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Ressourcenkonflikte und die Bedeutung der Kontextbedingungen

Title: Ressourcenkonflikte und die Bedeutung der Kontextbedingungen

Thesis (M.A.) , 2008 , 145 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: M.A. Julian-G. Albert (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Das globale Konfliktgeschehen hat sich mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und besonders nach dem Ende des Kalten Krieges grundlegend gewandelt. Besonders das als "Neue Kriege" beschriebene Phänomen hat sämtliche bisherige Kriegsformen häufig abgelöst. In Afrika südlich der Sahara tritt diese Form am deutlichsten auf. Ein wesentlicher Bestandteil und Problematik der Neuen Kriege ist die Perpetuierung der Gewalt. Ermöglicht wird dies primär durch eine nicht versiegende Finanzierungsquelle, die Konflikt als ökonomischen Selbstzweck ermöglicht. Die Finanzierung durch die Aneignung und den Verkauf von natürlichen Ressourcen kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu, weil seltene Bodenschätze exorbitante Erträge auf dem Markt bringen können und das teure Unterfangen einer Kriegsführung finanzierbar wird.
In dieser Arbeit geht zunächst darum den aktuellen Forschungsstand dieser so genannten "Ressourcenkonflikte" zu erfassen. Dabei wird zu Beginn zunächst einheitliche Arbeitsdefinitionen abgegrenzt. Anschliessend wird aufgezeigt, inwiefern und ob natürliche Ressourcen einen Einfluss auf Gewaltkonflikte haben. Im vierten Kapitel soll sich der Frage zugewandt werden, ob der Mangel oder Überfluss an natürlichen Ressourcen für Konflikte verantwortlich sind. Bisher bestehen beide Erklärungsansätze noch weitestgehend parallel zueinander. Es wird empirisch deutlich, dass der Überfluss die primäre Triebfeder sind, aber der Knappheitsfaktor darin aufgehen kann. Im darauf folgenden Kapitel wird beschrieben, wie natürliche Ressourcen konkret auf Konflikte einwirken. Es zeigt sich jedoch, dass Regionen mit vielen natürlichen Ressourcen nicht zwangsläufig konfliktanfälliger sind. Somit scheinen andere Rahmenbedingungen eine Rolle in diesem Mechanismus zu spielen. Entsprechendes wird im sechsten Kapitel erörtert und möglichst präzise herausgearbeitet. In einem abschliessenden einfachen empirischen Vergleich soll im Sinne des MSCD zwei möglichst ähnliche Fälle herangezogen werden, die jeweils über wertvolle natürliche Ressourcen verfügen, aber das Ergebnis bzgl. der Konfliktanfälligkeit gegensätzlich ausfällt. Der Unterschied sollte nun in den Kontextfaktoren liegen.
Ziel dieser Arbeit war es, neben dem systematisieren des Forschungsstandes, der Bedeutung der Kontextfaktoren in den Vordergrund zu stellen. Es ist jedoch nur als verfolgenswerter Ansatz zu betrachten, weil die Fallauswahl sehr extrem ist und die Operationalisierung auf einem eher einfachen Level stattfand.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Natürliche Ressourcen

