In dieser Arbeit wird das Geschlecht als soziologisches Konstrukt und das durchgehend aktuelle Thema der Kategorisierung von Geschlecht, der Bildung von Stereotypen und Idealbildern und der herrschenden Dichotomie, Dominanz und Differenz von Mann und Frau genauer beleuchtet. Dabei steht folgende Fragestellungen im Zentrum: Inwiefern hat sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft der ehemaligen DDR verändert und wie wirkt sich die Bildung von Stereotypen und Idealbildern auf unsere Partnerwahl aus?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. Geschlecht als soziologisches Gebilde
2.1 Empirische Befunde von Geschlechterunterschieden
2.2 Geschlecht als Kategorie bei Rendtorff/Moser
3. Dichotomie, Dominanz, Differenz
3.1 Die Rolle der Frau in der DDR
3.2 Bildung von Geschlechterstereotypen und Idealbildern
3.2.1 Auswirkungen auf die Partnerwahl
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Geschlecht als soziologisches Konstrukt sowie die damit verbundene Kategorisierung in Mann und Frau. Im Zentrum steht dabei die Analyse, inwiefern sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft der ehemaligen DDR gewandelt hat und welche Auswirkungen die Bildung von Geschlechterstereotypen und Idealbildern auf moderne Partnerwahlprozesse haben.
- Soziologische Konstruktion von Geschlecht (Sex vs. Gender)
- Historische Betrachtung der Frauenrolle in der DDR
- Wirkungsweise von Geschlechterstereotypen und Idealtypen
- Einfluss von Geschlechterkategorisierungen auf die Partnerwahl
- Analyse von Dichotomie, Dominanz und Differenz
Auszug aus dem Buch
3.2 Bildung von Geschlechterstereotypen und Idealbildern
Geschlechterstereotype sind definiert als Bündel von Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die man automatisch und eindeutig Mann oder Frau zuordnet. (vgl. Gern 1992: 35) Stereotype steigern unsere Aufmerksamkeit bezüglich einer Sache und fördern unser Erinnerungsvermögen, denn unsere Wahrnehmung ist darauf ausgelegt, bestimmte Muster und Strukturen nachzuverfolgen und zu bestätigen. Wenn solch ein Muster erkennbar ist, ignorieren wir teilweise sogar abweichende Eigenschaften bzw. Merkmale. Verhält sich eine Minderheit abweichend dieser Stereotype, werden diese Menschen als Ausnahme betitelt, am Muster oder an der Struktur ändert sich dadurch jedoch nichts. (vgl. Gern 1992: 41)
Eigenschaften, die bestimmten geschlechtsspezifischen Stereotypen zugesprochen werden, können sich in ihrer Bewertung wandeln. Auf diese Art können Substereotype entstehen. Beispiele für die eben genannten können im alltäglichen Leben geschlechtsspezifische Begriffe, wie „'Macho', 'Softie' und 'Karrierefrau'“ sein. (Gern 1992: 42) In einer von Clifton et al. (1976) veröffentlichen Studie wurden Frauen anhand von Merkmalen und Verhaltensweisen in unterschiedliche Typen unterteilt. Zum einen kristallisierte sich das traditionelle Bild von Hausfrau, Mutter und „bunny“ heraus. Mit dem Begriff „bunny“ ist hier die Frau als erotischer Entertainer des Mannes gemeint. Diesem Typ werden die traditionellen Eigenschaften, wie „sanft, freundlich, emotional, etc.“ zugewiesen. (Gern 1992: 42) Dem gegenüber steht die Karrierefrau und Athletin, der ebenfalls der Begriff „bunny“ zugeordnet wird. Sie gilt als vom Mann unabhängige Stereotype und wird mit männlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen, wie aktiv, stark und rational charakterisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Fragestellung: Diese Einleitung führt in die Themen Geschlechterdichotomie und Kategorisierung ein und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Rolle der Frau in der DDR und zur Partnerwahl.
2. Geschlecht als soziologisches Gebilde: Dieses Kapitel untersucht biologische sowie soziologische Aspekte der Geschlechterdifferenzierung und erläutert den Kategoriebegriff nach Rendtorff und Moser.
3. Dichotomie, Dominanz, Differenz: Hier werden die historische Rolle der Frau in der DDR sowie die Entstehung und Wirkung von Geschlechterstereotypen und deren Einfluss auf die Partnerwahl kritisch beleuchtet.
4. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die zu Beginn formulierten Leitfragen zur gesellschaftlichen Gleichstellung und den verbleibenden Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Geschlecht, Soziologie, Kategorisierung, Geschlechterdichotomie, Stereotype, Idealbilder, Partnerwahl, DDR, Frauenrolle, Gender, Sozialisation, Identität, Machtverhältnisse, Geschlechterforschung, Arbeitsmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Konstruktion von Geschlecht und wie unsere Gesellschaft Menschen in Kategorien von „Mann“ und „Frau“ einteilt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Stellung der Frau in der DDR, der Funktionsweise von Geschlechterstereotypen und deren Bedeutung bei der Partnerwahl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiefgreifend dichotome Geschlechterbilder in unserem Denken verankert sind und inwiefern diese trotz gesellschaftlicher Modernisierung fortbestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse soziologischer und erziehungswissenschaftlicher Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die biologische und soziale Kategorisierung von Geschlecht, die Rolle der Frau in der DDR-Wirtschaft sowie die psychologische Wirkung von Stereotypen auf zwischenmenschliche Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Geschlechterdichotomie, Stereotype, Idealbilder, Partnerwahl, soziale Konstruktion und Geschlechterrollen.
Warum war die Erwerbstätigkeit der Frau in der DDR so bedeutsam?
Die Erwerbstätigkeit förderte trotz bestehender Diskriminierung das Selbstbewusstsein und die ökonomische Unabhängigkeit der Frauen und setzte neue gesellschaftliche Normen.
Welchen Einfluss haben Stereotype tatsächlich auf die Partnerwahl?
Überraschenderweise ist der direkte Einfluss von Stereotypen bei der Partnerwahl oft geringer als erwartet, da bei der konkreten Suche nach einem Lebensgefährten zunächst gemeinsame Interessen und persönliche Werte im Vordergrund stehen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Geschlechterkategorisierung in der DDR. Bildung von Stereotypen und Idealbildern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188359