Die Liquiditätssicherung von Unternehmen in Zeiten der COVID-19-Pandemie

Eine Untersuchung der Vereine der 1. Bundesliga im deutschen Profifußball


Masterarbeit, 2021

67 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Stand der Forschung
1.3 Forschungslücke
1.4 Forschungsfrage
1.5 Zielsetzung und methodisches Vorgehen

2 Grundlagen
2.1 Liquidität und Liquiditätssicherung
2.2 Die 1. Deutsche Fußball-Bundesliga
2.3 COVID-19

3 Der deutsche Profifußball in Deutschland
3.1 Die ökonomische Entwicklung der deutschen Bundesliga
3.1.1 Die Saisons 2004 bis 2010
3.1.2 Die Saisons 2011 bis 2021
3.2 Auswirkungen von COVID-19 auf den deutschen Profifußball
3.2.1 Die Situation in der Bundesliga
3.2.2 Die Ausgaben und Transfers der Bundesliga
3.3 Maßnahmen von DFL und DFB

4 Die wirtschaftliche Situation in der Bundesliga
4.1 Borussia Dortmund
4.2 Hertha BSC
4.3 Schalke 04
4.4 Hannover 96

5 Liquiditätssicherung des deutschen Profifußballs
5.1 Factoring
5.1.1 Ziele und Vorteile vom Factoring
5.1.2 Arten von Factoring
5.2 Forderungsmanagement
5.3 Nutzung von Krediten
5.3.1 Arten von Krediten
5.3.2 Vor- und Nachteile von Krediten
5.4 Erhöhung des Eigenkapitals
5.4.1 Positionen des Eigenkapitals
5.4.2 Vor- und Nachteile des Eigenkapitals
5.4.3 Maßnahmen zur Erhöhung des Eigenkapitals

6 Fazit

Literaturverzeichnis VI

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Literaturübersicht

Tabelle 2: Umsätze in der Bundesliga von 2004 bis 2020

Tabelle 3: Gesamtpunkte der Bundesliga

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Im Dezember 2019 sorgte die Meldung über eine neue Variante des Coronavirus für weltweites Aufsehen. In der Stadt Wuhan in China wurde das Virus SARS-CoV-2 erstmals bei Menschen festgestellt. 80 % der Fälle wurden dort diagnostiziert, wodurch die Stadt zu einem Epizentrum erklärt wurde. Das Virus konnte sich so schnell ver­breiten, dass es Anfang 2020 Europa erreichte. Dies veranlasste die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30.01.2020 einen internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen.1 Am 11. März 2020 erklärte die WHO den Ausbruch des Virus offiziell zur Pandemie. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Virus bereits in 114 Ländern gemeldet.2 Durch die steigenden Zahlen an Erkran­kungen wurden nicht nur die Menschen, sondern auch die gesamte Wirtschaft belastet. Dazu zählen neben den meisten Unternehmen auch die Sportvereine auf der ganzen Welt. Die deutsche Fußballbundesliga ist dabei keine Ausnahme. Um die Verbrei­tung der Coronaviren zu minimieren, hat die deutsche Regierung Maßnahmen be­schlossen, die die Kontakte der Menschen untereinander einschränkt. Folglich mussten seit März 2020 die Spiele der deutschen Bundesliga vor leeren Stadien ausgetragen werden. Diese Maßnahme hat bei vielen Vereinen zu erheblichen Finanzeinbußen geführt, da die Erlöse der Tickets und die Einnahmen durch die Besucher der Stadien plötzlich wegfielen, wobei die Ausgaben für Personal und Spielbetrieb gleichblieben. Durch diesen Schritt sahen viele Vereine ihre finanzielle Sicherheit stark gefährdet.

