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Das Trilemma des digitalen Zentralbankgeldes (CBDC)

Titel: Das Trilemma des digitalen Zentralbankgeldes (CBDC)

Masterarbeit , 2021 , 68 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Hendrik Becker (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schilling et al. (2020) analysieren unter Zuhilfenahme eines modifizierten Diamond-Dybvig-Modells die Auswirkungen von digitalem Zentralbankgeld (DZBG). In ihrem Grundmodell verfolgt die Zentralbank neben den typischen Zielen Preisniveaustabilität und Finanzstabilität zusätzlich auch eine effiziente Risikoallokation. Die Modellierung nominaler Verträge ermöglicht den Autoren die Formulierung eines Trilemmas.

Dabei handelt es sich um einen Zielkonflikt zwischen den drei angenommenen Politikzielen der Zentralbank, bei dem maximal zwei Ziele gleichzeitig erreicht werden können. Preisniveaustabilität und Effizienz in Form einer Finanzintermediation für Individuen können nicht gleichzeitig erreicht werden, solange die Zentralbank nicht selbst anfällig für Bank Runs sein möchte. Die Ergebnisse und Implikationen des Modells sind jedoch stets im Kontext des gewählten Diamond-Dybvig-Ansatzes zu interpretieren. Die Übertragung des Modellrahmens von einer Geschäftsbank auf die Zentralbank ist nur durch strenge und stark abstrahierende Annahmen möglich. Wesentliche Implikationen, die aus einem in der Realität vorherrschenden zweistufigen Bankensystem resultieren, werden nur begrenzt berücksichtigt. Durch die Erweiterung des Diamond-Dybvig-Modells kommt es dazu, dass Schilling et al. (2020) den Kontext des Modells verändern und ein alternatives Geldsystem modellieren. Die aktuelle Diskussion um DZBG basiert jedoch auf der vorherrschenden Geldordnung, womit der Erklärungsgehalt des vorgestellten Modells in diesem Kontext abnimmt. Modelltheoretische Analysen, die anhand des zweistufigen Bankensystems durchgeführt werden, sind für Zentralbanken und politische Entscheidungs-träger insgesamt aussagekräftiger.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literaturüberblick und Einordnung des Working Papers

3 DZBG in einem nominalen Diamond-Dybvig-Modellansatz

3.1 Überblick zum Grundmodell und dessen wesentlichen Aussagen

3.2 Modelltheoretische Grundlagen

3.2.1 Annahmen und formaler Modellrahmen

3.2.2 Markträumungsbedingungen bei nominalen Verträgen

3.2.3 Gleichgewichtsbedingung und die Möglichkeit zum Bank Run

3.3 Modellergebnis

3.3.1 Keine Preisniveaustabilität

3.3.2 Keine optimale Allokation

3.3.3 Keine Bank Run-Vermeidung

3.4 Vorgeschlagene Lösungsansätze

3.4.1 Modellierung flexibler Geldangebotspolitik

3.4.2 Regulierung und Aussetzen der Konsumtätigkeit

3.5 Implikationen und Reflektion der Ergebnisse

4 Modellkritik

4.1 Auffälligkeiten aus der Modellanalyse

4.1.1 Aus dem Diamond-Dybvig-Ansatz resultierende Kritik

4.1.2 Diskussion zu den angenommenen Zielen der Zentralbank

4.1.3 Ausschließliche Existenz von DZBG

4.2 Relevanz des Modells für die politökonomische Diskussion um DZBG

5 Modellerweiterung – Koexistenz von DZBG und Sichteinlagen

6 Alternative Modellierung von Bank Runs und Auswirkungen von DZBG auf die Finanzstabilität

6.1 Positive Effekte von DZBG auf Banken und die Finanzstabilität

6.2 Negative Effekte von DZBG auf Banken und die Finanzstabilität

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Trilemma des digitalen Zentralbankgeldes“ (DZBG), indem sie ein von Schilling et al. (2020) vorgestelltes modelltheoretisches Konzept kritisch hinterfragt. Das primäre Ziel ist es, die interne Konsistenz der modelltheoretischen Ergebnisse zu prüfen und zu bewerten, inwieweit das Modell reale wirtschaftliche Zusammenhänge und die komplexen Zielvorgaben von Zentralbanken abbilden kann, insbesondere im Hinblick auf den Zielkonflikt zwischen Finanzstabilität, Preisniveaustabilität und effizienter Risikoallokation.

  • Analyse der Funktionsweise von digitalem Zentralbankgeld in einem modifizierten Diamond-Dybvig-Modell.
  • Untersuchung des Zielkonflikts zwischen Preisniveaustabilität und Finanzstabilität bei der Einführung von DZBG.
  • Kritische Würdigung der Annahmen zur Bankenstruktur und des Wettbewerbs zwischen DZBG und Sichteinlagen.
  • Diskussion der Modellergebnisse unter Berücksichtigung von bankentheoretischen und politökonomischen Aspekten.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Annahmen und formaler Modellrahmen

Aufbauend auf dem Modellrahmen von Diamond und Dybvig (1983) wird zunächst von drei Perioden t = 0, 1, 2 in einer geschlossenen Volkswirtschaft ausgegangen. Es existieren keine Geschäftsbanken oder Wertpapiermärkte und die Zentralbank tritt als monopolistischer Anbieter für Sichteinlagen als einziger Finanzintermediär am Markt auf (vgl. Schilling et al. (2020) S. 5 f.). Durch das Angebot von DZBG und einem damit verbundenen ökonomischen Vertrag erhält die Zentralbank reale Güter als Einlagen des Privatsektors. Der Privatsektor wird als [0,1]-Kontinuum von Individuen modelliert, wobei jedes Individuum zu Beginn in t = 0 annahmegemäß mit einer Einheit eines realen Gutes ausgestattet ist. In der Ausgangsperiode sind alle Individuen identisch und unterscheidbar.

In der Periode t = 1 ist eine Unterscheidung in geduldige und ungeduldige Individuen möglich, wobei eine Person mit der zufälligen Wahrscheinlichkeit α ungeduldig und mit der Wahrscheinlichkeit 1 − α bei α ∈ (0,1) geduldig ist. Das Unterscheidungsmerkmal wird dabei nur dem jeweiligen Individuum offenbart und ist damit private Information.

Die Unterscheidung ist relevant, da ungeduldige Individuen die Konsummenge q1 mit q ≥ 0 nur in t = 1 konsumieren können, wohingegen geduldige Personen die Möglichkeit haben, q2 mit q ≥ 0 in t = 2 zu konsumieren. Damit können geduldige Individuen strategisch entscheiden, wann sie konsumieren möchten. Konsum bringt den Individuen einen Nutzen u(qi) mit i = 1,2 und u(.) ∈ R.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Diskussion um digitales Zentralbankgeld ein und beschreibt die Motivation sowie die Forschungsfrage der Masterarbeit.

2 Literaturüberblick und Einordnung des Working Papers: Dieses Kapitel bettet das zu untersuchende Working Paper von Schilling et al. (2020) in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs ein und skizziert die verschiedenen Perspektiven auf DZBG.

3 DZBG in einem nominalen Diamond-Dybvig-Modellansatz: Hier wird das Grundmodell von Schilling et al. ausführlich dargestellt, die formalen Modellannahmen werden erläutert und das Trilemma sowie die zentralen Modellergebnisse abgeleitet.

4 Modellkritik: In diesem Kapitel wird das Modell einer kritischen Prüfung unterzogen, wobei insbesondere die getroffenen Annahmen hinterfragt und deren Relevanz für die aktuelle politökonomische Diskussion bewertet werden.

5 Modellerweiterung – Koexistenz von DZBG und Sichteinlagen: Es wird eine Modellerweiterung vorgestellt, die den Wettbewerb zwischen der Zentralbank und Geschäftsbanken in einem zweistufigen System formal abbildet.

6 Alternative Modellierung von Bank Runs und Auswirkungen von DZBG auf die Finanzstabilität: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Ansätze zur Modellierung von Bank Runs und bewertet die Auswirkungen auf die Finanzstabilität unter Berücksichtigung weiterführender Literatur.

7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Aussagekraft der modelltheoretischen Ergebnisse und identifiziert offenen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Digitales Zentralbankgeld, DZBG, Trilemma, Diamond-Dybvig-Modell, Finanzstabilität, Preisniveaustabilität, Risikoallokation, Bank Runs, Geldpolitik, Finanzintermediation, Sichteinlagen, Nominalverträge, Zentralbank, Wettbewerb, Modellkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das modelltheoretische Konzept eines „Trilemmas des digitalen Zentralbankgeldes“, wie es von Schilling et al. (2020) vorgeschlagen wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von digitalem Zentralbankgeld auf die Finanzstabilität, die Preisniveaustabilität und die Effizienz der Risikoallokation in einem Bankensystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, das Trilemma anhand der wissenschaftlichen Literatur zu hinterfragen und zu bewerten, ob das zugrunde liegende Modell aussagekräftige Schlussfolgerungen für die praktische Politik zulässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine formale modelltheoretische Analyse auf Basis eines modifizierten Diamond-Dybvig-Ansatzes, kombiniert mit einer kritischen Literaturdiskussion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung des Grundmodells, dessen Modellergebnisse, die Untersuchung von Lösungsansätzen, eine Modellkritik sowie eine Erweiterung auf ein zweistufiges Bankensystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören digitales Zentralbankgeld (DZBG), Finanzstabilität, Bank Runs, Preisniveaustabilität und Risikoallokation.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen einem ein- und zweistufigen Bankensystem eine wichtige Rolle?

Die Unterscheidung ist deshalb kritisch, weil die Annahme eines zweistufigen Systems (mit Geschäftsbanken) die Intermediationsfunktion verändert und neue Fragen hinsichtlich der Stabilität und Moral-Hazard-Problemen aufwirft.

Inwieweit lässt sich das Modell von Schilling et al. auf die reale Welt übertragen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die stark abstrahierenden Annahmen des Modells (z.B. keine Geldsubstitute, keine friktionslosen Finanzmärkte) die Übertragbarkeit auf die komplexe Realität einschränken.

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Details

Titel
Das Trilemma des digitalen Zentralbankgeldes (CBDC)
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,0
Autor
Hendrik Becker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
68
Katalognummer
V1189401
ISBN (PDF)
9783346621238
ISBN (Buch)
9783346621245
Sprache
Deutsch
Schlagworte
trilemma zentralbankgeldes cbdc Digitales Zentralbankgeld Bank Run CBDC Literatur Digitaler Euro
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hendrik Becker (Autor:in), 2021, Das Trilemma des digitalen Zentralbankgeldes (CBDC), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189401
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