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Begründung vom Konzept Offener Unterricht

Argumentationsanalyse an einem ausgewählten Literaturbeispiel

Title: Begründung vom Konzept Offener Unterricht

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Verena Imke (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Spätestens seit PISA und TIMMS ist die Diskussion über das bestehende deutsche
Schulsystem neu entfacht. Der Ruf nach Veränderung und Reformierung wird immer
lauter. Nicht nur auf wissenschaftlicher Seite, auch von Politik, Wirtschaft und Eltern
wird gefordert, die für viele schockierenden Ergebnisse der oben angeführten Studien
schnellst möglich zu verbessern um den Schülerinnen und Schülern (im Folgenden
Schüler) einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen. Im Rahmen der
Diskussionen stellte sich mir die Frage, welche Konzepte zur besseren Strukturierung
und Gestaltung des Unterrichts es gibt und wie diese diskutiert werden. Bei
meiner Arbeit als Migrationshilfe an einer Bielefelder Grundschule bin ich auf das
Konzept des offenen Unterrichts gestoßen und möchte in dieser Arbeit der Frage
nachgehen, wie es begründet wird und ob diese Form des Unterrichts eine gute und
erfolgbringende Alternative zur bestehenden Unterrichtspraxis sein kann.
Ich habe mich entschieden das Buch von Eiko Jürgens „Die `neue` Reformpädagogik
und die Bewegung Offener Unterricht“ (6.Auflage, 2004) genauer zu betrachten.
Ziel der Arbeit soll sein, die Argumente von Jürgens herauszufiltern, zu schauen wie
sie in seinem Buch gestützt werden und ob offener Unterricht, so wie von ihm begründet,
bestimmte Prämissen (nach Paschen 1992) erfüllt. Des Weiteren möchte
ich schauen, welche Pädagogik(en) im Konzept offener Unterricht enthalten ist. Die
Seitenangaben beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt auf das oben genannte
Buch.
In seiner Einleitung betont Jürgens zunächst einmal, dass offener Unterricht nicht
gleichzeitig die Ablehnung von geschlossenen Unterrichtsformen implizieren muss.
Er schreibt, dass "Offenheit und Geschlossenheit Pole eines gemeinsamen Ganzen
sind und es der jeweiligen didaktischen Entscheidung bedarf, wann `offenere` und
wann `geschlossenere` Lernformen für die Bewältigung bestimmter Lerninhalte
bzw. Unterrichtsthemen angemessen zu sein scheinen.“ (S.16) So spricht er sich
also, je nach Gegebenheiten und Lernzielen, für eine Mischung von lernzielorientierter
Didaktik und der Praktizierung offenen Unterrichts aus. Aber was steckt hinter
dem Begriff Offenheit? Jürgens Definition soll im Folgenden betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Problem des Begriffs der Offenheit

3. Argumente und deren Stützungen

3.1 Argumente

3.1.1 Das Argument veränderte familiare Lebenswirklichkeit

3.1.2 Das Elternerziehungsdefizit-Argument

3.1.3 Das Medienkonsum-Argument

3.1.4 Das Argument verändertes Spiel- und Freizeitverhalten

3.1.5 Das Argument des Umgangs mit Kulturenvielfalt

3.2 Stützungen

4. Prüfung der Argumente durch Prämissen

4.1 veränderte familiare Lebenswirklichkeit

4.2 Elternerziehung

4.3 Medienkonsum

4.4 Das Spiel- und Freizeitverhalten

4.5 Umgang mit Kulturenvielfalt

5. Prämissen bezogen auf das Gesamtkonzept

5.1 Alternativprämisse

5.2 Praxisprämisse

5.3 Adäquatheitsprämisse

5.4 Bedingungen

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "offenen Unterrichts" anhand des Werkes von Eiko Jürgens. Das primäre Ziel ist es, die zentralen Argumente für diese Unterrichtsform kritisch zu hinterfragen, deren empirische und theoretische Stützung zu analysieren sowie zu prüfen, ob der offene Unterricht eine tragfähige und adäquate Alternative zur traditionellen Schulpraxis darstellt.

  • Analyse gesellschaftlicher und sozialisationstheoretischer Begründungsansätze für offenen Unterricht.
  • Untersuchung der pädagogischen Defizit-, Ursachen- und Alternativprämissen nach Paschen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Definitionsproblematik des Begriffs "Offenheit".
  • Bewertung der strukturellen Voraussetzungen und Bedingungen für die Umsetzung in der Praxis.
  • Gegenüberstellung von Jürgens' Argumenten mit kritischen Positionen, etwa von Hermann Giesecke.

Auszug aus dem Buch

3.1 Argumente

An Hand einer zusammengefassten analytischen Betrachtung des heutigen Kinderalltags stellt er einige, für ihn besonders gravierende Veränderungen dar, durch die sich Schule dazu veranlasst sehe, "(…) ihr Aufgaben- und Zuständigkeitsfeld inhaltlich neu mit anderen Schwerpunkten zu strukturieren und ggf. in einigen Bereichen zu erweitern (…)“ (S. 28)

3.1.1 Das Argument veränderte familiare Lebenswirklichkeit

Beziehungsstrukturen, und Lebensverhältnisse von Familien haben sich geändert und das stellt für Schule veränderte Rahmenbedingungen dar, auf die sie reagieren muss.