1.2 Stand der Forschung

Die Coronapandemie ist nicht die erste Krise, in der Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten bewältigen mussten. Die letzte schwere Krise war die Finanzkrise im Jahr 2008, in der die deutsche Wirtschaft in einem Jahr um 5 % sank. Zur Vorbereitung auf derartige Krisen wurden Maßnahmen geschaffen, die Unter­nehmen helfen sollen, in solchen Situationen liquide zu bleiben. Welche Maßnahmen Unternehmen treffen können und was unter Liquidität zu verstehen ist, wird im Verlauf dieser wissenschaftlichen Arbeit beschrieben. Bereits im Jahr 1959 hat Wolfgang Stützel beschrieben, was unter Liquidität zu verstehen ist. Zaitsava (2009) geht in ihrem Buch über die optimale Liquiditätsplanung auf die verschiedenen Arten der Liquidität und auf die Sicherung der Liquidität ein. Auch die Autoren Gebhardt und Mansch (2019) gehen auf Faktoren der Liquiditätssicherung und die Grundlagen des Liquiditätsmanagements ein.

1.3 Forschungslücke

In der Literatur finden sich einige Maßnahmen, die Unternehmen helfen sollen, die Liquidität in Krisen zu sichern. Diese Maßnahmen lassen sich auch auf die Bundes­ligavereine anwenden, die finanziell unter der Coronapandemie leiden. Wie diese Maßnahmen genau auf die Vereine der Fußballbundesliga angewendet werden können, wurde in der Literatur noch nicht ausreichend bearbeitet. Zudem wurden während der Coronapandemie neue Maßnahmen beschlossen, die die Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen. Durch diese Maßnahmen können auch die Bundesligavereine weitere Faktoren nutzen, um die Liquidität sicher zu stellen.

1.4 Forschungsfrage

Der lückenhafte Informationsstand hinsichtlich der Maßnahmen von Fußballbundesligisten zur Liquiditätssicherung in der Coronapandemie, führt zur Forschungs­frage dieser Arbeit: „Wie können die deutschen Fußballbundesligavereine ihre Liquidität während der Coronapandemie und im Kontext von entsprechenden Schutzmaßnahmen sichern?“

1.5 Zielsetzung und methodisches Vorgehen

Das Ziel dieser Forschungsarbeit ist zunächst, einen Überblick zu Literatur sowie bereits existierenden Maßnahmen zur Liquiditätssicherung von Unternehmen in Krisenzeiten zu geben. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, wie diese Maßnahmen auf die Vereine der Fußballbundesliga übertragen werden können. Als Methode wird die systematische Literaturrecherche verwendet. Bei einer systematischen Literaturrecherche wird zunächst das Forschungs­thema eingegrenzt. Anschließend werden Schlüsselbegriffe zum Forschungsthema de­finiert, die sich in primäre und sekundäre Schlüsselbegriffe einteilen lassen,3 mit denen in Datenbanken nach wissenschaftlichen Quellen gesucht wird. Basierend auf der Forschungsfrage, werden bei dieser Arbeit folgende Schlüsselbegriffe verwendet:

- Corona
- Liquidität
- Liquiditätssicherung
- Bundesliga
- Unternehmen.

Mit diesen Schlüsselbegriffen wurde im ersten Schritt eine offene Suche nach Artikeln, Bü­chern oder Zeitschriften in den Datenbanken Google Scholar, ResearchGate und der elektronischen Zeitschriftenbibliothek der Fachhochschule Südwestfalen durchge­führt. Die Suche beschränkte sich hauptsächlich auf den Zeitraum 2018 bis 2021. Ein­zelne Artikel sowie Bücher stammen zusätzlich aus den Jahren 2006 bis 2018, da diese zur allgemeinen Definition oder für Vergleiche herangezogen wurden. Im nächsten Schritt wurde eine detailliertere Suche durchgeführt, in der mindestens zwei Schlüsselbegriffe in eine Datenbank für den entsprechenden Zeitraum eingegeben wurden. Aus den Kombinationen der Schlüsselbegriffe resultierten insgesamt mehr als 2500 Treffer. Nach der Entfernung von doppelten Artikeln und Büchern, folgte eine Sortierung der verbliebenden Artikel nach Titel und Abstract. So konnten irrelevante Bücher und Beiträge ausgeschlossen werden. Am Ende der Suche sind insgesamt 15 Artikel bzw. Bücher übriggeblieben, auf denen die weitere Recherche aufbaute. Die Anwendung des Schneeballsystems ermöglichte das Ergänzen zusätzlicher Beiträge.

