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Antiochia 1098: Die Auffindung der Heiligen Lanze in den Augen der Zeitgenossen

Title: Antiochia 1098: Die Auffindung der Heiligen Lanze in den Augen der Zeitgenossen

Term Paper , 2008 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janis Witowski (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

[...] Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Entdeckung jener Heiligen Lanze. Hierbei ist die
Klärung der Frage nach der Echtheit des Fundes nicht von Belang. Vielmehr soll untersucht werden,
wie die Zeitgenossen -allen voran die Teilnehmer des Kreuzzugs- die Umstände der Auffindung, die
Bedeutung der Reliquie und die Visionen ihres Finders beurteilt haben.
Die Quellenlage ist für den Ersten Kreuzzug sehr günstig. Über die Ereignisse im Outremer des
späten 11. Jahrhunderts existieren mannigfache Schilderungen, was eine intensive Erforschung zu diesem Thema möglich gemacht hat. Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht unnötig zu sprengen,
war es notwendig, eine Auswahl im Quellenmaterial zu treffen: Als Textgrundlage dienen daher in
der Hauptsache die Chroniken zweier Augenzeugen. Es ist dies zum einen die Historia Francorum
qui ceperunt Jerusalem des Raimund von Agiles2, der als Kaplan des südfranzösischen Grafen
Raimund IV. von Toulouse am Ersten Kreuzzug teilgenommen hatte3. Als zweite Quelle,
insbesondere für den Kampf der Kreuzfahrer mit Kerbogha, ist die anonyme Gesta Francorum et
aliorum Hieroslymitanorum von Relevanz. Ihr Verfasser ist namentlich weder genannt, noch lässt
sich etwas Sicheres über die Rolle, die er während des ersten Kreuzzuges gespielt hat, sagen. Allein
der Tatsache nachgehend, dass der Autor des Lateinischen mächtig war und Partei für den
apulischen Normannen Bohemund von Tarrent ergreift, kann man die Vermutung wagen, dass der
Anonymus Kleriker im Gefolge jenes Heerführers gewesen ist.
Um die Bedeutung der Auffindung der Heiligen Lanze und deren Einfluss auf die belagerten
Kreuzfahrer in vollem Maße erfassen zu können, wird es überdies nötig sein, die Hauptquellen mit
christlichen und muslimischen Quellen ergänzend zu flankieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Kreuzfahrer in Antiochia

2. 1. Die Situation nach der Eroberung der Stadt und das Auftreten eines Visionärs

2. 2. Ostendam lanceam - Die Suche nach der Heiligen Lanze

2. 3. Mit göttlicher Hilfe zum Sieg

3. Nachwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung und Bedeutung der Auffindung der Heiligen Lanze in Antiochia im Jahr 1098 aus der Perspektive der Zeitgenossen, insbesondere der Teilnehmer des Ersten Kreuzzuges, wobei die Frage nach der tatsächlichen Echtheit des Fundes bewusst ausgeklammert wird.

  • Historische Einordnung der Reliquienverehrung im Mittelalter
  • Analyse der visionären Erfahrungen des Petrus Bartholomäus
  • Untersuchung der Rolle der Hauptquellen (Historia Francorum und Gesta Francorum)
  • Darstellung der psychologischen Wirkung des Lanzenfundes auf das Kreuzheer
  • Gegenüberstellung christlicher und muslimischer Sichtweisen auf das Ereignis

Auszug aus dem Buch

2. 1. Die Situation nach der Eroberung der Stadt und das Auftreten eines Visionärs

Nach einer entbehrungsreichen mehrmonatigen Belagerung fiel Antiochia im Sommer 1098 in die Hände der Kreuzfahrer. Durch einen Verräter, der mit der Bewachung des Stadttores betraut war, hatten sich die Christen Einlass verschafft. Bereits kurze Zeit nachdem man sich in der Stadt eingerichtet hatte, merkten die Eroberer wie materiell ausgeblutet Antiochia war. Die Vorräte waren aufgebraucht und es gab nur wenig Trinkwasser. Das Kreuzheer befand sich in desolatem Zustand: Die Gesta Francorum dokumentiert, dass der Hunger so groß gewesen ist, dass die Männer gezwungen waren, sich an dem Fleisch ihrer Pferde und Esel zu vergreifen. Zu allem Übel rückte nun auch ein gewaltiges seldschukisches Endsatzheer unter Kerbogha, dem Atabeg von Mossul, auf die Stadt vor. Aus den Belagerten waren also bald selbst Belagerte geworden. Als Verhandlungen mit dem Feind gescheitert waren, blieb den Kreuzfahrern nichts anderes übrig als einem baldigen Angriff zu harren.

