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Passiv- und Reflexivkonstruktionen im Französischen und Spanischen

Title: Passiv- und Reflexivkonstruktionen im Französischen und Spanischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Berger (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit entstand im Rahmen eines Hauptseminars der spanischen und
französischen Sprachwissenschaft, das sich mit dem Thema "Verbsyntax im
Vergleich" auseinandersetzte, und hat zum Ziel, den Bereich der Passiv- und
Reflexivkonstruktionen im Spanischen und Französischen möglichst
systematisch zu untersuchen. Hierfür wurde der Begriff der Diathese als
Ausgangspunkt gewählt und wir werden zeigen, dass die Wahl der Diathese ein
grammatisch überaus produktives Verfahren darstellt, semantische
Unterschiede bzw. Bedeutungsnuancen auf syntaktischer Ebene zu kodieren.
Das Passiv und insbesondere die se-Konstruktionen im Spanischen als auch im
Französischen sind hierfür ein beredetes Beispiel.
Für einen systematischen Zugang zu diesem in der wissenschaftlichen Literatur
vieldiskutierten Thema schien uns die Einteilung von Oesterreicher besonders
geeignet (Oesterreicher 1992a, 1992b, 1996b). Der Fokus liegt hier
insbesondere auf der sachverhaltsdarstellenden Aktantenstruktur und einer
möglichen reduktiven Veränderung im Sinne einer Valenzerniedrigung. Neben
dieser Betrachtungsweise, die sich im Wesentlichen auf die Syntaxebene
konzentriert, gehen wir auch innerhalb des angegebene Rahmens auf zumeist
neuere Ansätze ein, die die diskursive Funktion dieser Diathese in den
Vordergrund stellen, wobei wir dieses weite Feld jedoch nicht vertiefen werden,
da dies den Rahmen einer Hauptseminararbeit sprengen würde. Bezüglich der
Etablierung von semantischen Verbgruppen mit jeweils spezifischen Verhalten
bezüglich der Passivdiathese sei hier u.a. auf das Buch von Gaatone
verwiesen, Le passif en Francais (Gaatone 1998).

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Diathese

1.1. Definitionsversuche

1.2. Diathesen nach Tesnière

1.3. Diathesen nach Schmidt-Riese

1.4. Diathesen nach Cano Aguilar

2. Passiv und Reflexivkonstruktionen

2.1. Das (periphrastische) Passiv

2.1.1. Definition

2.1.2. Das periphrastische Passiv im Spanischen und Französischen

2.2. Reflexive Strukturen

2.2.1. Echte Reflexivkonstruktionen

2.2.2. Lexikalische Pseudoreflexivität

3. Paradiathese im Neufranzösischen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch den Bereich der Passiv- und Reflexivkonstruktionen im Spanischen und Französischen. Das primäre Ziel ist es, mithilfe des Begriffs der Diathese die grammatische Produktivität dieser Konstruktionen bei der Kodierung semantischer Bedeutungsnuancen auf syntaktischer Ebene zu analysieren.

  • Vergleichende Analyse der Verbsyntax im Spanischen und Französischen
  • Systematische Untersuchung von Diathesen und Valenzveränderungen
  • Differenzierung zwischen Passiv und Reflexivstrukturen
  • Einordnung der reflexiven Strukturen nach dem Modell von Oesterreicher
  • Funktionsweise der Paradiathese im Neufranzösischen

Auszug aus dem Buch

1.2. Diathesen nach Tesnière

Tesnière legt den Fokus bei der Diathese sowohl auf die Richtung des Vorgangs als auch auf die Änderung im Valenzrahmen.

a) nach Richtung des Vorgangs

Die vier „Spielarten“ oder „Subkategorien“ (Tesnière 1980, 165) innerhalb der transitiven Verbalkategorie stellt er in folgendem Schema dar:

(1) - aktive Diathese: a) Juan pega a Pablo.

- passive Diathese: b) Pablo es pegado por Juan.

- reflexive Diathese: c) Juan se pega.

- reziproke Diathese: d) Juan y Pablo se pegan.