Die folgende Tabelle zeigt die Bücher und Artikel, die durch die detaillierte Suche für den Zeitraum 2014 bis 2021 in den Datenbanken gefunden wurden. Diese syste­matische Literaturrecherche basiert auf dem Buch Forschungsmethoden und Evaluation von Döring und Bortz (2016) und wurde von Mai bis Juni 2021 durchge­führt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Literaturübersicht. Eigene Darstellung.

2 Grundlagen

2.1 Liquidität und Liquiditätssicherung

Unter Liquidität wird in der Betriebswirtschaftslehre die Fähigkeit von Unternehmen verstanden, allen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Zah­lungsverpflichtungen sind entweder rechtlich verbindlich oder aus ökonomischer Sicht relevant. Als Beispiel für die rechtlich verbind­lichen Verpflichtungen werden Kreditzahlungen, Zinsen oder Lohnzahlungen verstan­den. Ökonomisch gebotene Zahlungen sind Ausgaben für Investitionen, die für Unter­nehmen lohnenswert erscheinen. Als Zahlungsmittel werden sowohl Geld als auch Vermögensgegenstände genutzt, die den jeweiligen Bedingungen entsprechen.4 Wenn ein Unternehmen den Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann, droht dem Unternehmen die Insolvenz.5

Unter Insolvenz wird die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens verstanden. Das Unternehmen ist somit nicht mehr in der Lage den Zahlungsverpflichtungen gegen­über den Gläubigern nachzukommen. Laut dem Insolvenzrecht liegt eine Insolvenz vor, wenn folgende Punkte zutreffen:

- Zahlungsunfähigkeit: Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen.6
- Drohende Zahlungsunfähigkeit: Der Schuldner droht zahlungsunfähig zu wer­den, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zah­lungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen.7
- Überschuldung: Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortfüh­rung des Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten ist nach den Umstän­den überwiegend wahrscheinlich.8

Sobald einer dieser drei Fälle in einem Unternehmen eintritt, muss die Geschäftsfüh­rung unverzüglich Insolvenz anmelden. Wird die Insolvenzerklärung nicht oder nicht rechtzeitig gestellt, droht den Verantwortlichen eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.9

Die Liquidität eines Unternehmens lässt sich wiederum in vier Arten unterteilen. Die erste Art der Liquidität ist die güter­wirtschaftliche Liquidität. Neben Geld, zählen auch Güter als Träger der Liquidität, wenn die Eigenschaften des Gutes so bestimmt sind, dass das Gut ohne Aufwand oder wesentlichen Wertverlust in Geld umgewandelt werden kann. Die Tauschfähigkeit der Güter hängt von ihren technischen und institutionellen Eigenschaften ab und bestimmt den Liquiditätsgrad.

Die zweite Liquiditätsart ist die verliehene Liquidität. Hierbei werden Wirtschaftsgüter an Kreditinstitute verliehen, um so die eigene Liquidität zu verbessern. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass das verliehene Gut nicht veräußert werden muss und je nach Vereinbarung sogar weiter genutzt werden kann. Der erziel­bare Erlös des verliehenen Gutes liegt aber unter dem Erlös eines veräußerten Gutes.

Die dritte Art der Liquidität ist die zukünftige Liquidität, die von den Überschüssen abhängt, die ein Unternehmen erwartet zu erzielen. Anhand eines Finanzplanes kann die Geschäftsführung erkennen, inwieweit sich die zukünftigen Erträge auf die Liqui­dität auswirken.

Die letzte Art der Liquidität ist die antizipierte Liquidität. Hierbei werden die in Zukunft erlangten Überschüsse von Kreditinstituten beliehen. Das Kreditinstitut vergibt somit einen Kredit, ohne die vorherige Sicherung der Güterbe­stände. Das Institut vertraut somit darauf, dass das Unternehmen in Zukunft Über­schüsse generiert, mit denen die Zinsraten zeitgemäß und ohne Verzögerung gezahlt werden.10