Aber die Christen sollten nicht verloren sein, wie Raimund von Agiles darstellt. Verheißungsvoll schreibt er nämlich, dass Gott einen Bauern erwählt habe, der die verzweifelten Kreuzfahrer wieder aufrichten sollte. Bei diesem Auserwählten handelte es sich um Petrus Bartholomäus, einem Gemeinen, der vom Heiligen Andreas mit der Bergung der verloren gegangenen lancea domini beauftragt worden sein sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die allgemeine Bedeutung der Reliquienverehrung im Mittelalter und führt in den spezifischen historischen Kontext des Lanzenfundes in Antiochia ein.

2. Die Kreuzfahrer in Antiochia: Hier wird die prekäre Lage der Kreuzfahrer nach der Einnahme Antiochia und die strategische sowie psychologische Bedeutung der Visionen und des Lanzenfundes detailliert analysiert.

2. 1. Die Situation nach der Eroberung der Stadt und das Auftreten eines Visionärs: Das Kapitel beschreibt den desolaten Zustand des Kreuzheeres und die Entstehung der Visionen des Petrus Bartholomäus als Hoffnungsträger.

2. 2. Ostendam lanceam - Die Suche nach der Heiligen Lanze: Es wird die Durchführung der Grabungen nach der Lanze sowie die gespaltene Reaktion innerhalb des Lagers auf die spirituelle Botschaft thematisiert.

2. 3. Mit göttlicher Hilfe zum Sieg: Dieses Kapitel behandelt den moralischen Auftrieb durch den Fund und den anschließenden militärischen Erfolg gegen das Heer Kerboghas aus der Sicht der Chronisten.

3. Nachwort: Das Kapitel schließt mit einer Reflexion über die weitere Entwicklung nach dem Sieg und die historische Einordnung der beteiligten Chroniken.

Schlüsselwörter

Erster Kreuzzug, Antiochia, Heilige Lanze, Reliquien, Petrus Bartholomäus, Raimund von Agiles, Gesta Francorum, Mittelalter, Kreuzzugsforschung, Kerbogha, Visionen, Reliquienverehrung, Mentalitätsgeschichte, Gottesurteil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Ereignisse rund um die Auffindung der Heiligen Lanze während des Ersten Kreuzzuges im Jahr 1098 und deren Wirkung auf die Wahrnehmung der beteiligten Zeitgenossen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die mittelalterliche Reliquienverehrung, die Bedeutung von Visionen in Krisenzeiten, das Verhältnis der Kreuzfahrer zu ihren Heerführern sowie die zeitgenössische Interpretation göttlichen Eingreifens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist nicht die historische Verifizierung der Lanze, sondern die Analyse der Bedeutung, die die Kreuzfahrer diesem Ereignis zuschrieben, und wie dies in den zeitgenössischen Chroniken reflektiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, bei der die Chroniken von Raimund von Agiles und der anonyme Text der Gesta Francorum als Hauptquellen in den historischen Kontext eingeordnet und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Notlage nach der Einnahme Antiochias, die Entstehung und Legitimierung der Visionen, den eigentlichen Grabungsakt und die psychologische sowie militärische Bedeutung des Lanzenfundes für den Sieg über Kerbogha.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Erster Kreuzzug, Heilige Lanze, Reliquienverehrung, Visionen, Mentalitätsgeschichte und Quellenkritik charakterisieren.

Welche Rolle spielte Petrus Bartholomäus bei den Ereignissen?

Petrus Bartholomäus fungierte als Visionär und "Nuntius", der angab, durch den Heiligen Andreas beauftragt worden zu sein, die Lanze Christi zu bergen, was für das demoralisierte Heer eine zentrale spirituelle Stütze darstellte.

Wie bewertet der Autor den Wahrheitsgehalt der Schilderungen in den Quellen?

Der Autor ordnet die Schilderungen als bedeutsame Zeugnisse mittelalterlicher Mentalitätsgeschichte ein und betont, dass die Quellen trotz ihrer subjektiven Färbung wertvolle Einblicke in das Denken und Handeln der Zeitgenossen bieten.

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Details

Title
Antiochia 1098: Die Auffindung der Heiligen Lanze in den Augen der Zeitgenossen
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte)
Course
Quellenseminar
Grade
1,0
Author
Janis Witowski (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V118906
ISBN (eBook)
9783640221660
ISBN (Book)
9783640223558
Language
German
Tags
Antiochia Auffindung Heiligen Lanze Augen Zeitgenossen Quellenseminar Kreuzzüge 1. Kreuzzug Ritter Mittelalter 1098 Schlacht Heilige Lanze Heiliges Land Jerusalem Reliquie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janis Witowski (Author), 2008, Antiochia 1098: Die Auffindung der Heiligen Lanze in den Augen der Zeitgenossen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118906
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