Bei der aktiven Diathese führt der erste Aktant A den Vorgang durch und seine Beteiligung an diesem Vorgang ist durchaus aktiv. Bei (1a) wird das Verb pegar in aktiver Diathese verwendet, da Juan die Schläge austeilt und Pablo sie erhält. Die passive Diathese ist die Umkehrung der aktiven Diathese (vgl. Tesnière 1980, 166), hier ist also der erste Aktant von dem Vorgang betroffen, seine Beteilung an ihm also durchaus passiv. (1b) drückt zwar denselben Sachverhalt aus, doch das Verb pegar wird in passiver Diathese verwendet, da der erste Aktant die Schläge nicht austeilt, sondern erhält, die Handlungsrichtung also eine andere ist. Laut Tesnière sind Aktiv und Passiv zwar die „beiden wichtigsten Diathesen der transitiven Kategorie, sie sind aber nicht die einzigen: Man kann sie miteinander kombinieren.“ (Tesnière 1980, 165) Im Falle der reflexiven Diathese teilt ein und dieselbe Person die Schläge aus und erhält sie. Sie ist dann zugleich aktiver und passiver Aktant oder erster und zweiter Aktant. Das Verb pegar wird also bei (1c) in der reflexiven Diathese verwendet, weil der Vorgang nicht nur von Juan ausgeht, sondern auch ihm gilt. (vgl. Tesnière 1980, 165) Schließlich ist es noch möglich, dass zwei parallele und entgegen gesetzte Vorgänge vorliegen, wobei jeder der beiden Aktanten eine aktive Rolle im einen und eine passive Rolle im anderen spielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Diathese: Einführung in den theoretischen Begriff der Diathese und Vorstellung verschiedener wissenschaftlicher Definitionsansätze von Autoren wie Tesnière, Schmidt-Riese und Cano Aguilar.

2. Passiv und Reflexivkonstruktionen: Analyse der Passivdiathese und der spezifischen Rolle reflexiver Konstruktionen im Spanischen und Französischen sowie Diskussion ihrer Valenzrahmen.

3. Paradiathese im Neufranzösischen: Untersuchung von Konstruktionen wie "se faire + Infinitiv" im Französischen, die funktional mit der Passivdiathese in Verbindung gebracht werden.

Schlüsselwörter

Diathese, Passiv, Reflexivkonstruktionen, Valenzreduktion, Spanisch, Französisch, Syntax, Verbalkategorie, Reflexivpassiv, Pseudoreflexivität, Oesterreicher, Handlungsrichtung, Verbsyntax, Paradiathese, Aktanten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem sprachwissenschaftlichen Vergleich der Verbsyntax im Spanischen und Französischen, mit besonderem Schwerpunkt auf Passiv- und Reflexivkonstruktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Begriff der Diathese, die Untersuchung von Valenzveränderungen bei Verben sowie die Differenzierung zwischen Passivformen und reflexiven Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine systematische Analyse der Passiv- und Reflexivkonstruktionen, um aufzuzeigen, wie diese als grammatische Verfahren genutzt werden, um semantische Nuancen syntaktisch zu kodieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretisch-analytischer Ansatz gewählt, der sich primär auf die Einteilung von Oesterreicher stützt, ergänzt um neuere Ansätze zur diskursiven Funktion von Diathesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das periphrastische Passiv, klassifiziert reflexive Strukturen (echte Reflexivität, lexikalische und grammatische Pseudoreflexivität) und betrachtet paradiathetische Konstruktionen im Französischen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Diathese, Valenzreduktion, Passiv, Reflexivkonstruktionen, Grammatikalisierung, Aktanten, Syntax, Spanisch und Französisch.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "echter Reflexivität" und "Pseudoreflexivität" wichtig?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da nur bei der grammatischen Pseudoreflexivität eine tatsächliche diathetische Verschiebung und Aktantenreduktion stattfindet, während andere Formen eher lexikalisierte Ausdrücke sind.

Was unterscheidet das spanische Reflexivpassiv vom französischen?

Das spanische Reflexivpassiv ist produktiver und erlaubt den Ausdruck von Agens in bestimmten Fällen sowie die Anwendung auf eine breitere Palette von Verben, während das Französische hier stärkere Restriktionen aufweist.

Wie wird das "se-Grammem" in dieser Arbeit interpretiert?

Das "se-Grammem" wird primär als materielle Markierung für Valenzreduktion und als Instrument zur Kodierung einer passivischen Geschehensperspektive verstanden.

Welche Rolle spielt der "dativus ethicus" bei Reflexivkonstruktionen?

Der dativus ethicus dient der Aufmerksamkeitssteuerung und drückt die Relevanz eines Geschehens für den Subjektreferenten aus, ohne dabei eine syntaktische Argumentfunktion zu übernehmen.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Passiv- und Reflexivkonstruktionen im Französischen und Spanischen
College
LMU Munich
Grade
2,0
Author
Katharina Berger (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V118895
ISBN (eBook)
9783640220168
Language
German
Tags
Passiv- Reflexivkonstruktionen Französischen Spanischen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Berger (Author), 2007, Passiv- und Reflexivkonstruktionen im Französischen und Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118895
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