die Diakonissen-Familie solle mit „Sanftmut, Liebe, Fürbitte, Bescheidenheit, Einigkeit, Dienstfertigkeit“ zusammengehalten werden.78 Zudem macht Fliedner auf die Notwendigkeit der Krankenpflegerinnenausbildung wahrer evangelischer Christinnen aufmerksam. Da der Versorgungsnot sehr groß und es schwierig sei, die, für den Diakonissenberuf geeignete Christinnen zu finden.79

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie die evangelische Kirche und das Weiblichkeitskonzept die konfessionelle Armenfürsorge im Kaiserreich prägten.

2. Sozialpolitik im Kaiserreich: die Ausgangslage und Motive: Dieses Kapitel analysiert die durch Industrialisierung verschärfte soziale Notlage sowie die repressiven und reformorientierten Ansätze der Bismarckschen Sozialpolitik.

3. Protestantische Kirche im Kaiserreich: Es wird die Stellung der Kirche im Kaiserreich dargelegt, die sich in einem Spannungsfeld zwischen Säkularisierung und der Notwendigkeit einer neuen sozialen Orientierung befand.

4. Sozialpolitik der protestantischen Kirche: Hier werden kirchliche Lösungsansätze wie das Diakonissenwesen und die Innere Mission als Instrumente der Re-Christianisierung und sozialen Stabilisierung skizziert.

5. Evangelische Frauenvereine: Dieses Kapitel befasst sich mit der Rolle der Frau in karitativen Organisationen, die als Antwort auf die soziale Frage und zur Stärkung der kirchlichen Bindung gegründet wurden.

6. Weiblichkeitskonzept in der protestantischen Kirche: Die theoretischen Konstruktionen eines christlichen Frauenberufs bei Fliedner und Wichern werden analysiert, um die Motivationen hinter der weiblichen Mitarbeit zu verstehen.

7. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der protestantischen Kirche bei der Entstehung des Sozialstaates zusammen und verdeutlicht die Transformation der Kirche hin zum sozialen Dienstleistungsbetrieb.

Schlüsselwörter

Kaiserreich, Protestantismus, Sozialpolitik, Armenfürsorge, Weiblichkeitskonzept, Innere Mission, Diakonissenwesen, Frauenvereine, Säkularisierung, soziale Frage, Frauenfrage, Wohlfahrtsstaat, Liebestätigkeit, Geschlechterrollen, Christliche Erneuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen religiösen Konzepten und der Entwicklung sozialstaatlicher Fürsorge im Deutschen Kaiserreich, speziell aus der Perspektive der evangelischen Kirche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Sozialpolitik Bismarcks, das protestantische Milieu, die soziale Frage, die Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts und die Entstehung karitativer Frauenorganisationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie die evangelische Kirche durch ihr spezifisches Frauenbild und die konfessionelle Armenfürsorge ihre gesellschaftliche Relevanz im Kaiserreich zu behaupten suchte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin stützt sich auf die Analyse historischer Quellen (Dokumentenbände, Reden, Schriften) und greift auf bestehende Fachliteratur zu Sozialgeschichte, Protestantismus und Genderfragen zurück.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der staatlichen Sozialpolitik, die kirchliche Reaktion, das Diakonissenwesen, die Innere Mission sowie die spezifische Rolle der evangelischen Frauenvereine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialstaat, Konfession, Armenfürsorge, Weiblichkeitskonzept, Innere Mission und Säkularisierung.

Wie wurde die Rolle der Frau in der protestantischen Kirche theologisch begründet?

Die Rolle wurde über ein Weiblichkeitskonzept definiert, in dem die „Liebestätigkeit“ und das Dienen als natürlicher, gottgewollter Beruf der Frau verstanden wurden, um soziale Nöte zu lindern.

Welche Bedeutung hatten die Frauenvereine für die Kirche?

Sie dienten der Kirche als wichtiges Instrument, um den Einfluss auf die Bevölkerung jenseits der Gemeindeebene zu sichern, den Klassenantagonismus abzumildern und der Entkirchlichung entgegenzuwirken.

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Details

Title
Weiblichkeitskonzept und evangelische Armenfürsorge im Kaiserreich. Religiöse Wurzeln des Wohlfahrtstaates
College
University of Hagen  (Geschichte der Europäischen Moderne)
Course
Europa und die Vielfalt der Moderne: Mentalitäten, Ökonomie und Wissen im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
1,3
Author
Tamari Herding (Author)
Publication Year
2020
Pages
29
Catalog Number
V1188130
ISBN (PDF)
9783346619983
ISBN (Book)
9783346619990
Language
German
Tags
evangelische Kirche Feminismus Antifeminismus Genderkonzept Caritas Kaiserreich Wohlfartsverband Sozialpolitik Frauenfrage Diakonie innere Mission evangelische Frauenorganisationen evangelische Armenfürsorge: Fliedner Wichern Weiblichkeitskonzept
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tamari Herding (Author), 2020, Weiblichkeitskonzept und evangelische Armenfürsorge im Kaiserreich. Religiöse Wurzeln des Wohlfahrtstaates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188130
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