Damit ein Unternehmen zahlungsfähig bleibt, muss ein Finanzplan erstellt werden, aus dem ersichtlich wird, welche Einnahmen und Ausgaben auf das Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum zukommen. So kann ein Unternehmen Maßnahmen ergreifen, die die Liquidität des Unternehmens aufrechterhalten. In einem solchen Finanzplan sollten neben dem Anfangs- und Endbestand alle wichtigen Einnahmen (Umsatz, Verkaufs­erlöse, Zinsen) und Ausgaben (Miete, Investitionen, Kredite, Dienstleistungen) fest­gehalten werden. Sollte der Endbestand eines Monats oder eines Quartals negativ sein, kann diese Situation durch entsprechende Maßnahmen korrigiert werden. Zum Beispiel können Auszahlungen zeitlich aufgeschoben, Einzahlungen zeitlich vorgezogen oder die Finanzeinzahlungen erhöht werden. Bevor diese Maßnahmen durchgeführt werden, sind Folgemaßnahmen zu berücksichtigen. Zusätzlich zu einem Fi­nanzplan können bilanzielle Liquiditätskennzahlen genutzt werden, um die zukünftige Liquidität einzuschätzen. Durch die Kennzahlen wird das Verhältnis der Aktiv- und Passivpositionen deutlich. Es gibt drei unterschiedliche Liquiditätsgrade, die auf der Grundlage der Bilanz berechnet werden und somit Auskunft über die Li­quidität des Unternehmens geben:

- Liquidität 1. Grades (Cash Ratio),
- Liquidität 2. Grades (Quick Ratio),
- Liquidität 3. Grades (Current Ratio).11

Die Liquidität 1. Grades setzt den Zahlungsmittelbestand und die kurzfristigen Ver­bindlichkeiten ins Verhältnis, sodass die sofort verfügbaren Geldmittel errechnet wer­den können. Läge der Wert bei 100 %, so könnte das Unternehmen die gesamten Schul­den begleichen. Als Richtwert wird hierbei rund 20 % angegeben. Die Liquidität 2. Grades umfasst zusätzlich die kurzfristigen Forderungen. Somit können die Verbindlichkeiten durch den Einzug von Forderungen gedeckt werden. Der Richtwert der Liquidität 2. Grades liegt bei circa 100 %. Die Liquidität 3. Grades gibt das Verhältnis des gesam­tem Umlaufvermögens zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten wieder. Der Richtwert beim 3. Grad liegt bei 200 %, da bei einem niedrigeren Wert das Umlaufvermögen die Verbindlichkeiten zwar abdecken würde, durch einen Forderungsausfall das Un­ternehmen allerdings in finanzielle Schwierigkeiten kommen kann.12

2.2 Die 1. Deutsche Fußball-Bundesliga

Am 28. Januar 1900 wurde der DFB (Deutsche-Fußball-Bund) in der Leipziger Gast­stätte Mariengarten durch eine Abstimmung gegründet. Nach der Einführung der deutschen Meisterschaft im Jahr 1903, wurde auch die Nati­onalmannschaft gegründet, die seit 1908 Länderspiele austrägt. Seitdem verbreitete sich der Fußball immer stärker in Deutschland und die ersten deutschen Meister wurden aus einem Turnier der fünf Oberligen ermittelt. Dieses System änderte sich mit dem Beschluss des DFB zur Gründung der Bundesliga im Jahr 1962. Mit dem Beschluss wurden feste Regelungen eingeführt.13 Nach den beiden ersten Bundesligasaisons 1963/64 und 1964/65, wurde die Anzahl der teilnehmenden Vereine in der Bundesliga zur Saison 1965/66 auf 18 festgesetzt. Bis heute sind sowohl in der 1. Bundesliga als auch in der 2. Bundesliga jeweils 18 Vereine vertreten. Feste Ab- und Aufsteiger der Ligen innerhalb einer Saison sind die zwei schwächsten Vereine der 1. Bundesliga, beziehungsweise die beiden stärksten Vereine der 2. Bundesliga. Platz 16 der ersten Liga und Platz drei der zweiten Liga spielen in zwei Relegationsspielen um einen Platz in der 1. Bundesliga zur nächs­ten Saison. Ausgehend von der UEFA Fünfjahreswertung können die besten vier Teams der deutschen Bundesliga in der kommenden Saison an der Champions League teil­nehmen. Platz fünf und sechs dürfen an der Europa League teilnehmen.14

Die erste Bundesligasaison 1963/64 gewann der 1. FC Köln, welcher als erster deut­scher Fußballmeister in die Geschichte einging. Zwischen den Jahren 1969 und 1977 ent­wickelte sich ein Machtkampf zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mön­chengladbach im Meisterschaftsrennen. In den neun Jahren konnte Bayern München viermal und Borussia Mönchengladbach fünfmal die deutsche Meisterschaft gewin­nen. Heute ist der FC Bayern München mit 31 Titeln Rekordsieger, Rekordspieler mit 602 Spielen ist Karl-Heinz Körbel und Rekordschütze der Bundesliga ist Gerd Müller ist mit insgesamt 365 geschosse­nen Toren.15,16,17

Bis heute gewinnen der Fußball und die deutsche Bundesliga weltweit immer mehr an Beliebtheit, auch wenn die deutschen Vereine seit der Jahrtausendwende in den inter­nationalen Wettbewerben nicht mit anderen Nationen mithalten konnten. Der Gewinn der Champions League in den Jahren 2001, 2013 und 2020 durch Bayern München und die Finalteilnahmen von Bayer 04 Leverkusen (2002), Bayern München (2012) und Borussia Dortmund (2013) in der Champions League, sowie Borussia Dortmund (2002) und Werder Bremen (2009) im UEFA-Pokal waren die einzigen Höhe­punkte.18,19

Durch den Anstieg an Beliebtheit der Bundesliga sind sowohl die Zuschauerzahlen als auch die Einnahmen der Vereine stetig gestiegen. Während die Zuschauerzahlen zur ersten Saison 1963/64 noch bei 5,9 Millionen lagen, verfolgten in der Saison 2017/18 mehr als 13 Millionen Zuschauer die Spiele der Bundesliga.20 Auch die Ein­nahmen der Bundesliga stiegen seit der Gründung beachtlich an. 1963 lagen die gesamten Ein­nahmen aus Kartenverkäufen der Bundesliga noch bei knapp 22 Millionen DM,21 während die Bundesliga in der Saison 2018/19 Einnahmen aus Ticketverkäufen von 520,1 Mil­lionen Euro erzielte und insgesamt mehr als 4,01 Milliarden Euro einnahm. Diese signifikante Steigerung der Einnahmen ist auf die bessere Vermarktung der Bundesliga zurückzufüh­ren. Die Gesamteinnahmen setzen sich zusammen aus den Ticketverkäufen der Ver­eine bei nationalen und internationalen Spielen, den Einnahmen aus der Vermarktung der Medienrechte, den Erlösen von Transfers, Einnahmen aus Merchandising und Catering, Vermietung und Verpachtung, sowie Mitgliedsbeiträgen.22

2.3 COVID-19

Im Dezember 2019 wurden erste Patienten positiv auf das neue Virus COVID-19 in Wuhan bei der Provinz Hubei in China getestet. COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) gehört zu den Infektionskrankheiten mit Coronaviren und ist eine veränderte Form des SARS-Virus, weshalb es SARS-CoV-2 genannt wird. Die Provinz Hubei in China wurde im Dezember zu einem Epizentrum erklärt und die Regierung strich alle geplanten Flüge mit Ziel oder Abflug dieser Stadt. Zeitgleich wurden Straßensperrun­gen vorgenommen und eine Maskenpflicht eingeführt, um das Virus an der Ausbrei­tung zu hindern. Trotz dieser Vorkehrungen konnte sich das Virus innerhalb weniger Monate weltweit ausbreiten, sodass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30.01.2020 den internationalen Notstand ausrief. Neben SARS (Schweres Akutes Re­spiratorisches Syndrom) und MERS (Middle East Respiratory Syndrom-related Coronavirus) ist COVID-19 das dritte Virus, das in den vergangenen 20 Jahren eine weltweite Epidemie ausgelöst hat.23