Zum einen bezieht sich Jürgens hier auf die veränderten Aufwachsbedingungen der Kinder. 80% der Kinder wachsen als Einzelkinder oder mit einem Geschwisterteil auf, was zur Konsequenz hat, das viele, obwohl sie die Aufmerksamkeit der Eltern nicht teilen müssen, einsam sind. Zum anderen sieht er durch die immer steigende Zahl Alleinerziehender mit nur einem Kind, der Müttererwebstätigkeit und der Anzahl der Ehescheidungen das Problem, dass "Die Leistungsfähigkeit der Familie als Ort der Vermittlung umfassender Sozialerfahrungen (…)“ abehme (S.28) Des Weiteren ergibt sich ein Betreuungsproblem für Kinder deren Eltern Erwerbstätig sind. Diese Ausführungen stellen seiner Meinung nach auch für Schule veränderte Rahmenbedingungen dar auf die angemessen reagiert werden müsse. Die von ihm vorgebrachten Stützungen sind zwar einleuchtend und jeder der sie liest, wird sich der Tatsache des Geburtenrückgangs, die er auch an Hand einer Zahl belegt, und der steigenden Zahl Alleinerziehender bewusst sein, jedoch hätte man an dieser Stelle auch empirische Daten für die getroffenen Aussagen zur Stützung einbringen können. Meiner Meinung nach fehlt hier auch der Hinweis auf die Pluralisierung der familialen Lebensformen, die auch Patchworkfamilien und andere Konstellationen mit einschließt auf die reagiert werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle bildungspolitische Diskussion seit PISA/TIMMS und definiert das Ziel der Arbeit, Eiko Jürgens' Argumentation zum offenen Unterricht kritisch zu hinterfragen.

2. Das Problem des Begriffs der Offenheit: Dieses Kapitel erörtert die semantische Problematik des Begriffs „Offenheit“ und stellt fest, dass es keine einheitliche Theorie gibt, sondern eher ein Sammelbegriff für unterschiedliche pädagogische Reformbestrebungen vorliegt.

3. Argumente und deren Stützungen: Hier werden die gesellschaftlichen und sozialisationstheoretischen Argumente Jürgens' – wie veränderte Familienstrukturen, Medienkonsum und Freizeitverhalten – analysiert und deren empirische Fundierung hinterfragt.

4. Prüfung der Argumente durch Prämissen: In diesem Teil erfolgt eine systematische Überprüfung der einzelnen Argumente anhand von Defizit-, Ursachen- und Alternativprämissen, ergänzt durch einen Vergleich mit dem Schulgesetz NRW.

5. Prämissen bezogen auf das Gesamtkonzept: Das Kapitel prüft das Gesamtkonzept „offener Unterricht“ hinsichtlich seiner Praxisrelevanz, Adäquatheit und der notwendigen räumlichen sowie organisatorischen Bedingungen.

6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass offener Unterricht trotz der theoretisch ansprechenden Begründung aufgrund mangelnder empirischer Belege und hoher Anforderungen keine abschließend als „adäquat“ bewertete Alternative zur herkömmlichen Unterrichtspraxis darstellt.

Schlüsselwörter

Offener Unterricht, Reformpädagogik, Schulsystem, Eiko Jürgens, Familienstrukturen, Mediensozialisation, Schulpraxis, Argumentationsanalyse, Bildungspolitik, pädagogische Prämissen, Sozialisation, Lernumgebung, Erziehungswissenschaften, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des Konzepts „offener Unterricht“ im Kontext der modernen Schulpraxis und untersucht, wie dieses Konzept begründet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel familialer Lebenswirklichkeiten, den Einfluss des Medienkonsums auf Kinder, die Veränderung des kindlichen Spiel- und Freizeitverhaltens sowie die interkulturelle Herausforderung für Schulen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die von Eiko Jürgens angeführten Argumente für den offenen Unterricht zu filtern, ihre Stützungen zu bewerten und zu prüfen, ob dieses Modell eine erfolgreiche Alternative zur traditionellen Schulpraxis darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine analytische Argumentationsanalyse, die auf den Prämissen von Paschen (1992) basiert, um die pädagogische Begründungslogik des Ausgangstextes zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung spezifischer gesellschaftlicher Argumentationslinien, die Prüfung dieser Argumente anhand von pädagogischen Prämissen sowie eine Bewertung der notwendigen Bedingungen für eine Umsetzung des Gesamtkonzepts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie offener Unterricht, Reformpädagogik, pädagogische Argumentation, Sozialisationsleistung der Schule und Schulpraxis geprägt.

Warum hält die Autorin den Begriff „Offenheit“ für problematisch?

Die Autorin weist darauf hin, dass „Offenheit“ als unscharfer Schlagwort-Begriff Einzug in die pädagogische Sprache gehalten hat, was zu einer Definitions- und Abgrenzungsproblematik führt, da eine zugrunde liegende Theorie fehlt.

Wie steht die Autorin zum Erziehungsauftrag der Schule in diesem Kontext?

Sie betont unter Verweis auf das Schulgesetz NRW, dass der erzieherische Auftrag bereits verankert ist, bezweifelt jedoch, dass offener Unterricht als bloßes Konzept ohne konkrete Handlungsanweisungen die komplexen Probleme der modernen Erziehungsunsicherheit lösen kann.

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Details

Title
Begründung vom Konzept Offener Unterricht
Subtitle
Argumentationsanalyse an einem ausgewählten Literaturbeispiel
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Verena Imke (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V118849
ISBN (eBook)
9783640221509
ISBN (Book)
9783640223442
Language
German
Tags
Begründung Konzept Offener Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Imke (Author), 2006, Begründung vom Konzept Offener Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118849
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