Aktuelle Entwicklungspolitik in Afrika am Beispiel Mali


Seminararbeit, 2002

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kernprobleme und Entwicklungspotentiale
1.1 Kernprobleme
1.2 Entwicklungspotentiale
1.3 Rahmenbedingungen

2. Bewertung der bisherigen Zusammenarbeit
2.1 Stellenwert der deutschen EZ im internationalen Kontext
2.2 Schwerpunkte u. Ergebnisse der bisherigen bilateralen EZ

3. Schwerpunkte künftiger EZ
3.1 Bewertung der Entwicklungspolitik der malischen Regierung
3.2 Künftige Schwerpunkte aus deutscher Sicht
3.3 Einzeldarstellung der Schwerpunktbereiche
3.3.1 Projektvorstellung: Dorfkassen in Mali

4. Kritik u. Bewertung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Rahmen des Tutoriums „Entwicklungspolitik in Deutschland“ habe ich mich mit dem Thema „Aktuelle Entwicklungspolitik in Afrika“ beschäftigt und das Land Mali ausgewählt. Mali habe ich deshalb ausgesucht, weil ich mich mit diesem Land schon einmal befasst habe. Auf den folgenden Seiten möchte ich auf dieses Land näher eingehen und an diesem Beispiel darstellen, wie staatliche Entwicklungspolitik funktioniert und das dazugehörige Projekt näher erläutern. Meine Informationen habe ich aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erhalten. Ich werde mich am Länderkonzept 2001, das das BMZ entwickelt hat, orientieren und teilweise Passagen daraus übernehmen, um bestimmte Sachverhalte zu verdeutlichen und die Position des BMZ besser darstellen zu können. Für jedes Land, das bilaterale Leistungen der Bundesrepublik Deutschland durch das BMZ erhält, wird ein Länderkonzept erstellt. Hierfür werden Spezialisten, in meinem Fall Afrikawissenschaftler, mit einer Länderkurzanalyse betraut. Auf diesen Erkenntnissen werden dann die Länderkonzepte erstellt und Entwicklungsschwerpunkte noch einmal in Sektorstrategien zusammengefasst. All diese Papiere dienen zur Beurteilung der Situation im jeweiligen Land, der bisher erfolgten Zusammenarbeit und die Aussichten für das Land, sowie den zukünftigen Entwicklungsschwerpunkten. Dabei wird auch die Koordination mit anderen Ländern und multilateralen Institutionen (EU, UN) berücksichtigt.

1. Kernprobleme und Entwicklungspotentiale

Dieser erste Abschnitt zeigt Entwicklungshemmnisse auf und stellt die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung dar.

1.1 Kernprobleme

Das erste Kernproblem in Mali besteht darin, dass die Landwirtschaft, aufgrund der geographischen Lage des Landes, (Norden ist Saharagebiet; Süden ist Übergangsgebiet zwischen Sahel und Sudanzone) sehr stark vom Klima abhängig ist.

Die Landwirtschaft ist in Mali der wichtigste Wirtschaftsfaktor, in der rund 85%[1] der Menschen Einkommen und Beschäftigung finden.

Die Landwirtschaft selbst trägt mit 45%[2] zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Da 75%[3] der Grundnahrungsmittel aus dem Regenfeldbau stammen und dieser von Niederschlägen abhängig ist, kommt es regional, aber besonders im nördlichen Teil Malis, zu Nahrungsmittelknappheit. Dies aufgrund von schwankenden Niederschlägen mit großem Nord-Süd-Gefälle.

Als weiteres Problem kommt hinzu, dass die Landwirtschaft sich durch eine niedrige Produktivität auszeichnet. Dies verstärkt bei niedrigen Niederschlägen noch die Nahrungsmittelknappheit. Im ländlichen Raum ist ebenfalls der Zugang zu Krediten und Produktionsmitteln erschwert, da noch keine Infrastruktur derart vorhanden ist. Hierauf werde ich im weiteren Verlauf noch genauer eingehen.