Der genaue Ursprung von COVID-19 ist bis heute unklar. In einem Report der WHO vom März 2021 wird erklärt, dass insgesamt 34 Forscher eine Studie zur Entstehung von COVID-19 zwischen Januar und Februar 2021 durch­geführt haben. In dieser Studie konnten die Forscher nicht vollständig klären, wodurch sich das Virus auf den Menschen übertragen hat und woher das Virus stammt. Aus Sicht der Forscher gibt es verschiedene Ansätze, wie das Virus auf den Menschen übertragen wurde. Eine Möglichkeit ist, dass das Virus über die Nahrung auf den Menschen übertragen wurde, da das Virus auf Tiefkühlwaren nachgewiesen worden ist.24 Eine wei­tere Möglichkeit ist die Übertragung des Virus von Wildtieren auf Menschen.25 Da der Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren aber eine Seltenheit ist, halten die For­scher es für wahrscheinlicher, dass das Virus durch einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Als Zwischenwirt können Marder, Katzen oder Nerze fungieren, die näheren Kontakt zu den Menschen haben. Das Virus würde sich von den Wildtieren auf den Zwischenwirt übertragen, sich dort vermehren und gene­tisch verändern, sodass es auf den Menschen übertragen werden kann.26 Dass das Virus durch ein Laborunfall in Wuhan freigesetzt wurde, halten die Forscher für sehr unwahrscheinlich.27

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wird das Virus sowohl durch die Tröpfchenübertragung zwischen den Menschen verbreitet, demnach durch Niesen, Sprechen und Husten,28,29 als auch durch Kontaktübertragungen.30 Bei der Übertragung des Virus wird unterschieden, ob eine Person zum Zeitpunkt der Übertragung bereits erkrankt war (symptomatisch) oder ob eine Person bisher noch keine Symptome aufwies (präsymp­tomatisch). Um COVID-19 übertragen zu können, muss die infizierte Person keine Krankheitssymptome zeigen, was dazu führt, dass infizierte Personen unwissend an­dere Personen anstecken können. Dies erklärt unter anderem weshalb sich das Virus weltweit so schnell ausbreiten konnte.31,32 Wie lange die Ansteckungszeit und der Krankheitsverlauf anhalten, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.33 Die häufigsten Symptome, die in Deutschland festgestellt wurden, sind Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und/oder Geschmacksverlust. Der Krankheitsverlauf und die Schwere der Symptome fallen unterschiedlich aus. Im schlimmsten Fall kann eine COVID-19 Erkrankung zu Lungenversagen führen oder sogar tödlich enden. Laut RKI sind in Deutschland mehr als 3,7 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert worden. Von den Infizierten sind bislang mehr als 89 000 Menschen mit COVID-19 gestorben. (Stand 06.06.2021)34

3 Der deutsche Profifußball in Deutschland

3.1 Die ökonomische Entwicklung der deutschen Bundesliga

Seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 stiegen ihre Bekanntheit und die Beliebtheit weltweit stetig an. Dies spiegelt sich nicht nur in den Zuschauer­zahlen wider, sondern auch in den steigenden Umsätzen der Vereine. Obwohl die Zu­schauer-zahlen nicht kontinuierlich anstiegen, entwickelte sich der Fußball über die Jahre zur mit Abstand beliebtesten Sportart in Deutschland.35 Bis zur Saison 1975/76 stiegen die Zuschauerzahlen in den deutschen Stadien zunächst auf knapp sechs Mil­lionen Zuschauer an, ehe sie Mitte der 70er und 80er Jahre langsam wieder abnah­men. Gründe für das Ausbleiben von Zuschauern waren zum einen die Wechsel von beliebten Stars ins Ausland, wie beispielsweise der Wechsel von Karl-Heinz Rum­menigge vom FC Bayern München zu Inter Mailand36. Zum anderen feierten andere Sportikonen wie Boris Becker oder Steffi Graf große Erfolge, was die Zuschauer zum Tennis führte.37 In den 90er Jahren stiegen die Zuschauerzahlen wieder, bis in der Saison 2003/04 erstmals die 10 Millionen Zuschauermarke erreicht wurde. Den bis­herigen Topwert erreichte die 1. Bundesliga zur Saison 2011/12, in der insgesamt 13,8 Millionen Zuschauer die Bundesligaspiele in den Stadien besuchten. Daraus resultiert ein Schnitt von mehr als 45 000 Zuschauern pro Bundesligaspiel.38

Mit den steigenden Zuschauerzahlen nahmen auch die Einnahmen der Vereine zu. In den Anfangsjahren der Bundesliga war die Kommerzialisierung noch nicht so fortge­schritten wie heutzutage. Ein Großteil der Einnahmen stammte aus den Verkäufen von Tickets. In der ersten Bundesligasaison erzielten die Vereine Gesamteinnahmen in Höhe von knapp 22 Millionen DM durch den Verkauf von Ti­ckets. In den folgenden Saisons stiegen die Einnahmen bis hin zu 61 Millionen Euro zur Saison 1975/76. Weitere Einnahmen aus Spielen, Transfererlöse oder Werbeein­nahmen wurden hierbei nicht berücksichtigt.39 Anfang der 2000er Jahre gelang es der Bundesliga Umsätze zu erwirtschaften, die die eine Milliarden Euro Marke übertrafen.40 Diese Umsätze bestanden zu fast 60 % aus den Einnahmen von Werbung und Medien­rechten. Die restlichen Einnahmen wurden durch den Spielbetrieb, die Transfers, Mer­chandising und Sonstiges (Vermietung und Verpachtung, Mitgliederbeiträge, etc.) generiert.41

3.1.1 Die Saisons 2004 bis 2010

In der Saison 2004/05 erwirtschaftete der Lizenzfußball (1. Bundesliga und 2. Bundes­liga) zum ersten Mal einen Erlös von mehr als 1,5 Milliarden Euro, was einer Steige­rung um 19 % zur Vorsaison entsprach. 50 % des Erlöses wurden durch Werbung und Medienrechte erwirtschaftet. Wie aus dem Bundesliga Report von 2006 hervorgeht, konnten sich die Einnahmen aus Übertragungsrechten in den bis dahin 44 Bundesligajahren von 410 000 Euro zur Saison 1967/68 auf 420 Millionen Euro zur Saison 2006/07 steigern.42 In der gleichen Saison sanken auch die Verbindlichkeiten um 11% zur Vorsaison auf 619 Millionen Euro.43 Auch in den folgenden drei Saisons konnte der Lizenzfußball den Gesamtertrag von Saison zur Saison steigern. Dabei waren die Einnahmen aus den Medienrechten und der Werbung prozentual immer die größte Einnahmequelle. Auch die Einnahmen aus dem Spielbetrieb und den Ticketverkäufen stiegen mit den Jahren. Ein Grund für die hohen Spielbetriebseinnahmen waren unter anderem die steigenden Zuschauerzahlen in Deutschland im Vergleich zu den Top 5 Ligen in Europa. In der Saison 2007/08 besuchten im Schnitt 39 000 Zuschauer die Bundesligaspiele. Mit 36 100 Zuschauern lag die englische Premier League auf Platz 2. Die spanische LaLiga belegte mit nur 25 300 Zuschauern den 3. Platz. Platz 4 und 5 belegten Italien und Frankreich mit 23 100 Zuschauern bzw. 21 800 Zuschauern.44 Diese Beliebtheit stand unter anderem im Zusammenhang mit dem Verlauf der Spiele der einzelnen Ligen. Aus dem Bundesliga Report 2009 geht hervor, dass zur Saison 2007/08 in der Bundesliga im Durchschnitt drei Tore pro Spiel fielen. In den anderen Top Ligen fielen mit durchschnittlich 2,94 nur in Spanien ähnlich viele Tore.45

In der Saison 2008/09 erwirtschaftete der Lizenzfußball in Deutschland erstmals einen Erlös von mehr als 2 Milliarden Euro. 1,71 Milliarden Euro erwirtschaftete davon die 1. Bundesliga, die 2. Bundesliga kam auf 320 Millionen Euro.46 Auch in dieser Saison konnte der deutsche Lizenzfußball wieder einen neuen Zuschauerrekord aufstellen. Insgesamt 17,6 Millionen Fans besuchten die Spiele der Bundesligavereine. Auch bei den durchschnittlichen Eintrittspreisen liegt die 1. Bundesliga im Vergleich der Top 5 Ligen auf Platz 1. In Deutschland zahlen die Besucher im Durchschnitt nur 20,70 Euro pro Ticket, während in Frankreich und Italien die Preise bei durchschnittlich 26 Euro bzw. 27 Euro liegen. In Spanien kosten die Tickets 40 Euro und damit fast doppelt so viel wie in der Bundesliga. Nur die Premier League weist mit umgerechnet 43 Euro einen noch höheren Durchschnittspreis auf.47 Trotz des Rückgangs der Erlöse zur Saison 2009/10 auf 1,77 Milliarden Euro, blieb die 1. Bundesliga die am besten besuchte Fußballliga der Welt. Mit 12,79 Millionen Besuchern lag die 1. Bun­desliga sogar über dem Australien Football und der Major-League-Baseball in Ame­rika. Nur die NFL in Amerika hatte im Durchschnitt mehr Zuschauer.48

[...]


1 Vgl. Vuichard, D.; Widmar, A.; Krause, M. (2020), S. 175.

2 Vgl. o. V. (2020).

3 Vgl. Döring und Bortz Seite 158ff.

4 Vgl. Stützel, W. (1959), S.622.

5 Vgl. Hirth, H. (2012), Seite 171.

6 § 17 Abs. 2 S. 1 InsO.

7 § 18 Abs. 2 S. 1 InsO.

8 § 19 Abs. 2 S. 1 InsO.

9 Vgl. § 15a Abs. 4 InsO.

10 Vgl. Zaitsava, S. (2009), S. 11ff.

11 Vgl. Hirth, H. (2012), Seite 176ff.

12 Vgl. Hirth, H. (2012), Seite 176ff.

13 Vgl. Der DFB (2021).

14 Vgl. Bundesliga (2021).

15 Vgl DFB (2020).

16 Vgl DFB (2017a).

17 Vgl DFB (2017).

18 Vgl. Transfermarkt (2021).

19 Vgl. Transfermarkt (2021a).

20 Vgl. DFB (2018).

21 Vgl. Gärtner, M.; Pommerehne, W. W. (1977).

22 Vgl. DFL Wirtschaftsreport (2020).

23 Vgl. Vuichard, D.; Widmar, A.; Krause, M. (2020), S. 175f.

24 Vgl. WHO (2021), Seite 117f.

25 Vgl. WHO (2021), Seite 113f.

26 Vgl. WHO (2021), Seite 115f.

27 Vgl. WHO (2021), Seite 119.

28 Vgl. Haslbeck K. et. al. (2010).

29 Vgl. Ji Y (2018).

30 Vgl. European Centre for Disease Prevention and Control (2020).

31 Vgl. He X (2020).

32 Vgl. Ferretti L (2020).

33 Vgl. Bohmer MM (2020).

34 Vgl. Robert-Koch-Institut (2021).

35 Vgl. Pawlik, V. (2021).

36 Vgl. Bundesliga (2008).

37 Vgl. Wöckener, L. (2021).

38 Vgl. DFB (2018).

39 Vgl. Gärtner, M.; Pommerehne, W. (1977).

40 Vgl. Zeppenfeld, B. (2020b).

41 Vgl. DFL (2006), Seite 41.

42 Vgl. DFL (2006), Seite 117.

43 Vgl. DFL (2006), Seite 43f.

44 Vgl. Zeppenfeld, B. (2020a).

45 Vgl. DFL (2009), Seite 30.

46 Vgl. DFL (2010), Seite 9.

47 Vgl. DFL (2010), Seite 23.

48 Vgl. DFL (2011), Seite 56.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Die Liquiditätssicherung von Unternehmen in Zeiten der COVID-19-Pandemie
Untertitel
Eine Untersuchung der Vereine der 1. Bundesliga im deutschen Profifußball
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
2,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
67
Katalognummer
V1189185
ISBN (Buch)
9783346619792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
liquiditätssicherung, unternehmen, zeiten, covid-19-pandemie, eine, untersuchung, vereine, bundesliga, profifußball
Arbeit zitieren
Aaron Salzburger (Autor:in), 2021, Die Liquiditätssicherung von Unternehmen in Zeiten der COVID-19-Pandemie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189185

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