2.2. Gewaltsamer innerstaatlicher Konflikt und Bürgerkrieg

2.3. Ressourcenkonflikt

3. Der Einfluss natürlicher Ressourcen auf gewaltsame Konflikte

3.1. Ökonomischer Ansatz nach Collier und Hoeffler

3.1.1. Allgemein

3.1.2. Empirie

3.1.3. Ergebnis

3.1.4. Vorteile der Modelle

3.1.5. Nachteile der Modelle

3.2. Natürliche Ressourcen und gewaltsamer Konflikt

4. Mangel oder Überfluss?

4.1. Einleitung

4.2. Konfliktfaktor: Ressourcenknappheit

4.2.1. Der neo-malthusianische Ansatz

4.2.2. Sonderfall Wasserkonflikte?

4.2.3. Alternative Ansätze

4.3. Konfliktfaktor: Ressourcenüberfluss

4.3.1. Einleitung

4.3.2. Risikofaktoren aus Ressourcenüberfluss

4.3.3. Fazit: Ressourcenüberfluss - ein Fluch?

4.4. Zwischenergebnis

5. Rolle von natürlichen Ressourcen im gewaltsamen Konflikt

5.1. Einleitung

5.2. Rebellenfinanzierung

5.2.1. Eigener Abbau und Direktvermarktung

5.2.2. Entführungen und Erpressungen

5.2.3. Verkauf zukünftiger Abbaurechte

5.3. Konfliktdimensionen

5.3.1. Konfliktausbruch

5.3.2. Konfliktdauer

5.3.3. Konfliktintensität

5.3.4. Konflikttyp

6. Konfliktbegünstigende Kontextfaktoren

6.1. Erklärungsbedürftige Ausnahmen

6.2. Die entscheidende Rolle der Kontextbedingungen

6.2.1. Ressourcenspezifische Eigenschaften und Bedingungen

6.2.2. Endogene Kontextbedingungen

6.2.3. Exogene Kontextbedingungen

6.3. Zwischenfazit

7. Empirischer Vergleich

7.1. Vorüberlegungen

7.2. Fallauswahl

7.2.1. Warum Afrika südlich der Sahara?

7.2.2. DR Kongo: Ressourcenüberfluss und Konflikt

7.2.3. Botsuana: Ressourcenüberfluss und kein Konflikt

7.3. Ressourcenspezifische Bedingungen

7.3.1. Technischer Zugang

7.3.2. Illegalität und Anonymität

7.3.3. Blockierbarkeit

7.4. Vergleich der Kontextfaktoren

7.4.1. Geschichte

7.4.2. Institutionengefüge

7.4.3. Armut

7.4.4. Geographie

7.4.5. Weltwirtschaft

7.4.6. Fremdintervention

7.5. Ergebnis der Fallstudie

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, unter welchen spezifischen Kontextbedingungen natürliche Ressourcen zu einem Risikofaktor für gewaltsame innerstaatliche Konflikte werden. Das Ziel ist es, die Diskrepanz zu erklären, warum Ressourcenreichtum in manchen Ländern einen "Fluch" darstellt und zu Konflikten führt, während andere ressourcenreiche Staaten stabil und friedlich bleiben.

  • Zusammenhang zwischen Ressourcenüberfluss/Knappheit und Konfliktausbruch.
  • Die Rolle natürlicher Ressourcen bei der Finanzierung von Rebellengruppen.
  • Einfluss von Kontextfaktoren wie Institutionenqualität, Geschichte und Geographie.
  • Empirischer Vergleich am Beispiel der DR Kongo und Botsuana.
  • Deeskalationspotentiale durch westliche Akteure und internationale Institutionen.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Empirie

Als Ausgangspunkt und wichtigstes Element von Bürgerkriegen sind die Akteure zu betrachten, um die Ursachen zu analysieren und - vor allem - die Gründe von Auftreten und Bestehen von Rebellenarmeen zu klären. Dazu hat bereits Jack Hirshleifer auf die drei wesentlichen Kategorien hingewiesen: Präferenzen, Möglichkeiten und Wahrnehmung. CH stellen jedoch heraus, dass Politikwissenschaftler in der Friedens- und Konfliktforschung meist nur die Präferenzen als auslösende Momente in Betracht ziehen. Somit wird eine Rebellion zwangsläufig als politischer Protest wahrgenommen. Auslöser sind demnach atypisch starkes Leid aufgrund von Ungleichheit oder Unterdrückung. Ökonomen können somit in der Empirie eine wesentliche Bereicherung der Forschung sein, da sie sich von Natur aus mehr auf die Möglichkeiten konzentrieren. Bisher gab es wenige Analysen in diese Richtung.

Ein wichtiger Vertreter der Ökonomen, auf den sich CH stützen, ist Herschel I. Grossman. Aus seiner Perspektive werden die Individuen, die im Bürgerkrieg aktiv beteiligt sind, als rationale Akteure im Sinne des Rational-Choice-Ansatzes betrachtet. Die Rebellen haben somit unbewusst eine mikroökonomische Kosten-Nutzen-Rechnung vor Augen. Die angestrebte Rebellion mit dem vorläufigen Ziel einer nationalen Regierungsübernahme oder Sezession ist damit eine rein rationale Option, die darauf basiert, dass der eigene erwartete Nutzen größer sein wird als die Kosten der Unternehmung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel moderner Kriege hin zu innerstaatlichen Konflikten und stellt die zentrale These auf, dass Ressourcenreichtum allein keinen Konflikt verursacht, sondern dies erst unter bestimmten Kontextbedingungen geschieht.

2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie "Natürliche Ressourcen", "Gewaltsamer innerstaatlicher Konflikt" und "Ressourcenkonflikt" definiert und voneinander abgegrenzt.

3. Der Einfluss natürlicher Ressourcen auf gewaltsame Konflikte: Es wird der ökonomische Ansatz von Collier und Hoeffler beleuchtet, der Bürgerkriege als rationale Kosten-Nutzen-Rechnung unter Berücksichtigung von "Gier" und "Möglichkeiten" betrachtet.

4. Mangel oder Überfluss?: Hier erfolgt die theoretische Auseinandersetzung, ob Ressourcenknappheit (neo-malthusianischer Ansatz) oder Ressourcenüberfluss (ökonomischer Ansatz) das größere Konfliktpotential bergen.

5. Rolle von natürlichen Ressourcen im gewaltsamen Konflikt: Dieses Kapitel analysiert Mechanismen der Rebellenfinanzierung und wie Ressourcen die Konfliktdimensionen wie Ausbruch, Dauer und Intensität beeinflussen.

6. Konfliktbegünstigende Kontextfaktoren: Hier werden entscheidende Rahmenbedingungen identifiziert, die bestimmen, ob ein ressourcenreiches Land in einen Konflikt abgleitet oder stabil bleibt.

7. Empirischer Vergleich: Die Theorie wird anhand einer Fallstudie von zwei ressourcenreichen Ländern, der DR Kongo (Konflikt) und Botsuana (kein Konflikt), überprüft.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine monokausale Erklärung für Ressourcenkonflikte nicht ausreicht, da stabile Institutionen der entscheidende Faktor für eine friedliche Entwicklung sind.

Schlüsselwörter

Ressourcenkonflikte, Bürgerkrieg, Ressourcenüberfluss, Ressourcenknappheit, Konfliktfinanzierung, Politische Ökonomie, Institutionenqualität, DR Kongo, Botsuana, Collier und Hoeffler, Sezessionskonflikte, Rebellenfinanzierung, Kontextbedingungen, Rohstoffabhängigkeit, Staatsversagen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen natürlichen Ressourcen und dem Ausbruch von gewaltsamen innerstaatlichen Konflikten (Bürgerkriegen).

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die Finanzierung von Rebellionen durch Ressourcen, der Unterschied zwischen Ressourcenknappheit und -überfluss als Konfliktursache sowie die Bedeutung von Institutionen und Kontextbedingungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, warum natürliche Ressourcen in einigen Staaten zu einem "Fluch" werden und Konflikte befördern, während sie in anderen Ländern zu Wohlstand führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse (ökonomische und neo-malthusianische Ansätze) und einem qualitativen empirischen Vergleich zweier Länderbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungsmodelle für Konfliktursachen, Mechanismen der Ressourcenfinanzierung in Kriegen und identifiziert Kontextfaktoren, die die Konfliktanfälligkeit eines Staates erhöhen oder senken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ressourcenfluch, Bürgerkrieg, Rebellenfinanzierung, Institutionenqualität und die Gegenüberstellung von DR Kongo und Botsuana.

Warum wird im Vergleich der DR Kongo und Botsuana herangezogen?

Beide Länder verfügen über einen enormen Ressourcenreichtum, weisen jedoch diametral entgegengesetzte Entwicklungen auf: Während die DR Kongo ein Paradebeispiel für Konflikt und staatlichen Zerfall ist, gilt Botsuana als stabiles und erfolgreiches Beispiel für eine friedliche Nutzung von Ressourcen.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der Rolle von Institutionen?

Der Autor schlussfolgert, dass stabile staatliche Institutionen eine notwendige Bedingung für eine positive Entwicklung sind. Effektive Verwaltung und verantwortungsvolles politisches Management können selbst in armen Ländern verhindern, dass Ressourcen zu einem Konfliktgrund werden.

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Details

Title
Ressourcenkonflikte und die Bedeutung der Kontextbedingungen
College
University of Heidelberg
Grade
1,1
Author
M.A. Julian-G. Albert (Author)
Publication Year
2008
Pages
145
Catalog Number
V118945
ISBN (eBook)
9783640221851
ISBN (Book)
9783656057611
Language
German
Tags
Ressourcenkonflikte Bedeutung Kontextbedingungen Demokratische Republik Kongo Botsuana DR Congo Botswana Resource conflicts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Julian-G. Albert (Author), 2008, Ressourcenkonflikte und die Bedeutung der Kontextbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118945
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