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Soziale Mobilität in Theodor Fontanes Gesellschaftsromanen. "Frau Jenny Treibel" und "Die Poggenpuhls"

Titel: Soziale Mobilität in Theodor Fontanes Gesellschaftsromanen. "Frau Jenny Treibel" und "Die Poggenpuhls"

Bachelorarbeit , 2021 , 49 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sündüz Ilgaz (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich in vier Kapiteln mit der Inszenierung sozialer Mobilität in Theodor Fontanes Gesellschaftsromanen "Frau Jenny Treibel: Wo sich Herz zum Herzen find't" und "Die Poggenpuhls". Aufgrund des Umfangs ist diese Darstellung nicht auf Vollständigkeit angelegt. Zunächst soll der gesellschaftshistorische Kontext erörtert werden, insbesondere Fontanes gesellschaftskritischer Standpunkt. Abschließend wird die Einordnung der Romane in die Epoche des Realismus kritisch reflektiert.

Die Quellen dieser Arbeit wurden in einer kombinierten Literatur- und Internetrecherche gewonnen. Im Rahmen der Literaturrecherche kamen der Online-Katalog "Primo" der Universität Duisburg-Essen und der "Katalog Plus" der Technischen Universität Dortmund zum Einsatz. Bei der Internetrecherche wurde mithilfe der Suchmaschine "Google Scholar" nach weiterführenden Artikeln gesucht. Neben der Fachliteratur wurde auf die Homepages von Duden, Pons etc. zugegriffen. Mit der Maßgabe, möglichst zeitnah publizierte Werke zu verwenden, wurde die Auswahl verfeinert. Für diese Arbeit wurde zum einen die Reclam-Ausgabe des Romans "Frau Jenny Treibel" aus dem Jahr 1973 verwendet und zum anderen die Reclam-Ausgabe des Romans "Die Poggenpuhls" aus dem Jahr 1969. Die zitierten Passagen wurden diesen gedruckten Vorlagen entnommen. Bei Zitaten aus der Sekundärliteratur, die mit Textstellennachweisen arbeiten, wurden die Seitenangaben an die hier verwendeten Ausgaben angepasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Gesellschaftshistorischer Kontext

1.1 Das Besitzbürgertum

1.2 Das Bildungsbürgertum

1.3 Theodor Fontanes literarische Gesellschaftskritik

2 Frau Jenny Treibel: Das Arrangement der individuellen Lebenswege

2.1 Inszenierung sozialer Mobilität in Frau Jenny Treibel

2.2 Besitz und Bildungsbürgertum in „Frau Jenny Treibel“

2.2.1 Einordnung des Ehepaar Treibels in die Bourgeoise

2.2.2 Jenny Treibel als Inkarnation der bourgeoisen Gesinnung

2.2.3 Kommerzienrat Treibel als opportunistischer Besitzbürger

2.2.4 Das Netzwerkmodell „Schmidt“

2.2.5 Corinna als Grenzgängerin zwischen den beiden Sphären

2.3 Zwischenfazit

3 Die Poggenpuhls: Der soziale Wandel des Adels

3.1 Familie Poggenpuhl: Das statische Bild des aussterbenden Adels

3.1.1 Wohnungsarchitektur als Weltsicht

3.1.2 Ausverkauf der Aristokratie: Leo und Manon von Poggenpuhl

3.1.3 Albertine und Josephine – bürgerliche Kontrahentinnen der Aristokratie

3.1.4 Therese und Eberhard: Konstitution aristokratisch-ständischen Denkens

3.2 Also alles beim Alten?

3.3 Zwischenfazit

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierung sozialer Mobilität in den Gesellschaftsromanen „Frau Jenny Treibel“ und „Die Poggenpuhls“ von Theodor Fontane, wobei der Fokus auf den Verschränkungen von Bildungs- und Besitztumsansprüchen sowie dem Strukturwandel der preußischen Gesellschaft liegt.

  • Analyse des gesellschaftshistorischen Kontextes im 19. Jahrhundert.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Besitz- und Bildungsbürgertum in „Frau Jenny Treibel“.
  • Analyse des sozialen Wandels des Adels anhand der Familie Poggenpuhl.
  • Reflektion über das Spiel mit Schein und Sein als zentrales literarisches Motiv Fontanes.
  • Einordnung der Romane als Schwellentexte zwischen Realismus und Naturalismus.

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Das Netzwerkmodell „Schmidt“

Die Szenenfolge des Romans ist so angeordnet, „dass sie wechselnd das Mit und Gegeneinander, Verbindung und Trennung der Häuser Schmidt und Treibel vorführt“ (Grawe 2000: 619). Fontane gestaltet dies durch kontrastierende und parallelisierende Konfrontation (Wohnsituation, Werte, Haltungen) in der Thematik und Struktur aus (vgl. ebd.: 620). Somit besteht eine Bindung – oder auch eine Freundschaft – zwischen dem „neumodischen, selbstständigen Besitzbürgertums der Treibels mit ihrem protzigen Lebensstil und de[m] altmodisch erzieherisch tätigen Bildungsbürgertum[...] des Schmidtschen Kreises“ (ebd.: 620). Diese Bindung kann als ein Netzwerk aufgefasst werden. „Die Struktur eines Netzwerks wird durch das Verhalten, die Interdependenz, die Intensität der Kopplung und die Macht der Akteure bestimmt“ (Gabler Wirtschaftslexikon o. J.). Infolgedessen symbolisiert die Beziehung der Familie Schmidt zur Familie Treibel in dem Roman ein Netzwerkmodell.

