Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik

Die negative Bedeutungskomponente eines Ethnophaulismus. Eine expressive Konnotation auf semantischer Ebene?

Multi-Akt-Semantik von M. P. Tenchini und A. Frigerio

Titel: Die negative Bedeutungskomponente eines Ethnophaulismus. Eine expressive Konnotation auf semantischer Ebene?

Hausarbeit , 2020 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit einer Theorie zur Bestimmung der abwertenden Bedeutungskomponente auseinandersetzen: der Multi-Akt-Semantik von Tenchini und Frigerio. Grundlegende Fragen in dieser Bestimmung sind: Was unterscheidet einen EP von einer neutralen Buchstabenabfolge und sind die differenzierenden Merkmale auf der Ebene der Semantik oder der Pragmatik anzusiedeln? Tenchini plädiert dafür, dass man allein aufgrund der semantischen Charakteristika die abwertende Bedeutung verstehen kann. Sie sagt: "In der Semantik der [EPen] sind die Stereotype nicht kodifiziert: Das bedeutet, dass es nicht notwendig ist, ein spezifisches Stereotyp zu kennen, um die abwertende […] Bedeutung zu verstehen". Sie versteht die abwertende Bedeutung eines EP als linguistisch kodifizierte Konnotation, die expressiv vermittelt wird. Was dies genau bedeutet und welche Probleme hieraus erwachsen, werde ich im Folgenden näher erläutern und diskutieren. Insbesondere werde ich in der Diskussion auf die Problematik in Tenchinis Theorie eingehen, den Kontext einer Äußerung auszuklammern. Um eine ausführliche Analyse von Tenchinis Argumenten zu ermöglichen, werden zunächst grundlegende Termini definiert. Daraufhin wird Tenchinis Theorie in Kürze vorgestellt, anschließend diskutiert und schließlich ein Fazit gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Terminologie

2.1 Was sind Ethnophaulismen?

2.2 Was ist Pejoration?

2.3 Was bedeuten Denotation und Konnotation?

2.4 Was ist ein Stereotyp?

2.5 Was ist ein Sprechakt?

3. Die Multi-Akt-Semantik von Tenchini

4. Überprüfung von Tenchinis Theorie

4.1 Objektivität

4.2 Expressivität

4.3 Konnotation

4.4 Fazit: Pragmatik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die "Multi-Akt-Semantik" von Tenchini und Frigerio, welche versucht, die abwertende Bedeutung von Ethnophaulismen (EPen) ausschließlich auf semantischer Ebene zu erklären. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob Tenchinis These einer objektiven, linguistisch kodifizierten Konnotation haltbar ist oder ob der Kontext einer Äußerung zwingend zur Bestimmung der pejorativen Bedeutung hinzugezogen werden muss.

  • Analyse der sprachphilosophischen Bestimmung von Ethnophaulismen
  • Untersuchung der Trennung zwischen Semantik und Pragmatik
  • Kritische Würdigung der Komponenten Objektivität, Expressivität und Konnotation
  • Diskussion über die Rolle von Stereotypen in der pejorativen Sprachverwendung

Auszug aus dem Buch

4.1 Objektivität

Wie bereits festgestellt wurde, ist es nach Bolinger und Tenchini ein Merkmal von EPen, dass der negative Inhalt in jedem Äußerungskontext automatisch vom Sprecher vermittelt wird. Da der negative Inhalt bei Tenchini in der Konnotation sprachlich kodifiziert ist, bleibt er subjektunabhängig – also objektiv – in jeder Äußerungssituation erhalten. Zudem steckt der negative Inhalt in der Definition eines EP, d.h. er ist ein Teil dessen, was ein EP zu einem EP macht. Betrachtet man jedoch folgende Beispiele, ist diese Merkmalszuschreibung der Objektivität nicht korrekt:

(2) Anna ist kein Eskimo, sie ist ein Inuk.

Oder:

(3) Man sagt nicht Eskimos, sondern Inuit.

Oder:

(4) Peter, der ein Rassist ist, sagt, Anna sei ein Eskimo.