Das zweite Problem, das die Landwirtschaft beeinträchtigt, ist die Minderung und Verschlechterung der natürlichen Ressourcen. Die schon begrenzte landwirtschaftliche Nutzfläche verliert auch noch ihre Fruchtbarkeit durch Abholzung, Brandrodung und Überweidung, Winderosion, verstärkte Monokulturbildung (Baumwolle) und Versandung bzw. Wüstifizierung, die in allen Ländern mit Wüstenangrenzung Probleme bereitet. Besonders in den Städten gehen von unkontrollierter Müll- und Abwasserentsorgung Gefahren für das Grund- und Oberflächenwasser aus.

Wie schon angesprochen ist die Wirtschaftskraft von der Landwirtschaft geprägt. Dementsprechend sind die anderen Wirtschaftssektoren weniger ausgeprägt. So entfallen auf den industriellen Sektor nur 17%[4] des BIP. Auf den Dienstleistungssektor entfallen dementsprechend nur 36%[5]. Industrieproduktion beschränkt sich auf die Hauptstadt Bamako. Leider zeichnet sich der Industriesektor nur durch eine geringe Vielfalt aus. Es werden nämlich hauptsächlich Nahrungsmittel verarbeitet. Im Dienstleistungssektor herrscht traditioneller Handel vor.

Als Fazit kann man über die Wirtschaftskraft Folgendes sagen: Es gibt nur eine geringe inländische Kaufkraft und eine unzureichende materielle (Energie, Transport) und institutionelle (Finanzen, Justiz) Infrastruktur. Da Mali nur eine schmale Exportgutbasis (Baumwolle, Gold) besitzt, ist das Land von den Weltmarktpreisen abhängig. Daneben ist, wie schon angesprochen, das Klima ein Problem. Zusätzlich ist Mali mit über 100%[6] des BIP im Ausland verschuldet. Dies sind neben der starken Ausprägung des informellen Sektors die entscheidenden Entwicklungshemmnisse auf wirtschaftlicher Seite.

Auch im Bildungswesen und bei der Gesundheitsvorsorge gibt es Probleme. So beträgt die Einschulungsquote nur 53%[7] und der Grad der Alphabetisierung nur 31%[8]. Gleichzeitig entstehen durch das verschmutzte Trinkwasser und hygienische Mängel Krankheiten wie Malaria, Atemwegserkrankungen, wasserinduzierten Krankheiten.[9]

1.2 Entwicklungspotentiale

Aufgrund seiner naturräumlichen Beschaffenheit und der bisher geringen Wirtschaftsleistung sind einige Entwicklungspotentiale vorhanden. Aus der Landwirtschaft erwartet man sich positive Wachstumsimpulse. Hier ist im Besonderen die Baumwolle zu nennen. Eine größere Intensivierung der Baumwolle könnte zu mehr Exporterlösen führen. Allerdings bewegt man sich hier auf dünnem Eis, da eine Ausbreitung der Monokultur zu einer weiteren Auslaugung der Böden führt. Gleichzeitig bleibt man vom Weltmarktpreis abhängig, was bei einem Absinken des Preises eine Wirtschaftskrise beschwören könnte. Außerdem sollte die Weiterverarbeitung der Baumwolle im Land vorangetrieben werden. Weiterhin könnte im Nigerbinnendelta eine Intensivierung der dortigen Landwirtschaft zu einer Produktionssteigerung führen. Das würde die Nahrungssicherung positiv beeinflussen.

Einer der wichtigsten Punkte das Land weiterzubringen wird in den Rohstoffvorkommen gesehen.

[...]


[1] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[2] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[3] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[4] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[5] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[6] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[7] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[8] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

[9] BMZ (Januar 2001):Republik Mali-Länderkonzept zur Entwicklungszusammenarbeit

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Entwicklungspolitik in Afrika am Beispiel Mali
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Deutsche Entwicklungspolitik
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V11894
ISBN (eBook)
9783638179379
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Aktuelle, Entwicklungspolitik, Afrika, Beispiel, Mali, Deutsche, Entwicklungspolitik
Arbeit zitieren
Daniel Keuper (Autor), 2002, Aktuelle Entwicklungspolitik in Afrika am Beispiel Mali, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11894

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