Familie Schmidt legt im Gegensatz zu Familie Treibel den Fokus auf die Bequemlichkeit und Funktionalität. Das Namensschild wird beschrieben als „[...] ein grünes, knittriges Blechschild, darauf [ist] ‚Professor Wilibald Schmidt‘ ziemlich undeutlich zu lesen“ (JT.: 7). Auch Frau Jenny Treibel ist bewusst, dass Schmidt nicht viel Wert auf Äußerlichkeiten legt. Nach Treibel ist er ein „origineller Mann“ (JT: 7), „ein Juwel“ (JT: 8), da er weiß, dass „Geld eine Last ist und das Glück woanders liegt“ (JT: 8). Die materielle Stellung des preußischen Beamtentums zu Fontanes Zeiten bietet hierfür auch gar keine Möglichkeit (vgl. Schnabel 1933: 307ff.). Professor Wilibald Schmidt ist somit vom Prestigestreben befreit, denn „er unterschätzt alles Äußerliche, Besitz und Geld, und überhaupt alles, was schmückt und schön macht“ (JT: 13), wie Corinna feststellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Gesellschaftshistorischer Kontext: Erläuterung des Wandels von der Feudalgesellschaft zur marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft sowie die Differenzierung zwischen Besitz- und Bildungsbürgertum.

2 Frau Jenny Treibel: Das Arrangement der individuellen Lebenswege: Analyse der sozialen Aufstiegsmechanismen und des Zusammenspiels von Bildung, Kapital und Sentimentalität in der Treibel-Familie.

3 Die Poggenpuhls: Der soziale Wandel des Adels: Betrachtung des ökonomischen und sozialen Abstiegs des Militäradels und die Versuche, den alten Stand zu bewahren.

4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Erkenntnisse über Fontanes kritischen Realismus und die Einordnung seiner Werke als Vorläufer des Naturalismus.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, soziale Mobilität, Besitzbürgertum, Bildungsbürgertum, Frau Jenny Treibel, Die Poggenpuhls, Gesellschaftsroman, Realismus, Naturalismus, Preußen, Preußischer Adel, Klassenaufstieg, Gesellschaftskritik, Schein und Sein, Soziale Frage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Theodor Fontane in seinen Romanen soziale Bewegungen zwischen den Schichten und den Strukturwandel der preußischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts literarisch inszeniert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Abgrenzung und Rivalität zwischen Besitz- und Bildungsbürgertum, der Bedeutungsverlust des Adels sowie der Umgang der Charaktere mit materiellen Zwängen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Inszenierung sozialer Mobilität aufzudecken und zu zeigen, wie Charaktere durch ihr Handeln versuchen, ihren sozialen Status in einem sich wandelnden Umfeld zu behaupten oder zu verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primäre Textquellen (Romane) mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zu Soziologie und Literaturgeschichte kombiniert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Treibel-Familie als Repräsentanten des Besitzbürgertums und eine Untersuchung der Poggenpuhl-Familie als Bild des absteigenden Adels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Mobilität, Bourgeoisie, Bildungsbürgertum, gesellschaftskritischer Realismus und den Strukturwandel im preußischen Adel bestimmt.

Warum ist Corinna Schmidt als Grenzgängerin bezeichnet?

Corinna ist die Tochter eines Professors, strebt jedoch durch geschicktes Kalkül den Aufstieg in die wohlhabende Bourgeoisie an, womit sie die Grenzen beider Welten überschreitet.

Welche Rolle spielt der Tod des Onkels Eberhard für die Poggenpuhls?

Sein Tod markiert symbolisch das Ende der ruhmreichen Ära des alten preußischen Adels und stellt für die verarmten Familienmitglieder die notwendige Zäsur dar, um sich der Moderne zu stellen.

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Details

Titel
Soziale Mobilität in Theodor Fontanes Gesellschaftsromanen. "Frau Jenny Treibel" und "Die Poggenpuhls"
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Autor
Sündüz Ilgaz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
49
Katalognummer
V1188843
ISBN (PDF)
9783346619464
ISBN (Buch)
9783346619471
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jenny Treibel Poggenpuhl Fontane Sozialroman Realismus Soziale Mobilität Bourgeoise Bildungsbürgertum Besitzbürgertum Berlin Litertaurwissenschaften Adeltum Adel Bachelor Bachelorarbeit Gesellschaftsroman Romananalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sündüz Ilgaz (Autor:in), 2021, Soziale Mobilität in Theodor Fontanes Gesellschaftsromanen. "Frau Jenny Treibel" und "Die Poggenpuhls", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188843
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  49  Seiten
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