In diesen Beispielen wird keine Abwertung der Personengruppe Inuit durch den Sprecher vollzogen. Die pejorative Bedeutung fällt im ersten Beispiel unter den Negationsoperator und wird so negiert. Im zweiten Fall handelt es sich um eine metasprachliche, didaktische Aussage und es erfolgt keine Herabsetzung der Inuit. Es ist auch möglich, die Abwertung jemand anderem zuzuweisen – wie in Beispiel (3). Diese drei Beispiele zeigen deutlich, dass die Pejoration nicht zwingend vom Sprecher in jedem Kontext vermittelt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Ethnophaulismen und Darlegung der zentralen Problemstellung hinsichtlich der Abwertung durch Sprache.

2. Terminologie: Definition der für die Untersuchung grundlegenden linguistischen Fachbegriffe wie Pejoration, Konnotation, Stereotyp und Sprechakt.

3. Die Multi-Akt-Semantik von Tenchini: Vorstellung der Theorie von Tenchini, die den pejorativen Inhalt von EPen als linguistisch kodifizierte Konnotation und dualen Sprechakt begreift.

4. Überprüfung von Tenchinis Theorie: Kritische Analyse der vier Hauptkomponenten von Tenchinis Theorie unter Berücksichtigung pragmatischer Faktoren.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Theorie, die aufgrund ihrer Ausklammerung des Kontextes als nicht haltbar eingestuft wird.

Schlüsselwörter

Ethnophaulismen, Pejoration, Konnotation, Denotation, Multi-Akt-Semantik, Sprachphilosophie, Pragmatik, Semantik, Stereotype, Sprechakt, Objektivität, Expressivität, linguistische Kodifizierung, Eskimo, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sprachphilosophischen und linguistischen Untersuchung von Ethnophaulismen, also abwertenden Bezeichnungen für ethnische Gruppen, und hinterfragt aktuelle semantische Theorien zu deren Funktionsweise.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Abgrenzung von Semantik und Pragmatik, die Analyse von Wortbedeutungen (Denotation vs. Konnotation) sowie die Frage, wie abwertende Einstellungen in der Sprache kodiert sind.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die "Multi-Akt-Semantik" von Tenchini kritisch zu prüfen und nachzuweisen, dass eine rein semantische Deutung der Abwertung ohne Einbeziehung des pragmatischen Kontexts nicht ausreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse und Diskurskritik, bei der theoretische Annahmen mit Gegenbeispielen (wie negierten Aussagen oder metasprachlichem Gebrauch) konfrontiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die notwendigen Termini geklärt, die Theorie von Tenchini detailliert vorgestellt und diese anschließend anhand der Komponenten Objektivität, Expressivität und Konnotation kritisch bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ethnophaulismus, Pejoration, Konnotation, Multi-Akt-Semantik sowie die Schnittstelle zwischen Semantik und Pragmatik.

Warum reicht laut der Autorin eine rein semantische Betrachtung von Ethnophaulismen nicht aus?

Die Autorin argumentiert, dass ethnophaulistische Begriffe je nach Kontext ihren abwertenden Charakter verlieren können, etwa bei Zitaten oder in didaktischen Kontexten, was gegen eine starre, rein semantische Kodifizierung spricht.

Inwiefern spielt der Kontext bei der Bewertung von "Eskimo" eine Rolle?

Der Kontext bestimmt, ob der Begriff als diskriminierende Beleidigung verwendet wird oder ob er beispielsweise in einem rein deskriptiven, metasprachlichen oder gar gemeinschaftsstiftenden Rahmen genutzt wird.

Welche Rolle spielt die Trennung von Semantik und Pragmatik für die Argumentation?

Diese Trennung ist das Kernargument: Die Autorin zeigt auf, dass das Verständnis abwertender Sprache untrennbar mit dem pragmatischen Wissen um den Äußerungskontext verbunden ist, den die kritisierte Theorie fälschlicherweise ausklammert.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die negative Bedeutungskomponente eines Ethnophaulismus. Eine expressive Konnotation auf semantischer Ebene?
Untertitel
Multi-Akt-Semantik von M. P. Tenchini und A. Frigerio
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1188500
ISBN (PDF)
9783346623362
ISBN (Buch)
9783346623379
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutungskomponente ethnophaulismus eine konnotation ebene multi-akt-semantik tenchini frigerio
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Die negative Bedeutungskomponente eines Ethnophaulismus. Eine expressive Konnotation auf semantischer Ebene?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188500
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum