Die Schwerpunkte liegen bei der hermeneutische Beitrag zur Erkenntnistheorie, den Bedingungen für das Gesprächs-und Textverständnis und der Bedeutung von Ästhetik und Kunstverständnis unter besonderer Berücksichtigung literarischer Texte.
Was versteht man unter Hermeneutik? Von griechisch hermeneutike` techne, wörtlich Auslegungs-und Übersetzungskunst (hermeneuein = auslegen, verkünden), bezeichnet sowohl die literarisch-philosophische Kunstlehre der Textinterpretation, als auch die philosophische Theorie der Auslegung und des Verstehens überhaupt. Dazu gehört die Auslegung juristischer, religiöser, historischer, kurz wissenschaftlicher Texte, aber auch die Interpretation literarischer, poetischer Texte der Belletristik und Lyrik. Die ästhetische Interpretation macht das Symbolsystem der Poesie zum Gegenstand der Reflexion. Der Begriff Hermeneutik geht auf Hermes zurück, den griechischen Götterboten, den Vermittler göttlicher Weisheiten in der griechischen Mythologie.
Inhaltsverzeichnis
- Der hermeneutische Beitrag zur Erkenntnistheorie
- Die Bedingungen für das Gesprächs-und Textverständnis
- Die Bedeutung von Ästhetik und Kunstverständnis unter besonderer Berücksichtigung literarischer Texte.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Vortrag untersucht den Beitrag Hans Georg Gadamers zur Hermeneutik, insbesondere in Bezug auf seine erkenntnistheoretischen Annahmen, die Bedingungen für das Gesprächs- und Textverständnis sowie die Bedeutung von Ästhetik und Kunstverständnis.
- Der hermeneutische Beitrag zur Erkenntnistheorie und die ontologische Wende der Hermeneutik
- Die Rolle der Sprache und des geschichtlichen Zeithorizonts im Verstehen
- Die Bedeutung der Tradition und Wirkungsgeschichte für das Verstehen
- Die Bedingungen für das Gesprächs- und Textverständnis
- Die Rolle von Vorurteilen und der Notwendigkeit des argumentativen Austauschs
Zusammenfassung der Kapitel
Der erste Teil des Vortrags beschäftigt sich mit Gadamers hermeneutischem Beitrag zur Erkenntnistheorie. Er beleuchtet die „ontologische Wende der Hermeneutik“, die den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Sprache und Sein betont. Gadamer sieht die Sprache als Grundpfeiler menschlicher Existenz und als Quelle sinnlich geistiger Erkenntnis. Die Bedeutung der Tradition und Wirkungsgeschichte wird ebenfalls erörtert, wobei Gadamer betont, dass die Vergangenheit aus der Perspektive der Gegenwart wahrgenommen wird. Der zweite Teil des Vortrags befasst sich mit den Bedingungen für das Gesprächs- und Textverständnis. Dabei wird die Rolle von Vorurteilen und die Notwendigkeit des argumentativen Austauschs hervorgehoben. Das Beispiel der Berufspraxis veranschaulicht, wie ein Gespräch zur Klärung von Missverständnissen und zur Konfliktlösung beitragen kann.
Schlüsselwörter
Hermeneutik, Erkenntnistheorie, Sprache, Sein, Tradition, Wirkungsgeschichte, Gesprächsverständnis, Textverständnis, Vorurteile, argumentativer Austausch, ästhetische Interpretation, Kunstverständnis.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff Hermeneutik?
Hermeneutik bezeichnet die Kunstlehre der Textinterpretation sowie die philosophische Theorie des Verstehens und Auslegens von Sinnzusammenhängen.
Was ist Hans Georg Gadamers Beitrag zur Erkenntnistheorie?
Gadamer vollzog eine „ontologische Wende“, die Sprache als Grundpfeiler menschlicher Existenz und als Quelle der Erkenntnis betrachtet.
Welche Rolle spielen Vorurteile im Verstehensprozess?
Nach Gadamer sind Vorurteile notwendige Bedingungen des Verstehens, die durch argumentativen Austausch und den geschichtlichen Zeithorizont reflektiert werden.
Was versteht man unter der Wirkungsgeschichte?
Die Wirkungsgeschichte beschreibt, wie die Tradition und die bisherige Rezeption eines Textes unser gegenwärtiges Verständnis beeinflussen.
Wie hängen Gesprächs- und Textverständnis zusammen?
Beide erfordern die Bereitschaft zur Klärung von Missverständnissen und basieren auf der Vermittlung zwischen verschiedenen Zeithorizonten.
- Citation du texte
- Horst Oberbeil (Auteur), 2022, Der hermeneutische Beitrag Hans Georg Gadamers zur Erkenntnistheorie und zum Gesprächs-, Text- und Kunstverständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189501